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  • 2 Post By Koenigin.Esther

Thema: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

  1. #1
    Avatar von mondfischlein
    mondfischlein ist offline Plüschtigermum

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    Standard Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Liebe Leute,

    mein Sohn (10 Jahre) leidet sehr wahrscheinlich unter ADS mit Hyperaktivität.
    Ich habe keine schriftliche Diagnose (nur Blickdiagnose :), was sein Verhalten bestrifft, so passt dieses zu 95% zu dem was ich mir als typisch für ADHS-Kinder angelesen habe.

    Wegen einer Tic-Störung verbunden mit Ängsten ist er seit ca. einem halben Jahr in Verhaltenstherapie. Davor war über ein Jahr Ergo (da er sich überdurchschnittlich oft verletzte, einfach superimpulsiv gegen alles rannte, was so in seinem Weg rumsteht...)

    Ich habe mich nach langem Zögern nun doch entschlossen, ihn im SPZ vorzustellen, um einfach eine "klare" Rückmeldung zu kriegen, was Sache ist. Ich mag diese ADHS-Stigmatisierung eigentlich nicht, glaube aber inzwischen, dass es für MICH wichtig ist, eine klare Diagnose zu haben, weil mein Sohn sehr viel negatives Feedback auf sein Verhalten bekommt und davon aber nur einen Teil wirklich steuern kann.

    Jetzt wollte ich mal wissen: hat das SPZ (außer Diagnose-Stellung) Euch noch was gebracht? Werden dort weiterführende Therapien empfohlen / durchgeführt?

    Habt Ihr ganz praktische Empfehlungen oder Erfahrungen mit Therapien die Ihr mitteilen könnt?
    Hat jemand Erfahrungen mit NLP?

    Merci!
    Mein großer lustiger wilder Löwe-Schütze 06/2004
    Der charmante Doppelzwilling 05/2012
    Little Miss Sunshine 10/2016

  2. #2
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Hallo,

    eine ADS-Diagnose umfasst eine Menge Tests. Daraus lässt sich dann auch ablesen, wo ein Kind Hilfe braucht.

    Bei meinem Sohn - der auch noch ein leichtes Asperger-Syndrom hat - hat vieles geholfen: Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopadie laufen seit Jahren. Er besucht eine Schule für Körperbehinderte, die die Therapien in der Schulzeit anbietet. Das briungt alles durchaus eine ganze Menge. Aber die Therapien sind ohne Medikation nahezu undurchführbar.

    Aber ehrlich gesagt: Das einzige, was ihm wirklich hilft sein Verhalten zu kontrollieren ist das Medikament. Die ADHS-Kinder, die ich kenne besuchen diese K-Schule, sind also eine besondere Gruppe. Beidiesen Kindern ist es genauso. Wieso habt ihr das von vornherein ausgeschlossen? Selbst wenn Ritalin wegen der Tic-Störung nicht zu gebrauchen ist - was nicht sein muss - gibt es medikamentöse Alternativen.

    Esther

  3. #3
    Avatar von mondfischlein
    mondfischlein ist offline Plüschtigermum

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Danke erstmal für Deine Antwort.

    Tja, also ehrlich gesagt ist der Verdacht erst im Zuge der Verhaltenstherapie aufgetaucht. Bzw. ich habe mehr oder weniger zufällig auf amazon in das Buch "ADS-So stärken Sie ihr Kind" von Uta Reimann Höhn reingelesen.

    Das hat mich total umgehauen, weil ich da plötzlich bei der Beschreibung der typischen Verhaltensweisen meinen Sohn sah, wie er leibt und lebt. Davor war ich wirklich schon an dem Punkt angelangt, an dem ich mich gefragt habe, was ich noch alles machen soll oder was ich wohl alles total vermurkst habe in seiner Erziehung, dass er so ...unkooperativ, störend und einfach schwierig ist...

    Für mich war das sehr befreiend.

    Seine Therapeutin hat aber eher zurückhaltend reagiert und von einer weiteren Testung eher abgeraten, bzw. zu bedenken gegeben, was das für negative Folgen haben könnte. Im Sinne von: das Kind erlebt sich noch mehr als gestört oder in Frage gestellt. Ich dachte auch, es reicht ja, dass ich das weiss, was solls.

    Was Ritalin oder andere Medikamente betrifft, so bin ich da ehrlich gesagt sehr .... vorsichtig. Ich will das niemandem schlecht reden, der sich dafür entscheidet, aber ich bin generell niemand, der schnell zu Medikamenten greift.

    Nun ist ADHS freilich keine Grippe, die man auch mit Ruhe und Kräutertee auskurieren kann, das ist mir auch klar.

    Ich habe mich nun entschlossen, meinen Sohn testen zu lassen (Termin steht noch nicht fest, kann aber 2-3 Monate dauern) einfach, damit klar ist, was aus medizinischer Sicht Sache ist. ist das ADHS oder eine andere Störung?

    Und danach sehe ich weiter...

    Ich bin fürs erste schon mal froh, dass ich die Lehrer soweit auf unserer Seite habe und die schon von sich aus gesagt haben, wie sie die Sache einschätzen und meinen, sie kommen mit dem Jungen klar. Es ist offensichtlich, dass der nicht sozial-emotional gestört ist, sondern seine Aktionen (Lautieren, Zappeln) die er im Unterricht macht, nicht oder wenig kontrollierbar sind.

    Was mir zu schaffen macht, ist die Ausgrenzung durch andere Kinder. Ich bemerke da einfach, dass mein Sohn da im Moment zurückfällt... Aber ändert eine Medikamenteneinnahme sowas?
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  4. #4
    Habibi007 ist offline Veteran

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Ja es kann dies sehr wohl ändern.
    Zitat Zitat von mondfischlein Beitrag anzeigen
    Danke erstmal für Deine Antwort.

    Tja, also ehrlich gesagt ist der Verdacht erst im Zuge der Verhaltenstherapie aufgetaucht. Bzw. ich habe mehr oder weniger zufällig auf amazon in das Buch "ADS-So stärken Sie ihr Kind" von Uta Reimann Höhn reingelesen.

    Das hat mich total umgehauen, weil ich da plötzlich bei der Beschreibung der typischen Verhaltensweisen meinen Sohn sah, wie er leibt und lebt. Davor war ich wirklich schon an dem Punkt angelangt, an dem ich mich gefragt habe, was ich noch alles machen soll oder was ich wohl alles total vermurkst habe in seiner Erziehung, dass er so ...unkooperativ, störend und einfach schwierig ist...

    Für mich war das sehr befreiend.

    Seine Therapeutin hat aber eher zurückhaltend reagiert und von einer weiteren Testung eher abgeraten, bzw. zu bedenken gegeben, was das für negative Folgen haben könnte. Im Sinne von: das Kind erlebt sich noch mehr als gestört oder in Frage gestellt. Ich dachte auch, es reicht ja, dass ich das weiss, was solls.

    Was Ritalin oder andere Medikamente betrifft, so bin ich da ehrlich gesagt sehr .... vorsichtig. Ich will das niemandem schlecht reden, der sich dafür entscheidet, aber ich bin generell niemand, der schnell zu Medikamenten greift.

    Nun ist ADHS freilich keine Grippe, die man auch mit Ruhe und Kräutertee auskurieren kann, das ist mir auch klar.

    Ich habe mich nun entschlossen, meinen Sohn testen zu lassen (Termin steht noch nicht fest, kann aber 2-3 Monate dauern) einfach, damit klar ist, was aus medizinischer Sicht Sache ist. ist das ADHS oder eine andere Störung?

    Und danach sehe ich weiter...

    Ich bin fürs erste schon mal froh, dass ich die Lehrer soweit auf unserer Seite habe und die schon von sich aus gesagt haben, wie sie die Sache einschätzen und meinen, sie kommen mit dem Jungen klar. Es ist offensichtlich, dass der nicht sozial-emotional gestört ist, sondern seine Aktionen (Lautieren, Zappeln) die er im Unterricht macht, nicht oder wenig kontrollierbar sind.

    Was mir zu schaffen macht, ist die Ausgrenzung durch andere Kinder. Ich bemerke da einfach, dass mein Sohn da im Moment zurückfällt... Aber ändert eine Medikamenteneinnahme sowas?

  5. #5
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Hallo mondfischlein,

    unter Fachleuten gibt es aggressive Kämpfe um Marktanteile. Eine VT ist zwar fast immer Bestandteil einer ADHS-Therapie - aber bei einem Kind, das Medikamente bekommt kann man die Therapie oft recht schnell beenden. Das bedeutet, dass ausgerechnet die Eltern - die dafür nun einmal nicht ausgebildet sind - herausfinden müssen, was ihrem Kind hilft. Das treibt mich auch manchmal fast zu Verzweiflung - aber es ist nicht zu ändern. (Ich persönlich halte jeden vom Kind fern, der es grundsätzlich ändern will. Die Angebote von professionellen Helfern, die das Kind respektieren und ihm helfen sich zu entwickeln akzeptiere ich gern. Wirklich schlechte Angebote auf Kosten der Allgemeinheit gibt es aber eher im Bereich Autismus als im Bereich ADHS.)

    Mit Medikamenten sind wohl alle Eltern erst einmal sehr vorsichtig. Das ist auch berechtigt, erst recht bei einem Kind mit Tourette. Aber das Zeug erhöht die Lebensqualität der Kinder ganz erheblich. Wenn ihr Glück habt kann er sein Lautieren oder Zappeln dann eher kontrollieren. Die Kinder sind dann auch leichter zu integrieren, weil sie den Mitschülern nicht mehr ständig auf die Nerven gehen. Andererseits ist das Medikament natürlich auch kein Wundermittel, das alle Probleme löst. Im besten Fall eröffnet es neue Möglichkeiten - aber das Kind muss auch lernen damit umzugehen. Dafür brauchen die Kinder schon weitere Therapien.

    Man kann durchaus auch erst einmal ausprobieren, ob andere Therapien ausreichen. Aber das macht ihr schon seit Jahren und wenn sie bisher nicht ausgereicht haben werden sie auch in absehbarer Zeit wohl leider nicht reichen.

    Esther






    Zitat Zitat von mondfischlein Beitrag anzeigen
    Danke erstmal für Deine Antwort.

    Tja, also ehrlich gesagt ist der Verdacht erst im Zuge der Verhaltenstherapie aufgetaucht. Bzw. ich habe mehr oder weniger zufällig auf amazon in das Buch "ADS-So stärken Sie ihr Kind" von Uta Reimann Höhn reingelesen.

    Das hat mich total umgehauen, weil ich da plötzlich bei der Beschreibung der typischen Verhaltensweisen meinen Sohn sah, wie er leibt und lebt. Davor war ich wirklich schon an dem Punkt angelangt, an dem ich mich gefragt habe, was ich noch alles machen soll oder was ich wohl alles total vermurkst habe in seiner Erziehung, dass er so ...unkooperativ, störend und einfach schwierig ist...

    Für mich war das sehr befreiend.

    Seine Therapeutin hat aber eher zurückhaltend reagiert und von einer weiteren Testung eher abgeraten, bzw. zu bedenken gegeben, was das für negative Folgen haben könnte. Im Sinne von: das Kind erlebt sich noch mehr als gestört oder in Frage gestellt. Ich dachte auch, es reicht ja, dass ich das weiss, was solls.

    Was Ritalin oder andere Medikamente betrifft, so bin ich da ehrlich gesagt sehr .... vorsichtig. Ich will das niemandem schlecht reden, der sich dafür entscheidet, aber ich bin generell niemand, der schnell zu Medikamenten greift.

    Nun ist ADHS freilich keine Grippe, die man auch mit Ruhe und Kräutertee auskurieren kann, das ist mir auch klar.

    Ich habe mich nun entschlossen, meinen Sohn testen zu lassen (Termin steht noch nicht fest, kann aber 2-3 Monate dauern) einfach, damit klar ist, was aus medizinischer Sicht Sache ist. ist das ADHS oder eine andere Störung?

    Und danach sehe ich weiter...

    Ich bin fürs erste schon mal froh, dass ich die Lehrer soweit auf unserer Seite habe und die schon von sich aus gesagt haben, wie sie die Sache einschätzen und meinen, sie kommen mit dem Jungen klar. Es ist offensichtlich, dass der nicht sozial-emotional gestört ist, sondern seine Aktionen (Lautieren, Zappeln) die er im Unterricht macht, nicht oder wenig kontrollierbar sind.

    Was mir zu schaffen macht, ist die Ausgrenzung durch andere Kinder. Ich bemerke da einfach, dass mein Sohn da im Moment zurückfällt... Aber ändert eine Medikamenteneinnahme sowas?

  6. #6
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Zitat Zitat von mondfischlein Beitrag anzeigen
    Danke erstmal für Deine Antwort.

    Tja, also ehrlich gesagt ist der Verdacht erst im Zuge der Verhaltenstherapie aufgetaucht. Bzw. ich habe mehr oder weniger zufällig auf amazon in das Buch "ADS-So stärken Sie ihr Kind" von Uta Reimann Höhn reingelesen.

    Das hat mich total umgehauen, weil ich da plötzlich bei der Beschreibung der typischen Verhaltensweisen meinen Sohn sah, wie er leibt und lebt. Davor war ich wirklich schon an dem Punkt angelangt, an dem ich mich gefragt habe, was ich noch alles machen soll oder was ich wohl alles total vermurkst habe in seiner Erziehung, dass er so ...unkooperativ, störend und einfach schwierig ist...

    Für mich war das sehr befreiend.

    Seine Therapeutin hat aber eher zurückhaltend reagiert und von einer weiteren Testung eher abgeraten, bzw. zu bedenken gegeben, was das für negative Folgen haben könnte. Im Sinne von: das Kind erlebt sich noch mehr als gestört oder in Frage gestellt. Ich dachte auch, es reicht ja, dass ich das weiss, was solls.

    Was Ritalin oder andere Medikamente betrifft, so bin ich da ehrlich gesagt sehr .... vorsichtig. Ich will das niemandem schlecht reden, der sich dafür entscheidet, aber ich bin generell niemand, der schnell zu Medikamenten greift.

    Nun ist ADHS freilich keine Grippe, die man auch mit Ruhe und Kräutertee auskurieren kann, das ist mir auch klar.

    Ich habe mich nun entschlossen, meinen Sohn testen zu lassen (Termin steht noch nicht fest, kann aber 2-3 Monate dauern) einfach, damit klar ist, was aus medizinischer Sicht Sache ist. ist das ADHS oder eine andere Störung?

    Und danach sehe ich weiter...

    Ich bin fürs erste schon mal froh, dass ich die Lehrer soweit auf unserer Seite habe und die schon von sich aus gesagt haben, wie sie die Sache einschätzen und meinen, sie kommen mit dem Jungen klar. Es ist offensichtlich, dass der nicht sozial-emotional gestört ist, sondern seine Aktionen (Lautieren, Zappeln) die er im Unterricht macht, nicht oder wenig kontrollierbar sind.

    Was mir zu schaffen macht, ist die Ausgrenzung durch andere Kinder. Ich bemerke da einfach, dass mein Sohn da im Moment zurückfällt... Aber ändert eine Medikamenteneinnahme sowas?
    Das war genau das, was die Medikamenteneinnahme änderte, bei meinem Sohn! Und die Medikamente-Pausen in den Sommerferien führten fast dazu, dass er Freunde wieder verlor. Weshalb wir die dann auch nicht mehr gemacht haben.

    Aber ihr braucht erst mal eine Diagnostik und dann gegebenenfalls die Diagnose. Und ich hab den Eindruck, du nimmst das etwas zu leicht und kannst dich da nicht richtig reindenken. Ich hab selbst ADHS und hab zwei AHDS-Kinder und es ist ein täglicher Kampf, ständige Schwierigkeiten. Vor allem ohne Medizin. Alles andere - Strategien und so - kann etwas helfen. Kleinere Kinder können auch noch eher "umlernen". Allerdings können die meisten das ohne Medis eben nicht. Und dein Sohn ist nicht mehr so klein.

    Ich weiss jedenfalls aus eigener Erfahrung, dass es viel mehr Kraft kostet, den Alltag ohne Medis zu bewältigen. Sicher, ich hab's auch mal ohne gemacht, ich hab ja die Diagnose erst als Erwachsene bekommen. Aber da ist einiges zu kurz gekommen. Gerade das, was du erwähntest mit dem Ausgegrenzt-Werden war bei mir das Problem. Schule hab ich noch hingekriegt. Berufsleben dann schon wieder schlechter. Und jetzt wieder besser mit den Medis. Es kostet einen viel mehr Anstrengung ohne. Das ist einfach so. Und irgendwas kommt dann immer zu kurz. Und du kannst auch nicht entscheiden, was. Du kannst nicht sagen: gut, er braucht ja nicht so gute Noten zu haben.... Was da zu kurz kommt, kann man sich so genau auch nicht aussuchen.

    Übrigens, falls dir Ärzte sagen, dass die ADHS-Medis nicht gehen wegen der Tic-Störung - das ist nicht so. Bei den meisten werden die Tics nicht schlimmer. Bei manchen nur vorrübergehend (so wie bei mir und bei meinem Sohn) und bei manchen werden sie sogar besser.

  7. #7
    Avatar von mondfischlein
    mondfischlein ist offline Plüschtigermum

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Ich glaube, es ist ganz klar, dass mein Sohn jetzt erstmal untersucht werden muß und ich dann entscheide (mit dem Vater) was für weitere Schritte unternommen werden müssen.

    Ich nehme das übrigens überhaupt nicht leicht, nur ist der Verdacht ADHS einfach sehr spät aufgekommen. Mein Sohn ist in vielen Dingen seinem Vater sehr ähnlich und besonders die Oma meinte, dass sie genau die gleichen Probleme hatte mit diesem als Kind (und wiederum die gleichen Probleme selbst als Kind!). Man könnte also von einer familiären Disposition ausgehen. Natürlich wurden weder bei Oma noch Vater meines Sohnes je ADHS diagnostiziert, geschweige denn, dass sie da Medikamente oder andere therapeutische Hilfen hatten...

    Insofern wußte ich ja immer, dass ich ein "besonderes" Kind hatte und habe das nicht als behandlungsbedürftige Störung wahrgenommen. Ergotherapie gab es wegen der sehr schlechten Auge-Hand-Koordination. Dabei fiel dann dem Therapeuten auch die sehr geringe Frustrationstoleranz auf. Die Tics, die meinen Sohn sehr nervten (das waren nicht alle), waren dann Anlaß weitere Hilfe zu suchen und haben eine Lawine ins Rollen gebracht... Klar mit zunehmendem Alter und steigenden schulischen Anforderungen steigt auch der Streßpegel.

    Ich glaube auch, dass die Schule, so wie sie ist, meinem Kind nicht gut tut. Er hat einen hohen Leistungsanspruch und erlebt sich häufiger "abgestraft" als "belohnt" - das ist nicht so toll und demotiviert ihn oft. Zensuren schwanken extrem - von 4 bis 1+ ist alles dabei. Je nachdem ob mein Sohn mal dazu gebracht werden konnte VOR einer Klassenarbeit in seine Unterlagen zu schauen.

    Ich hoffe die Lehrer setzten ihre Ankündigungen um und entwickeln ein Belohnungssystem für den Großen, damit Ordunng und so besser klappen.

    Ich hatte mir schon überlegt, auf eine Freie Schule zu wechseln, aber nach dem was ich mir nun über ADHS anlerne, scheint das nicht so eine gute Idee zu sein. Thema Selbstmotivation.

    Vielen Dank für Eure Hinweise soweit!

    Ich melde mich sobald es Neuigkeiten gibt!

    Und vielen Dank besonders an "Königin Ester" für den Hinweis auf Russel Barkley auf youtube (aus einem anderen Thread). Fand ich sehr aufschlußreich.

    Ach so, was mich noch umtreibt ist die Frage: wenn Medikamentation dann lebenslang??? Wenn Du schreibst, dass Du die auch als Erwachsene noch brauchst?

    Hm. Das finde ich erstmal beängstigend.
    Mein großer lustiger wilder Löwe-Schütze 06/2004
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    Little Miss Sunshine 10/2016

  8. #8
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Zitat Zitat von mondfischlein Beitrag anzeigen

    Ach so, was mich noch umtreibt ist die Frage: wenn Medikamentation dann lebenslang??? Wenn Du schreibst, dass Du die auch als Erwachsene noch brauchst?

    Hm. Das finde ich erstmal beängstigend.
    Tja..... Du kannst auch das ganze Leben ohne. Aber dann hast du nicht die gleiche Lebensqualität. Als Erwachsener entscheidet man das sowieso selbst. Du kannst sie z.B. am Wochenende weglassen, wenn du willst. Passiert nichts Schlimmes, wenn man sie mal auslässt. Ist halt ein Hilfsmittel, wie eine Brille. Persönlich nehme ich Medis um ein einigermassen normales Leben führen zu können, inklusive Vollzeit-Job.

  9. #9
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Erfahrungen mit ADHS Therapien - ohne Ritalin oder Medikamentengabe -

    Hallo mondfischlein,

    mach mal langsam. Es ist nicht so, dass man das Medikament immer weiter nehmen müsste sobald man erst einmal damit angefangen hat. Es gibt Erwachsene, denen es mit Medikament besser geht als ohne - unabhängig davon, ob sie als Kinder behandelt worden sind oder nicht.

    Viele ADHS-ler können das Medikament im Erwachsenenaltet auch absetzen, das ist nicht vorhersehbar.

    Es gibt eine genetische Disposition für ADHS - aber erst einmal muss ein Arzt sich das ansehen. Ich wünsche euch einfach, dass ihr etwas findet, was eurem Großen hilft.

    Esther

    PS: Kinder mit ADHS brauchen viel Struktur. Eine freie Schule ist in aller Regel keine gute Idee.
    Martha74 und touchwood gefällt dies.