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Thema: Was nun?

  1. #41
    Avatar von Chinchilla64
    Chinchilla64 ist offline Legende

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    Standard Re: Was nun?


  2. #42
    Avatar von Turtle
    Turtle ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Was nun?

    Schmid. Welch seltener Name.
    "Wer die Lebenslaufbahn seiner Kinder zu verpfuschen gedenkt, der räume ihnen alle Hindernisse weg."
    (Emil Oesch)

  3. #43
    Deadia Gast

    Standard Re: Was nun?

    Zitat Zitat von Wetterhex Beitrag anzeigen
    Hallo, unsere Tochter hat ADS (zum Glueck keine Hyperaktivitaet). Die Diagnose wurde Anfang der 2. Klasse gestellt, jetzt ist sie in der 4. Klasse.
    Ich muss erklaerend hinzufuegen, dass wir amerikanisch versichert sind und daher nur zu den amerikanischen Aerzten auf dem Army Post gehen koennen, sonst muessten wir alles selbst zahlen, was definitiv nicht geht. Ich habe also nicht wirklich die Moeglichkeit, mir eine zweite Meinung einzuholen, meine Tochter ist immer bei der gleichen und meines Wissens einzigen Kinderpsychiaterin dort.
    Sie bekam direkt nach der Diagnose Adderall, langsame Steigerung bis zur Wirksamkeit, nur an Schultagen, weil ich mit ihr gut klarkomme, nur in der Schule lief absolut gar nichts, weil sie nur getraeumt hat (sie ist bei Tests schon nach der ersten Aufgabe oder nach dem ersten Satz im Diktat komplett abgedriftet und hat NICHTS mehr gemacht, musste fuer jede Handlung (Buch rausholen etc.) mehrmals aufgefordert werden usw.).
    Das Adderall hat gewirkt (genaue Dosis weiss ich nicht mehr), sie konnte endlich zeigen, was sie konnte, aber gleichzeitig setzten die Nebenwirkungen ein. Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, extreme Weinerlichkeit, alles war ein Drama, sie hat dauernd geheult wegen gar nichts.
    Als nach einer Weile klar wurde, die Nebenwirkungen werden nicht besser, haben wir ein anderes Medikament versucht (Weiss leider nicht mehr, welches, aber auch ein Amphetamin). Wirkung auf Leistungen: Okay, nicht ganz so gut wie bei dem Adderall, aber machbar. Nebenwirkungen: Dieselben, nur statt Weinerlichkeit Motzigkeit. Sie waren aber ertraeglich, wir kamen damit klar, so halbwegs. Irgendwann liess aber die Wirkung nach, die Nebenwirkungen wurden schlimmer.
    Wir probierten es wieder mit Adderall, weil sie zwischenzeitlich ja auch gewachsen war und wir uns noch erinnerten, wie froh sie trotz der Weinerlichkeit damals war, weil es so toll in der Schule klappte. Doch jetzt hatte dieselbe Dosis ploetzlich null Wirkung.
    Statt noch weiter hoch zu gehen mit dem Adderall gab uns die Psychiaterin dann Concerta. Gleiches Spiel, wir lebten mit den Nebenwirkungen, die Wirkung war maessig. Ich schlug vor, das Mittel jeden Tag zu geben, um zu sehen, ob die Nebenwirkungen dadurch verringert werden (mein Mann, der ebenfalls Adderall nimmt, hat mir den Hinweis gegeben). Die Psychiaterin hielt das auch fuer eine gute Idee. Das haben wir monatelang durchgezogen, aber die Nebenwirkungen blieben.
    Es sah so aus, dass sie morgens nicht aus dem Bett zu kriegen war, weil sie einfach hundemuede war. In die Schule musste sie nun aber mal, darum war morgens oft schon Krieg und ich musste sie oft mit Gewalt aus dem Bett zerren, sie hat teilweise verweigert, sich anzuziehen, ganz schlimm, ich wusste mit gar nicht mehr zu helfen. Sie hat ihr Medikament genommen, konnte natuerlich auch nicht mehr richtig fruehstuecken, weil sie schlicht nicht fertig wurde, und ist zur Schule.
    Dort setzte die Wirkung ein, obwohl sie in der ersten Stunde oft noch etwas doesig war (das Medikament sollte nach einer halben Stunde wirken, tat es aber anscheinend erst spaeter). Wenn sie gegen zwei von der Schule kam, musste ich mich echt beeilen, sie an den Tisch zu kriegen fuer die Hausaufgaben, was auch staendig Streit hervorrief. Sie war immer schon dann schlecht gelaunt, als wuerde sie eigentlich schon runterkommen, extrem reizbar, unertraeglich, hat ihre kleine Schwester angemault, weil sie zu laut geatmet hat (als Beispiel). Gegessen hat sie Mittags natuerlich nichts, in der Schule auch nicht, keinen Bissen.
    Die Hausaufgaben haben sich oft ewig hingezogen, vor allem, wenn ich sie aus irgendeinem Grund nicht sofort an den Tisch gesetzt habe, der ganze Tag war versaut mit ein paar ganz laeppischen Aufgaben (sie bekamen wirklich nicht viel auf, aber wenn man erst nach 10 Minuten Zureden den Stift in die Hand nimmt und ihn dann nach einem halben Wort wieder fallen laesst, wird das halt nix). Dazu diese unglaubliche Kratzbuerstigkeit. Meine Tochter war mal ein ganz liebes, anhaengliches, freundliches Kind, bevor der ganze ADS-Marathon anfing. Zu manchen Zeiten haette ich sie am liebsten vor der Tuer des Jugendamtes abgeladen, so sehr ich mich dafuer schaeme, die ganze Familie hat darunter gelitten und ich hatte es so satt mit ihr).
    Die Psychiaterin meinte dann vor einigen Wochen auch, die Stimulanzien sind anscheinend nicht wirklich gut fuer sie, wir haben insgesamt drei oder vier ausprobiert, tut mir leid, wenn ich es nicht mehr so genau rekonstruieren kann.
    Der Vorschlag war dann, etwas ganz anderes auszuprobieren. Sie nimmt jetzt Guanfacine, das ist ein Mittel, das eigentlich fuer hohen Blutdruck entwickelt wurde, aber es wird schon seit Jahren bei ADS eingesetzt und mittlerweile ist die Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen. Sie hat mit diesem Medikament keine Nebenwirkungen (nur etwas schlaefrig in den ersten Tagen)... alles waere toll, aber leider... reicht die Wirkung nicht, wenn sie ueberhaupt da ist. Sie ist in der Schule abgesackt, die Lehrerin hat mich angerufen, weil sie sich nicht mehr am Unterricht beteiligt und nur noch traeumt, man muss ihr alles mehrmals sagen... also wie zu Anfang der 2. Klasse, vor der Diagnose. Nun ja, ncht mehr ganz so schlimm, sie schafft es immerhin, ihre Aufgaben halbwegs fertig zu machen und hat in den letzten beiden Tests jeweils eine Vier... man sieht, dass die Konzentration fehlt, normalerweise schafft sie leicht Zweier oder besser, aber immerhin hat sie ueberhaupt genug geschafft, um noch eine Vier zu bekommen... vor 2 1/2 Jahren hat sie, wie gesagt, keinen Satz aufs Papier gekriegt.
    Jetzt weiss ich aber nicht mehr, was wir tun sollen. Wieder zurueck zu Stimulanzien? Die Psychiaterin hatte noch einen Vorschlag, falls das jetzige Medikament nicht wirkt - ein anderes Medikament, das anders wirkt als Stimulanzien und nicht die Nebenwirkungen hat die meiner Tochter so zusetzen, aber leider in seltenen Faellen Leberschaeden hervorrufen kann. Sie muesste ihre Leberwerte regelmaessig ueberprueft bekommen, und wenn es zu einer Schaedigung kommen wuerde, waere das natuerlich sehr schlimm. Leider weiss ich nicht, wie das Medikament heisst, das werde ich wohl zum naechsten Termin in 10 Tagen erfahren.
    Tja, was soll ich nun tun? Ich weiss mir keinen Rat mehr. Ohne Medikament geht nicht, wegen der Schule. Ihr ist ja nicht damit gedient, dass sie immer mehr abrutscht. Sie moechte aufs Gymnasium und hat auch das Zeug dazu, es waere schlimm, wenn sie wegen dem ADS auf eine Schule muesste, wo sie nichts verloren hat (das Kind weiss alles, liest alles, spricht wie ein Buch, alles ausser Mathe interessiert sie). Wir leben laendlich, es gibt auch nicht die grosse Auswahl an Schulen, ich weiss, wie die Schule aussieht, auf die sie alternativ gehen muesste (habe dort einige Wochen als Vertretungslehrerin gearbeitet), da wuerde sie untergehen.
    Wieder Stimulanzien? Dazu tendiere ich momentan am ehesten, auch wenn ich dann wieder eine Kratzbuerste als Tochter habe. Sie leidet aber natuerlich auch darunter, wenn sie sich so unmoeglich verhaelt, zudem hat sie dann natuerlich mehr Probleme im sozialen Bereich... klar, wer will schon was mit der ueberdrehten Motzziege zu tun haben?
    Aber wie sollen wir Stimulanzien geben? Es war offensichtlich, dass sie nicht genug hatte, um den ganzen Tag damit rund zu kommen. Schon am fruehen Nachmittag kam sie runter, und damit ging die Phase des "Grauens" los. Aber am Nachmittag noch einmal nachlegen geht auch nicht, denn schon so hat sie nie vor elf oder zwoelf Uhr geschlafen, und auch erst gegen fuenf Uhr Nachmittags was gegessen. Es war sicher ein Fehler, nicht von Anfang an jeden Tag das Medikament zu geben (ich wusste es nicht besser, was die Psychiaterin sich gedacht hat, auf meinen Vorschlag einfach so einzugehen, weiss ich auch nicht). Doch taegliche Gabe hat die Nebenwirkungen auch nicht wesentlich verbessert, wie wir mit dem letzten Methylphenidad gemerkt haben. Vielleicht noch einmal die ersten Medikamente und diese dann taeglich?
    Ach, ich weiss es nicht. Wenn man dieses daemliche ADS doch einfach wegzaubern koennte. Es war so schoen, die letzten Wochen wieder ein ausgeglichenes Kind zu haben, ich habe keine Lust mehr, dass alles wieder von vorne losgeht.
    Sorry, der Text ist lang und scheusslich, aber ich stelle es jetzt einfach mal so rein, ihr koennt mich ja dann anmaulen. Hat jemand Vorschlaege, Ideen, Anregungen? Danke!
    Vielleicht hab ich es überlesen: wie ist der Intelligenztest deiner Tochter ausgefallen - der zwangsläufig zu einer ADS-Testung dazugehört?
    Und was mir noch aufgefallen ist: wenn ein ADS eindeutig abgeklärt ist, dann sollte man doch das Medikament regelmäßig nehmen, oder liege ich da falsch? Es kann doch nicht funktionieren, wenn man mal nimmt und dann wieder drei Tage nicht?
    Deadia

  4. #44
    Avatar von Medusa
    Medusa ist offline Legende

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    Standard Re: Was nun?

    Zitat Zitat von Deadia Beitrag anzeigen
    Vielleicht hab ich es überlesen: wie ist der Intelligenztest deiner Tochter ausgefallen - der zwangsläufig zu einer ADS-Testung dazugehört?
    Und was mir noch aufgefallen ist: wenn ein ADS eindeutig abgeklärt ist, dann sollte man doch das Medikament regelmäßig nehmen, oder liege ich da falsch? Es kann doch nicht funktionieren, wenn man mal nimmt und dann wieder drei Tage nicht?
    Deadia
    Das Medikament wirkt für ein paar Stunden nach Einnahme. Ob du es täglich nimmst oder nicht ist dabei egal. Wobei es natürlich schon so ist, dass das Medikament regelmäßig eingenommen wird, schließlich hat man ADS immer und nicht nur an bestimmten Tagen.
    Bei meinem Sohn ist es z.B. so, dass er die Ferien ohne Medikamente verbringt. Am ersten Schultag nimmt er wieder eine Tablette und sie wirkt sofort.

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