Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 36
  1. #1
    Gast

    Standard Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Im Zuge der Trennung bleibt es bei uns natürlich doch nicht aus, dass das eine oder andere (Reiz-)Thema zur Sprache kommt.


    Und natürlich überlege ich bei der einen oder anderen Sache, ob ich nicht doch zu empfindlich bin.

    Eine ganz große Baustelle bei uns ist schon immer die Pünktlichkeit.
    Ich bin ein pünktlicher Mensch- eher der Typ, der 5 min zu früh da ist als zu spät.

    Mein Mann hingegen kam schon beim allerersten date 15 min später.
    Heute frage ich mich, weshalb es zu weiteren Treffen gekommen ist, weil ich das schon blöd fand.

    15 min Verspätung sind bei ihm quasi die Regel.
    Ich habe es in all den Jahren aber irgendwie nicht geschafft, dies als Macke abzutun und den Zeitplan einfach entsprechend zu variieren.

    Die Zeitangaben meines Mannes bedeuten in ihrem Inhalt ganz was anderes als bei mir.

    10 min sind 10 min; höchstens 13, aber eben keine 15 min.

    Gleich heißt gleich und nicht eine halbe Stunde später.

    Usw.usf.

    Seit unser Sohn in dem Alter ist, dass er mit Zeit etwas anfangen kann, bin immer öfter ich diejenige, die ihm erklären muss, warum der Papa jetzt immer noch nicht zu Hause ist. Auch wenn er 18.30 Uhr gesagt hat.
    Anfangs habe ich dann noch Ausreden erfunden, heute drücke ich ihm das Handy in die Hand und lasse ihn seinen Vater anrufen.

    Ich weiß selbst, dass es weitaus gravierendere Probleme gibt, aber irgendwie fühle ich mich weniger wert geschätzt. Das überlagert dann auch andere Lebensbereiche.

    Kommt Fußball, ist mein Mann überpünktlich. Mich allerdings kann man(n) ja warten lassen.

    Die Entscheidung zur Trennung ist getroffen, sie tut weh, aber mir wieder immer bewusster, dass wir grundsätzlich unterschiedliche Lebensphilosophien haben.
    Ich eher der überkorrekte, zuverlässige (teils pedantische) Typ, er hingegen in einigen Dingen das Gegenteil.

    Und leider partizipieren wir gegenseitig nicht....

    Habt Ihr Partner, die eigentlich so ganz anders sind als Ihr?
    Und das macht genau den Reiz der Partnerschaft aus?

  2. #2
    cosima ist offline Urgestein
    Registriert seit
    13.06.2002
    Beiträge
    94.231

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Du bist ja auch immer da und wartest.
    Und natürlich ist es schwierig sowas zu verändern, wenn man es viele Jahre hingenommen hat.

    Mein Ex-Mann war auch von der unpünktlichen Sorte und hat mich damit wahnsinnig gemacht. Für mich heissen 10 Minuten eben 10 Minuten, für ihn hieß das irgendwann demnächst - oder auch nicht

    Es hat seine Gründe, warum er mein Ex ist.

    Achso, das Argument dass ich mich damit eben auch gering geschätzt fühle, konnte er nie nachvollziehen. Kapiert hat er es erst, als ich dann jeweils einfach gegangen bin ohne auf ihn zu warten. Da war die Beziehung aber eigentlich schon zu Ende, also für mich innerlich.
    Für seinen geliebten Motorsport konnte mein Ex auch immer auf die Minute pünktlich sein

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen

    Habt Ihr Partner, die eigentlich so ganz anders sind als Ihr?
    Und das macht genau den Reiz der Partnerschaft aus?
    Mein Ex war und ist auch immer unpünktlich. Er kommt IMMER ca. 15 - 60 Minuten zu spät. Je nachdem, wie wichtig ihm der jeweilige Termin ist. Wenn er die Kinder an seinen Wochenenden geholt ist, kam er immer 30 - 60 Minuten später. Ich finde dieses ewige zu spät kommen sehr unzuverlässig und auch unschön dem anderen, der pünktlich ist, gegenüber. Mich hat es früher gestört und mich stört es heute fast noch mehr.

    Mein Freund ist das genaue Gegenteil. Wenn der sagt, er kommt zu einer bestimmten Uhrzeit oder er macht dieses oder jenes, dann passiert das auch.

    Ich empfinde das als sehr angenehm. Pünktlichkeit ist auch eine Wertschätzung dem anderen gegenüber.

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von cosima Beitrag anzeigen
    Du bist ja auch immer da und wartest.
    Und natürlich ist es schwierig sowas zu verändern, wenn man es viele Jahre hingenommen hat.

    Mein Ex-Mann war auch von der unpünktlichen Sorte und hat mich damit wahnsinnig gemacht. Für mich heissen 10 Minuten eben 10 Minuten, für ihn hieß das irgendwann demnächst - oder auch nicht

    Es hat seine Gründe, warum er mein Ex ist.

    Achso, das Argument dass ich mich damit eben auch gering geschätzt fühle, konnte er nie nachvollziehen. Kapiert hat er es erst, als ich dann jeweils einfach gegangen bin ohne auf ihn zu warten. Da war die Beziehung aber eigentlich schon zu Ende, also für mich innerlich.
    Für seinen geliebten Motorsport konnte mein Ex auch immer auf die Minute pünktlich sein

    Das habe ich auch schon alles probiert. Geändert hat es an seinem Verhalten nichts.
    Und innerlich hatte ich sooo einen Hals, weil ich was getan haben (nämlich zu gehen), was ich gar nicht wollte.

    Und wenn es dann (natürlich) später Streit gab- wer war schuld?
    Richtig: Ich!

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen
    ...
    Habt Ihr Partner, die eigentlich so ganz anders sind als Ihr?
    Und das macht genau den Reiz der Partnerschaft aus?
    Mein Mann und ich sind in den fundamentalen Grundzügen fast deckungsgleich aber ansonsten unterschiedlich wie Tag und Nacht.

    Ich bin kommunikativ, aufgeschlossen, hochsensibel. Mein Mann eher das Gegenteil.
    Ich bin arg temperamentvoll, diskussionsfreudig, unternehmungslustig... mein Mann *du-ahnst-es-schon*

    Er spielt Instrumente, ich hasse Instrumente.
    Er spielt in ner Band, ich "chorsinge" gern.
    Aber ich bin gern bei Auftritten dabei, zB.

    Aber wir haben einen ähnlichen Humor.
    Wir sind beide charakterlich sehr ähnlich in Dingen wie Zuverlässigkeit, Gründlichkeit, religiöse und politische Ansichten, generell Ansichten zu Lebensführung, Werten und Normen im Leben.
    Und das macht es aus.

    Denn ins Kino geh ich mit meinen Freundinnen.
    In die Oper geh ich stolz mit meinem Großen.
    In die Berge fahre ich mit meinem Kleinen.
    Fußball schauen nur Kleiner und Mann.

    Aber zusammen LEBEN, mit allem was dazugehört, das mache ich mit meinem Mann.

    Ich hab Macken, er hat Macken. Das ist gut so. Hätte er keine, bekäme ich die Krise weil ich evtl. unter Druck geriete, mackenfrei sein "zu müssen".
    So ist es ausgeglichen. :)
    Geändert von Clarissa (21.04.2012 um 14:26 Uhr)

  6. #6
    Registriert seit
    28.01.2010
    Beiträge
    26.348

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von Clarissa Beitrag anzeigen
    Mein Mann und ich sind in den fundamentalen Grundzügen fast deckungsgleich aber ansonsten unterschiedlich wie Tag und Nacht.

    Ich bin kommunikativ, aufgeschlossen, hochsensibel. Mein Mann eher das Gegenteil.
    Ich bin arg temperamentvoll, diskussionsfreudig, unternehmungslustig... mein Mann *du-ahnst-es-schon*

    Er spielt Instrumente, ich hasse Instrumente.
    Er spielt in ner Band, ich "chorsinge" gern.
    Aber ich bin gern bei Auftritten dabei, zB.

    Aber wir haben einen ähnlichen Humor.
    Wir sind beide charakterlich sehr ähnlich in Dingen wie Zuverlässigkeit, Gründlichkeit, religiöse und politische Ansichten, generell Ansichten zu Lebensführung, Werten und Normen im Leben.
    Und das macht es aus.

    Denn ins Kino geh ich mit meinen Freundinnen.
    In die Oper geh ich stolz mit meinem Großen.
    In die Berge fahre ich mit meinem Kleinen.
    Fußball schauen nur Kleiner und Mann.

    Aber zusammen LEBEN, mit allem was dazugehört, das mache ich mit meinem Mann.

    Ich hab Macken, er hat Macken. Das ist gut so. Hätte er keine, bekäme ich die Krise weil ich evtl. unter Druck geriete, mackenfrei sein "zu müssen".
    So ist es ausgeglichen. :)
    Bei uns ist es ganz ähnlich.
    Ich frage mich manchmal, wie wir uns überhaupt treffen konnten, denn es gibt wirklich wenig gemeinsame Interessengebiete bei uns.

    Aber wir leben gut damit, weil wir eben in den Grundansichten zusammenpassen.

  7. #7
    Avatar von Cajaa
    Cajaa ist offline Crashhuhn
    Registriert seit
    27.07.2011
    Beiträge
    14.934

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Also was die Pünktlichkeit angeht, waren der Ex und ich auf einer Linie. Beide sind wir eher 5 Minuten zu früh irgendwo als zu spät.

    Aber generell bin ich offener anderen "Lebensformen" gegenüber, bin an mehr interessiert als er (Fußball Bundesliga und Star Wars waren seine Interessen. Außerdem musste der Fernseher immer an sein und da schaute er nicht gerade Arte und ähnliches.. ), bin bereit meinen Standpunkt zu überdenken und gegebenenfalls zu verändern. Das konnte wohl gar nicht gut gehen.
    Vorfreude!


  8. #8
    Gast

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen
    Im Zuge der Trennung bleibt es bei uns natürlich doch nicht aus, dass das eine oder andere (Reiz-)Thema zur Sprache kommt.


    Und natürlich überlege ich bei der einen oder anderen Sache, ob ich nicht doch zu empfindlich bin.

    Eine ganz große Baustelle bei uns ist schon immer die Pünktlichkeit.
    Ich bin ein pünktlicher Mensch- eher der Typ, der 5 min zu früh da ist als zu spät.

    Mein Mann hingegen kam schon beim allerersten date 15 min später.
    Heute frage ich mich, weshalb es zu weiteren Treffen gekommen ist, weil ich das schon blöd fand.

    15 min Verspätung sind bei ihm quasi die Regel.
    Ich habe es in all den Jahren aber irgendwie nicht geschafft, dies als Macke abzutun und den Zeitplan einfach entsprechend zu variieren.

    Die Zeitangaben meines Mannes bedeuten in ihrem Inhalt ganz was anderes als bei mir.

    10 min sind 10 min; höchstens 13, aber eben keine 15 min.

    Gleich heißt gleich und nicht eine halbe Stunde später.

    Usw.usf.

    Seit unser Sohn in dem Alter ist, dass er mit Zeit etwas anfangen kann, bin immer öfter ich diejenige, die ihm erklären muss, warum der Papa jetzt immer noch nicht zu Hause ist. Auch wenn er 18.30 Uhr gesagt hat.
    Anfangs habe ich dann noch Ausreden erfunden, heute drücke ich ihm das Handy in die Hand und lasse ihn seinen Vater anrufen.

    Ich weiß selbst, dass es weitaus gravierendere Probleme gibt, aber irgendwie fühle ich mich weniger wert geschätzt. Das überlagert dann auch andere Lebensbereiche.

    Kommt Fußball, ist mein Mann überpünktlich. Mich allerdings kann man(n) ja warten lassen.

    Die Entscheidung zur Trennung ist getroffen, sie tut weh, aber mir wieder immer bewusster, dass wir grundsätzlich unterschiedliche Lebensphilosophien haben.
    Ich eher der überkorrekte, zuverlässige (teils pedantische) Typ, er hingegen in einigen Dingen das Gegenteil.

    Und leider partizipieren wir gegenseitig nicht....

    Habt Ihr Partner, die eigentlich so ganz anders sind als Ihr?
    Und das macht genau den Reiz der Partnerschaft aus?
    Mein Ex-Mann hat sich seine Zeiten so festgelegt wie er es gern hatte.
    Da kam es oft zu Verspätungen bis zu einer halben Stunde, wenn nicht noch länger.
    Und damit hat er mich oft böse gemacht.

    Genauso war es mit Abmachungen. Wollten wir einkaufen und losfahren, so bin ich garantiert ganz woanders angekommen. Nur nicht beim Supermarkt.
    Deswegen kam es oft zu Streitigkeiten.

    Ich konnte ihm sagen was ich wollte, er sah sich
    nur im Recht und ich war diejenige die ihn verletzt, weil ich sein Verhalten nicht respektiere.

    Das sind ein paar von den Dingen, die er so gebracht hat. Mitunter waren diese auch Punkte, die zur Trennung/Scheidung geführt haben.

    Anfangs hab ich auch immer gedacht, das er das extra macht um mich zu provozieren.
    Das ist aber nicht so.
    Dieses Verhalten ist ein Charakterzug.

    Und bis heute hat er sich nicht geändert.

  9. #9
    Avatar von Kelwitt
    Kelwitt ist offline Urlaubsministerin
    Registriert seit
    29.04.2008
    Beiträge
    64.640

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen
    Mein Mann hingegen kam schon beim allerersten date 15 min später.
    Heute frage ich mich, weshalb es zu weiteren Treffen gekommen ist, weil ich das schon blöd fand.

    15 min Verspätung sind bei ihm quasi die Regel.
    Ich habe es in all den Jahren aber irgendwie nicht geschafft, dies als Macke abzutun und den Zeitplan einfach entsprechend zu variieren.
    Ja, ich empfände das als große Geringschätzung, wenn er SEINE Zeit immer als wichtiger erachtet als MEINE Zeit.



    Die Schlauen hier werden aber sagen: das hast Du doch seit dem ersten Date gewusst und bist daher selber Schuld und mit so einem setzt man keine Kinder in die Welt !



    Ach ja, zum letzten Punkt: Unpünktlichkeit ist etwas, das für mich zur Unzuverlässigkeit gehört und damit in die Kategorie Stinkefüße und Bart. Geht GAR nicht.
    Worauf willst Du warten?

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Unpünktlichkeit=Geringschätzung?

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen

    Die Schlauen hier werden aber sagen: das hast Du doch seit dem ersten Date gewusst und bist daher selber Schuld und mit so einem setzt man keine Kinder in die Welt !

    :D



    Unpünktlichkeit ist etwas, das für mich zur Unzuverlässigkeit gehört
    Das hast du genau auf den Punkt gebracht.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •