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Thema: Wechselmodell

  1. #1
    Avatar von MsBungle
    MsBungle ist offline retrovertigo
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    Standard Wechselmodell

    Auf die Gefahr hin, hier auseinandergenommen zu werden, hätte ich gern mal ne zusammenfassende Pro- und Contra-Sammlung zum sogenannten Wechselmodell.

    Mir ist klar, dass es da einiges im Netz dazu gibt, aber das meiste sind Listen von irgendwelchen Kanzleien, ich weiß nicht wie lebensnah das ist.

    Fakten:
    - bin vom Kindsvater seit drei Jahren getrennt
    - Kinder 5 und 7
    - Wohnungen bieten beide Platz, sind recht nah beieinander (10 Fahrradminuten)
    - Vater will gern Wechselmodell, ich hab Zweifel
    - Vater voll berufstätig, ich Studentin mit angestrebter Promotion, ist aber in beiden Fällen händelbar
    - Kommunikation eher so lala, aber hpts. weil er mit der derzeitigen Betreuungssituation (10 Tage Mutter, 4 Tage Vater) unzufrieden ist
    - er und ich (auch ohne Unterhalt) halbwegs finanziell stabil

    Erfahrungsberichte werden explizit gewünscht.
    Ansätze:
    - fehlende Verwurzelung?
    - Kinder alt genug?
    - Gefahr, dass er sie ganz zu sich holen will?

    Die Kinder (und das ist im Grunde eigentlich schon das Totschlagargument) würden es gut finden

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  2. #2
    Gast

    Standard Re: Wechselmodell

    Die Fakten klingen gut.

    Wie stellt sich der Vater Vollzeit plus 2 Kinder vor, ist das realistisch?

    Beim Wechselmodell wird der Kindsunterhalt gegeneinander aufgehoben. Passt das für dich als Studentin finanziell noch? Die Kosten werden ja nicht wirklich geringer nur weil die Kinderzimmer weniger genutzt werden.

  3. #3
    Avatar von MsBungle
    MsBungle ist offline retrovertigo
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    Standard Re: Wechselmodell

    Zitat Zitat von -WhippingWillow- Beitrag anzeigen
    Die Fakten klingen gut.

    Wie stellt sich der Vater Vollzeit plus 2 Kinder vor, ist das realistisch?

    Beim Wechselmodell wird der Kindsunterhalt gegeneinander aufgehoben. Passt das für dich als Studentin finanziell noch? Die Kosten werden ja nicht wirklich geringer nur weil die Kinderzimmer weniger genutzt werden.
    Jepp, da wir hier einen sehr guten ÖPNV haben ist das realistisch. Also es gab Wochen, wo die Kinder auch schon komplett bei ihm waren.

    Was den Unterhalt angeht, käme ich gut ohne seinen Teil aus, da der eh nur sehr gering ist und ich das durch Mehrarbeit in der freibleibenden Zeit locker ausgleichen könnte.

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Wechselmodell

    Zitat Zitat von MsBungle Beitrag anzeigen
    Jepp, da wir hier einen sehr guten ÖPNV haben ist das realistisch. Also es gab Wochen, wo die Kinder auch schon komplett bei ihm waren.

    Was den Unterhalt angeht, käme ich gut ohne seinen Teil aus, da der eh nur sehr gering ist und ich das durch Mehrarbeit in der freibleibenden Zeit locker ausgleichen könnte.
    Ok, bei mir würde fehlender Kindsunterhalt kräftig ins Kontor schlagen. Der Kleine kassiert ganz ordentlich.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Wechselmodell

    Zitat Zitat von MsBungle Beitrag anzeigen
    Jepp, da wir hier einen sehr guten ÖPNV haben ist das realistisch. Also es gab Wochen, wo die Kinder auch schon komplett bei ihm waren.

    Was den Unterhalt angeht, käme ich gut ohne seinen Teil aus, da der eh nur sehr gering ist und ich das durch Mehrarbeit in der freibleibenden Zeit locker ausgleichen könnte.
    Bei einem Freund meines Sohnes hat es sehr gut funktioniert. Oft war Wechsel bei uns - der Kleine wurde Montagmorgen im Kindergarten mit seinem Trolley abgegeben und das andere Elternteil holte ihn bei uns ab.
    Das bedeutete aber nicht, dass sie nicht miteinander redeten, ganz und gar nicht.

    Der JUnge war etwas anstrengend, allerdings wurde mittlerweile ADHS bei ihm festgestellt und als wir ihn das letzte Mal erlebten, war er mit Medikation nicht mehr so drauf.
    Für die Familie funktionierte es

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Wechselmodell

    Wir machen es jetzt seit acht Jahren, anfangs (tochter war viereinhalb) dreitageweise, dann bald wochenweise. Damals kannten wir niemanden, der das so machte.

    Das mit der fehlender Verwurzelung ist/war meine Hauptsorge, wobei sich das vermutlich erst in 30 Jahren herausstellen wird, wenn unsere Tochter dann mit ihrem Therapeuten ihr Leben analysiert. :) Bisher ist sie sehr unauffällig und hat eine starke Bindung an beide Eltern.

    Was ich als für sie als extremen Vorteil empfinde: Dass sie nicht nur mich, sondern auch ihren Vater als voll zuständig erlebt und viel mehr von ihm hat als in allen klassischen Familien, die ich kenne - in denen es ja doch immer eine Rollenaufteilung gibt. Jeder von uns muss ja alles machen: Geld verdienen, sich ums Haus kümmern. Aber auch kochen, putzen, trösten, bei Krankheit pflegen, Schuhe kaufen, zum Kinderarzt gehen, zum Elternabend, Schulkram beachten etc. - halt das ganze Programm. Das gefällt mir sehr. Wobei sich auch bei uns eine Art Rollenverteilung rauskristallisiert hat: Ich bin mehr fürs Emotionale zuständig, der Papa mehr fürs Praktische, Abenteuerliche.
    Was auch ein Vorteil ist: Jeder von uns freut sich auf sie - jeder von uns hat ja auch Zeiten, in denen wir regenerieren können und kinderfrei haben. Sie erlebt sich also immer als willkommen.
    Genaue Absprachen und Übergaben sind natürlich umso nötiger je kleiner das Kind ist. Und eine gewisse Souveränität auf beiden Seiten brauchts auch.

    Wenn schon getrennt, dann finde ich das ein sehr, sehr gutes Modell für alle Beteiligten -deutlich besser als diese Papa-Wochenende-Kisten, weil dann die Kinder nicht ein Elternteil quasi aufgeben müssen.

  7. #7
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Wechselmodell

    Zitat Zitat von Frau_in_Blau Beitrag anzeigen
    Wobei sich auch bei uns eine Art Rollenverteilung rauskristallisiert hat: Ich bin mehr fürs Emotionale zuständig, der Papa mehr fürs Praktische, Abenteuerliche.
    Das ist ja auch in vielen Familien, in denen alle unter einem Dach wohnen so.

    Wenn ich müßte, ich würde das auch auf jeden Fall anstreben. Und mein Mann erst ... :)

  8. #8
    Avatar von Kelwitt
    Kelwitt ist offline Urlaubsministerin
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    Standard Re: Wechselmodell

    Zitat Zitat von MsBungle Beitrag anzeigen
    Auf die Gefahr hin, hier auseinandergenommen zu werden, hätte ich gern mal ne zusammenfassende Pro- und Contra-Sammlung zum sogenannten Wechselmodell.

    Mir ist klar, dass es da einiges im Netz dazu gibt, aber das meiste sind Listen von irgendwelchen Kanzleien, ich weiß nicht wie lebensnah das ist.

    Fakten:
    - bin vom Kindsvater seit drei Jahren getrennt
    - Kinder 5 und 7
    - Wohnungen bieten beide Platz, sind recht nah beieinander (10 Fahrradminuten)
    - Vater will gern Wechselmodell, ich hab Zweifel
    - Vater voll berufstätig, ich Studentin mit angestrebter Promotion, ist aber in beiden Fällen händelbar
    - Kommunikation eher so lala, aber hpts. weil er mit der derzeitigen Betreuungssituation (10 Tage Mutter, 4 Tage Vater) unzufrieden ist
    - er und ich (auch ohne Unterhalt) halbwegs finanziell stabil

    Erfahrungsberichte werden explizit gewünscht.
    Ansätze:
    - fehlende Verwurzelung?
    - Kinder alt genug?
    - Gefahr, dass er sie ganz zu sich holen will?

    Die Kinder (und das ist im Grunde eigentlich schon das Totschlagargument) würden es gut finden

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    Also ICH fände es toll, wenn das bei uns so funktioniert hätte (Herr Ex war für sowas aber nicht zu haben und es wäre wegen des Alters der Kinder bei der Trennung für ihn beruflich auch nicht machbar gewesen).

    Wobei man wohl immer erst nachher merkt, was besser gewesen WÄRE. Wichtig ist, dass man in Kommunikation steht und dass die Kinder auch sehen, dass die Eltern sich nicht zerhacken oder ausspielen wollen. Und für einen selber auch, dass es ok ist, wenn beim Papa irgendwas SO läuft und bei der Mama eben anders. Da braucht es sicher eine gewisse Souveränität.
    Worauf willst Du warten?

  9. #9
    Avatar von lieberlui
    lieberlui ist offline Legende
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    Standard Re: Wechselmodell

    Klingt für mich schwierig

    Zitat Zitat von MsBungle Beitrag anzeigen
    Fakten:
    - bin vom Kindsvater seit drei Jahren getrennt
    - Kinder 5 und 7

    Trennungszeit ja schon ganz schön lang für das Alter. Sind sie so wenig bei Dir verwurzelt, dass sie in echt wegwollen? Ich glaube, in dem Alter brauchen sie ein stabiles Zuhause. (Ich weiss, dass das mancher anders sieht, aber ist eben meine Meinung.) Gerade die Einschulung / ersten Jahre in der GS sind oft sehr sensibel.

    - Wohnungen bieten beide Platz, sind recht nah beieinander (10 Fahrradminuten)

    Ja - und?


    - Vater will gern Wechselmodell, ich hab Zweifel
    - Vater voll berufstätig, ich Studentin mit angestrebter Promotion, ist aber in beiden Fällen händelbar
    - Kommunikation eher so lala,

    Aua - Wechselmodell bei Kommunikation "eher so lala"?

    aber hpts. weil er mit der derzeitigen Betreuungssituation (10 Tage Mutter, 4 Tage Vater) unzufrieden ist

    Egal warum er unzufrieden ist. Kommunikation muss klappen. Da müsste er sich schon besser im Griff haben.


    - er und ich (auch ohne Unterhalt) halbwegs finanziell stabil

    Erfahrungsberichte werden explizit gewünscht.
    Ansätze:
    - fehlende Verwurzelung?
    - Kinder alt genug?
    - Gefahr, dass er sie ganz zu sich holen will?

    Die Kinder (und das ist im Grunde eigentlich schon das Totschlagargument) würden es gut finden

    Die Kinder sind 5 und 7. Können die eine echte Meinung bilden? In dem Alter muss man ihre Meinung zwar anhören und ernsthaft erwägen, aber letztlich muss allen klar sein, dass die Eltern die Entscheidung treffen. Nie Nie Nie darf man später versucht sein zu sagen "Ihr habt es doch so gewollt"

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  10. #10
    Gast

    Standard Re: Wechselmodell

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Das ist ja auch in vielen Familien, in denen alle unter einem Dach wohnen so.
    Ja, ich weiß, das war auch bei uns schon vor unserer Trennung so. Allerdings sind ja meistens die Mütter auch für all das Umsorgende zuständig und das ist bei uns anders. Der Papa kann auch trösten, wenn was schief gegangen ist, kann Pausenbrote schmieren, kann Halswickel machen etc.

    Wenn ich müßte, ich würde das auch auf jeden Fall anstreben. Und mein Mann erst ... :)
    *g* das denk ich mir. Das ist toll.
    Aber das war bei meinem Mann auch so, auch wenn er eigentlich nicht so gluckig ist.

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