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  1. #1
    Kleeblatt27 ist offline Stranger
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    Standard Plötzlich Alleinerziehend - aber irgendwie auch doch nicht...

    Hallo,

    ich bin neu hier und muss mal was los werden :)

    Mein Mann und ich haben uns vor einem Monat getrennt. Wir sind über 10 Jahre ein Paar gewesen, seit 6 1/2 Jahren verheiratet und haben ein Kind zusammen. Er hat mich verlassen, weil er mich nicht mehr liebt und wohl auch schon länger mit dem Gedanken gespielt, sich aber aufgrund unserer tiefen Bindung nicht getraut es auszusprechen. Auch ich merkte das was anders geworden war, hätte ihn aber nie verlassen, weil ich geglaubt habe es sei normal, schließlich sind wir seit langer Zeit ein Paar und auch Eltern, da ändert sich ja manchmal einiges. Wir hatten schon immer eine menschlich unheimlich enge Beziehung zueinander, aber in der Liebe hat es sich leider nicht fortentwickelt, was ihn dann dazu gebracht hat die Beziehung zu beenden. Es floßen von beiden Seiten aus viele Tränen, da wir nie gedacht hätten mal getrennte Wege zu gehen, aber auch ich muss mir eingestehen das die veränderten Gefühle ihm gegenüber wohl doch nicht so normal waren, wie ich es empfunden habe. Viele Gespräche seit der Trennung haben uns geholfen die Beziehung reflektieren und zu erkennen das die Trennung der richtige Weg ist, auch wenn es von meiner Seite aus nie eine Trennung gegeben hätte, da meine Liebe zu ihm nicht weg ist, seine zu mir aber ja. Ich habe Gott sei Dank die Besten Freundinnen der Welt, die mir in der schweren Zeit beistehen und versuche mein Leben neu zu ordnen.

    Jetzt sitze ich gerade auf dem Sofa und denke über meine Zukunft nach. Ich dachte immer mein Kind wächst in einer Familie mit Vater und Mutter auf, zumal ich selbst ein Scheidungskind bin und nun hocke ich hier und mein Kind, welches erst 3 wird, ist bald ein Scheidungskind. Mein Mann möchte sich in der Nähe eine Wohnung suchen, wir kommen wie gesagt auch gut miteinander aus, was natürlich super für unsere Tochter ist, aber ich kann mich in Moment nicht mit den Gedanken anfreunden, dass er und ich kein Paar mehr sind und meine heile Familienwelt nicht mehr vorhanden ist - für unser Kind. Fast all meine Freunde sind verheiratet, glücklich sei mal dahin gestellt, aber sie sind eine Familie, wie ich mir das für unser Kind gewünscht habe. Die Erziehung möchten wir uns weiterhin teilen und die Tage in der Woche nach Spontanität ebenfalls, unser Kind soll weiterhin eine tiefe Bindung zu Oma und Opa haben, denn sie liebt beide abgöttisch, und auch das Leben soll normal für unser Kind weiter gehen. Das wird sich alles noch entwickeln, ist ja noch ziemlich frisch. Nur jetzt hocke ich hier als Alleinerziehende Mutter und frage mich wie das alles werden soll. Wird mein Kind glücklich werden? Werde ich je wieder glücklich sein? Wird sich das alles einpendeln? Wird aus meinem Kind was werden? Kann ich es meinem Kind recht machen? Wird das Verhältnis zu meinem Mann so harmonisch bleiben? Was wenn nicht? Mein Mann und ich möchten nur das Beste für unser Kind, was wohl alle Eltern möchten und wir sind zuversichtlich das wir es schaffen, aber es ich habe so viele Fragen im Kopf und muss das einfach mal los werden.

    Tja, das Leben ist nicht einfach in Moment...

    Vielen Dank
    Geändert von Kleeblatt27 (10.02.2014 um 10:05 Uhr)

  2. #2
    Avatar von blattkube
    blattkube ist offline Katzenbeauftragter
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    Standard Re: Plötzlich Alleinerziehend - aber irgendwie auch doch nicht...

    Sieh es auch mal so: Eine gute Scheidung ist besser als eine schlechte Ehe für das Kind. Du hast ja schon selbst gespürt, dass es nicht mehr so lief, wie vorher. Würdest du dein Kind wirklich aufwachsen lassen wollen in einer kaputten Ehe? So etwas geht leider nicht wirklich gut und am Ende leidet das Kind mehr.

    Es ist auch noch so jung und gewöhnt sich schnell an die neue Situation. Du musst dich auch nicht genötigt fühlen, die beste Freundschaft mit deinen Mann aufrecht zu erhalten. Ihr geht ja gut miteinander um und so sollte es bleiben. Aber es ist auch verständlich, dass der Abstand etwas größer wird. Besonders wenn es irgendwann neue Partner in euren Leben gibt.

    Du bist auch gar nicht alleinerziehend. Der Papa wohnt dann ja in der Nähe und ihr scheint flexibel genug zu sein, um euch die Erziehung zu teilen.

    Also Kopf hoch, es wird immer noch tolle Momenten mit deinem Kind geben und am Ende wirst du froh sein und eine andere Art von Familie wertschätzen können.

    Alles Liebe!

  3. #3
    Avatar von valentin2003
    valentin2003 ist offline Veteran
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    Standard Re: Plötzlich Alleinerziehend - aber irgendwie auch doch nicht...

    Hallo, ich kann deine Gedanken gut verstehen.
    Unser Sohn war 6, als wir uns getrennt haben. (mittlerweile ist er fast 11)
    Wir haben bis zum letzten Jahr auch ganz nah beieinander gewohnt, sodass wir bei Bedarf auch gegenseitig bei der Betreuung einspringen konnten. Natürlich ist eine Trennung für ein Kind nie leicht.
    Wichtig ist es, beizeiten eine vernünftige Regelung zu finden. Hier ist es seit fast 5 Jahren so, dass unser Sohn jede Woche 2 Tage (Mo und Di) beim Papa ist und alle 2 Wochenenden. Das läuft eigentlich super. Ab und zu gibt es mal Ausnahmen (weil ein Elternteil vielleicht einen wichtigen Termin hat).
    Gebt eurer Tochter einfach das Gefühl, dass ihr trotz der Trennung für sie beide da seid.
    Es wird sicher nicht immer tausendprozentig harmonisch zwischen euch als Eltern verlaufen. Wir haben es leider auch nicht immer geschafft, alle Sorgen und Probleme von ihm völlig fern zu halten. Manchmal haben wir ihm dann je nach Alter erklärt, warum wir gerade nicht so gut miteinander reden können. Aber es gab bisher nie eine Schuldzuweisung oder ein Schlechtmachen.

    Für dich ist es natürlich auch eine zu erwartende Umstellung, wenn eure Tochter tageweise beim Papa ist. Aber du klingst so, als ob du sie gut aufgehoben weißt.
    Ich habe mir dann anfangs eine Katze angeschafft (die gibt es immer noch), weil ich mit den vielen freien Abenden plötzlich überfordert war. Aber ich konnte es ganz schnell auch genießen, habe abends wieder was unternommen, konnte und kann meine kindfreien Wochenenden planen.
    Wir als Mama und Kind haben zwar weniger Zeit seit Jahren miteinander, aber dafür ist diese wesentlich intensiver. Ich habe nicht das Gefühl, dass unserem Sohn (außer dem Zusammenleben in der Grundfamilie natürlich) was fehlt. Die Probleme, die aufgetreten sind, hätte es wahrscheinlich auch sonst gegeben.

    Lass es einfach auf dich zukommen. Gut ist, wenn ihr versucht an einem Strang zu ziehen (soweit es geht).
    Und manchmal ist es sicher besser, wenn ein Kind in einer solchen Umgebung mit viel Liebe, Aufmerksamkeit und Verständnis aufwächst, als in bei Eltern, die eigentlich nur wegen dem Kind noch zusammenleben.

    Wünsche dir alles Gute.

  4. #4
    schnunzscher ist offline Mamaa! Fertig!!
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    Standard Re: Plötzlich Alleinerziehend - aber irgendwie auch doch nicht...

    Hallo Kleeblatt,

    am Samstag hat sich mein Mann von mir getrennt nach 11 Jahren Beziehung, 5 Jahren Ehe, einer 3 jährigen Tochter. Das was Du geschrieben hast, hätte ich auch genauso schreiben können.

    Unsere Beziehung hat sich seit der Geburt unserer Tochter verändert, wir haben sie wohl irgendwie vernachlässigt. Ich dachte, das ist so, das ist eine Phase, das wird schon. Ich habe ihn einige Male darauf angesprochen, dass ich ihn vermisse. Aber er hat nichts gesagt, dass er sich nicht mehr sicher ist, ob er noch etwas für mich empfindet.

    Unsere Ehe, unsere Beziehung, war immer toll. Sehr innig. Um uns herum haben sich die Paare gefunden und sind wieder auseinander gegangen. Wir nicht. Wir haben nie gestritten. Wir waren Wir, ein Team, Zusammen.

    Und nun hat er eine neue Freundin.

    Natürlich wollen wir das Beste für die Kleine. Aber wie soll das gehen??? Sie liebt ihren Vater abgöttisch! Kann ich ihr wirklich gerecht werden? Kann ich die Geduld und Umsicht für sie aufbringen, die sie vor allem jetzt braucht, wenn es mir doch selber zum Kotzen geht?

    Ich kann Deine Gedanken so gut nachvollziehen. Ich hoffe so, dass mein Mann und ich eine gute, freundschaftliche Basis finden, es sieht jedenfalls danach aus, aber. So viele Aber...

    Fühl Dich von mir gedrückt.
    Geändert von schnunzscher (12.02.2014 um 13:33 Uhr)

  5. #5
    Kleeblatt27 ist offline Stranger
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    Standard Re: Plötzlich Alleinerziehend - aber irgendwie auch doch nicht...

    Guten morgen:)

    Vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt recht. Lieber eine gut funktionierende Freundschaft zwischen zwei Eltern, als eine schlechte Ehe. Schwer ist für mich glaube ich nur, dass ich bis vor der Trennung nie im geringsten dran gedacht hätte, dass unsere Ehe überhaupt irgendwie schlecht lief, so das er sich endlieben hätte können. Natürlich gibt es immer mal Phasen wo es nicht so toll läuft, aber so ist das eben in einer Ehe.

    Ich habe nur auch so wahnsinnige Angst ihn als Freund zu verlieren, zumal ich nicht wirklich viel Familie habe. Er und unser Kind waren meine Familie vor Ort. Jetzt bin ich zwar noch nicht allein, aber irgendwann werde ich es sein und vor dieser Umstellung graut es mir jetzt schon. Ich möchte meiner Tochter nicht nichts bieten können, sondern ihr ein Leben mit viel Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und Schutz gewähren. Aber wer sagt mir das ich es kann?
    Geändert von Kleeblatt27 (13.02.2014 um 07:19 Uhr)

  6. #6
    Kleeblatt27 ist offline Stranger
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    Standard Re: Plötzlich Alleinerziehend - aber irgendwie auch doch nicht...

    @Schnun...

    Das tut mir wahnsinnig leid. Da sitzen wir ja fast im selben Boot. Ich glaube wir sollten uns mal unterhalten. Das hilft uns evtl beide...

    Vielleicht gehen wir Frauen mit solch veränderten Beziehungsphasen während des Eltern werden anders um, weil wir als Mama auch anders fühlen, als Väter? Also das es uns praktisch nicht so nahe geht, wenn sich was ändert?

    Und diese Trauerphasen von denen du in dein Thread gesprochen hast, die habe ich auch. Es gibt Tage an denen ich ganz doll weine, unendlich traurig bin, und dann gibt es Tage, an den bin ich ganz gelassen und sogar richtig gut drauf. Vielleicht hängt das bei mir mit dem zusammen, dass mir selbst seit der Trennung bewusst wurde, dass die veränderten Gefühle wohl doch nicht so normal waren, wie ich es zuerst dachte. Obwohl ich wie gesagt nicht Schluß gemacht hätte. Aber ich habe ja seit der Trennung sogar Tage, an denen frage ich mich ob es von meiner Seite aus nicht auch eher die tiefen Gefühle einer langen und intensiven Freundschaft sind und ich deshalb so gelassen bin...
    Geändert von Kleeblatt27 (13.02.2014 um 07:28 Uhr)

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