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  1. #1
    Avatar von MajaMayer
    MajaMayer ist offline willyseine
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    Standard Workshop in Schulklasse

    Ein workshop in einer vierten Klasse, Anlass sind disziplinarische Probleme, einige "Störer" scheinen einen Großteil der Klasse mitgerissen zu haben, es herrscht ein schlechter Umgang, Lehrer fühlen sich hilflos.

    Thema ist ganz grob "Respektvoller Umgang", also etwas gemeinsam für ein gutes Miteinander entwickeln.

    Es scheint mir zentral, die Kinder zu "kriegen", ihr Interesse zu wecken, sie zu begeistern - und das geht nicht über den langweiligsten hundertsten Regelkatalog, der erarbeitet wird.

    Wie könnte man Eure Kinder packen? Von was würden sie begeistert berichten?

    *DP mit dem AD(H)S-Forum, da antwortet leider (noch) keiner.*
    LG
    Maja



    Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
    und der Himmel ein Opal
    weiss ich, dass das meine Zeit ist,
    weil die Welt dann wie ein Weib ist,
    und die Lust schmeckt nicht mehr schal.
    (Konstantin Wecker)


    http://www.youtube.com/watch?v=HNKvRIRBdy4&NR=1


    http://www.youtube.com/watch?v=FRLBS...eature=related

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von MajaMayer Beitrag anzeigen
    Ein workshop in einer vierten Klasse, Anlass sind disziplinarische Probleme, einige "Störer" scheinen einen Großteil der Klasse mitgerissen zu haben, es herrscht ein schlechter Umgang, Lehrer fühlen sich hilflos.

    Thema ist ganz grob "Respektvoller Umgang", also etwas gemeinsam für ein gutes Miteinander entwickeln.

    Es scheint mir zentral, die Kinder zu "kriegen", ihr Interesse zu wecken, sie zu begeistern - und das geht nicht über den langweiligsten hundertsten Regelkatalog, der erarbeitet wird.

    Wie könnte man Eure Kinder packen? Von was würden sie begeistert berichten?

    *DP mit dem AD(H)S-Forum, da antwortet leider (noch) keiner.*
    Ich unterrichte ja ältere Kinder, aber häufig mit den selben Problemen. Als Einstieg würde ich ein Problem außerhalb der Klasse (z.b. durch einen Film) wählen und das dann als Gesprächsanlass nehmen. Wie fühlen sich die Pertsonen, warum handeln sie so? Evtl könntest du die Kinder ein altertnatives (besseres) Ende scgreiben und spielen?) lassen.

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von MajaMayer Beitrag anzeigen
    Ein workshop in einer vierten Klasse, Anlass sind disziplinarische Probleme, einige "Störer" scheinen einen Großteil der Klasse mitgerissen zu haben, es herrscht ein schlechter Umgang, Lehrer fühlen sich hilflos.

    Thema ist ganz grob "Respektvoller Umgang", also etwas gemeinsam für ein gutes Miteinander entwickeln.

    Es scheint mir zentral, die Kinder zu "kriegen", ihr Interesse zu wecken, sie zu begeistern - und das geht nicht über den langweiligsten hundertsten Regelkatalog, der erarbeitet wird.

    Wie könnte man Eure Kinder packen? Von was würden sie begeistert berichten?

    *DP mit dem AD(H)S-Forum, da antwortet leider (noch) keiner.*
    Ui, eine "Alltagsaufgabe"... wie sie in recht vielen Klasse nötig wäre aber nicht gemacht wird.

    Also, meine Erfahrung mit den Rüben ist folgende:
    Die haben die Regeln theoretisch drauf, da muss nichts mehr "gelernt" oder vermittelt werden.
    Die haben aber die Erfahrung gemacht, dass ein Regelverstoß in der Regel gar nicht geahndet wird, zumindest nicht so, dass es "weh tut". Und damit haben sie blitzschnell gelernt: Cool, ich kann mich aufführen wie S.au, mir passiert nix!

    So, nach einigen Jahren Erfahrung bin ich weg von der Meinung, da pädagogisch sanftweichstreichelnd was ausrichten zu können und wir haben zahllose Stunden und Vorträge in dieser Richtung gemacht. (Mobbing, Mobbingprävention, ist vielleicht etwas anderes als bei Dir aber sicher ähnlich gelagert)
    Ich weiß nun auch nicht, wie drastisch der "respektlose Umgang" in dieser Klasse schon ist und was genau alles vorgefallen ist. Davon hängt natürlich auch die "Maßnahme" ab...

    Liegt regelverletzendes Verhalten vor, muss vielleicht endlich mal genau festgelegt werden, welche Konsequenz auf den jeweiligen Regelverstoß folgt. Ich weiß nun nicht, wie konsequent die Lehrer und er Hinsicht bisher waren?
    Diese muss wiederum konsequent verfolgt und KONTROLLIERT werden. Und hier hakt es im Alltag meist!
    Weiter wird festgelegt, wie oft Regelverstöße erfolgen dürfen. Dann erfolgt die nächste disziplinarische Maßnahme, die ebenfalls durchzuziehen ist.

    In der GS des Kleinen kam es so zu Versetzungen in die Parallelklasse, Schulausschlüssen oder Schulverweisen. Mit netteren Maßnahmen oder päd. "Spielen" war da nix mehr zu machen.
    Aber es hat Wirkung gezeigt, auch auf andere Störer. Es kehrte Ruhe ein.
    Denn, wie gesagt, ALLE vorherigen pädagogischen "Spielchen" und Maßnahmen, von denen ich in "Anfangsstadien" durchaus überzeugt bin, halfen nicht. Dazu waren die Klassen"zustände" schon zu weit fortgeschritten.

    Als erstes würde ich gar nicht zu sehr "spielen" sondern klar die Regeln benennen lassen, quasi die Kenntnis der Regeln abfragen.
    Dann Zustimmung von allen einholen, dass es für den Alltag wichtig ist, die Regeln einzuhalten.
    Danach viertklassgerecht Konsequenzen erarbeiten lassen. Das kann ja in den verschiedensten Formen geschehen. Konsequenzen, die sie selbst erarbeiten, nehmen sie leichter an und halten sie leichter ein... kennen wir Erwachsene ja auch

    Wenn es irgendwie möglich ist, holt die Eltern ins Boot! Denn es ist m.E. schon so: Sind die Eltern nicht überzeugt, beißte Dir an den Nachwüchsleins die Zähne aus.

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von AgathaChristie Beitrag anzeigen
    Ich unterrichte ja ältere Kinder, aber häufig mit den selben Problemen. Als Einstieg würde ich ein Problem außerhalb der Klasse (z.b. durch einen Film) wählen und das dann als Gesprächsanlass nehmen. Wie fühlen sich die Pertsonen, warum handeln sie so? Evtl könntest du die Kinder ein altertnatives (besseres) Ende scgreiben und spielen?) lassen.
    Das Problem ist, dass selbst die Respektlosesten genau wissen, wie sich sowas anfühlt. Aber sie setzen's im Alltag nicht um! Warum? Weil es IHNEN selbst nicht wehtut. (zu ergründen, warum auch immer sie das tun, ist nicht Sache der Schule... deshalb die Eltern ins Boot holen)
    Es tut ihnen nicht weh weil sie OBENAUF sind. Und wer will nicht obenauf sein?

    Manchmal geht es einfach nur mit "Abfolgen" wie: Regeln - Regelverstoß - Konsequenz - Kontrolle der Einhaltung der Konsequenzen - da, wo es den "Obenauf-Seienden" auch mal selbst wehtut.

    Wie gesagt, warum manche Kinder/Menschen so ticken, ist nicht Aufgabe der Schule, das zu ergründen. Aber es ist Aufgabe der Schule, dafür zu sorgen, dass ALLE unbehelligt und gewaltfrei in einer respektVOLLEN Umgebung lernen können. Zur Not bei groben Regelverletzern eben mit schmerzhaften Konsequenzen.

    Schafft es die sanfte Tour nicht, ist es wichtig, nicht zu lange abzuwarten (worauf auch...) sondern sofort konsequent zu handeln.

  5. #5
    Avatar von MajaMayer
    MajaMayer ist offline willyseine
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    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von Clarissa Beitrag anzeigen
    Also, meine Erfahrung mit den Rüben ist folgende:

    *ggg*
    Da hst die Problematik sehr genau analysiert!!!!

    Die Kids haben alle die Hausaufgabe, sich Umgangsregeln zu überlegen und ich hab überlegt, ob ich sie die erstmal als Auftakt alle in eine riesige Mülltonne werfen lasse - gerne mit hinterhertreten. - Kann man doch machen, als paradoxe Intervention oder?

    Dann würd ich gerne was zum Thema Respekt machen, aber ohne pädagogischen Zeigefinger, eher mit Jugendjargon, wie cool esist, respektvoll zu sein. Da fehlt mir aber noch die zündende Idee.

    An Konsequenzen hab ich ein großes Inventar - auch viel sinnvolle Sachen, das könnte ich gemeinsam mit den Kids erarbeiten. Ich halte eh viel davon, wenn sie ihre Sanktionen selbst festlegen. Mir würde diesbezüglich ein Ma0nahmenkatalog gut gefallen - den könnte man auch den Eltern gut vermitteln, die sind diesbezüglich unzufrieden.

    Hie kommt das Problem Lehrer ins Spiel: eine weichgespülte Montessorilehrkraft, die nicht "strafen" mag (und inzwischen aus Hilflosigkeit bei Rumschreien und Strafe schreiben gelandet ist)....ich glaube aber, darauf nehm ich erstmal keine Rücksicht und sie müssen sich das mal anschauen.

    Mit den Eltern hast Du recht und es ist bereits ein gemeinsamer Abend Eltern-Lehrer-Kinder geplant. Mir scheint das insgesamt schwierig zu sein, ich habe den Eindruck, die Eltern verhalten sich nicht sehr konstruktiv.
    LG
    Maja



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  6. #6
    Avatar von Tigerblume
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    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Ich arbeite mit Erwachsenen und wenn ich die Situation auf meinen Bereich übertrage, dann schreit sie nach Erlebnispädagogischen Methoden/Übungen im Sinne von "praktisch die Wertigkeit und Notwendigkeit von Vertrauen und Solidarität erleben/erfahren" anstatt "nur" darüber reden.

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von MajaMayer Beitrag anzeigen
    *ggg*
    Da hst die Problematik sehr genau analysiert!!!!

    ...itteln, die sind diesbezüglich unzufrieden.

    Hie kommt das Problem Lehrer ins Spiel: eine weichgespülte Montessorilehrkraft, die nicht "strafen" mag (und inzwischen aus Hilflosigkeit bei Rumschreien und Strafe schreiben gelandet ist)....ich glaube aber, darauf nehm ich erstmal keine Rücksicht und sie müssen sich das mal anschauen.

    Mit den Eltern hast Du recht und es ist bereits ein gemeinsamer Abend Eltern-Lehrer-Kinder geplant. Mir scheint das insgesamt schwierig zu sein, ich habe den Eindruck, die Eltern verhalten sich nicht sehr konstruktiv.

    Hier hast Du die zwei Gründe, warum "alle" so hilflos sind...eigentlich sonnenklar, oder?

    Und wenn du Dir erstmal die Weichspülermontessoridame zur Brust nimmst?
    SIE ist hilflos, SIE will sicher eine Besserung, oder? Wenn sie die wirklich will, besprichst Du den Ablauf und die geplanten Ergebnisse des Workshops grob mit IHR vor.
    SIE muss dahinterstehen, denn SIE ist es, die die Regelverstöße und deren Ahndungen in Zukunft konsequent verfolgen muss.
    Ohne ihren Einsatz ist Deine Arbeit an sich wertvoll aber praktisch für den Wind.
    Mach ihr doch das mal klar! Dann biste einen Schritt weiter.
    Vielleicht kannst Du ihr auch ein bisschen Mut machen, mal durchzugreifen.
    Vielleicht hast Du ein paar "Verhaltensweisen" als Tipp für sie, die ihr helfen, sich durchzusetzen und eben hilfloses Schreiben zu vermeiden. Sie schreit ja, weil sie in dem Moment keine andere Handlungsweise zur Verfügung hat.

    Wenn Du die Dame im Boot hast, geht ihr die Eltern an, VOR dem Workshop. Damit die dabei sind. Auch innerlich.
    Ohne die Erwachsenen bekommste die Kinder nicht.
    Was meinst?

  8. #8
    Avatar von MajaMayer
    MajaMayer ist offline willyseine
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    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von Tigerblume Beitrag anzeigen
    Ich arbeite mit Erwachsenen und wenn ich die Situation auf meinen Bereich übertrage, dann schreit sie nach Erlebnispädagogischen Methoden/Übungen im Sinne von "praktisch die Wertigkeit und Notwendigkeit von Vertrauen und Solidarität erleben/erfahren" anstatt "nur" darüber reden.

    Das ist richtig - mehr als ein Kooperationsspiel werd ich aber nicht unterbringen.

    Hast Du eine konkrete Idee? Vertrauensfall vom Lehrerpult - ist mir heikel, ich kann die Kids zu wenig.
    LG
    Maja



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  9. #9
    Avatar von MajaMayer
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    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von Clarissa Beitrag anzeigen
    Was meinst?
    Ich stimme Dir vollumfänglich zu!

    Allerdings mach ich das ehrenamtlich und muss auf meine Kapazitätsgrenzen achten - ich kann da nicht wesentlich mehr Zeit reinhängen. Aber ich kann Empfehlungen aussprechen.
    LG
    Maja



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  10. #10
    Avatar von Tigerblume
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    Standard Re: Workshop in Schulklasse

    Zitat Zitat von MajaMayer Beitrag anzeigen
    Das ist richtig - mehr als ein Kooperationsspiel werd ich aber nicht unterbringen.

    Hast Du eine konkrete Idee? Vertrauensfall vom Lehrerpult - ist mir heikel, ich kann die Kids zu wenig.
    Spontan habe ich leider keine konkrete Idee - ich weiss auch nicht ob das was bei Erwachsenen "zieht" für Grundschulkinder geeignet ist.

    Grundsätzlich dachte ich nicht an invasivste Methoden (= Verletzungsgefahr wenn's in die Hose geht) sondern eher an solche Arbeitsaufträge wie "Stock balancieren und ablegen" (habe gerade nur nicht mehr genau im Kopf, wie die Vorgehensweise ist, da das nicht unbedingt mein Steckenpferd ist).

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