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Familienfinanzen Was kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag?

Vater und Tochter sitzen am Computer und rechnen
© DjelicS / iStock
Kostet ein Baby im Monat mehr als ein Schulkind? Und wie ist es beim zweiten und dritten Kind? Wir nennen euch die durchschnittlichen Kosten.

Artikelinhalt

 

Auf einen Blick

  • Ein Kind kostet im Schnitt 763 Euro im Monat.
  • Im ersten Jahr kommt noch die Erstausstattung dazu.
  • Mit jedem Lebensjahr wird ein Kind teurer.
  • Alleinerziehende geben anteilig mehr Geld für ihr Kind aus.

 

Das Leben mit Kindern kostet Geld. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Unsere Schätze zahlen es uns schließlich jeden Tag zurück. Zumindest solange sie klein und süß sind. Oder was meint ihr, was so ein erstes Lächeln, die Freude der Eltern über die ersten Schritte oder euer stolze Blick auf euren Erstklässler wert sind?  Eben, das Leben mit Kind ist unbezahlbar! Sorry, trotzdem kommen hier die harten Zahlen:

 

Was kostet ein Kind, bis es volljährig ist?

Erst Windeln, Kleidung und Kitagebühren, dann drei Paar Schuhe pro Saison, Vereinsbeiträge, teure Geburtstagsfeiern und am Ende die Markenklamotten, Handyverträge und Laptops. Meine Güte, was da alles zusammenkommt! Das Statistische Bundesamt hat sich das mal genauer angesehen. Auf der Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018 hat die Behörde die Konsumausgaben von Familien für Kinder berechnet. 

Dabei hat sie drei Altersklassen gebildet. Danach geben Familien, die aus einem Paar und einem Kind bestehen, für

  • ein Kind zwischen 0 und 6 Jahren im Durchschnitt 679 Euro im Monat aus, 
  • für Schulkinder zwischen 6 und 12 Jahren 786 Euro
  • und für Teenager schließlich 953 Euro pro Monat. 

Im Durchschnitt kostet der Nachwuchs 763 Euro pro Monat – das sind 9.156 Euro im Jahr. Bis zum 18. Geburtstag geben deutsche Familien also im Durchschnitt 164.808 Euro für ein Kind aus. Für Alleinerziehende sehen die Zahlen noch etwas anders aus, siehe unten. In den Berechnungen sind dabei nicht nur die Kosten enthalten, die sich direkt den Kindern zuordnen lassen. Also zum Beispiel das Geld, das Eltern für Windeln, Babybrei, Spielzeug, Kleidung, Hobbys, Taschengeld und Handy ausgeben. Anteilig werden den Kindern auch die Kosten für eine größere Wohnung, Energie, Möbel, Verkehrsmittel und Urlaub angerechnet. Insofern kann es gut sein, dass euch die monatlichen Kosten zunächst sehr hoch vorkommen.
 

Alter in JahrenDurchschnittliche Ausgaben pro Kind in einer Paarfamilie in EuroAnteil an den gesamten Konsum-ausgaben des HaushaltsDurchschnitt-
liche Ausgaben pro Kind in einer Familie mit einem alleiner-
ziehenden Elternteil in Euro
Anteil an den gesamten Konsum-ausgaben des Haushalts
unter 667919,859033,3
6 bis 1278621,766933,2
12 bis 1895323,981237,1
0 bis 18 (Durchschnitt)76321,271035,0

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

 

Was kostet ein Baby im Monat?

Die Statistik der Bundesbehörde macht da keinen Unterschied. Auch ein Baby kostet eine Paarfamilie mit einem Kind demnach 679 Euro im Monat. Allerdings ist die Erstausstattung in diesen Berechnungen noch nicht enthalten. Je nachdem, wie viel ihr Second Hand kauft, müsst ihr da nochmal zwischen 2.000 und 4.000 Euro veranschlagen. Am meisten zahlen werdende Eltern in der Regel für Kinderzimmermöbel, Kinderwagen und Windeln. Insofern kommt ihr im ersten Jahr auf 9156 Euro jährliche Kosten. Plus Erstausstattung kostet ein Baby also etwa zwischen 11.000 und 13.000 Euro im ersten Lebensjahr.

 

 

Welche Kosten kommen noch hinzu?

Es gibt auch Posten und Faktoren, die nicht zum Bereich Konsum zählen, und daher nicht in die Berechnungen des Statistischen Bundesamts eingeflossen sind. Es fehlen zum Beispiel noch die Ausgaben für Versicherungen und für die Vorsorge (private Renten- und Unfallversicherungen, Fonds, Aktien etc.). Von den hohen Kosten für den Führerschein und ersten Kleinwagen mal ganz zu schweigen.
Und wenn man ganz ehrlich ist, müssten auch die fehlenden Einnahmen der Eltern als Kosten betrachtet werden. Stecken Mutter oder Vater beruflich zurück, kostet ein Kind euch indirekt die entstehende Gehaltslücke. Die Statistiker sprechen dabei von Opportunitätskosten oder den indirekten Kosten des Kinderkriegens.
Doch letzten Endes handelt es sich eben um Durchschnittswerte. Schließlich kann man den Nachwuchs auch großziehen, ohne jedes Jahr in den Urlaub zu fahren und einem Teenie teure Markenklamotten zu kaufen. Und wie hoch die Kosten für einen Kitaplatz und den Hort ausfallen, ist auch davon abhängig, wo man wohnt und ob die Eltern im privaten Umfeld zusätzliche Unterstützung haben.

 

Was kosten mehrere Kinder?

Je mehr Kinder in einer Familie aufwachsen, desto geringer fallen die Kosten pro Kopf aus. Kostet ein Kind in einer Paarfamilie noch 763 Euro im Monat, kosten zwei Kinder im Schnitt 638 Euro pro Kopf und drei Kinder 590 Euro. Das sind zwar gute Nachrichten für alle, die sich Gedanken über ein Geschwisterchen machen, aber auch diese Kosten müsst ihr am Ende tragen. Der Vorteil: Als erfahrene Eltern wisst ihr mittlerweile, wo man die besten Second-Hand-Klamotten bekommt, und dass Selberkochen oft günstiger ist als Gläschen zu kaufen. Außerdem kann der große Bruder oder die große Schwester Bettchen, Kinderwagen und viele Babyklamotten prima weitervererben. Auch so lassen sich die monatlichen Kosten senken.
Und wenn ihr beim ersten Kind schon die Erfahrung gemacht habt, dass es letzten Endes doch immer irgendwie passt, lasst ihr euch von diesen Zahlenspielen sicher nicht von eurem Geschwisterwunsch abbringen.
 

HaushaltstypDurchschnittliche  Konsumausgaben im Monat für alle Kinder im HaushaltDurchschnittliche Konsumausgaben im Monat pro KindProzentualer Anteil an den gesamten Konsumausgaben des Haushalts
Paare mit 1 Kind76376321,2
Paare mit 2 Kindern127663832,6
Paare mit 3 Kindern177059041,4
Alleinerziehende mit 1 Kind71071035,0
Alleinerziehende mit 2 Kindern115057545,9

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

 

Was kostet ein Kind für Alleinerziehende?

Die Tabelle zeigt, dass die Konsumausgaben alleinerziehender Elternteil für ein Kind geringer ausfallen als für ein Kind in einer Paarfamilie. Das macht deutlich, dass die Zahlen nicht falsch interpretiert werden dürfen. Denn eigentlich zeigen sie nicht, was ein Kind kostet, sondern was die Eltern für den Nachwuchs ausgeben wollen oder eben auch können. Auch wenn Alleinerziehende statistisch betrachtet weniger für ihr Kind ausgeben, ist der Anteil der monatlichen Ausgaben für ihr Kind an ihren gesamten Konsumausgeben ungleich höher. Während der Anteil der Ausgaben für zwei Kinder in einer Paarfamilie bei rund einem Drittel der Ausgaben (32,6 Prozent) liegen, gibt ein alleinerziehender Elternteil schon fast jeden zweiten Euro (45,9 Prozent) für zwei Kinder aus. Die finanzielle Belastung ist also ungleich größer. 

 

Und danach? Was kostet ein Kind bis zu seinem 25. Lebensjahr?

Statistisch und rechtlich gesehen ist das Kind dann kein Kind mehr. Insofern liegen dazu keine vergleichbaren Daten vor. Außerdem ist die Prognose bei jungen Erwachsenen noch schwerer als ohnehin schon. Ein Kind, das schon mit 16 eine Ausbildung beginnt, verursacht mit 18 im elterlichen Haushalt weitaus weniger Kosten als ein Sprössling, der nach dem Abi erstmal ein Jahr ins Ausland geht und danach studiert.

In jedem Fall ist es sinnvoll, einen Plan B zu haben und schon ganz früh für die Zeit zu sparen, in der euer Kind erwachsen wird. Denn eins ist klar: Mit zunehmendem Alter werden Kinder immer teurer. Nicht nur Studiengebühren und Reisen kosten viel Geld. Auch für den Führerschein oder die erste eigene Wohnung ist es gut, etwas auf der hohen Kante zu haben. Sparbücher helfen da heute allerdings nicht weiter. Am besten sprecht ihr mit eurem Finanzberater über Fondsparpläne, Bausparverträge oder andere Alternativen mit besserer Rendite.

 

Welche Kosten für Kinder übernimmt der Staat?

In Deutschland stehen Eltern mit den Kosten für ihre Kinder zum Glück nicht ganz allein da. Der Staat beteiligt sich direkt und indirekt. Das Kindergeld sorgt für einen unmittelbaren Ausgleich auf eurem Konto. Seit Januar 2023 beträgt es pauschal 250 Euro pro Kind. Der Kinderfreibetrag entlastet Eltern indirekt, indem diese weniger Steuern auf ihr Einkommen zahlen. Auch das Elterngeld hilft Familien, die Mehrausgaben zu schultern. Hier kompensiert der Staat einen Teil des Verdienstausfalls, der durch die Betreuung eines Kindes entsteht. Das bedeutet: Das Elterngeld schafft kein Plus auf dem Konto, aber immerhin fällt das Minus unterm Strich geringer aus. Familien mit geringem Einkommen können zudem auch Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen, wenn sie die Kosten nicht mehr alleine schultern können. Allerdings geht das nur, wenn sie nicht bereits Bürgergeld bekommen. Kurz vor und nach der Geburt hilft euch das Mutterschaftsgeld. Die Zahlung der Krankenkasse wird in der Regel vom Arbeitgeber ergänzt. So kommst du sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt auf deinen ursprünglichen Nettolohn. Eine wichtige Unterstützung für junge Familien, die gerade in den ersten Monaten erhebliche Mehrausgaben haben.

Werden die Kinder dann langsam flügge und wollen zum Beispiel in einer anderen Stadt studieren, solltet ihr prüfen, ob euer Sohn oder eure Tochter BaföG-berechtigt ist. Schließlich sind selbst WG-Zimmer heute kein Schnäppchen und das Leben wird in vielen Uni-Städten auch immer teurer. Übrigens: Auch Azubis sind unter Umständen berechtigt, wenn sie von zu Hause ausziehen, um z.B. näher am Betrieb zu wohnen. Die finanzielle Unterstützung vom Staat nennt sich dann Berufsausbildungsbeihilfe – kurz BAB. 

Quellen

 

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