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Thema: Stillen hat nicht geklappt

  1. #1
    VFS
    VFS ist offline Stranger
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    Standard Stillen hat nicht geklappt

    Hallo,

    mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt.
    Ich hatte mit Absicht keine Erwartung an Geburt, aus Angst falsche Vorstellungen zu haben und am
    Ende enttäuscht zu sein.
    Nun war es ein Kaiserschnitt wegen abfallender Herztöne, den ich auch so akzeptieren kann da er notwendig war.

    Stillen wollte ich wegen meinen vielen Allergien sehr gerne hab aber immer gesagt, ich versuche es.
    Nun ist dies auch gescheitert. Mein Sohn hatte eine Schwäche des Unterkiefers. Er hat mir die Milch nicht abnehmen können und ich hatte mehr als genug. Hatte etliche Male Milchstau.
    Er ist sonst sehr lieb und umgänglich, aber beim Stillen hat er nur geweint und angefangen zu klemmen. Bei mir war alles kaputt und entzündet (trotz Hütchen - ohne das ging es gar nicht) Nach 6 Wochen hab ich es ganz aufgegeben, ihn anzulegen und nur noch gepumpt. Er hat die Milch über die Flasche bekommen (mittlerweile bekommt er HA da ich die Milchmenge mit dem pumpen nicht aufrecht erhalten konnte) Hatte Kontakt zu einer Stillberaterin, die sich viel Zeit mit uns genommen hat und war auch beim Osteopathen - die sagten es wird besser aber sie könnten natürlich nichts garantieren.

    Ich leide sehr darunter, dass ich nicht stillen kann und fühle mich vor Leuten die stillen immer irgendwie schlecht. Kann damit nicht wirklich abschließen - gibt es jemanden den es ähnlich geht ?
    Lg

  2. #2
    Thori ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Ich habe 14 Tage gestillt und dann gab es die Flasche und ich habe diese Entscheidung ganz freiwillig getroffen.
    Ein Schlechtes Gewissen hatte ich absolut nicht.
    Schaut man sich mal Studien an so stillen bereits zwei Monate nach der Geburt nur noch 70 von 100 Müttern.
    Nach einem halben Jahr werden nur noch etwa 22 Prozent aller Babys ausschließlich von Muttermilch ernährt.

    Also warum hast du da ein schlechtes Gewissen ? Du hast es versucht - der Wille war da - es hat nicht funktioniert - Punkt .

    Wer sich so wie du da rein hängt ist eine tolle Mutter !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Lass dich bloss nicht verunsichern .
    Eine gute dauerhafte Bindung zu einem Kind kann man auch ohne stillen aufbauen .

    Thori
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  3. #3
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Zitat Zitat von VFS Beitrag anzeigen
    Hallo,

    mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt.
    Ich hatte mit Absicht keine Erwartung an Geburt, aus Angst falsche Vorstellungen zu haben und am
    Ende enttäuscht zu sein.
    Nun war es ein Kaiserschnitt wegen abfallender Herztöne, den ich auch so akzeptieren kann da er notwendig war.

    Stillen wollte ich wegen meinen vielen Allergien sehr gerne hab aber immer gesagt, ich versuche es.
    Nun ist dies auch gescheitert. Mein Sohn hatte eine Schwäche des Unterkiefers. Er hat mir die Milch nicht abnehmen können und ich hatte mehr als genug. Hatte etliche Male Milchstau.
    Er ist sonst sehr lieb und umgänglich, aber beim Stillen hat er nur geweint und angefangen zu klemmen. Bei mir war alles kaputt und entzündet (trotz Hütchen - ohne das ging es gar nicht) Nach 6 Wochen hab ich es ganz aufgegeben, ihn anzulegen und nur noch gepumpt. Er hat die Milch über die Flasche bekommen (mittlerweile bekommt er HA da ich die Milchmenge mit dem pumpen nicht aufrecht erhalten konnte) Hatte Kontakt zu einer Stillberaterin, die sich viel Zeit mit uns genommen hat und war auch beim Osteopathen - die sagten es wird besser aber sie könnten natürlich nichts garantieren.

    Ich leide sehr darunter, dass ich nicht stillen kann und fühle mich vor Leuten die stillen immer irgendwie schlecht. Kann damit nicht wirklich abschließen - gibt es jemanden den es ähnlich geht ?
    Lg
    Du hast die Entscheidung getroffen, die für dich und dein Kind die beste war. Fertig, das musst du mit niemandem diskutieren. Und das schlechte Gewissen machst du dir wahrscheinlich hauptsächlich selbst. Aber das brauchst du nicht, du hast getan, was du konntest.

  4. #4
    VFS
    VFS ist offline Stranger
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Ja klar, das schlechte Gewissen mache ich mir selbst.
    Das stimmt schon. In der Hinsicht hab ich einfach ein schlechtes Selbstbewusstsein - muss ich wohl einfach lernen.
    Vielen Dank für eure Antworten.😉

  5. #5
    Krümelkeks ist offline mit Krümel
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Hey, ich will auch noch was dazu sagen.
    Ich habe mich mit genau diesem Thema auch vor einiger Zeit beschäftigen müssen. Wir hatten den folgenden Ablauf: zunächst keine Milch, dann der Kleine Trinkschwäche, dann hat Stillen nur mit Stillhütchen funktioniert, später ohne, dann kam eine Brustverweigerungsphase woraufhin ich auch abgepumpt und mit Flasche gefüttert habe und meine Milch deswegen weniger wurde. Irgendwann wurde die Brust auch in der Nacht verweigert und angeschrien und das alle 90 Minuten weil er einfach nicht satt wurde. Nach 5 1/2 Monaten habe ich ZUM GLÜCK aufgegeben. Ich musste sehr mit mir selbst ringen. Ich dachte mir, ich muss nur stark genug sein und lange genug aushalten und es würde irgendwann besser werden. Aber auch die Stillberatung hat nichts gebracht. Im Gegenteil. Es hieß am Ende nur "Wenn Pumpen funktioniert, dann soll ich pumpen. Hauptsache Muttermilch!"
    Und genau das ist der Punkt der mich wirklich wütend und traurig zugleich macht. Überall liest und hört man, dass Muttermilch das beste für mein Kind sei. Selbst Anbieter von Milchpulver müssen es vorsagen, weil sie sonst 1 Note Abzug bei Ökotest bekommen wenn dieser Spruch nicht prominent genug platziert wird. Genauso wie es ihnen verboten ist, Bilder von glücklichen "Flaschenkindern" zu zeigen.
    Es wird außerdem viel zu oft und viel zu fahrlässig behauptet, dass jede Mutter stillen kann. Es wird suggeriert, dass die, die es nicht tun, schlechte Mütter sind. Im Busch oder in Entwicklungsländern hätten sie ja auch keine Mulvermilch. Nur zählt da keiner mit wieviele Frauen dort krank werden oder sogar sterben, weil sie durch das Stillen ihre Reserven aufbrauchen. Und außerdem spricht auch keiner darüber, dass wenn die "Buschfrau" ihr Kind nicht richtig stillt weil es beispielsweise eine Trinkschwäche hat, dass dieses Kind dort verhungern würde. In Entwicklungsländern herrschen nun mal andere Standards und wir haben zum Glück das Privileg unsere Kinder mit Trinkschwäche nicht verhungern lassen zu müssen.
    Aber an sowas denken wir gar nicht erst. Denn stillen ist das beste für unsere Kinder. Und Pulvermilch ist böse. Da wurden mal Stoffe gefunden die da nicht hingehören. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Und das bekommt man nur mit, wenn man sich damit beschäftigt weil man sich damit leider beschäftigen muss. Weil Stillen irgendwann mal nicht das beste für unser Baby wird. Dann fängt man an darüber nachzudenken, dass Muttermilch genauso mit Schadstoffen belastet sein kann. Selbst wenn eine Mutter sich nur von Bio Produkten ernähren würde, können Gifte aus den Fettpolstern gelöst werden. Nicht umsonst nimmt man so gut ab, wenn man stillt. Stillen geht auf Kosten der Reserven einer Mutter. Das was sie sich damals an Schadstoffen angefuttert hat, wird aufgelöst und in die Milch geschwemmt. Ich würde echt gerne sehen wie Ökotest mal Muttermilch testet. Mit Sicherheit würden einige Mütter mit ihrer Milch total durchfallen.
    Aber hey, Stillen ist das Beste für mein Baby. Das ist nun mal so. Und mein Busen ist ja sowieso irgendwie Allgemeingut geworden über die sich jeder seine Meinung bildet. Dass eine Situation, in welcher das Stillen nicht so problemlos funktioniert auf die Psyche der stillenden Mutter gehen kann, steckt in diesem Satz nicht mit drin. Denn Stillen hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Ich habe mein Kind immer und immer wieder gezwungen aus der Brust zu trinken. Weil Stillen nun mal das beste ist. Es heißt ja auch nicht, Stillen wäre das beste wenn es klappen würde. Es heißt, Stillen ist das beste. Folglich ist alles andere nicht das beste. Alle Probleme über einen Kamm geschert. Als wären es nur die entzündeten Brustwarzen auf die man kein Bock hätte und deswegen nicht stillen will. Aber lass dir zur abwechselnd auch mal folgendes sagen: Eine Mutter kann eine gute Mutter auch dann sein, wenn sie ihr Baby nicht stillt. Wenn sie aber selber so gesund und fit ist, dass sie es lieben kann und sich über ihr Baby freut (und keine Angst hat, dass in wenigen Stunden der Stillkampf wieder losgeht).

    Du siehst, ich habe meine Meinung mittlerweile geändert. Ich habe zum Glück eine eigene (!) Meinung bekommen. Selbstverständlich würde ich gerne in vollkommener Harmonie mein Baby im Arm wiegen und stillen während es mir glücklich und zufrieden in die Augen schaut. Aber das ist bei diesem Kind nicht möglich. Ich werde es beim nächsten Kind probieren. Und wenn es da auch nicht klappt, dann werde ich mir nicht mehr vorwerfen, ich sei eine schlechte Mutter. Denn dann sitzen die Medien und Experten mir nicht mehr im Nacken. Vielleicht habe ich es geschafft, dass sie dir auch nicht mehr im Kopf herumspuken

    P.S. Durch das Stillen habe ich in 5 1/2 Monaten 20 kg (ohne Fruchtwasser, Wassereinlagerungen, Gewebe etc) abgenommen obwohl ich weiterhin gut gegessen habe. Erst nach dem Abstillen hat das drastische Abnehmen aufgehört und mir geht es nun körperlich besser. Und der viele Schlaf ist nun echt Wellness. Denn der Kleine wacht jetzt nur noch alle 4 statt 1,5 Stunden auf :D Und dabei war für mich bereits vor der Geburt klar, ich werde stillen. Ich muss es nur wollen.
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    * 25.11.17

  6. #6
    VFS
    VFS ist offline Stranger
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Ja das stimmt was du schreibst!
    Hört sich ja auch echt anstrengend an bei dir..aber gut das ihr jetzt einen Weg gefunden habt womit beide zufrieden sind.
    Als ich mich mit der Milchnahrung anfreunden musste, hab ich es auch jedes Mal als Verurteilung empfunden wenn auf der Seite der Milchnahrung auf der ich mich informiert habe, das Hinweis Fenster aufploppte "Stillen ist das beste für ihr Kind". Aber ich glaube man würde einfach Dank der Hormone alles für sein Kind machen und Bietet somit auch viel Angriffsfläche.
    Ich trage ihn viel im Tragetuch und er schläft nachts auch direkt neben mir (anders geht es nicht) . Er braucht viel Nähe und ich irgendwie auch wenn ich ehrlich bin 😌 Einen schönen Abend euch allen!

  7. #7
    Jana_76 ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Zitat Zitat von VFS Beitrag anzeigen
    "Stillen ist das beste für ihr Kind".
    Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Hersteller gesetzlich verpflichtet sind, sowas drauf zu schreiben. Natürlich ist es das Einfachste im Sinne von am wenigsten Aufwand und natürlich hat es viele Vorteile. Aber auch nur, wenn es klappt. Und Du bist keine schlechte Mutter, wenn es bei Euch nicht klappt.

    Warum haderst Du so mit Dir? Weil die Stillkommission der Meinung ist, dass alle Babys 6 Monate lang voll gestillt werden sollen? Weil alle Babys gleich sind? Weil sie sich nicht unterscheiden in ihren Startbedingungen (z. B. Frühgeburten), in ihrer Entwicklung, in ihrer Persönlichkeit?
    Es sollte doch eigentlich nur darum gehen, was für Euch BEIDE (Drei, wenn man Papa mitzählt) das Beste ist, womit IHR am Glücklichsten seid.
    Was nützt die Erfüllung dieser allgemeinen Vorgabe, wenn Dein Kleiner immer Hunger hat und Du todmüde bist?

    Wie viele Kinder wurden voll gestillt und sind trotzdem Allergiker geworden? Es gibt so viele Studien, die behaupten, dass Stillen Allergien vorbeugt und es gibt Studien, die behaupten das Gegenteil. Warum jemand Allergiker wird, hängt von so vielen Faktoren ab. Wüsste die Wissenschaft tatsächlich, was die Ursache ist, würden Du und ich keine Probleme mehr haben, oder?

    Sch... auf die Anderen. Sieh Dir Dein Kind an und frag Dich, was es am Glücklichsten macht. Und DAS ist das einzig Richtige für Euch.

    P.S.: Ich finde es sehr traurig, dass in unserer Gesellschaft eine Mama ein schlechtes Gewissen hat, wegen sowas. Du liebst Dein Baby, umsorgst es, fütterst es, lässt es glücklich aufwachsen. Warum ein schlechtes Gewissen?
    Krümelkeks und Thori gefällt dies.



  8. #8
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Zitat Zitat von VFS Beitrag anzeigen
    Ja das stimmt was du schreibst!
    Hört sich ja auch echt anstrengend an bei dir..aber gut das ihr jetzt einen Weg gefunden habt womit beide zufrieden sind.
    Als ich mich mit der Milchnahrung anfreunden musste, hab ich es auch jedes Mal als Verurteilung empfunden wenn auf der Seite der Milchnahrung auf der ich mich informiert habe, das Hinweis Fenster aufploppte "Stillen ist das beste für ihr Kind". Aber ich glaube man würde einfach Dank der Hormone alles für sein Kind machen und Bietet somit auch viel Angriffsfläche.
    Ich trage ihn viel im Tragetuch und er schläft nachts auch direkt neben mir (anders geht es nicht) . Er braucht viel Nähe und ich irgendwie auch wenn ich ehrlich bin �� Einen schönen Abend euch allen!
    Die Hersteller sind gesetzlich dazu verpflichtet, weil sie nämlich zusammen mit der Ärztelobby jahrezehntelang Müttern eingeredet haben, Babys bräuchten Milchnahrung, sonst würden sie verhungern. Was natürlich kompletter Blödsinn ist. In Entwicklungsländern ist es z.T. heute häufig noch so, dass die Milchnahrungshersteller ihre Produkte propagieren und für viel Geld an die arme Bevölkerung verkaufen.

    Muttermilch ist die gesündeste Ernährung für einen Säugling, da brauchen wir nicht zu diskutieren. Wir sind aber in Deutschland in der glücklichen Lage, dass auch die zweitbeste Nahrungsquelle nahe ans Original heranreicht und wir sauberes und gesundes Trinkwasser für die Zubereitung haben.

  9. #9
    lona ist offline newbie
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Ich kann es auch gut nachempfinden, bei uns war es ähnlich. Man macht sich eine Menge Druck, weil es nicht klappt mit dem Stillen. Und überall wird man damit konfrontiert, dass Stillen das einzig Richtige ist. Ich musste auch wegen einer ausgeprägten Saugschwäche früh abstillen und habe dann heulend zu meiner Hebamme gesagt: Aber selbst auf der Milchpackung steht drauf, dass Stillen besser ist! Sie hat nur fest und bestimmt gesagt: Werfen Sie die Verpackung in den Müll! Im Nachhinein hatte sie natürlich damit Recht. Was nicht geht, geht eben nicht. Aber man wird halt im Alltag ständig damit konfrontiert, dass man etwas ganz Essentielles nicht hinbekommt. Es gibt reihenweise Artikel darüber, wie gesund das Stillen ist, in Zeitschriften und sogar in den Heften zur Einführung der Beikost (!?!). Das macht dich als Mutter, die auch noch im Abstill-Hormonchaos ist, total fertig.
    Im Nachhinein kann ich dich beruhigen. Dein Sohn hat das Wichtigste (Kolostrum und die ersten paar Wochen) an Muttermilch bekommen. Auch mit Fertignahrung entstehen körperlich und geistig gesunde Kinder. Und Flasche geben hat auch seine Vorteile - da kann am Wochenende auch mal der Papa nachts ran.
    Und mach dich nicht verrückt, wenn beim Beikosteinführen wieder etwas Ähnliches anfängt. Da soll nämlich dann ganz schnell ganz viel Abwechslung auf den Teller und schön nach Plan genau die richtigen Breie. Wenn du dann einen Verächter des Getreidebreis vor dir hast, der sich den ganzen Tag nur von selbstgekochtem Kartoffel-Fleisch-Brei mit Karotte (Zutaten bitte nur und ausschließlich von einem namhaften Discounter und bitte kein BIO, alles andere wird verweigert!) ernährt, geht das nämlich sonst wieder von vorne los mit den Selbstvorwürfen. Also: Genieße lieber die Zeit mit dem Kleinen, und mach dich nicht verrückt. Die meisten Dinge regeln sich mit der Zeit von alleine - und Bindung und Wohlbefinden wächst durch ganz, ganz viele andere Dinge im gemeinsamen Leben, nicht nur durch Stillen.

  10. #10
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick
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    Standard Re: Stillen hat nicht geklappt

    Zitat Zitat von lona Beitrag anzeigen
    Ich kann es auch gut nachempfinden, bei uns war es ähnlich. Man macht sich eine Menge Druck, weil es nicht klappt mit dem Stillen.
    Den Druck macht frau sich hauptsächlich selbst.

    Und überall wird man damit konfrontiert, dass Stillen das einzig Richtige ist. Ich musste auch wegen einer ausgeprägten Saugschwäche früh abstillen und habe dann heulend zu meiner Hebamme gesagt: Aber selbst auf der Milchpackung steht drauf, dass Stillen besser ist!
    Nur weil stiellen die beste art der Ernährung ist (vorausgesetzt es klappt problemlos), heißt das doch nicht, dass Milchnahrung minderwertig ist. Und schon gar nicht, dass eine Frau, die nicht stillt, minderwertig ist oder ihr Kind nicht liebt. Das sagt auch niemand, das lesen wir Frauen nur gerne heraus.

    Sie hat nur fest und bestimmt gesagt: Werfen Sie die Verpackung in den Müll! Im Nachhinein hatte sie natürlich damit Recht. Was nicht geht, geht eben nicht. Aber man wird halt im Alltag ständig damit konfrontiert, dass man etwas ganz Essentielles nicht hinbekommt. Es gibt reihenweise Artikel darüber, wie gesund das Stillen ist, in Zeitschriften und sogar in den Heften zur Einführung der Beikost (!?!).
    In den Ratgebern zur Beikost steht das drin, weil zu viele Mütter um den 4. Monat herum meinen, ihr Kind würde nicht satt werden vom Stillen und dann unbedingt Brei füttern wollen. Genauso wie etliche Flaschenmamas meine, sie müssten jetzt ganz dringend auf 2er-Milch und Breiflaschen am Abend umstellen. Da steckt doch kein Vorwurf drin.

    Das macht dich als Mutter, die auch noch im Abstill-Hormonchaos ist, total fertig.
    Im Nachhinein kann ich dich beruhigen. Dein Sohn hat das Wichtigste (Kolostrum und die ersten paar Wochen) an Muttermilch bekommen. Auch mit Fertignahrung entstehen körperlich und geistig gesunde Kinder. Und Flasche geben hat auch seine Vorteile - da kann am Wochenende auch mal der Papa nachts ran.
    Und mach dich nicht verrückt, wenn beim Beikosteinführen wieder etwas Ähnliches anfängt. Da soll nämlich dann ganz schnell ganz viel Abwechslung auf den Teller und schön nach Plan genau die richtigen Breie. Wenn du dann einen Verächter des Getreidebreis vor dir hast, der sich den ganzen Tag nur von selbstgekochtem Kartoffel-Fleisch-Brei mit Karotte (Zutaten bitte nur und ausschließlich von einem namhaften Discounter und bitte kein BIO, alles andere wird verweigert!) ernährt, geht das nämlich sonst wieder von vorne los mit den Selbstvorwürfen. Also: Genieße lieber die Zeit mit dem Kleinen, und mach dich nicht verrückt. Die meisten Dinge regeln sich mit der Zeit von alleine - und Bindung und Wohlbefinden wächst durch ganz, ganz viele andere Dinge im gemeinsamen Leben, nicht nur durch Stillen.
    Mehr Selbstbewusstsein!

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