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Voneinander lernen 7 Dinge, die wir uns von Alleinerziehenden abgucken können

Vater mit Sohn machen Schulaufgaben
© Marko Geber / Getty Images
Alleinerziehend sein ist nicht leicht. Alles unter einen, statt zwei Hüte zu bekommen und dabei auch noch für die Kinder da zu sein, erfordert schon die ein oder andere Fertigkeit, die wir uns alle bei ihnen abschauen können.

Alleinerziehende können viele Dinge sehr gut. Was wir aber nicht vergessen dürfen: All diese Dinge lernt man nicht von heute auf morgen. Entwicklung braucht Zeit, also keinen Druck machen, wenn manches noch nicht so gut klappt. Sich aber selbst einmal zu hinterfragen, zu schauen, was gut tut und was uns unnötig Kraft raubt, ist immer eine gute Idee. Und voneinander lernen auch. Deshalb gucken wir uns heute Skills ab, die viele Alleinerziehende schon richtig gut drauf haben. 

1. Nach Hilfe fragen

Um Hilfe zu bitten, ist gar nicht so leicht. Doch für Alleinerziehende geht es oft gar nicht ohne. Ein funktionierendes Netzwerk ist unglaublich wichtig, um Alltag, Job und Kinder zu wuppen. Wenn die Familie nicht einspringen kann, bittet man Freunde, andere Kita-Eltern, die Leih-Oma oder Nachbarn. Dinge abzugeben und Hilfe anzunehmen, auch professionelle therapeutische Hilfe, wenn die Seele leidet, ist Lektion eins des How to be alleinerziehend-Handbuchs.

2. Perfektionismus adé

Von Perfektionismus haben sich die meisten Alleinerziehenden schnell verabschiedet – und das ist auch gut so. Denn sich wegen Nichtigkeiten, wie einer unaufgeräumten Wohnung oder dem nicht selbst gebackenen Kuchen fertig zu machen, bringt nichts. Schließlich ist es im Gesamtkontext einfach nicht wichtig, wenn man nicht gerade im Dreck versinkt. Dann muss der Abwasche eben einmal warten. Alleinerziehende haben das meist schnell gelernt, einfach, weil es oft gar nicht anders geht oder sie sind so gut organisiert, dass es erst gar nicht zu einer solchen Unordnungs-Eskalation kommen kann. So oder so: Besuch stört sich meist nicht an Unordnung, Kekse oder Gummitiere oder ein aufgeschnittener Apfel tun es auch und an all den Dingen, die uns stressen, nörgelt unnötigerweise eigentlich nur unser innerer Perfektionist. Also lieber Fünfe gerade sein lassen, statt einen mentalen Nervenzusammenbruch heraufzubeschwören. Denn genau das ist Selbstfürsorge.

3. Nein sagen

Kannst du nicht noch das und das besorgen? Hier noch kurz helfen? Dich da noch eben kümmern? Ähhh….Nein! Oft laden wir uns den Tag noch voller, obwohl wir schon bis oben hin dicht mit Terminen und Aufgaben sind. Oder wir ertappen uns dabei, uns wieder zu Dingen überreden zu lassen, obwohl wir uns schon beim letzten Mal geschworen haben, das nicht nochmal zu machen. Alleinerziehende haben für solche Dinge keine Zeit und haben schnell gelernt, nur noch die Aufgaben zu schultern, die sie auch tragen können und wollen. Denn Nein sagen muss man eben auch erst lernen, aber dann fühlt es sich gut an.

4. Wer bin ich?

Es ist kein Geheimnis, dass sich in der Regel niemand aussucht alleinerziehend zu sein. Der Weg dorthin beinhaltet meist eine große Krise, die man erst einmal bearbeiten und überwinden muss. Das Positive daran: Man lernt sehr viel über sich selbst. Alleinerziehende kennen sich und ihre Bedürfnisse meist sehr gut, wissen was sie wollen und was nicht, weil sie sich stark mit sich selbst auseinandersetzen müssen und mussten. Selbstreflektion und sich die Zeit nehmen, sich selbst kennenzulernen ist immer eine sinnstiftende Investition in uns selbst.

5. Bis hierhin und nicht weiter

Unsere Kräfte sind begrenzt und wo diese Grenzen liegen, wissen alleinerziehende Eltern sehr genau. Oft müssen sie über sich hinauswachsen, gleichzeitig aber auch lernen, sich selbst zu schützen. Sei es in der Kommunikation mit Ex-Partnern – vor allem, wenn die Trennung nicht harmonisch ablief – aber auch in vielen anderen Bereichen. Wo wir ziemlich schnell auch wieder bei Punkt 1, 2 und 3 ankommen. 

6. Kein Vergleichen

Niemand muss perfekt sein! Danach zu streben raubt nur Energie und am Ende erreicht man doch nie das Ziel. Denn es gibt sie nicht, die Perfektion im Elternsein. Alleinerziehende Eltern vergleichen sich nicht mit anderen, sondern akzeptieren sich mit all ihren Stärken und Schwächen, weil sie gelernt haben, dass alles andere nur Kraft kostet, die sie für die wichtigen Dinge im Alltag brauchen: ihre Kinder.  

7. Selbstwirksam sein

Alleinerziehende haben gelernt, auf ihre eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und selbstverantwortlich ihren Weg zu gehen. Dazu gehört vor allem das Loslassen von Vorstellungen, was zu einem glücklichen Leben dazu gehört und wie man als alleinerziehende Mutter zu sein hat. Überwindet man das, kann man unabhängig, frei und eigenverantwortlich genau den Weg gehen, den man gehen möchte.

ELTERN

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