Anzeige
 
Wenn Eltern getrennte Wege gehen

In der SOS-Beratungsstelle Landsberg am Lech coacht die erfahrene Diplom-Psychologin Claudia Reinold mit ihren KollegInnen Trennungseltern. So soll deren Kindern zusätzliches Leid erspart werden.

Coaching: Wenn Eltern getrennte Wege gehen
SOS Kinderdorf

„Papa und Mama lassen sich scheiden – und was wird aus mir?“ Diese Frage stellen sich viele Kinder, denn immer mehr Eltern trennen sich. So auch im idyllischen Landkreis Landsberg, wo inzwischen fast jede zweite Ehe geschieden wird. In der örtlichen Beratungsstelle von SOS-Kinderdorf hilft deshalb das bundesweit etablierte Trainingsprogramm „Kinder im Blick“ Expartnern, trotz Krisen, Auszug und Anwaltsschreiben gute Eltern zu bleiben. „Das Wichtigste ist, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben. Nur dann können Probleme gelöst werden“, weiß Diplom-Psychologin Claudia Reinold, die die Trennungseltern coacht. 

„Kinder im Blick“ ist dabei keine Selbsterfahrungs- und auch keine Therapiegruppe. Reinold: „Wir setzen den Fokus auf konkretes Verhalten, das heißt auf die Selbstfürsorge der Eltern, auf Techniken der Selbstbeobachtung und des Selbstmanagements.“ Mit einem klaren Ziel: den Kindern die Folgen der Trennung so weit wie möglich zu erleichtern. 
 

SOS Kinderdorf
Denn Streitfragen, in denen das Wohl der Kinder aus dem Blick zu geraten droht, gibt es zahlreiche: Eltern können sich nicht auf Betreuungszeiten einigen. Bei jeder „Übergabe“ der Kinder herrscht „dicke Luft“ oder Kinder werden als Postboten benutzt. „In solchen emotional hoch aufgeladenen Situationen laufen Eltern Gefahr, Dinge zu tun und zu sagen, die für die Kinder, ganz gleich welchen Alters, schwierig bis schädlich sind“, erklärt Claudia Reinold. Den Kindern zuliebe sich selbst einen konstruktiveren Umgang mit Konflikten anzueignen sei schon die halbe Miete, so Reinold. 

Viele Familien sind dringend auf Hilfe angewiesen. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Arbeit von SOS-Kinderdorf: 

Ebenfalls für Eltern sehr wichtig: zuhören

Die Gefühle des Kindes zulassen, ihnen Raum geben – auch unangenehmen Gefühlen. Vor allem auf Trauer reagieren viele Trennungseltern „wie die Feuerwehr“, weiß Claudia Reinold: Sie fühlen sich mitschuldig am Kummer ihrer Kinder und wollen, dass er schnell wieder weggeht. „Das ist menschlich und verständlich. Deshalb kommen sie aber leider oft mit Patentrezepten oder mit der Ansage ‚Ist doch alles halb so schlimm‘ um die Ecke und übersehen, dass ihre Kinder unter dieser gut gemeinten Form der Nichtbeachtung verstummen.“ Das Ergebnis: depressiv wirkende, zurückgezogene Kinder, unerreichbar wütende oder sich selbst schädigende Kinder. Bei älteren Kindern und Jugendlichen: völliger Kontaktabbruch zu einem Elternteil. Und dazu nicht selten: schlechte Noten bis hin zur schulischen Totalverweigerung.

Genau hier ist es wichtig, das Gespräch mit dem Kind zu suchen. Insofern versteht das SOS-Kursleiterteam seine Arbeit nicht als schnellen Problemlöser. Die Eltern erarbeiten in sieben Terminen neue Sicht- und Verhaltensweisen. Selbst sehr zerstrittene Eltern profitieren vom „Kinder im Blick“-Training, umso mehr die leichten bis mittleren Fälle. „Viele Eltern berichten bereits während des Kurses, dass kleine, bewusste Verhaltensänderungen erstaunliche Effekte haben“, freut sich Reinold. „Wenn beide Elternteile wieder eine gute Beziehung zum Kind haben, haben wir unser Coaching-Ziel erreicht.“
 
Viele Familien sind dringend auf Hilfe angewiesen – hier können Sie direkt an SOS-Kinderdorf spenden.