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Corona-Tagebuch einer Mutter Unsere 7 besten Ideen gegen den Lockdown-Blues unserer Kinder

Corona-Tagebuch einer Mutter: Unsere 7 besten Ideen gegen den Lockdown-Blues unserer Kinder
© Marie Stadler
Ja, Corona ist ein riesiger Misthaufen. Aber wenn man diesen Zeiten auch nur das kleinste Positive abgewinnen müsste, dann wäre das für unsere Autorin wohl die Kreativität, die Eltern an den Tag legen, um Freude und besondere Momente für ihre Kinder zu schaffen. Trotz Lockdown. Trotz allem.

Der Schulweg ist eine Treppe vom Kinderzimmer an den Esstisch, der Bewegungsradius ist ungefähr der einer Hauskatze (wenn überhaupt) und die Freunde, mit denen die Kinder am meisten zu tun haben, sind die drei ???. Das Baby denkt wahrscheinlich, seine nächsten Verwandten zeichnen sich durch die Besonderheit aus, einen Mund und eine Nase zu haben, anstatt eines Stofffetzens mitten im Gesicht. Und der Teenie kann so verliebt sein, wie er will, geknutscht wird nur als Emoji.
 

Bloß nicht versinken

Das Leben könnte ein Trauerspiel sein. Ein bisschen ist es das auch, aber wenn die Kinder irgendwann auf diese Zeit zurücksehen werden, dann bin ich mir sicher, sie finden auch Gutes. Noch nie waren wir als Eltern so kreativ darin, unseren Kindern eine schöne Welt zu bieten, selbst wenn sie grad eigentlich nur semischön ist. Oder um es mit Erich Kästners Worten zu sagen: „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“
 
Habe heute die Kinder gefragt, was ihnen am Besten gefallen hat in diesem fast schon ganzen Jahr Corona-Mist.
 

Das sind ihre Top 7

  1. Der Restaurantbesuch

Die Restaurants waren dicht, es gab mal sowas von keinen Grund, sich hübsch zu machen und gegessen wurde, was auf den Tisch kam. Aber nicht beim Restaurantbesuch! Jedes Kind durfte sich mittags etwas aus einer selbstgebastelten Speisekarte aussuchen, abends war um 18 Uhr der Tisch reserviert für zwei kleine Ladies und den kleinen Herrn des Hauses. Kleiderordnung: Schick! Mein Mann und ich hatten uns Schürzen umgebunden, siezten die Ladies and Gentlemen, nahmen jede Bestellung und gerne auch Sonderwünsche entgegen. Gurkensalat ohne Dressing mit Paprika-Chips und Maracujasaft, serviert in einem Zuckerrandglas? Aber gerne doch, die Herrschaften! Zum Wohl!
 

  1. Die Wäschekorb-Achterbahn

Zugegebenerweise nicht unsere eigene Idee, sondern im Internet gefunden. Aber sooooo toll! Das Kind setzt sich in einen Wäschekorb, der vor einem Elternteil steht, dann wird ein Achterbahnride auf Youtube angemacht und die Fahrt kann losgehen. Der Achterbahn wird so geruckelt und bewegt, dass es zu dem Ride passt. Ein herrlicher Spaß, aber Achtung, sehr laut, denn es wird ordentlich geschrien und gequietscht.
 

  1. Der Sommertag im Winter

Ein sehr einfaches, aber megacooles Vergnügen. Es war schweinekalt draußen, aber an diesem Tag gab es Sonnenbrillen, Badeklamotten, Pommes mit viel zu viel Ketchup wie im Freibad, selbstgemachte Limonade und ein Schwimmflügel-Bad in der Badewanne. Extratipp: Sonnencreme benutzen! Nichts weckt Erinnerungen besser als Gerüche!
 

  1. Der All-you-can-watch-Tag

Pädagogen bitte ich, diesen Punkt zu überspringen! Aber bei uns gab es einen Tag, an dem die Kinder so viel glotzen durften wie sie wollten. Von morgens bis abends, ganz ohne Ermahnung. Vielleicht war es vor allem ein Geschenk an uns selbst, denn so friedlich war unser Haus selten davor und danach. Und ernsthaft, dieser eine Tag wird niemanden umbringen. Für unsere Kinder war er jedenfalls „einer der schönsten Tage ihres Lebens“. Und ich werte das jetzt einfach mal nicht als Beleidigung unserer Bemühungen an allen anderen Tagen ihres Lebens...
 

  1. Die Feuerkorb-Abende

Damals, als man noch einen ganzen Hausstand treffen durfte, haben wir das ab und an mit unseren Nachbarn gemacht. Nicht leichtsinnig bei uns im Haus, sondern draußen mit Abstand, um einen Feuerkorb sitzend. Es gab Marshmallows, Stockbrot (jede Familie hatte eine eigene Teigschüssel), gefüllt mit Kohlwürstchen. Das Beste an diesen Abenden waren aber glückliche, spielende Kinder, Rotwein und schöne Gespräche. Das war Balsam auf unseren etwas einsamen und geschundenen Seelen.
 

  1. Die drei Tage „Leseurlaub“ auf dem Hausboot

Große Abenteuer-Urlaube fielen letztes Jahr aus und das finde ich auch richtig. Was wir uns aber gegönnt haben, war ein Drei-Tages-Trip auf ein schwimmendes Ferienhaus im Herbst. Wir hatten dort keine Kontakte und wieder wie immer nur uns. Aber um uns herum plätscherte die Ostsee, glitzerte die Sonne auf den Wellen und schrien die Möwen. So glücklich haben wir uns lange nicht mehr gefühlt. Es waren zwar nur drei Tage, aber wir fühlten uns danach drei Jahre jünger!
 

  1. Jeden Abend die Tante treffen

Ganz schön doof, wenn man die beste Tante der Welt hat und die dann am anderen Ende Deutschlands wohnt. Während Corona hat diese Tante trotz ihres harten Jobs in der Notaufnahme aber an fast jedem ihrer freien Abende angerufen und die Kinder per Videocall ins Bett gebracht. Sie hat ihnen die ganze Unendliche Geschichte vorgelesen, mit ihnen über die Abenteuer des Protagonisten philosophiert und uns Eltern nebenbei sehr entspannte Abende beschert. Ganz sicher nicht nur für die Kinder eines der Highlights in dieser Zeit!
 
 
 


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