Verflixter Alltag
 
Winter mit Kindern ist Scheiße

Winter mit Kindern ist Scheiße. Da spricht vielleicht auch ein wenig der Frust aus mir, weil ich selbst angeschlagen bin (wer ist das im Winter nicht?!). Aber immer wieder stoße ich auf Dinge, die mich so gehörig nerven.

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Verflixter Alltag

An manchen Tagen ist es einfach zu viel und ich sehne mir so sehr den Sommer zurück. Daher hier einmal meine 10 Gründe, warum ein Winter mit Kindern Scheiße ist.

1. Wäsche waschen
Was hat Wäsche waschen mit Winter zu tun, werdet Ihr fragen. Ganz einfach: Die Wäsche wird ja nicht weniger, nur weil es draußen kalt ist. Ist ja nicht so, dass die lieben Kinder im Winter sich plötzlich nicht mehr dreckig machen. Im Gegenteil: so ein Schmuddelwetter birgt viel Matschpotenzial. Jepp und das kommt dann eben in die heißgeliebte Waschmaschine.
Nur wo kommt die nasse, gewaschene Wäsche dann hin, wenn man keinen Trockner hat? Na klar, auf den Balkon. Es scheint ja auch so schön die Sonne. Und wenn man gleich früh die Wäsche rausstellt, da muss es doch abends trocken sein! Acht Stunden müssen doch reichen?! Nein, tun sie nicht. Und dass man sich beim Aufhängen auch noch den Allerwertesten abfriert, sei hier noch nicht erwähnt. Abends lacht einen dann die immer noch feuchte Wäsche hämisch vom Ständer an. Und aus der Wäschetruhe kichern sich die dreckigen Socken eins ins Fäustchen. Na danke auch.

2. Diskussion Schneehose
Nun müssen die Kinder in den Kindergarten. Also ist Anziehen angesagt. Im Winter ist das auch so ein Graus. Zum einen muss man eine halbe Stunde mehr Zeit einplanen, in der sich die allerliebsten Kinderlein in ihre Kleidungsstücke zwängen bzw. von mir zwängen lassen. Und wenn ich dann zusehen muss, wie sich Wirbelwinds Fuß in Zeitlupentempo dem Winterschuh nähert und Wölkchen den Reißverschluss ihrer Jacke zum drölfzigsten Mal wieder öffnet, bin ich innerlich bereits am Glühen. Es wird auch nicht besser, wenn sich die Große  JEDES verdammte Mal darüber beschwert ihre Schneehose anziehen zu müssen. Das sind Diskussionen, die im Sommer einfach nicht notwendig sind.

3. Handschuh-Phobie
An der Wohnungstür hört diese Diskussion leider nicht auf. Obwohl, viel diskutiert wird hier eigentlich nicht, es wird einfach gemacht. Und zwar werden die Handschuhe einfach abgemacht. Bei Wirbelwind rede ich inzwischen nicht mehr rein. Sie kann sich ganz gut einschätzen und verzichtet auch gerne mal, und es geht gut. Bei Wölkchen ist das anders. Sie versteht noch nicht, dass die Hände dann kalt werden, auch wenn ich es hier zuvor ausführlich erläutere. Also ziehe ich ihr die Dinger über und sie zieht sie sich wieder aus. Ich starte von neuem, um kurze Zeit später machtlos zuzusehen, wie sie sie wieder abzieht. Das ist besonders spaßig, wenn man doch eigentlich den Buggy schieben und endlich im Kindergarten ankommen möchte.

4. Kalt
Und wenn ich dann Wölkchen gewähren lasse und sie ohne Handschuhe durch die kalte Luft schiebe, habe ich gleich das nächste Problem: Sie fängt selbstverständlich einige Minuten später an zu brüllen, weil ihre Hände arschkalt sind. Das ist nicht hilfreich, wenn man eh bereits Kopfschmerzen vom kalten Wind hat, und von der herannahenden Erkältung (siehe 9.). Von den Schmerzen, die Wölkchen durch die Kälte verspürte mal ganz zu schweigen. Überhaupt fetzt Kälte nicht so sonderlich. Immer wieder muss man sich aktiv darum bemühen nicht zu frieren. Von Wohlfühlen will ich hier gar nicht erst reden.

5. Schneefrei
Jeden Tag aufs Neue darf ich Wirbelwinds Frage beantworten, wann es denn endlich einmal Schnee gibt. Es wäre doch schließlich nun kalt genug. Und wenn bald Weihnachten ist, muss es doch auch schneien. So sieht man es doch immer und überall.
Nun ja, in Wirklichkeit hat man wohl Glück, wenn es heutzutage im Winter zwei Tage Schnee gibt. Mit Kindern bedeutet dies, dass man die anderen 88 Tage versucht zu verklären, warum nun gerade KEIN Schnee liegt. Und wenn es dann mal schneit, dann versucht man all die Versprechen auf einmal nachzuholen. Und dann zwängen sich Eltern mit ihren Kindern auf ihren kleinen, verrosteten Schlitten den winzigen Abhang des städtischen Parks hinunter. Ein Spaß! Nicht.

6. Matscherei
Weiterer Nachteil bei diesen seltenen Schneemomenten: oftmals artet es auf Grund der milden Temperaturen schnell in eine riesige Matscherei aus. Zweimal im Schneematsch gewälzt triefen die geliebten Handschuhe und Schneehose unaufhörlich. Wenn man dann noch eine Autofahrt vor sich hat, sieht das Auto auch dementsprechend aus. Grmpf.
Und dass wir nun wieder unweigerlich bei Punkt 1 landen, ist Euch klar, oder?

7. Früh dunkel
Um 16 Uhr ist Feierabend, denn draußen ist es dunkel und Spielplätze - so meinen die Stadtplaner - brauchen ja keine Straßenlaternen. Verstecken möchte ich dann aber auch nicht spielen, zu groß die Gefahr, dass die Kinder im Dunkel der Nacht äh des Nachmittags erfolgreich sind. Also geht es ab nach Hause, wo die lieben Kleinen drei bis vier weitere Stunden lang die Bude gehörig auf den Kopf stellen können. Meine Verzweiflung steigt mit jedem Puzzlebuch, das aus dem Schrank geräumt und in seine Einzelteile zerlegt wird. Ja, es ist auch nicht hilfreich, wenn Wirbelwind um 17 Uhr mit ihrer alle fünf Minuten alternierenden Fragerunde startet, wann denn endlich der Sandmann komme. Mein Kopf brummt, diesmal ist es nicht die Kälte.

8. Tür zu
Natürlich ist es bei uns geheizt. Wir wollen ja nicht frieren. Im Flur ist keine Heizung, und in der Küche oftmals das Fenster auf. Also sinkt vom Wohnzimmer abgehend zu den anderen Räumen die Temperatur. Ohne Kinder kein Problem, da macht man einfach die Türe zu. Haha. Nun erkläre mal einer Anderthalbjährigen, dass sie die Tür bitte zu lassen soll, damit es drinnen warm bleibt. Wölkchen ist hierbei nochmal ein ganz besonderes Exemplar, das keine geschlossenen Türen mag. Dann weint sie, selbst wenn sie die Tür gerade gar nicht benutzen wollte. Also heizen wir für den Flur mit. Das ist ja sowas von ökonomisch. Und ökologisch. Und überhaupt.

9. Erkältungswelle
Die Kita ist ein Herd von Krankheitserregern. Im Winter potenziert sich das. Ist es Euch schon einmal aufgefallen? Die Liste der Krankheiten am schwarzen Brett steigt proportional zur Länge des Monatsnamens. Gerade herrscht also Hochkonjunktur. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern flach liegen. Die Kinder rotzen und die Eltern - sprich ich - selbstverständlich mit. Solidarität und so.

10. Bewegung
Im Sommer ist es viel einfacher seinen Kindern Bewegung zu ermöglichen. Einmal hat man einfach mehr Zeit, da es später dunkel wird (siehe 7.), wenn man nicht gerade darauf steht jeden Abend eine Nachtwanderung mit den hübsch selbstgebastelten Laternen zu machen. Aber ich gebe es zu: die Kälte und die Kleiderdiskussion halten mich auch oftmals davon ab das Haus zu verlassen, wenn wir es doch so mollig warm zu Hause haben und nicht unbedingt hinaus müssen. Das rächt sich dann abends, wenn die Kinder durchdrehen, weil sie draußen nicht toben konnten. Wirbelwind heißt nicht umsonst Wirbelwind.
Eigentlich ist die Sache klar: Winter mit Kindern ist Scheiße. Das habe ich ja nun eindrücklich bewiesen, oder? Denkste. Denn dann schaut man in die leuchtenden Augen der Kinder, wenn die Schneeflocken vor ihren Augen herumwirbeln, hört die Kleine begeistert "Neee!" rufen, sieht die Bäckchen, die sich von der kalten Luft rosarot färben und hört mit Verzückung das Quieken der Lieben, wenn sie sich mit Schneebällen bewerfen. Und dann denkt man: Winter mit Kindern ist so wunderbar. Zumindest, bis der Schnee schmilzt oder die Kinder anfangen wegen ihrer kalten Hände zu jammern.

Eure Wiebke
 

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