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Thema: Was kann ich noch tun?

  1. #1
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Was kann ich noch tun?

    Hallo,

    mein 10 jähriger Sohn hat ADHS. Wir wissen das seit 3 Jahren (03/2010). Er bekommt morgends 20 mg Ritalin und mittags 5mg Metylphenidat damit er sich in der Schule Konzentrieren kann. Mehr bewirken die Medis bei ihm nicht. Aber seine Noten sind sehr gut er bringt 1,2 und 3 mit nach hause.

    Auffälligkeiten:
    Er neigt zu Selbstverletzenden Verhalten,
    hat kein Unrechts- und Gefahrenbewusstsein.
    Seit neuesten neigt er zu Aggressiven Verhalten.
    Er ist sehr verschlossen,
    und zeigt sehr selten Emotionen.
    wenig Selbstbewusstsein
    Große Eifersucht.

    Bisherige Maßnahmen:
    seit 03/2010 in Behandlung bei einem Facharzt für Kinderpsychiatrie zwecks der Medikamenten Verschreibung und Blutbildüberwachung. Mehr macht dieser Arzt leider nicht.
    Erziehungsberatungsstelle: 2 !! Jahre Gesprächstherapie.
    Kinderpsychiatrische Klinik für 8 Wochen
    Tagesgruppe seit 11/2012
    Nachteilsausgleich in der Schule (vor allem mehr Zeit und Förderunterricht)
    Seit 2 Monaten Kindertherapeut.

    Wie ihr lesen könnt habe ich schon sehr viel mit ihm probiert.
    Ich erläutere seine Auffälligkeiten mal etwas.
    Das Selbstverletzende Verhalten zeigt sich in dem er sich kneift, kratzt oder wunden aufkratzt. Er drückte sich auch schon Legosteine in die Arme um zu merken ob das weh tut.
    Das fehlende Unrechtsbewusstsein äußert sich so das er gern mal Klaut und seine Fehler die er macht nicht einsieht, obwohl man ihm auch einige Taten nachweisen kann, streitet er diese strikt ab.
    Das Gefahrenbewusstsein äußert sich in dem er auf Nasse Holzgerüste steigt, oder so hoch schaukelt das bereits ein 90 Grad Winkel entsteht. Er ließ sich auch schon von seinem Halbhohen Bett fallen um zu schauen was passiert, es passierte ein aufgeschlagenes Kinn. Er läuft zwar auf dem Gehweg aber immer nah an der Straße. Wenn er mit einer Gruppe zusammen läuft hält er sich daran ordentlich zu laufen und schubst auch mal ein anderes Kind. Er hat auch bereits einen Stock auf die Straße geworfen und leider ein vorbeifahrendes Auto getroffen. Er sieht seine Fehler nicht ein wenn man ihn darauf hinweist. Für ihn ist sein Verhalten richtig.
    Das Aggressive zeigte sich erst seit ca. 4 Wochen, seit dem er den Sport von Boxen zu Ringen gewechselt hat. Er hat sich einmal geprügelt, hat seinen Bruder ( 5 ) getreten in Hals und Bauch, und hat sich mehrfach bereits mit Kindern gerangelt. Das Ringen haben wir daher sofort wieder beendet.
    Er ist sehr verschlossen und Emotionslos und redet nur sehr selten über seine Gefühle, er hat nur ein geringes Selbstbewusstsein und kann über Probleme die ihn stören nur sehr schwer reden.
    Und die Eifersucht ist auch ein sehr großes Problem. Er achtet sehr genau darauf wer was und wie viel er erhält. Er hat Angst zu kurz zu kommen. Bekommt sein Bruder oder ein anderes Kind in der Tagesgruppe ein BonBon will er auch eins. Ihn interessiert nicht der Grund warum das Kind es erhielt, sondern nur die Tat das es das BonBon bekommt. Sein Bruder war letztens sehr Krank dank eines NoroVirus und brauchte Heilnahrung um die Verdauung wieder hin zu bekommen. Der kleine bekam Traubenzucker (Dextro) in die Heilnahrung. Und auf das Dextro war er so Eifersüchtig das er sich heimlich davon etwas genommen hat. Dabei hätte er nur fragen brauchen.
    So langsam verzweifle ich. Ich muss ALLES persönlich mit der Lehrerin und der Erzieherin in der Tagesgruppe absprechen. Mein Sohn vergisst meist die hälfte oft ausversehen aber auch oft aus trotz. In der Schule und in der Tagesgruppe ist er meist ein nettes, zuvorkommendes Kind, und hält sich meist an Regeln.

    Ich will doch gar nicht das er Perfekt hört. Ich hätte so gern nur den Willen gesehen das er sich zuhause auch an die Regeln hält, und seinen Bruder nicht als Feind sieht. :(
    Wir bekommen im Mai ein Baby. Er freut sich darauf. Aber die Eifersucht ist jetzt schon da.

    Wie soll das denn nur noch weiter gehen. Er bringt mich zur Weißglut. Dabei weiß er genau das ich mich schonen muss und nicht aufregen darf. :( Ich bin mit meinem Latein am ende. Ich weiß nicht mehr was ich noch machen kann. Wir haben den Tagesablauf extra für ihn durchstrukturiert und Zeitlich eingeschränkt, da er sich schnell vergisst in seinen Tätigkeiten.

    Vielleicht hat hier ja noch jemand eine Idee für mich.

    Ich danke schon mal das ihr bis hierhin gelesen habt. Und ein Dank schon mal an diejenigen die mir Antworten.

    Lieben Gruß.

  2. #2
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen

    Hallo,

    mein 10 jähriger Sohn hat ADHS. Wir wissen das seit 3 Jahren (03/2010). Er bekommt morgends 20 mg Ritalin und mittags 5mg Metylphenidat damit er sich in der Schule Konzentrieren kann. Mehr bewirken die Medis bei ihm nicht. Aber seine Noten sind sehr gut er bringt 1,2 und 3 mit nach hause.

    Auffälligkeiten:
    Er neigt zu Selbstverletzenden Verhalten,
    hat kein Unrechts- und Gefahrenbewusstsein.
    Seit neuesten neigt er zu Aggressiven Verhalten.
    Er ist sehr verschlossen,
    und zeigt sehr selten Emotionen.
    wenig Selbstbewusstsein
    Große Eifersucht.

    Bisherige Maßnahmen:
    seit 03/2010 in Behandlung bei einem Facharzt für Kinderpsychiatrie zwecks der Medikamenten Verschreibung und Blutbildüberwachung. Mehr macht dieser Arzt leider nicht.
    Erziehungsberatungsstelle: 2 !! Jahre Gesprächstherapie.
    Kinderpsychiatrische Klinik für 8 Wochen
    Tagesgruppe seit 11/2012
    Nachteilsausgleich in der Schule (vor allem mehr Zeit und Förderunterricht)
    Seit 2 Monaten Kindertherapeut.

    Wie ihr lesen könnt habe ich schon sehr viel mit ihm probiert.
    Ich erläutere seine Auffälligkeiten mal etwas.
    Das Selbstverletzende Verhalten zeigt sich in dem er sich kneift, kratzt oder wunden aufkratzt. Er drückte sich auch schon Legosteine in die Arme um zu merken ob das weh tut.
    Das können z.B. Wahrnehmungsstörungen sein. Falls er das nicht so stark spürt wie Andere, finde ich das Verhalten gar nicht so abwegig. Vielleicht hat er gesehen, dass Andere da unerklärbar viel Theater gemacht haben - z.B. sein kleiner Bruder - und probiert jetzt, ob das wirklich sonderlich weh tun kann? Aber ich glaub schon, dass da auch Autoaggression mit dabei ist. Andererseits ist das vielleicht auch nicht so schlimm, wenn man nicht sonderlich schmerzempfindlich ist?

    Das fehlende Unrechtsbewusstsein äußert sich so das er gern mal Klaut und seine Fehler die er macht nicht einsieht, obwohl man ihm auch einige Taten nachweisen kann, streitet er diese strikt ab.
    ADHS-ler sehen was Andere falsch machen, aber oft nicht, was sie selbst falsch machen. Und da steckt keine böse Absicht dahinter. Ihr Gehirn funktioniert halt so. Da gibt es Forschung dazu - nicht nur mit ADHS-lern, sondern auch mit Leuten, die Hirnschäden haben, die sich ähnlich auswirken (nur schlimmer und daher deutlicher für die Forschung), wo man deutlich sehen konnte, dass Leute sogar eigene Schreibfehler nur dann entdecken, wenn man ihnen sagt, ein Anderer habe diesen Fehler gemacht.

    Hier kann es natürlich auch so sein, dass es ihm peinlich ist, dass er mal wieder seine Impulsivität nicht bremsen konnte. Und .... ein ADHS-ler "vergisst" natürlich auch schnell, was er gemacht hat. Nicht vollständig natürlich, aber es scheint weit in Vergangenheit zu liegen. In Situationen, wo mein Sohn behauptet hat, die Anderen haben angefangen - da hat eine Sache geholfen: Nachfragen, was VORHER passiert ist. Ohne Vorwürfe, ruhig nachfragen, bis man dazu kommt, was eigentlich zuerst passiert ist.

    Das Gefahrenbewusstsein äußert sich in dem er auf Nasse Holzgerüste steigt, oder so hoch schaukelt das bereits ein 90 Grad Winkel entsteht. Er ließ sich auch schon von seinem Halbhohen Bett fallen um zu schauen was passiert, es passierte ein aufgeschlagenes Kinn. Er läuft zwar auf dem Gehweg aber immer nah an der Straße.
    Das ist typisch. Kann man nicht viel machen ausser Aufpassen. Besser wird es jedenfalls mit den Jahren. Oder verschwindet sogar mit der Hyperaktivität in/nach der Pubertät.
    Wenn er mit einer Gruppe zusammen läuft hält er sich daran ordentlich zu laufen und schubst auch mal ein anderes Kind. Er hat auch bereits einen Stock auf die Straße geworfen und leider ein vorbeifahrendes Auto getroffen. Er sieht seine Fehler nicht ein wenn man ihn darauf hinweist. Für ihn ist sein Verhalten richtig.
    Was steckt eigentlich dahinter? Keine Empathie für Andere? Oder eher nicht-absehen-können-was-passiert? Das sind zwei grundverschiedene Dinge. Vielleicht solltest du dir da auch Tips von Asperger-Eltern geben lassen. Ich hab nur Kinder mit ADHS und mit relativ normaler Empathie. Ich weiss, dass manche Eltern ihren Kindern "soziale Geschichten" erzählen. Vielleicht heisst es in Deutschland anders. D.h. man versucht, dem Kind eine Geschichte zu erzählen und dabei alle Gefühle genau zu erklären. Jemand tut sich weh, z.B. - man erklärt ausdrücklich, dass derjenige traurig ist, usw.... Das Beispiel passt jetzt eher für jüngere Kinder. Aber das mit dem Schubsen.... da könnte man z.B. irgendwie versuchen, ruhig zu erklären, dass der andere Junge traurig ist. Schwierig, das direkt in der Situation zu machen. Vielleicht passt es besser zu anderer Gelegenheit.

    Das Aggressive zeigte sich erst seit ca. 4 Wochen, seit dem er den Sport von Boxen zu Ringen gewechselt hat.
    Er hat sich einmal geprügelt, hat seinen Bruder ( 5 ) getreten in Hals und Bauch, und hat sich mehrfach bereits mit Kindern gerangelt. Das Ringen haben wir daher sofort wieder beendet.
    Dann ist die Situation ja gelöst, oder? Der Sport ist ungeeignet. Boxen auch. Judo geht gerade noch.

    Er ist sehr verschlossen und Emotionslos und redet nur sehr selten über seine Gefühle, er hat nur ein geringes Selbstbewusstsein und kann über Probleme die ihn stören nur sehr schwer reden.
    Das ist nicht wirklich verwunderlich. Schlechtes Selbstbewusstsein haben die meisten ADHS-ler. Sie machen nun mal viele negative Erfahrungen, kriegen oft zu hören, dass sie alles falsch machen. Was du tun kannst ist, dein möglichstes zu tun um nicht so negativ zu sein. Erinnere dich immer wieder daran, auch die positiven Seiten an ihm zu sehen. Und ihm auch positives zu sagen. Und formuliere das negative nicht so, dass er es allzu persönlich nimmt.

    Was "sich ausdrücken" betrifft - manche ADHS-ler sind nicht sonderlich verbal, andere sind sehr verbal. Hat er wirklich wenig oder flache Emotionen, oder hat er eher Probleme mit seinen Gefühlen? Jemand, der dauernd aneckt, unterdrückt vielleicht auch die Gefühle? Hier weiss ich aber nicht wirklich, wo das Problem liegt. D.h. welches davon es sein könnte oder ob es noch anders ist.

    Und die Eifersucht ist auch ein sehr großes Problem. Er achtet sehr genau darauf wer was und wie viel er erhält. Er hat Angst zu kurz zu kommen. Bekommt sein Bruder oder ein anderes Kind in der Tagesgruppe ein BonBon will er auch eins. Ihn interessiert nicht der Grund warum das Kind es erhielt, sondern nur die Tat das es das BonBon bekommt. Sein Bruder war letztens sehr Krank dank eines NoroVirus und brauchte Heilnahrung um die Verdauung wieder hin zu bekommen. Der kleine bekam Traubenzucker (Dextro) in die Heilnahrung. Und auf das Dextro war er so Eifersüchtig das er sich heimlich davon etwas genommen hat. Dabei hätte er nur fragen brauchen.
    Wundert mich nicht. ADHS-ler wollen oft alles und bloss nicht irgendwo zu kurz kommen. Und sie wollen meist sowieso so viel Aufmerksamkeit, dass sie eifersüchtig reagieren, wenn die Geschwister auch Aufmerksamkeit bekommen. Bei uns funktionierte es am besten, wenn sich einer von uns Eltern mit meinem Sohn mit ADHS beschäftigt hat und der andere mit dem/den anderen Kindern.

    So langsam verzweifle ich. Ich muss ALLES persönlich mit der Lehrerin und der Erzieherin in der Tagesgruppe absprechen. Mein Sohn vergisst meist die hälfte oft ausversehen aber auch oft aus trotz.
    Aus Trotz??? Warum sollte er? Kann es nicht sein, dass er nur im nachhinein trotzig reagiert, weil es ihm peinlich ist, dass er schon wieder was versiebt hat? Dass du alles persönlich absprechen musst - das ist so bei ADHS-lern! Mein Sohn hat manchmal sogar Sachen unterwegs verloren. Information für zu Hause hat die Lehrerin direkt in seine Schultasche getan und ich die Hausaufgaben zu Hause. Zeitweise hatten wir doppelte Bücher - also ein Exemplar zu Hause für die Hausaufgaben.
    In der Schule und in der Tagesgruppe ist er meist ein nettes, zuvorkommendes Kind, und hält sich meist an Regeln.
    Prima! Vergesst nicht, ihn dafür zu loben!

    Ich will doch gar nicht das er Perfekt hört. Ich hätte so gern nur den Willen gesehen das er sich zuhause auch an die Regeln hält, und seinen Bruder nicht als Feind sieht. :(
    Wir bekommen im Mai ein Baby. Er freut sich darauf. Aber die Eifersucht ist jetzt schon da.
    Er sieht ihn sicher nicht als Feind. Er ist halt nur in der Situation im Weg.

    Wie soll das denn nur noch weiter gehen. Er bringt mich zur Weißglut. Dabei weiß er genau das ich mich schonen muss und nicht aufregen darf. :( Ich bin mit meinem Latein am ende. Ich weiß nicht mehr was ich noch machen kann. Wir haben den Tagesablauf extra für ihn durchstrukturiert und Zeitlich eingeschränkt, da er sich schnell vergisst in seinen Tätigkeiten.
    Ich kann dir leider nicht raten, was Schulgang angeht, da ich im Ausland lebe. Mein Sohn wäre an einer Regelschule nicht zurechtgekommen. Jedenfalls nicht die ganze Zeit. Aber achtet darauf, dass ihr nicht zu hohe Anforderungen an ihn stellt. Es ist gut, dass du alles für ihn so strukturierst. Ich sehe auch an deinem Text, dass du gut strukturieren kannst. Das ist schon mal sehr gut.

    Vielleicht hat hier ja noch jemand eine Idee für mich.

    Ich danke schon mal das ihr bis hierhin gelesen habt. Und ein Dank schon mal an diejenigen die mir Antworten.

    Lieben Gruß.
    Es gibt natürlich keine perfekten Lösungen. Er wird weiterhin Dinge vergessen, Dinge nicht ernst genug nehmen, übertriebene Anforderungen an seine Umwelt stellen, usw. Und da ist es gut, wenn ihr auch ein bisschen Humor dabei habt, ein bisschen Entlastung um die Batterien wieder aufzuladen, positive Momente, usw. Es sind ja noch ein paar Jahre bis er mal erwachsen ist.

  3. #3
    PhilOdendron ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    @traurigemama:
    Deine Schilderung ist ein typisches Beispiel dafür, wie Mütter von ADHS-Kindern ihre Probleme darstellen: völlig ohne irgendeinen familiären Bezug. Ich als Leserin erfahre rein gar nichts über das familiäre Umfeld, in dem ihr lebt. Wie soll man die Probleme eines Kindes einordnen können, wenn man gar nichts weiß über die familiäre und psychosoziale Konstellation? Das Kind "hat ADHS", da scheint dies wohl keine Rolle zu spielen? Wenn Du die familiäre Situation, so wie sie Dein Sohn erlebt, nicht einkalkulierst, wirst Du nicht verstehen können, woher die Eifersucht auf den Bruder kommt und warum der Sohn sich allgemein so benachteiligt zu fühlen scheint. Und wenn Du das nicht verstehst, kannst Du ihm auch nicht helfen. Da helfen die Pillen gar nichts. Und was soll eine 2jährige Gesprächstherapie nützen, wenn man hinterher rein gar nichts über die psychosoziale Befindlichkeit des Kindes gelernt zu haben scheint?
    Wo bleibt Dein Verstehen der subjektiven Welt des eigenen Kindes?

  4. #4
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Danke für deine Antwort.
    Ich weiß ich mit meinem Sohn noch harmloses erlebe. Mir machen halt eher sein Verhalten sorgen. Sowohl Schule, als auch die Tagesgruppe wissen nicht warum er sich dort nicht so schlimm verhält wie zuhause.
    Ich würde so gern mit ihm darüber reden, aber ich komm nicht an ihm ran. Er hat sich so eine dicke Mauer aufgebaut, da kam bisher niemand durch. Er sagt immer er will nicht so sein. Und ich glaube das auch. Aber ein Wille es zu ändern fehlt irgendwie. Zumindest merkt man den zuhause nicht. Ja er bringt super Noten mit, wo er auch weiß das ich da stolz auf ihn bin, ich lobe ihn jedes mal dafür. Da er das auch braucht.
    Warum er gerade nur zuhause so sehr Eifersüchtig ist das er sich nur mit hauen oder heimlich süßes Mopsen äußern kann, kann ich mir nur darin erklären das sein Bruder eben für ihn der größte Konkurrent ist.
    Ich hoffe sehr das er irgendwann mal lernt damit umzugehen. Er wird älter und wieder immer mehr anecken. Gerade wenn er die Schule wechselt später wird er es sehr schwer haben. Er sieht sich jetzt schon als Aus Seiter in der Schule, ohne Freunde. Dabei hat er sehr wohl Freunde mit denen er dort spielt oder sogar ein Stück nach der Schule läuft.

    Lieben Gruß.

  5. #5
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von PhilOdendron Beitrag anzeigen
    @traurigemama:
    Deine Schilderung ist ein typisches Beispiel dafür, wie Mütter von ADHS-Kindern ihre Probleme darstellen: völlig ohne irgendeinen familiären Bezug. Ich als Leserin erfahre rein gar nichts über das familiäre Umfeld, in dem ihr lebt. Wie soll man die Probleme eines Kindes einordnen können, wenn man gar nichts weiß über die familiäre und psychosoziale Konstellation? Das Kind "hat ADHS", da scheint dies wohl keine Rolle zu spielen? Wenn Du die familiäre Situation, so wie sie Dein Sohn erlebt, nicht einkalkulierst, wirst Du nicht verstehen können, woher die Eifersucht auf den Bruder kommt und warum der Sohn sich allgemein so benachteiligt zu fühlen scheint. Und wenn Du das nicht verstehst, kannst Du ihm auch nicht helfen. Da helfen die Pillen gar nichts. Und was soll eine 2jährige Gesprächstherapie nützen, wenn man hinterher rein gar nichts über die psychosoziale Befindlichkeit des Kindes gelernt zu haben scheint?
    Wo bleibt Dein Verstehen der subjektiven Welt des eigenen Kindes?
    Hallo,
    da magst du recht haben. Gern erzähle ich dir mehr über uns wenn du magst. Hättest nur nett Fragen brauchen.
    Ich fang mal vorne an. Als mein Sohn zur Welt kam war ich sehr Jung ( 17 ) ich habe in einer Mutter-Kind- Einrichtung gelebt die mir alles gezeigt haben und erklärt haben was ich wissen muss als Mama. Als mein Sohn 10 Monate alt war ging er in zu einer Tagesmutter, da ich nicht zuhause rum sitzen wollte. Ich bin also in die Berufsschule gegangen und dann später in die Ausbildung.
    Mit 18,5 bin ich dort ausgezogen und habe mir vorsorglich eine Nachbetreuungszeit beantragt für 6 Monate, wo 2 mal Wöchentlich eine Erzieherin nach hause kam. Ich war leider viel Arbeiten, meist war mein Sohn bis zu 10 Stunden in der Einrichtung.
    Sein Vater trennte sich kurz nach der Geburt von uns, und kam ihn das letzte mal besuchen als er 2,5 Jahre alt war. Seit dem hat er ihn nie wieder gesehen.
    Zu seinem Vater möchte er jetzt Momentan keinen Kontakt haben, er hat es probiert den Kontakt aufzubauen, hat aber schnell gemerkt das sein Vater kein Interesse daran hat.
    Ich hatte dann einen neuen Partner als er 3 war. Als er 5 war trennte ich mich wieder von dem Mann, da dieser viele Aggressionen in sich hatte die ich nicht mehr erleben wollte.Trotz allem sagt mein großer Sohn Papa zu ihm. Kurz nach der Trennung kam mein zweiter Sohn zur Welt. Der Papa des kleinen kümmert sich relativ regelmäßig und gut um seinen Sohn und nimmt auch öfter den großen mit. Er behandelt beide Kinder wie seine Kinder. Das möchte ich meinem großen Sohn auch nicht nehmen. Da ich denke das er diesen Bezug braucht. Ich kann dir nicht mal sagen wann die Eifersucht anfing zu dem Bruder da er irgendwie immer schon mal mehr mal weniger Eifersüchtig war.
    Ich habe zwei komplett Grundverschiedene Söhne. Der große hat schon von Geburt an wenig wert auf Nähe zu mir gelegt. Und war immer viel mit sich selber beschäftigt, ob ich nun daneben saß oder nicht. Abendrituale wollte er nicht. Und auch heute noch sitzt er lieber allein im Zimmer und spielt sein Lego. Und wenn wir am Wochenende einen Kinderfilm zusammen gucken sitzt er auch für sich allein. Selbst wenn ich ihm anbiete das er zu mir kommen kann lehnt er das ab.
    Der kleine hingegen hat von Geburt an meine Nähe gesucht, und wollte nicht ohne mich sein, er schrie jedes mal wenn ich ihn auch nur versuchte jemand anderen zu geben oder ins Bett zu legen. Denn der kleine ist immer noch sehr anhänglich und fordert sich seine Kuscheleinheiten förmlich ein. Er kann auch trotz seiner fast 5 schon sehr gut über seine Gefühle reden.
    Der kleine war 1 Jahr zuhause und ging dann auch in eine Kita.
    Kurz zum drum herum um unsere Familie, Meine Mutter hat den Kontakt zu uns Abgebrochen. Sie hatte Differenzen mit meinem Ex-Partner die ich nicht verstehen konnte, da dieser ja nicht mehr bei uns wohnte, allerdings an Geburtstagen doch da war. Ich hatte förmlich gebettelt darum das sie sich um die Jungs kümmert. Aber das hat sie abgelehnt. Meine Schwester kam seit dem auch nicht mehr. Wir sind also ohne Familiären Hintergrund. Mein jetziger Partner hat leider keine Eltern mehr, allerdings einen Bruder mit Ehefrau und Kinder wo wir fast jedes Wochenende sind.

    Die Anhänglichkeit des Kleinen könnte sehr wohl ein Grund für die Eifersucht sein. Er hat schon viele Verluste im Leben gehabt ( Vater, Stiefvater, Oma, Tante). Er könnte auch Angst haben das ich mal verlassen werde. Wo ich ihm aber immer sage das ich ihn nie verlassen werde. Das könnte ein Grund für die Verschlossenheit sein. Mutmaßungen über Gründe könnte ich viele aufstellen. Er lässt ja kaum jemanden an sich heran.
    Ich habe immer Versucht wenigstens Meine kleine Familie immer zusammen zu halten und habe uns Jahrelang allein versorgt. Bis zum Burnout vor anderthalb Jahren. Seit dem bin ich zuhause, und muss sagen ich hätte schon eher mehr und öfter zuhause sein müssen für meine Kinder. Aber ohne Arbeit war für mich ein Leben nicht finanzierbar. Ich hatte selbst nie eine Mutter zuhause da die auch immer nur arbeiten war. Und nun sehe ich ein das meine Kinder mich zuhause brauchen. Ich würde wenn dann nur noch einen Nebenjob annehmen.
    Mir sagt jeder ich mache alle richtig. Aber irgendwas muss ja falsch gewesen sein für ihn.

    Ich hoffe du konntest dir nun ein Bild vom Familiären Umfeld machen. Falls noch fragen sind beantworte ich die dir sehr gern.

  6. #6
    Mimi5 ist offline Veteran

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Hallo traurige Mama,

    vorweg: Philo ist ein Troll, dem es darum geht Grundsatzdiskussionen anzuzetteln.

    Ich habe einen Sohn, der von einer ADS-Behandlung sehr profitiert - aber vieles von dem, was du beschreibst, hat mit ADHS wirklich nichts zu tun. Außerdem treten viele Probleme nur zu Hause auf - auch das ist ausgesprochen untypisch. (

    Als Alleinerziehende ein schwieriges Kind zu haben, ist extrem anstrengend. Es wäre ein Wunder, wenn du in dieser Situation nicht massiv Hilfe bräuchtest. Hast du schon einmal an eine Familienhilfe, die über das Jugendamt organisiert wird gedacht? Dann kommt mehrmals in der Woche jemand zu euch, der mit den Kindern etwas unternimmt und zugleich als Ansprechpartner für dich da ist. Das hat gegenüber der EZB den Vorteil, dass ein Fachmann direkt in der schwierigen Situation mit euch arbeiten kann. Vielleicht nimmt dir und deinem anderen Sohn das ein bisschen den Druck.

    Von mir selber weiß ich, dass es manchmal schwer ist hinter allen Schwierigkeiten und Blamagen auch das das Kind zu sehen , das immer noch liebenswert ist und viele gute Seiten hat. Manchmal hilft es, sich das einfach noch einmal bewusst zu machen.


    Ich wünsch dir einfach die Kraft, die du jetzt für deine Kinder brauchst.

    Esther

  7. #7
    Mimi5 ist offline Veteran

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Hallo traurige Mama,

    vorweg: Ich kommentiere jetzt einfach ein bisschen. Im besten Fall ist das ein Denkanstoß, im schlimsmten Fall einfach daneben - also beziehe Dinge, die nicht passen einfach nicht auf dich.

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Ich weiß ich mit meinem Sohn noch harmloses erlebe. Mir machen halt eher sein Verhalten sorgen. .
    Was du beschreibst klingt ganz und gar nicht harmlos. Es klingt als würden alle Beteiligten massiv unter der Situation leiden.


    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Sowohl Schule, als auch die Tagesgruppe wissen nicht warum er sich dort nicht so schlimm verhält wie zuhause.
    Ich weiß es natürlich auch nicht - aber zu ADHS gehört eigentlich gerade, dass diese Verhaltensweisen in verschiedenen Situationen auftreten. Wenn es nur in der Familie vorkommt, ist es sinnvoll auch in der Familie zu arbeiten. Das wäre bei eurer Vorgeschichte ein Fall für eine Familienhelferin.

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Er sagt immer er will nicht so sein. Und ich glaube das auch. Aber ein Wille es zu ändern fehlt irgendwie. Zumindest merkt man den zuhause nicht.
    Das hat mein Sohn schon mit vier auch gesagt. Es ändert nur nichts daran, dass er an seinem ADS-Verhalten einfach nichts ändern konnte - jedenfalls nicht ohne medikamentöse Hilfe. Das hat nicht das Geringste mit fehlendem Willen zu tun, ein Kind kann das ganz einfach nicht ändern.

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Ja er bringt super Noten mit, wo er auch weiß das ich da stolz auf ihn bin, ich lobe ihn jedes mal dafür. Da er das auch braucht.
    Warum er gerade nur zuhause so sehr Eifersüchtig ist das er sich nur mit hauen oder heimlich süßes Mopsen äußern kann, kann ich mir nur darin erklären das sein Bruder eben für ihn der größte Konkurrent ist.
    Gibt es außer den Noten wirklich so gar nichts zu loben? Was den Rest angeht: Leckere "Medizinen" - sei es nun Cola, Salzstangen oder eben Traubenzucker, kaufe ich ganz einfach für alle ein. Ist das wirklich schon ein "Diebstahl"? Oder hat er einfach nicht nachgedacht, weil Menschen mit ADHS nun einmal impulsiv sind? Brüder rivalisieren immer und meine Jungs schlagen auch schon mal aufeinander ein, wenn ich sie nicht rechtzeitig daran hindere. Aber so weit, wie du es beschreibst darf es einfach nicht gehen.

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Ich hoffe sehr das er irgendwann mal lernt damit umzugehen. Er wird älter und wieder immer mehr anecken. Gerade wenn er die Schule wechselt später wird er es sehr schwer haben. Er sieht sich jetzt schon als Aus Seiter in der Schule, ohne Freunde. Dabei hat er sehr wohl Freunde mit denen er dort spielt oder sogar ein Stück nach der Schule läuft.
    Womit soll er lernen umzugehen? Mit einem behandelten ADHS kann man durchaus leben. Aber das erklärt die Probleme zu Hause leider nicht. Und wenn er Freunde hat, sollte er sich eigentlich nicht als Außenseiter fühlen. Was ist da los?

    Gibt es die Möglichkeit, dass er z.B. in einen Verein geht, in dem auch Klassenkameraden sind? Besuche zu Hause sind für meine Kinder auch nicht mehr so selbstverständlich wie es für uns früher war. Aber es gibt gelegentliche Treffen und vor allem gemeinsame Aktivitäten in der Schule selbst oder in Vereinen.

    Esther

  8. #8
    traurigeMama ist offline Stranger

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Hallo traurige Mama,

    vorweg: Philo ist ein Troll, dem es darum geht Grundsatzdiskussionen anzuzetteln.

    Ich habe einen Sohn, der von einer ADS-Behandlung sehr profitiert - aber vieles von dem, was du beschreibst, hat mit ADHS wirklich nichts zu tun. Außerdem treten viele Probleme nur zu Hause auf - auch das ist ausgesprochen untypisch. (

    Als Alleinerziehende ein schwieriges Kind zu haben, ist extrem anstrengend. Es wäre ein Wunder, wenn du in dieser Situation nicht massiv Hilfe bräuchtest. Hast du schon einmal an eine Familienhilfe, die über das Jugendamt organisiert wird gedacht? Dann kommt mehrmals in der Woche jemand zu euch, der mit den Kindern etwas unternimmt und zugleich als Ansprechpartner für dich da ist. Das hat gegenüber der EZB den Vorteil, dass ein Fachmann direkt in der schwierigen Situation mit euch arbeiten kann. Vielleicht nimmt dir und deinem anderen Sohn das ein bisschen den Druck.

    Von mir selber weiß ich, dass es manchmal schwer ist hinter allen Schwierigkeiten und Blamagen auch das das Kind zu sehen , das immer noch liebenswert ist und viele gute Seiten hat. Manchmal hilft es, sich das einfach noch einmal bewusst zu machen.


    Ich wünsch dir einfach die Kraft, die du jetzt für deine Kinder brauchst.

    Esther
    Hallo Esther,

    Also laut dem Kinderpsychiater, dem Kinderarzt, Der Kinderpsychiatrischen Klinik, der Tagesgruppe und dem Kindertherapeuten zeigt er total ADHS typische Verhaltensweisen. Ich kenne viele ADHS Kinder und keins ist nur ansatzweise mit meinem zu Vergleichen. Er zeigt überall seine Verhaltensweisen, nur eben am meisten zuhause.

    Der Therapeut möchte ab nächstes Quartal wöchentlich an de Bindung zwischen uns arbeiten, da mein Sohn keinerlei Nähe zulässt von mir. Und aufdrängeln und zwingen mag ich ihn nicht.

    Genauso hat er mir von einer Klinik in der Stadt Brandenburg erzählt wo ganze Familien Therapiert werden können und der Therapeut findet das das der nächste Schritt wäre falls seine Stunden nichts bewirken sollten.
    Ich bin für solche Ideen sehr offen und bereit da mit zu arbeiten.

    Das Jugendamt findet eine Familienhilfe nicht passend. Denn die sind ja nicht zur Kinderbeschäftigung da sondern um Situationen zu besprechen und zu verbessern. Dafür müssten die aber auch dann herkommen wenn beide Kinder da sind. Und mein Sohn wird erst 17.30 mit dem Fahrdienst nachhause gebracht. Und viele Familienhilfen kommen hier bei uns ungern abends oder nachmittags, die kommen gerne Vormittag. Nur bringt mir das ja nichts. Die Bearbeiterin vom Jugendamt wüsste nicht wie diese Hilfeform genau aussehen soll. Ich hab da keine Ahnung. Sie meinte ich habe Strukturen und ich erledige meine Termine auch selbst. Und solche dinge würde diese Familienhilfe auch umfassen, was aber nicht notwendig wäre laut Jugendamt.
    Ich kann nur hoffen das die besuche bei dem Kindertherapeuten jetzt erst einmal helfen damit er sich öffnen kann. Denn diese Emotionale Blockade hat er bei jedem.

    Zu deinen Bemerkungen in der zweiten Antwort:

    Es gibt immer schlimmere Kinder mit ADHS als meinen, das meinte ich damit das mein Sohn noch "harmlos" ist.

    Die Medikamente haben am Anfang mal sehr krass gewirkt, mein Sohn war wie ruhig gestellt. Mittlerweile ist er wie er ist, nur das er sich in der Schule wirklich gut Konzentrieren kann.

    Und natürlich gibt's noch mehr dinge zum Loben, das mit den Noten war nur eins. Er ist sehr hilfsbereit, offen für andere Menschen (ausser es geht um sein Gefühlsleben dann macht er zu). Er kann sehr schön malen. Gibt sich bei seinen Projekten immer viel Mühe. Ich freu mich über jedes lächeln in seinem Gesicht weil das immer weniger wird.

    Damit umgehen, ja ich mein damit das er es mal Kontrollieren kann, um im Erwachsenen Alter keine Medikamente mehr zu brauchen. Ich möchte das sich nicht selbst im Weg steht um seinen Traumberuf zu lernen.

    In seiner Klasse spielen die Kinder nur Fussball, und das möchte er nicht. Laut Therapeuten wäre Judo etwas. Mal schauen ob es sowas hier gibt.

    Ich danke dir für deine Gedanken und Anmerkungen.

    Lieben Gruß
    Geändert von traurigeMama (07.11.2013 um 13:16 Uhr) Grund: fehlte noch was ;)

  9. #9
    PhilOdendron ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    @traurigeMama
    Hallo,
    jetzt verstehe ich Deinen Nick sehr gut. Vielen Dank für Deine ausführliche Schilderung des familiären Werdegangs Deines Kindes. Das ist ja alles bisher wirklich ziemlich traurig für Dich und Deine Kinder (vor allem für den Großen) verlaufen. Mit ADHS hat das Ganze nun aber wirklich gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich bei Deinem Sohn wahrscheinlich um eine frühe Mutter-Kind-Beziehungsstörung, zusammen mit einer Vater-Sohn-Beziehungsstörung. Du selbst bist als Kind wohl in dieser Hinsicht auch schon nicht auf Rosen gebettet gewesen. Deshalb ist die Kinderpsychotherapie für Deinen Sohn sicher ein guter Weg, aber was dabei unbedingt hinzukommen muss: Eine Psychotherapie für Dich selbst! Dort hättest Du die Chance, Deine eigene belastete Seelengeschichte einmal aufzuarbeiten, denn ich glaube, da "vererbt" sich eine frühkindliche Beziehungsstörung von Deiner Mutter auf Dich und auf Dein Kind. Das ist Dir jetzt sicher gar nicht so durchschaubar, aber in einer Psychotherapie käme da Licht für Dich hinein.
    Auf jeden Fall kann man nach Deiner Schilderung gut verstehen, warum sich Dein Sohn von Klein auf vernachlässigt gefühlt hat. Das hat ihn inzwischen sehr einsam und misstrauisch-eifersüchtig gemacht. Und sein Bruder hat ja auch einen "besseren" Vater, den er sich sicherlich sehnlichst selber gewünscht hätte.
    Mein Rat für Dich und Deine Familie: Psychotherapie. Und ADHS vergessen.
    Geändert von PhilOdendron (07.11.2013 um 17:01 Uhr)

  10. #10
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was kann ich noch tun?

    Zitat Zitat von traurigeMama Beitrag anzeigen
    Danke für deine Antwort.
    Ich weiß ich mit meinem Sohn noch harmloses erlebe. Mir machen halt eher sein Verhalten sorgen. Sowohl Schule, als auch die Tagesgruppe wissen nicht warum er sich dort nicht so schlimm verhält wie zuhause.
    Ich würde so gern mit ihm darüber reden, aber ich komm nicht an ihm ran. Er hat sich so eine dicke Mauer aufgebaut, da kam bisher niemand durch. Er sagt immer er will nicht so sein. Und ich glaube das auch. Aber ein Wille es zu ändern fehlt irgendwie. Zumindest merkt man den zuhause nicht. Ja er bringt super Noten mit, wo er auch weiß das ich da stolz auf ihn bin, ich lobe ihn jedes mal dafür. Da er das auch braucht.
    Warum er gerade nur zuhause so sehr Eifersüchtig ist das er sich nur mit hauen oder heimlich süßes Mopsen äußern kann, kann ich mir nur darin erklären das sein Bruder eben für ihn der größte Konkurrent ist.
    Ich hoffe sehr das er irgendwann mal lernt damit umzugehen. Er wird älter und wieder immer mehr anecken. Gerade wenn er die Schule wechselt später wird er es sehr schwer haben. Er sieht sich jetzt schon als Aus Seiter in der Schule, ohne Freunde. Dabei hat er sehr wohl Freunde mit denen er dort spielt oder sogar ein Stück nach der Schule läuft.

    Lieben Gruß.
    War die Antwort an mich gerichtet?
    Ich sage nicht, dass es "harmlos" ist und ich verstehe gut, dass es total anstrengend ist. Das war es bei uns auch. Du hast absolut das Recht, müde und kaputt zu sein. Es nervt manchmal sehr. Ich meine halt: auch diese Kinder werden erwachsen. Ich denke auch man muss sich seine Kräfte einteilen - was auch nicht immer so einfach ist, weil man manchmal dann eben gefordert ist. Aber so gut es geht halt. Damit man nicht schlappmacht bevor das Kind erwachsen ist.

    Warum ein Kind sich zu Hause "schlimmer" benimmt? Das ist gar nicht so selten. Meine Tochter (auch ADHS, und auch sehr anstrengend für ihre - älteren - Geschwister) hat mal gesagt: "ich will mich doch nicht in der Schule blamieren!" Sie weiss genau, dass sie sich manchmal unmöglich benimmt - sie ist inzwischen 17. Sie sagt, sie weiss genau wie schlecht sie sich benimmt, aber sie kann sich dann nicht bremsen. Bzw. sie hat Stimmungsschwankungen und wenn sie schlecht drauf ist, dann kann sie sich da nicht beherrschen. Seit sie Antidepressiva nimmt, ist es besser geworden. Noch ein Grund kann auch sein, dass ein Kind mit ADHS einfach ziemlich k.o. ist nach der Schule. Wenn man sich dann auch noch besonders angestrengt hat, um nicht negativ aufzufallen....

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