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Thema: Was kann ich noch tun?

  1. #11
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von Fairie Beitrag anzeigen
    War die Antwort an mich gerichtet?
    Ich sage nicht, dass es "harmlos" ist und ich verstehe gut, dass es total anstrengend ist. Das war es bei uns auch. Du hast absolut das Recht, müde und kaputt zu sein. Es nervt manchmal sehr. Ich meine halt: auch diese Kinder werden erwachsen. Ich denke auch man muss sich seine Kräfte einteilen - was auch nicht immer so einfach ist, weil man manchmal dann eben gefordert ist. Aber so gut es geht halt. Damit man nicht schlappmacht bevor das Kind erwachsen ist.

    Warum ein Kind sich zu Hause "schlimmer" benimmt? Das ist gar nicht so selten. Meine Tochter (auch ADHS, und auch sehr anstrengend für ihre - älteren - Geschwister) hat mal gesagt: "ich will mich doch nicht in der Schule blamieren!" Sie weiss genau, dass sie sich manchmal unmöglich benimmt - sie ist inzwischen 17. Sie sagt, sie weiss genau wie schlecht sie sich benimmt, aber sie kann sich dann nicht bremsen. Bzw. sie hat Stimmungsschwankungen und wenn sie schlecht drauf ist, dann kann sie sich da nicht beherrschen. Seit sie Antidepressiva nimmt, ist es besser geworden. Noch ein Grund kann auch sein, dass ein Kind mit ADHS einfach ziemlich k.o. ist nach der Schule. Wenn man sich dann auch noch besonders angestrengt hat, um nicht negativ aufzufallen....
    Hallo,

    ja da hast du recht. Es muss schwer für ihn sein sich so zu Kontrollieren. Aber heute Abend war es relativ ok mit ihm. Er war nicht zickig oder trotzig. Somit war es heute ein Guter Tag.
    Weißt du man gerät so schnell in einen Teufelskreis und sieht nur noch das schlechte im Kind, und verliert auch die Hoffnung. Das will ich nicht. Noch habe ich Hoffnung. Und wenn der Therapeut nichts erreicht gibt's ja sogar doch noch etwas in Brandenburg a. d. Havel wo die ganze Familie Therapiert werden kann. Der Fahrplan hat also noch eine Station.
    Ich habe noch Hoffnung.
    Schönen Abend wünsch ich dir

  2. #12
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ja da hast du recht. Es muss schwer für ihn sein sich so zu Kontrollieren. Aber heute Abend war es relativ ok mit ihm. Er war nicht zickig oder trotzig. Somit war es heute ein Guter Tag.
    Weißt du man gerät so schnell in einen Teufelskreis und sieht nur noch das schlechte im Kind, und verliert auch die Hoffnung. Das will ich nicht. Noch habe ich Hoffnung. Und wenn der Therapeut nichts erreicht gibt's ja sogar doch noch etwas in Brandenburg a. d. Havel wo die ganze Familie Therapiert werden kann. Der Fahrplan hat also noch eine Station.
    Ich habe noch Hoffnung.
    Schönen Abend wünsch ich dir
    Danke gleichfalls. :) Ja, ich weiss genau, wie das ist nur das Schlechte im Kind zu sehen. Ich hatte wohl auch so eine Phase, bevor mein Sohn die Diagnose bekam. Dann habe ich es langsam besser verstanden, wie er tickt und dann lief es besser. Schwierig war es aber trotzdem. Und dann fing mein damaliger Mann an, alles nur negativ zu sehen, was meinem Sohn ziemlich geschadet hab. Obwohl ich mich dann relativ bald getrennt habe. Deshalb bin ich da engagiert, wenn ich das bei Anderen sehe.

    Generell kannst du immer Hoffnung haben und es gibt immer Möglichkeiten. Man darf nur nicht zu unflexibel sein. Bzw. Dinge für selbstverständlich ansehen, die dann nachher nicht klappen. Die eigenen Erwartungen sind manchmal ein grosses Problem. Bei meinem Sohn musste ich mehrmals meine Erwartungen zurückschrauben. Erst "okay, er braucht ja keine Supernoten zu haben" über "okay, er braucht kein Abi. Soll er halt irgendeine Ausbildung machen" bis "okay, dann macht er eben (im Moment) keine Ausbildung....." . Das ist nicht einfach, wenn man schon mehrmals zurückgeschraubt hat, und dann immer noch einsehen muss, dass nicht mal das klappen wird. Da brauchst du eine gehörige Portion Optimismus und Humor.

    Auch eine gute Idee ist es, andere Familien mit ADHS-Kindern kennenzulernen. Da sieht man, dass man nicht allein ist. Und dass es bei manchen doch ganz gut gelaufen ist.

  3. #13
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von Fairie Beitrag anzeigen
    Danke gleichfalls. :) Ja, ich weiss genau, wie das ist nur das Schlechte im Kind zu sehen. Ich hatte wohl auch so eine Phase, bevor mein Sohn die Diagnose bekam. Dann habe ich es langsam besser verstanden, wie er tickt und dann lief es besser. Schwierig war es aber trotzdem. Und dann fing mein damaliger Mann an, alles nur negativ zu sehen, was meinem Sohn ziemlich geschadet hab. Obwohl ich mich dann relativ bald getrennt habe. Deshalb bin ich da engagiert, wenn ich das bei Anderen sehe.

    Generell kannst du immer Hoffnung haben und es gibt immer Möglichkeiten. Man darf nur nicht zu unflexibel sein. Bzw. Dinge für selbstverständlich ansehen, die dann nachher nicht klappen. Die eigenen Erwartungen sind manchmal ein grosses Problem. Bei meinem Sohn musste ich mehrmals meine Erwartungen zurückschrauben. Erst "okay, er braucht ja keine Supernoten zu haben" über "okay, er braucht kein Abi. Soll er halt irgendeine Ausbildung machen" bis "okay, dann macht er eben (im Moment) keine Ausbildung....." . Das ist nicht einfach, wenn man schon mehrmals zurückgeschraubt hat, und dann immer noch einsehen muss, dass nicht mal das klappen wird. Da brauchst du eine gehörige Portion Optimismus und Humor.

    Auch eine gute Idee ist es, andere Familien mit ADHS-Kindern kennenzulernen. Da sieht man, dass man nicht allein ist. Und dass es bei manchen doch ganz gut gelaufen ist.
    Hallo,
    Ich kenne Familien mit Adhs Kindern. Allerdings sind das meist welche wo man gern mal schreit, beleidigt oder auch mal haut.. Und Hauen geht gar nicht. So gern man ja manchmal würde, aber es geht nicht. Und Beleidigungen müssen auch nicht sein. So etwas vertrete ich nicht. Und ich bin froh das mein Sohn noch nicht so den hang zu Schimpfwörtern und Beleidigungen hat. Wiederrum kenne ich auch eine Familie, wo die Mama immer meinte es ohne Medis probieren zu wollen. Bis ihre Tochter auch betroffen war und sie sich doch damit beschäftigt hat. Und mich um Rat bat. Und sie merkte schnell wie gut es nun gerade in der Schule lief.
    Mein Stiefsohn hat ebenfalls Adhs, er wird lediglich mit Medis behandelt und mehr bekommt er nicht. Er hat 3 Geschwister und die Mama ist gern unterwegs und überlässt die Kinder sich selbst. Er fühlt sich bei mir recht wohl, da er hier Aufmerksamkeit und Regeln bekommt de er zuhause nicht hat. Er befolgt gerne Regeln. Wo mein Sohn mittlerweile keine Lust mehr hat. Aber er respektiert es wenn die 3 Stiefkinder zu besuch sind. Klar ist er Eifersüchtig. Was auch normal ist wenn er statt mit einem einem mit vier Kindern mal teilen muss.
    Ich hoffe sehr das er sich spätestens nach unserem Umzug sich etwas bessert. Dann sieht er das jedes Kind weiterhin ein Zimmer hat. Und er weiterhin seinen Rückzugspunkt für sich hat. Ich glaube nämlich das das Baby in ihm schon Eifersucht hervorruft, und die Angst teilen zu müssen. Da hilft leider kein Reden.

    Meine Erwartungen sind eigentlich niedrig. Ich erwarte lediglich das er seine Aufgaben die lediglich Anziehen, Zähneputzen, Zimmeraufräumen sind schafft. Denn das sind alltagsaufgaben. Aber selbst das will er nicht.

    Schönes Wochenende.

  4. #14
    Mimi5 ist offline Veteran

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Hallo Mama,

    dein Kind will das alles durchaus - jedes Kind will das. Er bekommt es ganz einfach nicht auf die Reihe. Das liegt nicht an fehlendem Willen, es liegt daran, dass ihm eine Krankheit, für die er nichts kann das Leben schwer macht.

    Was mir noch auffällt. Der Junge ist extrem wenig zu Hause. Unter diesem Bedingungen ist es schwer stabile Beziehungen aufzubauen. Außerdem sind Gruppensituationen für Menschen mit ADHS sehr, sehr anstrengend. Lässt sich daran etwas ändern?

    Dass Kinder mit ADHS wenig Körperkontakt wollen, kommt oft vor. Sei ein bisschen vorsichtig mit Therapeuten, die in erster Linie an Familienbeziehungen arbeiten wollen. Das ist bei ADHS selten angebracht und häufig ausgesprochen schädlich, weil es das Kind in seiner Besonderheit nicht wirklich wahrnimmt.

    Was die Familienhilfe angeht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Du beschreibst eine Familientherapie im häuslichen Umfeld. Das ist nicht die einzige Variante. Es geht durchaus auch - aber nicht nur - darum die Mutter in einer schwierigen Situation zu entlasten.

    Esther


    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Ich kenne Familien mit Adhs Kindern. Allerdings sind das meist welche wo man gern mal schreit, beleidigt oder auch mal haut.. Und Hauen geht gar nicht. So gern man ja manchmal würde, aber es geht nicht. Und Beleidigungen müssen auch nicht sein. So etwas vertrete ich nicht. Und ich bin froh das mein Sohn noch nicht so den hang zu Schimpfwörtern und Beleidigungen hat. Wiederrum kenne ich auch eine Familie, wo die Mama immer meinte es ohne Medis probieren zu wollen. Bis ihre Tochter auch betroffen war und sie sich doch damit beschäftigt hat. Und mich um Rat bat. Und sie merkte schnell wie gut es nun gerade in der Schule lief.
    Mein Stiefsohn hat ebenfalls Adhs, er wird lediglich mit Medis behandelt und mehr bekommt er nicht. Er hat 3 Geschwister und die Mama ist gern unterwegs und überlässt die Kinder sich selbst. Er fühlt sich bei mir recht wohl, da er hier Aufmerksamkeit und Regeln bekommt de er zuhause nicht hat. Er befolgt gerne Regeln. Wo mein Sohn mittlerweile keine Lust mehr hat. Aber er respektiert es wenn die 3 Stiefkinder zu besuch sind. Klar ist er Eifersüchtig. Was auch normal ist wenn er statt mit einem einem mit vier Kindern mal teilen muss.
    Ich hoffe sehr das er sich spätestens nach unserem Umzug sich etwas bessert. Dann sieht er das jedes Kind weiterhin ein Zimmer hat. Und er weiterhin seinen Rückzugspunkt für sich hat. Ich glaube nämlich das das Baby in ihm schon Eifersucht hervorruft, und die Angst teilen zu müssen. Da hilft leider kein Reden.

    Meine Erwartungen sind eigentlich niedrig. Ich erwarte lediglich das er seine Aufgaben die lediglich Anziehen, Zähneputzen, Zimmeraufräumen sind schafft. Denn das sind alltagsaufgaben. Aber selbst das will er nicht.

    Schönes Wochenende.

  5. #15
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Hallo Mama,

    dein Kind will das alles durchaus - jedes Kind will das. Er bekommt es ganz einfach nicht auf die Reihe. Das liegt nicht an fehlendem Willen, es liegt daran, dass ihm eine Krankheit, für die er nichts kann das Leben schwer macht.

    Was mir noch auffällt. Der Junge ist extrem wenig zu Hause. Unter diesem Bedingungen ist es schwer stabile Beziehungen aufzubauen. Außerdem sind Gruppensituationen für Menschen mit ADHS sehr, sehr anstrengend. Lässt sich daran etwas ändern?

    Dass Kinder mit ADHS wenig Körperkontakt wollen, kommt oft vor. Sei ein bisschen vorsichtig mit Therapeuten, die in erster Linie an Familienbeziehungen arbeiten wollen. Das ist bei ADHS selten angebracht und häufig ausgesprochen schädlich, weil es das Kind in seiner Besonderheit nicht wirklich wahrnimmt.

    Was die Familienhilfe angeht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Du beschreibst eine Familientherapie im häuslichen Umfeld. Das ist nicht die einzige Variante. Es geht durchaus auch - aber nicht nur - darum die Mutter in einer schwierigen Situation zu entlasten.

    Esther
    Hallo ,
    Ja also er ist nach der Schule bis 17.30 Uhr in einer Tagesgruppe. Das ist eine Einrichtung ADHS/ADS pro Gruppe sind maximal 9 Kinder bei 3 Erzieher. Bei uns sind es momentan 6 Kinder. Schwerpunkt ist Bewegung. Die Unternehmen sehr sehr viel mit den Kindern, lernen aber auch viel und achten auf gemachte Hausaufgaben. Den Platz erhält man nur über das Jugendamt.
    Dort war man der Meinung das er es dort besser hat als in einem Normalen Hort. Und es dient zur Entlastung zu hause. Ich habe dort eine Erzieherin die nur für meinen Sohn zuständig ist und für mich als Ansprechpartnerin immer zur Verfügung steht. Sie hofft allerdings auch das der Therapeut etwas bewirken kann. Da es dort mittlerweile auch schwieriger wird mit meinem Sohn. Er zeigt dort nun auch sein bekanntes Verhalten von zuhause.

    Was den Therapeuten betrifft. Hat dieser eine Lange Liste an Problemen die er bearbeiten müsste. Und hat eben vorgeschlagen es mit der Beziehung zwischen uns zu Probieren für den Anfang. Das wird für mich sehr anstrengend, da ich dann einmal die Woche mit meinem Sohn dorthin fahren muss, obwohl ich ja eigentlich strengstes schonen wegen der Schwangerschaft habe. Aber das nehme ich auf mich für meinen Sohn. Ich würde so gern mehr nähe zu ihm haben. Es ist traurig so wenig zurück zu bekommen von ihm.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Rest Sonntag. Ich werde jetzt mit meinem Großen ein Spiel spielen. Wir sind heute alleine da der kleine bei seinem Papa ist.

    Gruß

  6. #16
    PhilOdendron ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    @Mimi
    Sei ein bisschen vorsichtig mit Therapeuten, die in erster Linie an Familienbeziehungen arbeiten wollen. Das ist bei ADHS selten angebracht und häufig ausgesprochen schädlich, weil es das Kind in seiner Besonderheit nicht wirklich wahrnimmt.
    Also das ist doch völlig verantwortungslos, solch einen verquirlten Unsinn zu behaupten. Gerade "traurige Mama" ist doch genau das typische Beispiel dafür, dass nicht "ADHS", sondern gestörte Familienbeziehungen sehr oft das wahre Problem sind. Wenn ich sie nicht ausdrücklich danach gefragt hätte, hätte man davon hier gar nichts erfahren. Und auch das ist typisch: man fragt nicht nach gestörten Familienbeziehungen bei ADHS, deshalb bleiben sie therapeutisch auch meist unbearbeitet und die Pillen sollen es dann richten. Es wird so getan, als sei ADHS ein medizinisches, körperliches Problem. Und genau das ist es eben nicht.
    Gestörte Familienbeziehungen, alleinerziehende Mutter, geringe Schulbildung und geringes Einkommen sind Hauptrisikofaktoren für "ADHS". Das hat nichts mit Medizin zu tun, sondern mit psychosozialen Schwierigkeiten.

  7. #17
    Marcie12 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Aber auf die Idee dass genau solche Konstellationen daraus resultieren dass sich über Generationen unerkannte und unbehandelte ADS/ADHS ler durchs Leben kämpfen, neee das kann ja nicht sein.....

    Ein Betroffener in der Familie , das kann man noch auffangen- aber zwei oder mehrere Betroffene- dass sowas Sprengstoff ist könnte sich jeder denken.

    Dann noch die Komorbiditäten, die Suchtproblematik der ewige Kampf gegen Windmühlen und Leugner, das soll eine Belastung sein?? aber nein , das ist doch alles nur psychosozial.

    Wie sieht es mit den Familien aus die es schaffen " heil" zu bleiben und wo es trotzdem Betroffene sind- wurden die in der Klinik verwechselt.

    Wenn man die Scheidungsrate bedenkt, dann müßte es ja noch viel viel mehr Betroffene geben- was ist mit den SCheidungskindern die keine Diagnose haben/ brauchen. Die die trotz der Umstände keine Symptome haben?

    Die sind dann psychoasozial?

    M

  8. #18
    Avatar von MajaMayer
    MajaMayer ist offline willyseine

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von PhilOdendron Beitrag anzeigen
    Gestörte Familienbeziehungen, alleinerziehende Mutter, geringe Schulbildung und geringes Einkommen sind Hauptrisikofaktoren für "ADHS". Das hat nichts mit Medizin zu tun, sondern mit psychosozialen Schwierigkeiten.
    Das ist alles komplett falsch und durch nichts belegbar.
    Beziehungsstörungen innerhalb der Familie können durchaus eine Rolle spielen, wobei es völlig ungeklärt ist, ob sie Mit-Ursache oder Folge sind. Der Rest ist ein Schmarrn. Psychosoziale Faktoren beeinflussen lediglich den Umgang mit der bereits vorhandenen Störung.
    LG
    Maja



    Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
    und der Himmel ein Opal
    weiss ich, dass das meine Zeit ist,
    weil die Welt dann wie ein Weib ist,
    und die Lust schmeckt nicht mehr schal.
    (Konstantin Wecker)


    http://www.youtube.com/watch?v=HNKvRIRBdy4&NR=1


    http://www.youtube.com/watch?v=FRLBS...eature=related

  9. #19
    PhilOdendron ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    @Maja
    Du bist ganz einfach sehr einseitig informiert.
    Was Praktiker und Psychotherapeuten seit langem aus ihrem Alltag kennen, haben Forscher bestätigt:
    An einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (AHDS) leiden bevorzugt Kinder aus sogenannten schwierigen Familienverhältnissen. Schwedische Public Health-Forscher führen in Acta Paediatrica (2010; 99: 920-924) die Hälfte aller Erkrankungen auf ein niedriges Bildungsniveau der Mutter und auf Alleinerziehende zurück. Die Forscher fanden einen starken Zusammenhang zwischen ADHS und sozioökonomischen Faktoren. Mütter mit der geringsten Schulbildung hatten zu 130 Prozent häufiger ein Kind mit ADHS als besser ausgebildete Mütter.
    Kinder von Alleinerziehenden bekamen 54 Prozent häufiger Medikamente verordnet als Kinder, die zusammen mit beiden Elternteilen wohnen. Die Tatsache, dass die Familien Sozialhilfe erhielten, erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer AHDS-Medikation um 135 Prozent.

    Mütter mit geringer Bildung sind oft auch in anderen Bereichen sozial benachteiligt, schreiben die Autoren: Es gebe mehr Stressfaktoren und die Kinder seien häufiger schwer erziehbar. Alleinerziehenden fehle es häufig an Zeit, Geld und sozialer Unterstützung. Hinzu kämen nicht selten Familienkonflikte durch Trennung und Scheidung sowie die Abwesenheit eines Elternteils.

    Sollten die Eltern nun aber etwa in ungünstigen sozioökonomischen Verhältnissen leben, weil sie selber genetisch bedingt unter ADHS leiden, das sie wiederum an ihre Kinder vererben, so, wie sie es selber bereits von ihren Eltern geerbt haben? Niedrige Bildung und gestörte Familienverhältnisse also Folge genetischer Ursachen? Diese Horrorvorstellung, die an den Rassenwahn des Hitlerfaschismus erinnert, wagt wohl ernstlich niemand zu postulieren. Also wird es wohl eher doch kausal so sein, dass widrige Familienbedingungen, die psychosozial "vererbt" werden, die Ursache für vielerlei psychische Störungen und Entwicklungshindernisse, also auch "ADHS", sind.
    Erziehung, Psychoedukation und frühe Hilfen für benachteiligte Kinder sind also das Rezept. Nicht das Ritalin-Rezept.

    In einer anderen Untersuchung wurden 191 Kinder bereits ab ihrem 6. Lebensmonat über 14 Jahre lang (!) prospektiv untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass vor allem Familienkriterien eine Voraussage zulassen, ob Kinder "ADHS" entwickeln werden oder nicht. In der frühen Kindheit liess die elterliche Zuwendung sehr viel deutlichere Voraussagen auf frühe Ablenkbarkeit (einem Vorläufer späterer Hyperaktivität) zu als frühe biologische oder (eher genetisch bedingte) Temperamentsfaktoren. Elterliche Zuwendung und familiäre Kontextfaktoren (wie eheliche Geburt, Ausmaß der emotionalen Zuwendung, die die primäre Bezugsperson des Kindes erhielt etc.) plus frühe Ablenkbarkeit ließen eine zuverlässige Vorhersage auf Hyperaktivität in der mittleren Kindheit zu.
    Quelle: Carlson EA, Jacobvitz D, Sroufe LA
    A developmental investigation of inattentiveness and hyperactivity.
    Child Dev. 1995 Feb;66(1):37-54.

    Eine schon klassische Untersuchung stammt noch aus der Zeit, als man noch "MCD" zu ADHS sagte. Sie lässt aber an Aktualität auch für "ADHS" nichts zu wünschen übrig. Sie stammt von G. Esser, M.H. Schmidt und belegt überzeugend den ausschlaggebenden Einfluss des Umweltfaktors im Vergleich zum körperlichen.
    Quelle: G. Esser, M.H. Schmidt:
    Epidemiologie und Verlauf kinderpsychiatrischer Störungen im Schulalter - Ergebnisse einer Längsschnittstudie.
    Nervenheilkunde 1987, 6, 27-35).

    Wer liefert mir nun eine seriöse wissenschaftliche Quelle, die belegt, dass ADHS unabhängig von solchen psychosozialen Ursachen entsteht?

  10. #20
    Marcie12 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Warum Dir???
    Du bist doch nicht betroffen, warum soll man sich also die Mühe machen?

    Bei Dir ist doch alles Sonnenschein und heile Welt.

    Wie sollst Du dann beurteilen können wie es ist in einer betroffenen Familie aufzuwachsen oder selbst betroffen zu sein.

    Zuerst siehst Du Dich verfolgt von der Pharma und dann wird Hitler aus dem Grab gerissen.

    Gründe doch eine Selbsthilfegruppe und zieh durchs Land und rette die Menschheit.

    M

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