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Umfrage unter Vätern Wer führt wirklich das erste Periodengespräch mit der Tochter?

Zeichnung von Periodenprodukten und typischen Symbolen, die zur Erklärung der Menstruation dienen
© anniebirdie / Adobe Stock
Die erste Periode ist oft aufregend und stressig für junge Mädchen. Umso wichtiger ist es, dass sie wissen, was mit ihrem Körper passieren wird. Doch wer übernimmt dieses Gespräch? Eine Umfrage liefert dazu neue Erkenntnisse.

Ist das erste Periodengespräch noch Frauensache? Oder trauen sich auch Männer an das Thema heran. Wie eine Umfrage der schwedischen Marke INTIMINA zeigt, ist das bisher eher selten der Fall. Acht von zehn Männer waren der Meinung, dass die Mutter die Unterhaltung führen sollte.

Die Aussagen im Überblick

Weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Befragten sah sich selbst in der Verantwortung, die Tochter über die erste Periode aufzuklären.

  • 45- bis 54-Jährige überlassen es zu 89 Prozent der Mutter
  • 55- bis 70-Jährige zu 77 Prozent

Bei den jüngsten Befragten (26 - 34 Jahre) zeigte sich allerdings, dass etwa zwei Drittel nicht dieser Meinung waren (67 Prozent). Weitere Väter gaben an, dass der:die Ärzt:in die Tochter über das Thema Menstruation aufklären sollte. Insgesamt wurden 1.258 Väter und ihre Töchter im Alter von 10 bis 15 Jahren in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA befragt. Weitere 515 Väter mit Töchtern wurden in Deutschland befragt.

Komplett Tabu oder doch erlaubt?

Trotz dieser Zahlen ist es aber nicht so, dass kein Vater mit seiner Tochter über die Periode spricht. Laut der Umfrage gaben vier von zehn deutsche Vätern an, bereits einige Male mit ihren Töchtern über das Thema gesprochen zu haben. Bei Vätern in Bremen (50 Prozent) und Berlin (47 Prozent) ist die Menstruation häufiger Gesprächsthema. In Thüringen (20 Prozent) oder Baden-Württemberg (18 Prozent) eher seltener. Die Väter der jüngsten Kategorie ("Millennial-Väter") reden im Vergleich öfter mit ihren Töchtern über die Periode – mit 45 Prozent.

Warum viele Männer nicht darüber sprechen wollen

Auch wenn 66 Prozent der deutschen Väter angaben, genug über den Menstruationszyklus zu wissen, um diesen zu erklären, so ist es ihnen trotzdem oft unangenehm, es zu tun. Im Durchschnitt war das bei 46 Prozent der Befragten der Fall. Bei der jüngsten Altersgruppe war der Wert mit 62 Prozent noch etwas erhöht. Die ältesten waren mit nur 44 Prozent schambefreiter. Weitere Gründe der Väter, das Gespräch nicht führen zu wollen, waren:

  • Die Sorge, etwas Falsches zu sagen (39 Prozent)
  • Kein Bezug zum Thema (33 Prozent)
  • Zu geringes Wissen (31 Prozent)
  • Die Sorge, dass Rückfragen kommen, die sie nicht beantworten können (23 Prozent)

Was tun sie dagegen?

Um mehr Information über den Zyklus zu erhalten, wenden sich 55 Prozent der Väter an weibliche Familienmitglieder. 28 Prozent fragen weibliche Bekannte. Rund 23 Prozent greifen zu Lehrbüchern oder suchen im Internet nach Information (23 Prozent). 11 Prozent der deutschen Väter möchte sich allerdings selbst nicht aktiv über das Thema weiterbilden.

Periodenprodukte kaufen Väter selten

Ein Fünftel der befragten Männer gab an, überhaupt keine Menstruationsartikel zu kaufen. 56 Prozent hatten bereits Binden, 48 Prozent bereits Tampons für Familienmitglieder gekauft. Periodenunterwäsche oder Menstruationstassen lagen bei nur 15 und 13 Prozent.

Verwendete Quelle: INTIMINA

lkl ELTERN

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