mum & still me
 
Wieviel gebe ich preis?

Ich würde euch so gerne so viel zeigen! Stolz ihr strahlendes Lächeln mit euch teilen, ihre großen wunderschönen Augen. Lange habe ich gezögert, meine Gedanken dazu aufzuschreiben, weil es mir nicht darum geht die unter euch, die das anders handhaben, auf irgendeine Weise anzugreifen.

mum & still me: Wieviel gebe ich preis?

Je älter mein Sommerkind wird, je mehr sich seine Persönlichkeit festigt und formt, desto weniger konnte ich über ihn schreiben. Es fühlte sich zunehmend falsch an. Solange die Kleinen Babys waren, ging es viel um Grundbedürfnisse. Welche Hausmittel helfen bei Erkältung, wie gehe ich mit der ersten Autonomiephase um oder wie schlafen unsere Kinder. So Sachen. Trotzdem steckt auch immer ein Teil der Persönlichkeit meiner Kinder in meinen Texten. Wissenschaftlich neutral bin ich schließlich nicht. Aber es schien mir immer noch im Rahmen zu sein. Nicht zu nah an ihnen dran. Vielleicht war es trotzdem schon zu viel, auch was die Bilder angeht.

Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass drei große Konzerne gerade ihre Werbung bei YouTube gestoppt haben, weil dort Pädophile sich vernetzt haben und Videos Minderjähriger gezielt untereinander geteilt haben. In Kommentaren zeigen sie sich mit genauen Minutenangaben, weile Szenen besonders “interessant” für sie sind. Dabei handelt es sich nicht um nackte Kinder oder irgendwie besonders kritische Szenen. Es sind einfach nur Kinder. Kinder, die tanzen. Kinder, die lachen. Die völlig unbedarft und naiv in dem Sumpf der digitalen Welt herumtreiben.

Das ist – natürlich – eine krasse, extreme Nebenwirkung der digitalen Präsenz. Aber davon unabhängig gibt es auch ganz andere Gründe dafür, die Kinder aus dem Blog und Instagram weitestgehend raus zu halten, bzw. genau zu prüfen, was online gehen kann und was nicht. Denn auch Kinder haben ein Recht am eigenen Bild. Spätestens ab 14 Jahren müssen wir sie defintiv fragen, ob sie damit einverstanden sind, dass Bilder von ihnen im Netz geteilt werden – soweit die Rechtslage. Doch auch vorher haben wir große Verantwortung. Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt davor, das Persönlichkeitsrecht unserer Kinder zu verletzen. Wir sollten immer auch die langfristigen Wirkungen unserer Fotos im Kopf haben. Fotos oder Videos, auf denen die Kinder bloß gestellt werden oder die ihnen später peinlich sein könnten, haben im Internet nichts verloren. Wird ein Foto einmal gepostet, ist es schwer, es wieder zu löschen und alle digitalen Spuren zu vernichten.Eine Hilfestellung zum Umgang mit Kinderfotos im Netz hat das Kinderhilfswerk zur Verfügung gestellt.

Jetzt hier weiterlesen