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Mir wird alles zuviel

Gestresste Mutter mit Kind im Arm
© christinarosepix / Shutterstock
Fühlen auch Sie sich manchmal überfordert? Finden Sie sich bloß nicht einfach damit ab! Hier steht, was Sie tun können

Schon ein harmloser Anlass kann Auslöser sein: Der Kuchen ist verbrannt. Eigentlich wäre genug Zeit für einen neuen. Und es gibt ja auch die Bäckerei um die Ecke. Aber stattdessen setzt man sich einfach hin, heult und hat nur einen Gedanken: Ich schaff das alles nicht mehr. Ich kann und will nicht mehr. Am liebsten möchte ich alles hinschmeißen... Wenn Sie solche Gefühle und Situationen kennen, sollten Sie sich nicht damit abfinden. Überforderung, ständige Belastung und Anspannung gehören nicht zwangsläufig zum Leben einer Mutter. Wer nicht versucht, etwas dagegen zu unternehmen, setzt auf Dauer seine seelische und körperliche Gesundheit aufs Spiel. Denn die Gefühle von Erschöpfung, Lustlosigkeit und Verzweiflung werden dann immer schlimmer.
Auch wenn es nur Tränen über einen verbrannten Kuchen sind - nehmen Sie sie zum Anlass, über Ihr Leben nachzudenken: Warum sind Sie erschöpft? Was läuft verkehrt? Wie lässt es sich ändern?

Das kann Ihnen helfen:

  • Ideale und Wunschträume stutzen. Sie hatten sich das Leben mit Kind anders vorgestellt? Von Mutterglück und harmonischem Familienleben geträumt? Lösen Sie sich von Vorstellungen, die nicht der Realität entsprechen und sich nicht verwirklichen lassen. Akzeptieren Sie: Die Gefühle einer Mutter können zwiespältig sein, besonders im ersten Lebensjahr des Kindes. Viele junge Mütter haben ein schlechtes Gewissen, wenn die erhoffte Freude und Verbundenheit mit dem Baby ausbleibt und sie stattdessen manchmal Verzweiflung, Wut und Hilflosigkeit spüren. Aber das ist nicht ungewöhnlich: Geben Sie sich und Ihrem Kind Zeit.
  • Leistungsdruck und Perfektionswahn aufgeben. Überlegen Sie, auf was Sie wirklich Wert legen - alles schaffen Sie nicht! Wer berufstätig ist und Kinder versorgt, kann keinen perfekten Haushalt haben. Auf Dinge, die einem nicht so wichtig sind, darf man verzichten - ohne schlechtes Gewissen. Sie legen keinen Wert auf gebügelte Bettwäsche? Dann lassen Sie es! Sie schaffen es nicht immer, ein Vollwert-Mittagessen zu kochen? Dann gibt es eben mal Nasi Goreng aus der Tiefkühltruhe. Das macht Sie nicht zur Rabenmutter!
  • Prioritäten setzen. Stellen Sie eine Liste auf, welche Aufgaben unbedingt erledigt werden müssen und welche eher nebensächlich sind. Notieren Sie auch, was Ihnen Spaß macht und was Sie als Last empfinden. Dann prüfen Sie, welche weniger wichtigen und unangenehmen Aufgaben Sie streichen können. Die Regel, Lästiges zuerst, Schönes als Belohnung danach, kann hilfreich sein, sollte aber nicht gegen den persönlichen Tagesrhythmus verstoßen: Wer morgens Zeit braucht, um erst mal richtig in Gang zu kommen, darf sich nicht gleich mit Aufgaben überladen. Finden Sie heraus, zu welcher Tageszeit Sie am meisten Energie haben und berücksichtigen Sie das bei der Arbeitsplanung.
  • Auszeiten, Ruhe und Zeit für Schönes. Tragen Sie in Ihren Terminkalender den Punkt "FM" ein - Zeit "für mich". Machen Sie dafür keine Pläne, sondern warten Sie ab, wozu Sie dann Lust haben. Auch eine Wunschliste kann helfen, wieder zufriedener zu werden: Welche Dinge machen Ihnen Freude? Was wollten Sie schon immer mal tun? Oder was haben Sie vor lauter Stress schon lange nicht mehr getan?
    Fangen Sie ganz langsam an, sich Punkte dieser Liste zu erfüllen. Entspannung und Spaß helfen, wieder Kräfte zu sammeln. Wichtig ist auch, sich von dem Gedanken frei zu machen, man müsse Zeit immer effektiv nutzen: Es kann schön sein, ziellos in seinen Sachen herumzukramen, Löcher in die Luft zu starren und vor sich hin zu träumen. Reden Sie sich nach solchen Phasen ja kein schlechtes Gewissen ein - dann wäre die Entspannung sofort dahin.
  • Nicht so ernst nehmen, was andere denken oder erwarten. Die Nachbarn gucken komisch, weil Ihr Rasen nicht tipptopp ist? Ihre Freundin macht eine spitze Bemerkung, weil Ihr Kind noch nicht "sauber" ist? Befreien Sie sich von solchem äußeren Druck! Folgen Sie der eigenen Intuition: Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind entwickelt sich gut, dann brauchen Sie sich um die Kommentare anderer nicht zu kümmern.
  • Aufgaben abgeben. Nicht nur die Mutter kann ein Baby trösten und beruhigen. Überlassen Sie das Kind auch mal dem Partner, Ihrer Mutter oder einer guten Freundin. Das bedeutet natürlich auch, loslassen zu können und sich einzugestehen: Ich bin nicht unersetzbar. Manchmal fällt das nicht leicht. Überlegen Sie sich, welche Aufgaben Sie delegieren können: Ihrem Partner, Verwandten, Freunden. Was ist den Kindern schon zumutbar? Vielleicht können Sie sich mit anderen Müttern und Vätern zusammentun? Wichtig dabei: die Aufgabe auch wirklich dem anderen überlassen. Nicht sich selbst und den anderen unter Druck setzen, indem man ständig kontrolliert oder aufklärt, wie man es selbst machen würde.
  • Die eigene Einstellung ändern. Während Sie eine Aufgabe erledigen, nicht gleich an die nächste denken. Nicht schon beim Putzen die Einkaufsliste im Kopf zusammenstellen. Auch wenn es schwer fällt - steigern Sie sich nicht in Stress und Überforderung hinein. Vergegenwärtigen Sie sich, was Sie schon alles gemeistert haben. Und wenn Sie endlich abends im Bett liegen, denken Sie nicht an die vielen Aufgaben, die morgen anstehen. Sondern erinnern Sie sich an die schönen Momente des vergangenen Tages.
  • Isolation durchbrechen. Wer in seinem Terminplan Abstriche macht, sollte damit nicht gerade bei Besuchen von Freunden und Bekannten anfangen. Denn es ist eine große Hilfe, mit anderen über die Belastung zu sprechen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, Distanz zu finden. Und auch mal herzlich über die Probleme zu lachen. Sicher werden Sie feststellen, auch andere fühlen sich ausgelaugt, erschöpft und überfordert. Wichtig ist Offenheit: Es ist nicht leicht einzugestehen, dass man nicht mehr weiter weiß. Aber wenn man das erst mal geschafft hat, zeichnen sich oft schon Lösungen ab. Vermeiden Sie aber, unnötig Zeit für Menschen zu opfern, die Ihnen nicht so wichtig sind: Eigentlich haben Sie gar keine Lust, mit Ihrer Cousine ein Schwätzchen zu halten? Dann schalten Sie den Anrufbeantworter an!

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