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  • 1 Post By Fairie

Thema: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

  1. #1
    Avatar von Tanja2409
    Tanja2409 ist offline Poweruser

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    Standard Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    hallo zusammen,

    ich hab lange überlegt ob ich hier schreiben darf, aber ich machs jetzt mal einfach.

    erstmal zu uns. mein sohn (6.J) geht in die erste klasse. im kindergarten viel er schon durch sein unruhiges und teils aggressives verhalten auf. mit 4 Jahren begannen wir mit ergotherapie, nach erstmaliger vorstellung im SPZ. die testung auf ADS wurde dann kurz nach seinem 6. geburtstag gemacht, ergebnis nach KITAP, teilweise auffälligkeiten, hierbei vor allem die langzeitkonzentarion, vorher wurde er ergotherapeutisch begutachtet.

    er hat eine entwicklungsstörung in der grapho- und feinmotorik, die bei der ergotherapie im vordergrund stand, in den sommerferien hat er ein konzentrationstraing bei der ergotherapie gemacht, was nach den ferien dann auch in kleiner gruppe fortgesetzt wurde. ( Marburger Konzentrationstraining)

    in der schule ist sein sozialverhalten soweit ok, ausser die unruhe, die in immer wieder aufstehen und rumlaufen lässt wird als störend empfunden. dies ist auch sehr ausgeprägt bei ihm, mit teileweise alle 2min aufstehen. beim elternsprechtag sprach die lehrerin das auch an und vor allem das ihn dies in seinen leistungen beeinflussen würde, da er nicht die ruhe findet, seine aufgaben zu erledigen, dies holen wir teilweise zu hause nach am WE, denn allein die Hausaufgaben nehmen teilweise 2h zeit in anspruch, weil er auch hier nicht ruhig sitzen bleiben kann.

    im SPZ riet man uns über medikamentöse einstellung mit Methylphenidat nachzudenken, wenn es in der schule probleme geben würde. wobei man uns auch sagte, die unruhe würde damit nicht besser werden.

    ein elterntraining haben wir auch im SPZ gemacht.

    ich würd gerne eure meinung dazu hören, besonders von den eltern wo die kinder auch hyperaktiv sind.

    PS: hatte ich ganz vergessen. er macht 3x die woche sport, turnen, fussball und schwimmen, sonst ist er auch viel draussen, geht zufuss nach hause nach der schule und ist auch so viel draussen unterwegs zum spielen.
    Geändert von Tanja2409 (28.11.2013 um 13:19 Uhr)

  2. #2
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    Hallo,

    ich verstehe deinen Beitrag jetzt nicht ganz. Ist nun ein ADHS festgestellt worden oder nicht? Hyperaktive Unruhe wird selbstverständlich deutlich beeinflusst - das ist eine der Hauptwirkungen. Unruhe aus Gründen, die nichts mit ADHS zu tun haben, müssten tatsächlich anders behandelt werden. Aber dann ist es unsinnig, dass das SPZ überhaupt MPH vorschlägt.

    Was du beschreibst klingt nach ADHS, Das behandelt man aber nicht allein mit Medikamenten, dazu kommt in aller Regel eine Verhaltenstherapie und ein Elterntraining. (Da gibt es Ausnahmen, wenn Heilpädagogen mit dem Kind arbeiten. Ergotherapie allein ersetzt das aber keinesfalls.)

    Derartige Arbeitszeiten für einen Erstklässler sind unzumutbar. Wenn mangelnde Konzentration die Ursache ist, helfen Medikamente natürlich. Wenn nicht, hat auch das Medikament keinen Sinn.

    Was mir noch auffällt: ADHS hat nichts mit Bewegungsmangel zu tun. Drei Sporttermine in der Woche sind wohl für fast jedes Kind viel zu viel. Bei euch kommt hinzu, dass er so viel für die Schule arbeiten muss und dass du ein Baby versorgen musst. Und noch etwas: Wenn dein Kind ADHS hat, kannst du dafür nichts. Du musst dich nicht rechtfertigen und du musst auch kein Mammutprogramm mit ihm durchziehen. Es reicht völlig, wenn du deinem Kind - das nicht gerade in einer beneidenswerten Situation ist - beistehst.


    Esther

  3. #3
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    Ich kann mich nur anschliessen: Hat das Kind nun ADHS oder nicht? Ohne Diagnose kann man nicht medizinieren. Und wenn es ADHS ist - und es hört sich wirklich so an - dann kann die Medizin schon ziemlich viel bewirken.

    Ebenfalls:Mit Bewegung und Mammutprogramm bewirkst du da nicht viel. Das kann leicht zu viel werden.

  4. #4
    Avatar von Tanja2409
    Tanja2409 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich verstehe deinen Beitrag jetzt nicht ganz. Ist nun ein ADHS festgestellt worden oder nicht? Hyperaktive Unruhe wird selbstverständlich deutlich beeinflusst - das ist eine der Hauptwirkungen. Unruhe aus Gründen, die nichts mit ADHS zu tun haben, müssten tatsächlich anders behandelt werden. Aber dann ist es unsinnig, dass das SPZ überhaupt MPH vorschlägt.

    Was du beschreibst klingt nach ADHS, Das behandelt man aber nicht allein mit Medikamenten, dazu kommt in aller Regel eine Verhaltenstherapie und ein Elterntraining. (Da gibt es Ausnahmen, wenn Heilpädagogen mit dem Kind arbeiten. Ergotherapie allein ersetzt das aber keinesfalls.)

    Derartige Arbeitszeiten für einen Erstklässler sind unzumutbar. Wenn mangelnde Konzentration die Ursache ist, helfen Medikamente natürlich. Wenn nicht, hat auch das Medikament keinen Sinn.

    Was mir noch auffällt: ADHS hat nichts mit Bewegungsmangel zu tun. Drei Sporttermine in der Woche sind wohl für fast jedes Kind viel zu viel. Bei euch kommt hinzu, dass er so viel für die Schule arbeiten muss und dass du ein Baby versorgen musst. Und noch etwas: Wenn dein Kind ADHS hat, kannst du dafür nichts. Du musst dich nicht rechtfertigen und du musst auch kein Mammutprogramm mit ihm durchziehen. Es reicht völlig, wenn du deinem Kind - das nicht gerade in einer beneidenswerten Situation ist - beistehst.


    Esther
    das SPZ hat die medikamentöse behandlung empfohlen ohne das ein eindeutiges ADS vorliegt, nur die hyperaktivitiät ist diagnostiziert worden, wobei sich das ja, wie du sagt ausschliessen würde, wenn medikamente empfohlen werden. das SPZ hat des weitern empfohlen, es erstmal mit sport zu versuchen, 2-3x die woche wären optimal. laut deren aussage, damit sich das kind auspowern kann, was aber hier nicht wirklich der fall ist, meist ist er nach dem sport noch aufgedrehter. mit turnen wird er eh aufhören, weil er an dem tag jetzt fussball hallentraining hat, also sinds nurnoch 2x sport die woche und schwimmen und fussball macht er sehr gerne, wir zwingen ihn also nicht dazu, er wollte von sich aus fussball spielen, das macht er jetzt seit 3 monaten.

    elterntraining hatten wir ja. eine verhaltenstherapie wurde nicht empfohlen, lediglich ein konzentrationstraining bei der ergotherapie, was ja auch gemacht wird.

    was mir halt komisch vorkam, das im bericht steht, das ADHS nicht ganz festgestellt werden konnte, aber medikamente empfohlen wurden.

    ich will meinem kind keine medikamente geben, die ihm nicht helfen. er leidet sowieso schon sehr unter seiner unruhe, er weiss selber das es stört, kann es aber nicht abschalten, grade die ersten wochen hat er oft geweint und gesagt, das er es nicht schafft im unterricht still sitzten zu bleiben. er ist ein sehr schlaues kerlchen, sagt auch die lehrerin, aber durch seine unruhe schafft er es nicht, seine aufgaben in der vorgegebenen zeit fertig zu stellen, weil er immer wieder aufsteht.

  5. #5
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    Hallo Tanja,

    ich finde die Geschichte auch etwas seltsam. Nur: Du beschreibst massive Probleme und ein Kind, das sehr unter seinem eigenen Verhalten leidet. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Medikament hilft und es geht ihm besser oder es hilft eben nicht. Dann setzt ihr es eben wieder ab. Der Schaden ist überschaubar. Angesichts des Arbeitspensums, das du beschreibst wäre es schon gut, wenn dem Kind geholfen werden könnte.

    Mich irritiert, dass du ein Bilderbuch-ADS beschreibst, das FFZ aber keine eindeutige Diagnose stellen kann. Kann es sein, dass der Kleine ihnen zu jung für eine Diagnose ist? Mein jüngster Sohn litt auch sehr unter seinem eigenen Verhalten und er hatte eindeutige ADS-Symptome. Er ist dann schon mit 4,5 auf den Verdacht hin behandelt worden. (Da lief schon Frühförderung, die Medikamente kamen hinzu.) Die Diagnose wurde erst mit 6 gestellt. Unser Kleiner hat wahrscheinlich auch Asperger, die Diagnose läuft noch. Das hat der Arzt im FFZ lange nicht diagnostizieren wollen, um das Kind nicht unnötig zu stigmatisieren. Vielleicht stand auch diese Überlegung dahinter.

    Es ist übrigens normal, dass ein ADS-Kind nach dem Sport noch aufgedrehter ist. Deshalb wundert es mich, dass das FFZ unbesehen noch mehr Sport empfohlen hat. Kinder in diesem Alter haben mit oder ohne ADS einen ausgeprägten Bewegungsdrang - aber das allein war bei euch doch gar kein Problem. Unterstellter Bewegungsmangel ist eigentlich ein Standardargument von Fachleuten, die zwar nicht helfen können, ihren Marktanteil aber dennoch sichern wollen, also sei ein bisschen vorsichtig.

    SPZs sind eigentlich gute Ansprechpartner. Wenn du eine zweite Meinung hören möchtest, kannst du dir auch einen Termin bei einem Kinderpsychiater oder in der Ambulanz einer kinderpsychiatrischen Klinik geben lassen. Die Ambulanzen sind hoffentlich immer kompetent, einen guten Kinderpsychiater lässt du dir am besten von einer Selbsthilfegruppe in deiner Region empfehlen.

    Ich wünsch dir Kraft, um das durchzustehen.

    Esther

  6. #6
    Avatar von Tanja2409
    Tanja2409 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    zuerst wollten sie ihn ja nicht testen, weil er mit fast 5 jahren zu jung war. dann mit 6 die testung, die wohl grenzwertig war, laut aussage des psychologen. die Kinderärtzin im SPZ hatte dann das abschluss gespräch mit uns, von ihr kam auch die aussage mit dem sport.

    nein bewegungsmangel war nie unser problem, eher die soziale kompetenz, wobei das in der schule auch ohne probleme läuft.

    was mir halt auch so aufgestossen ist, das die gesagt haben, es ist nicht wirklich ein ADHS, aber wenns in der schule nicht klappt, medikamente zu geben, das ist ja auch der grund, warum ich mich an euch gewendet habe, hier sind numal die erfahrenen leute.

    wenn ihr sagt, es schadet ihm nicht, wenn er die medikamente bekommt, dann werden wir es auf jedenfall damit versuchen, obs dann hilft ist ja nochmal die andere frage, wenn es hilft, dann ist ihm damit ja auch geholfen. ich werd mich in der zwischenzeit auch um einen termin für eine 2. meinung kümmern, auf den termin im SPZ haben wir ein halbes jahr gewartet.

    ich danke euch für eure einschätzung zu der sache, ich werd dann berichten wies weiter gegangen ist.

  7. #7
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Medikamentöse Behandlung bei Hyperaktivität ohne ADS??

    Ich denke auch, es ist eine gute Idee eine zweite Meinung einzuholen. Bei offensichtlichen Problemen keine Diagnose, das finde ich ungewöhnlich. Die müssen ja eigentlich davon ausgehen, dass es ADHS ist, sonst würde die Medizin nix bringen. Meine beiden ADS-ler sind auch zweimal abgecheckt worden. Mein Ältester hatte da das Pech eine ADHS-Gegnerin als Ärztin zu haben. Tochter hatte nicht so offensichtliche Konzentrationsstörungen. Beide bekamen also die Diagnose erst beim zweiten Mal.
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