LÄCHELN UND WINKEN
 
Wir sind doch noch ein Dorf ... wenns um die Kinder geht.

Jeden Tag, wenn ich die Mausemaus von der Kita abgeholt habe, steuern wir irgendwann – meist nach einem kurzen Spielplatzbesuch oder Plausch mit Freunden – die Bahnhaltestelle an, von der aus wir nach Hause fahren.

Blog Lächeln und winken Wir sind ein Dorf
Lächeln und winken

Die Kinder sind dann meist bereits etwas überdreht oder müde oder beides und ich entsprechend gestresst, denn zwei medium-eskalierende Kinder während des Berufsverkehrs und inmitten von sehr vielen anderen Menschen, die dringend heim wollen, über mehrspurige Straßen UND Bahngleise zu führen, bedarf meiner kompletten Aufmerksamkeit.

In eben so einer Situation bemerkte ich letztens im Augenwinkel ein Schulkind im Alter von vielleicht 9 Jahren, das – meinem Gefühl nach – die herannahende Bahn nicht wahrnahm und offenbar die Schienen vor sich überqueren wollte. Ich griff zu. Es war ein Reflex. Ich habe nicht gerufen„Hey, pass auf!“ und mich nicht nach einem potenziellen Elternteil umgesehen, ich habe einfach zugegriffen. Das Mädchen erschrak und sah mich etwas böse an. Vielleicht wäre sie auch ohne mein Zutun rechtzeitig stehen geblieben. Vielleicht aber auch nicht. So oder so … ICH hatte rein aus Mutti-Reflex gehandelt, ohne abzuwarten oder darüber nachzudenken. Letzteres tat ich allerdings anschließend. Ich fragte mich allen ernstes, ob das richtig war. Ob ich nicht noch hätte abwarten und dem fremden Kind mehr vertrauen sollen. Ob es zu Hause erzählte, dass so ein irre Helikopter-Mum es angefasst hätte und die Eltern nun schimpften, auf diese Bekloppten, die sich überall einmischen mussten. SIE hätten ihrem Kind doch beigebracht, das es aufpassen musste … dazu bräuchten sie keine FREMDE Hilfe.

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