Kinderalltag
 
Zucker – süße Gefahr?

Zucker steht immer wieder im Mittelpunkt verschiedener Formate. Es gibt ganze Bücher über das Thema und wer hat nicht schon einmal eine Sendung gesehen, in der ein Ernährungsexperte die Zuckermenge von Lebensmitteln demonstriert? Also habe ich mir einmal angesehen, ob es wirklich so schlimm ist.

Blog Kinderalltag Zucker
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Gesunde Ernährung
Als brave Mutter bin ich natürlich bemüht meine Kinder so gesund wie möglich zu ernähren. In meinem Blog habe ich das Thema Ernährung auch schon öfter behandelt. Ich setze meine kleinen immer wieder Obst und Gemüse vor, achte auf wenige Fleischmahlzeiten und habe ein Auge darauf, was sie an Süßigkeiten zu sich nehmen. Glaubt man einschlägigen Dokumentationen, dann sind aber nicht nur die Süßigkeiten ein Problem, sondern in vielen, scheinbar harmlosen Lebensmitteln steckt eine unerwartet große Menge Zucker.

Das Frühstück
Ich habe mir also mal ein wenig die Ernährung meiner Kinder angesehen. Beim Frühstück essen sie gerne eine Milchschnitte, einen kleinen Becher Joghurt und trinken dazu einen Joghurtdrink. Manchmal nehmen sie auch eine Schüssel Cerealien zu sich. Ich habe mir also die Nährwertangaben auf den Packungen dieser drei Lebensmittel angesehen. 125g Joghurtdrink enthalten 15g Zucker, 13g Joghurt etwa 8g und die Milchschnitte rund 8,25g. Da sie meistens zwei Becher Joghurt zu sich nehmen, essen meine Kinder also fast 40g Zucker zum Frühstück.

Zuckerwürfelshow
Ich habe zwar keine Zuckerwürfel daheim, weil wir außer zum Backen keinen Zucker verwenden, aber lt. Wikipedia wiegt ein Zuckerwürfel etwa 3g. Jedes meiner Kinder isst also etwa 13 Zuckerwürfel alleine zum Frühstück. Ein Überraschungsei besteht zu etwa 52% aus Zucker. Bei 20g Schokolade sind das also 3-4 Zuckerwürfel. Ein Gummibärchen wiegt etwa 2,38 Gramm und enthält ungefähr 1,09 Gramm Zucker. Isst man drei Gummibärchen, dann hat man etwa einen Zuckerwürfel zu sich genommen. An einem normalen Tag bekommen meine Kleinen also rund 15 Zuckerwürfel von mir.

Ist das schlimm?
Aus 15 Zuckerwürfeln könnte man schon eine nette kleine Pyramide bauen, wenn man die Menge möglichst beeindruckend darstellen möchte. Interessant wird es dann, wenn man sich die gesunden Lebensmittel genauer ansieht. Apfelsaft hat etwas mehr als 11g Zucker pro 100 ml. Ein kleines Tetrapack mit 0,2 Liter enthält also 22g Zucker, oder 7 Stück Zucker. Auch das Fruchtpüree, das meine Kinder gerne essen enthält etwa 15g Zucker pro Päckchen. Immerhin 5 Stück Zucker. Bei den Zutaten ist allerdings kein Zucker aufgeführt.

Fruchtzucker
Nicht in allen Lebensmitteln mit einem hohen Zuckeranteil ist auch tatsächlich Zucker zugesetzt. Früchte enthalten von Haus aus viel Zucker. Ich habe dazu ein wenig gegoogelt und viele Berichte und Artikel über Zucker gefunden. So wird beispielsweise erklärt, dass der Fruchtzucker in den Früchten selber in den Faser steckt. Isst man einen Apfel, dann kommt der Körper also recht schwer an den Zucker. Bei Apfelsaft sieht es ganz anders aus. Auch bei Smoothies ist der enthaltene Zucker leicht verfügbar.

Gefahr
Auf mehreren Seiten habe ich gelesen, dass Zucker im Verdacht steht, Krebs auszulösen, zumindest aber das Wachstum von Tumoren unterstützt. Er wird als legale Droge beschrieben und als Grund für den rapiden Anstieg an übergewichtigen Menschen. Es werden Studien zitiert, die negative Eigenschaften des Zuckers beweisen. Angeblich mischt die Nahrungsmittelindustrie Zucker in nahezu alle Nahrungsmittel. Ketchup besteht angeblich zur Hälfte aus Zucker und harmlose Lebensmittel, wie Salatdressing sind mit Zucker geschmacklich verbessert.

Was tun
Ob das alles wahr ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Dass Zucker aber ungesund ist und die Ursache für Übergewicht darstellt, scheint eindeutig. Wie aber kann man dem allgegenwärtigen Zucker entkommen?
Ein großer Anteil des starken Zuckerkonsums passiert über Limonaden. Meine Kinder bekommen fast ausschließlich Wasser zu trinken. Limonaden und Fruchtsäfte sind eine seltene Ausnahme. Erst letztes hatten wir in der Kita eine Diskussion mit der Erzieherin. Grund war eine Geburtstagefeier, bei der Limonade in die Trinkflaschen der Kinder gefüllt wurde.

Nicht alleine
Die Reaktion anderer Mütter beim Elternabend haben mir gezeigt, dass ich nicht die Einzige bin, die großen Wert darauf legt, dass ihre Kinder keine Limonaden trinken. Allerdings kann ich sicher beim Essen noch etwas bewusster werden. Süßigkeiten machen meinen Kindern Freude und sie bekommen eine streng kontrollierte, aber regelmäßig Menge. Auf jeden Fall macht es Sinn, den Zuckerkonsum der Kinder im Auge zu behalten.

Bewusstsein
Ich denke, das Wichtigste im Bereich der Ernährung ist das Bewusstsein. Ein klein wenig darauf achten, was man zu sich nimmt und schon beginnt man ganz automatisch, auf die Ernährung zu achten. Ich möchte meinen Kindern auf jeden Fall diese bewusste Ernährung beibringen. Ungesundes, wie stark gezuckertes, oder sehr fettes Essen wird nur sehr selten angeboten. Allerdings werde ich meinen Kindern Schokolade & Co. nicht völlig verbieten. Dass es dafür ein unerreichbares Versteck und ein kleines Ritual bei der Verteilung gibt, schafft ein hohes Bewusstsein.

Ausgewogene Ernährung
Auch wenn es viele Bestandteile gibt, die man nicht unbedingt in großen Mengen zu sich nehmen sollte, ist eine ausgewogene Ernährung für mich ausreichend. Ich achte darauf, was meine Kinder essen, nehme aber auch in Kauf, dass da und dort mal etwas dabei ist, das nicht nur gesund ist. Meine drei Kleinen haben ziemlich exakt ihr altersgemäßes Sollgewicht und sind eher untergewichtig. Mit den beiden Älteren waren wir auch schon beim Zahnarzt, der keinen Grund zur Beanstandung hatte.
Natürlich ist es einfacher, kleine Kinder ausgewogen zu ernähren. Je älter sie werden, desto rebellischer werden sie auch in dieser Hinsicht. Ich versuche daher eine solide Basis für eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu schaffen. Auf Zucker werde ich dabei nicht verzichten, aber meine Kinder sollen wissen, in welchen Nahrungsmitteln unnötig viel Zucker enthalten ist und lernen diese Nahrungsmittel nur in kleinen Mengen zu essen.

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