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Thema: Sohn (14) hat keine Freunde

  1. #11
    Nachtrose ist offline newbie

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Wir haben auch ein Kind (mein Stiefsohn), der einfach keine Freunde findet - noch nie wirklich hatte. Er ist nun 15 und noch nicht in der Pubertät. Das kann nun aber nicht mehr lange dauern. Jedenfalls haben wir und auch andere teilweise massive Probleme mit seinem Sozialverhalten. Er war auch beim Psychiater, Psychologen usw. ADS oder ADHS ist ausgeschlossen, wahrscheinlich eine Persönlichkeitsstörung, da er sich immer als Mittelpunkt sieht, Tatsachen verdreht und andere gegeneinander ausspielt. Er streitet aber immer ab, Probleme mit anderen zu haben und ist NIE Schuld, es sind immer die anderen. Er sieht sich als beliebt, Mittelpunkt und jemand, der absolut keine Hilfe braucht. Allerdings wissen wir, daß dies ein Schutzpanzer ist, denn sich zu ändern, wäre viel, viel schwieriger - besser gesagt - er KANN sich auch nicht alleine ändern. Jedenfalls hat er dies Verhalten schon seit dem Kindergarten...... Worauf ich hinauswill ist: auch dein Sohn scheint zufrieden zu sein mit sich und der Welt, er ist es aber nicht! Soziale Kontakte sind enorm wichtig. Wie soll er mal "in die Welt hinaus", Beziehungen aufbauen, am Arbeitsplatz bestehen....? Wir fragen uns das auch täglich und lassen nicht locker, daß man sich mit ihm befaßt, daß er in die Welt paßt. Nun werden wir medizinisch nochmal einiges abklären lassen. Kein Kind kann sich ein Leben lang zuhause verschanzen und zum Eigenbrötler werden. Deshalb beobachte dein Kind genau und frage ihn mal in einer stillen Stunde, was er gerne ändern würde, was ihn stört usw. immer im Gespräch bleiben! Medikamente sind eine Sache....aber sie ändern das Kind ja nicht wirklich. Letztendlich muß das Kind über Hilfen lernen, sich in die Welt einzufügen und dort anzukommen.

  2. #12
    Avatar von Ini
    Ini
    Ini ist offline addict

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Zitat Zitat von PhilOdendron Beitrag anzeigen
    Hallo Ini,
    was mir an Deiner Schilderung auffällt ist, wie lieb und brav Dein Sohn sei. Kann es sein, dass dies mit einer elterlichen Überbehütung zusammenhängt? Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass Kinder allein durch ihre ADS-Diagnose stigmatisiert sind (oder sich fühlen) und gern gemobbt werden ("Du Psycho!"). Die genannten PC-Spiele kann man zwar kritisch sehen, aber andererseits stellt sich Dein Sohn auch dadurch zusätzlich ins Abseits, dass er die nicht spielen darf und sich sogar an dieses Verbot hält, brav wie er ist. Das verstehen seine potentiellen Freunde sicher nicht. Diese Spiele werden ja millionenfach gespielt, ich glaube nicht, dass sie viel Schaden anrichten können.
    Und sonst: Es wurde hier schon bezweifelt, ob Dein Sohn wirklich ADS hat. Seine pedantische Art passt ja kaum dazu. Ist er nicht vielleicht noch zu wenig verselbständigt, zu wenig oppositionell, zu wenig selbstbewusst? Wenn ja, wäre eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, oder auch eine Familientherapie, sehr hilfreich, um brachliegende psychische Entwicklungen zu entdecken und zu entwickeln.
    Ja, da mag durchaus etwas dran sein. Ich bin schon vom Stamme der Glucken. Schlage mir öfter mal eine Nacht um die Ohren. Eine Psychotherapie haben wir begonnen als es ihm so schlecht ging. Er verweigert sich aber da völlig. Ich hab sie dann in Form von Elternberatung in Anspruch genommen.
    "Life is what happens while you are busy making other plans." (John Lennon)

  3. #13
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Das ist schwierig. Ich kenne das auch. Teils war/bin ich selbst relativer Einzelgänger und auch mein Sohn hatte das Problem. Komischerweise aber gerade nicht in dem Alter, das kam immer phasenweise. Im Vorschulalter ging es. Die ersten Jahre in der Schule war es nicht gut, dann ging es wieder etwas besser. Um die 10, 11 Jahre nicht so gut, mit 13, 14, 15 wieder besser.
    Seit er von zu Hause ausgezogen ist, hat er eigentlich nicht viel Energie für soziale Kontakte. Schon gar nicht seit er arbeitet.

    Übrigens war er auch ein "eindeutiger" ADHS-ler, ich hätte da nicht an Asperger gedacht. Aber ein bisschen ist da doch. Findet er selbst, vor allem. Vielleicht wird er es in Zukunft mal abchecken lassen. Aber ich würde bei deinem Jungen auch vermuten, dass da Asperger dabei sein kann.

    Es ist schon schwierig, das abzuwägen. Einerseits will wohl jeder Freunde haben. Andererseits haben viele ADS-ler nicht wirklich die Energie, dauernd Leute um sich zu haben. Und das bedauert man dann auch. Ich kämpfe immer noch damit. Einerseits fühle ich mich manchmal einsam, andererseits brauche ich meine Ruhe. Und manche "Aspies" haben ihre Besonderheiten oder finden, es lohnt sich nicht, mit Anderen rumzuhängen und sich zu langweilen, weil die oft doch Sachen unternehmen, die einen nicht so interessieren. Meine Tochter (auch ADHS) war in der Grundschulzeit oft so. Sie hatte keine beste Freundin, spielte abwechselnd mit verschiedenen Kindern. Es kam halt drauf an, ob sie an den jeweiligen Spielen interessiert war. Inzwischen (sie ist 17) hat sie aber langjährige Freundinnen und die Mädchen halten wirklich zusammen.

    Wahrscheinlich gibt es ja Gründe, weshalb dein Sohn Strattera bekam und nicht Ritalin oder ähnliches. Letzteres könnte etwas besser helfen, was die Reizfilterung angeht, was es dann etwas leichter machen kann unter anderen Leuten zu sein. Aber das ist jetzt eigentlich zu spekulativ. Der Nachteil ist, man merkt Asperger oder autistische Züge (da macht man inzwischen kaum noch einen Unterschied, alles heisst jetzt sowieso Autismusspektrum) dann deutlicher merkt. Vielleicht tut man das auch mit Strattera? Aber ist eigentlich egal, das Autistische wird ja nicht schlimmer, man merkt es nur mehr, wenn das ADS besser ist.

  4. #14
    PhilOdendron ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    @Ini
    Wenn Dein Sohn eine Psychotherapie verweigert, würde ich das insofern positiv wahrnehmen, als er eben seine Eigenständigkeit gegenüber Dir als "Glucke" betonen will. Das ist für ihn sehr wichtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche sehr gut auf eine Familientherapie ansprechen, weil sie sich dort nicht als "Sorgenmacher" oder als "Kranker" vorgeführt fühlen und deshalb eine gesunde Abwehr entwickeln. Sondern als gleichwertiges Teil einer Familiendynamik. Da blühen sie oft auf und entwickeln sich nicht selten als "gesündestes" Familienmitglied, das die psychodynamischen Hintergründe seiner Probleme, die bei anderen in der Familie (nicht selten die Eltern) wurzeln, enthüllen hilft. Das ist der Vorteil einer Familientherapie, dabei wird der "Indexpatient" (Dein Sohn) eben nicht einzeln vorgeführt, sondern der Patient ist die Familie (Horst Eberhard Richter).
    Ich kann das nur wärmstens empfehlen.

  5. #15
    Silver Star ist offline Stranger

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Hey du ja ich bin 19 und bei mir das gleiche, ich habe auch keine Freunde, irgendwann muss man es einfach nehmen wie es ist, weil viel verändern lässt sich da nicht, is man so dann is man halt so, klingt blöd aber ich kenne es genau so. Und überleg doch mal in doch solche Spiele spielen zu lassen, so findet er vielleicht neues und neue Freunde, ich spiele auch gerne aber töte nicht sondern hab einfach Spaß ohne Gewalt. Er sollte sich einfach selbst besser kennenlernen. Ich hab auch gewisse Probleme und habe ne komische sehhr schüchterne Art, ja bin einsam. Und dieses ganze auf die REgel gehöre.......... Könnte ihm wenn ihr Pech habt sein ganzes Leben versauen wenn er nie anfängt selbst zu denken.

  6. #16
    Avatar von Ini
    Ini
    Ini ist offline addict

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Hallo Silver Star,

    lieb das du antwortest. Hast du mal gesehen, wie alt der Beitrag ist? Der ist von 2013. Mein Sohn ist inzwischen genauso alt wie du - fast 19 J.

    Er ist im 2. Ausbildungsjahr und hat überhaupt keine Probleme mehr mit Freunden. Er wohnt zwar noch zu Hause, bis er die Ausbildung abgeschlossen hat aber dann wird er auch ausziehen.

    Etwa mit 16 Jahren hat sich das bei ihm geändert. Er hat es mal so erzählt: "Ich bin einfach immer zu den Coolen in der Klasse gegangen und habe mich dazu gestellt. Irgendwann habe ich dazugehört." Scheint irgendwie funktioniert zu haben. Er ist auch nicht mehr nur zu Hause sondern verabredet sich, fährt in die Stadt oder auf Messen, ins Kino - was auch immer.

    Interessant, den alten Post noch mal zu lesen. :)
    winterlady gefällt dies
    "Life is what happens while you are busy making other plans." (John Lennon)

  7. #17
    Silver Star ist offline Stranger

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Glück gehabt klappt nicht immer so. Das einfach dazugesellen liegt nicht jedem. Naja in meinem Fall is es so das ich wirklich anders bin und neben ner Psychose diverse andere stärkere Probleme habe die alle schwerer machen, versuche auch durch Therapie und Therapeuten an mehr zu gelangen, da ich sehr schüchtern geblieben bin und das auch nicht vergeht fällt es mir nach wie vor schwer wo ran zu kommen, auch hab ich wie es aussieht einen Behinderungs Grad den ich überprüfen lassen werde, sprechen kann ich dadurch auch nur schwer.

    Darf ich fragen wo ihr wohnt? Facebook von euch?

  8. #18
    winterlady ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Sohn (14) hat keine Freunde

    Zitat Zitat von Ini Beitrag anzeigen
    Hallo Silver Star,

    lieb das du antwortest. Hast du mal gesehen, wie alt der Beitrag ist? Der ist von 2013. Mein Sohn ist inzwischen genauso alt wie du - fast 19 J.

    Er ist im 2. Ausbildungsjahr und hat überhaupt keine Probleme mehr mit Freunden. Er wohnt zwar noch zu Hause, bis er die Ausbildung abgeschlossen hat aber dann wird er auch ausziehen.

    Etwa mit 16 Jahren hat sich das bei ihm geändert. Er hat es mal so erzählt: "Ich bin einfach immer zu den Coolen in der Klasse gegangen und habe mich dazu gestellt. Irgendwann habe ich dazugehört." Scheint irgendwie funktioniert zu haben. Er ist auch nicht mehr nur zu Hause sondern verabredet sich, fährt in die Stadt oder auf Messen, ins Kino - was auch immer.

    Interessant, den alten Post noch mal zu lesen. :)

    Wie schön so etwas zu lesen. Manchmal macht man sich so viele Sorgen und dann wird alles gut. Ich finde da merkt man auch, unter was für großem Druck man selbst steht, was für eine Angst man haben muss, weil das Kind nicht "normal" ist, wie wenig solchen individuellen Entwicklungsprozessen in unserer Gesellschaft Raum gegeben wird.

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