Familienbett

Als unser erstes Kind geboren wurde, war ich völlig überrumpelt und erschüttert von der Tatsache, dass nichts, aber auch gar nichts mehr planbar war. Damals glaubte ich noch fest daran, dass man alles irgendwie „in den Griff“ bekommen könnte, wenn man nur genug darüber las und kluge Pläne austüftelte. Natürlich stolperte ich deshalb irgendwann auch über „Jedes Kind kann schlafen lernen“. Einen Klassiker, dessen Verkaufserfolg auf dem Versprechen beruht, man könne jedem Kind das Durchschlafen beibringen. Ich hab’s gelesen und probiert. Gebracht hat es nur kalte Füße (vom Hin- und Herwandern zwischen dem Babybett und meinem) - und ein blutendes Herz. Denn ich fühlte, dass es nicht richtig sein kann, einen kleinen Huschi allein in seinem Bettchen schreien zu lassen. Auch unsere beiden anderen Kinder haben jahrelang nicht durchgeschlafen. Ich bin also überhaupt kein Profi auf dem Gebiet. Was ich heute anders machen würde und beim dritten Kind auch mit Erfolg anders gemacht habe? Nachgeben. Einfach kuscheln. Ein größeres Bett kaufen. Nicht, dass meine kleine Tochter im Ergebnis durchgeschlafen hätte. Aber wenn sie wach wurde, hab ich einfach ihr Händchen in meine genommen, ihr die Stirn geküsst - und dann haben wir einfach weitergeschlafen. Und das ist, was zählt.