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  1. #1
    rosenblüte ist offline Ebenfalls Gutmensch
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    Standard Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Meine Älteste ist knapp 14, eigentlich ein liebes Mädchen. Aber langsam kommen eben auch diese berühmten pubertären Schübe, vor allem, wenn wir ihr etwas verbieten (diesmal: Videostreams im Internet gucken).

    Auch wenn ich das Verbot richtig finde, da es rechtlich gesehen ja nicht eindeutig ist ob legal/illegal, fällt es mir schwer, ihre Wut und Enttäuschung auszuhalten, wobei sie dieses gar nicht lautstark äußert. Sie schmollt dann, zieht sich total zurück.

    Noch schwieriger sind Situationen, wenn mein Mann etwas zum Beispiel enger sieht als ich (Beispiel: Facebook). Da halte ich das immer noch schlechter aus (schlechtes Gewissen?) und ich denke, das spürt sie.

    Wie kann ich lernen, ihr Geschmolle/ ihre Nichtbeachtung/ ihren Rückzug besser auszuhalten? Leider ist das die Methode, mit der mich meine Vater selbst als Kind immer "betraft" hat. Ich bin davon jedesmal tief getroffen.

    Wie geht ihr damit um? Irgendwie muss ich lernen, damit anders umzugehen, sonst steht uns eine anstrengende Zeit ins Haus

  2. #2
    tanja73 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von rosenblüte Beitrag anzeigen
    Meine Älteste ist knapp 14, eigentlich ein liebes Mädchen. Aber langsam kommen eben auch diese berühmten pubertären Schübe, vor allem, wenn wir ihr etwas verbieten (diesmal: Videostreams im Internet gucken).

    Auch wenn ich das Verbot richtig finde, da es rechtlich gesehen ja nicht eindeutig ist ob legal/illegal, fällt es mir schwer, ihre Wut und Enttäuschung auszuhalten, wobei sie dieses gar nicht lautstark äußert. Sie schmollt dann, zieht sich total zurück.

    Noch schwieriger sind Situationen, wenn mein Mann etwas zum Beispiel enger sieht als ich (Beispiel: Facebook). Da halte ich das immer noch schlechter aus (schlechtes Gewissen?) und ich denke, das spürt sie.

    Wie kann ich lernen, ihr Geschmolle/ ihre Nichtbeachtung/ ihren Rückzug besser auszuhalten? Leider ist das die Methode, mit der mich meine Vater selbst als Kind immer "betraft" hat. Ich bin davon jedesmal tief getroffen.

    Wie geht ihr damit um? Irgendwie muss ich lernen, damit anders umzugehen, sonst steht uns eine anstrengende Zeit ins Haus

    Ich versuche das nicht zu persönlich zu nehmen, sondern eben mit der Situation "Pubertät" zu erklären.

    Klar, sie ist in dem Moment schon sauer auf MICH, aber es ist der Gesamtsituation geschuldet und liegt nicht daran, dass ich ihr etwas "Schlimmes" angetan habe.
    Tanja
    http://foto.arcor-online.net/palb/alben/47/792647/120_6165633137633961.jpg

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von rosenblüte Beitrag anzeigen
    Meine Älteste ist knapp 14, eigentlich ein liebes Mädchen. Aber langsam kommen eben auch diese berühmten pubertären Schübe, vor allem, wenn wir ihr etwas verbieten (diesmal: Videostreams im Internet gucken).

    Auch wenn ich das Verbot richtig finde, da es rechtlich gesehen ja nicht eindeutig ist ob legal/illegal, fällt es mir schwer, ihre Wut und Enttäuschung auszuhalten, wobei sie dieses gar nicht lautstark äußert. Sie schmollt dann, zieht sich total zurück.

    Noch schwieriger sind Situationen, wenn mein Mann etwas zum Beispiel enger sieht als ich (Beispiel: Facebook). Da halte ich das immer noch schlechter aus (schlechtes Gewissen?) und ich denke, das spürt sie.

    Wie kann ich lernen, ihr Geschmolle/ ihre Nichtbeachtung/ ihren Rückzug besser auszuhalten? Leider ist das die Methode, mit der mich meine Vater selbst als Kind immer "betraft" hat. Ich bin davon jedesmal tief getroffen.

    Wie geht ihr damit um? Irgendwie muss ich lernen, damit anders umzugehen, sonst steht uns eine anstrengende Zeit ins Haus
    Man kommt durch die Zeit kaum durch, ohne sich auch unbeliebt zu machen. Wenn ich ein Verbot wichtig finde, ziehe ich das durch, ist meine Tochter dann sauer, ist das eben so. Ich weiß, dass das genauso schnell wieder o.k. ist und dass einiges eben nur zu ihrem eigenen Schutz/Besten verboten wird. Ich bin die Mutter meines Kindes und nicht die Freundin. Sie weiß, dass sie sich im Ernstfall 100%ig auf uns verlassen kann und wir sie lieb haben. Wenn es dann mal Knatsch gibt, komme ich damit eigentlich ganz gut klar.

  4. #4
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    In dem ich ihnen zum einen das Recht einräumen sich zu wehren und da sie mich kennen, wissen sie auch, wo sie mich treffen können.

    Aber du hast ja selber schon gut erkannt, woran es bei dir liegt:
    Da kommt ganz viel an Verletzung aus deiner Kindheit hoch.

    Mir hilft, die Dinge da zu lassen, wo sie hingehören:
    In deinem Fall die Verletzungen, die dein Vater dir zugefügt hat, zwischen dir und deinem Vater. Die werden dort verhandelt, in dem Zimmer deiner Seele.

    Dein Verhältnis zu deiner Tochter ist ein anderes Zimmer und das zu deinem Mann wieder ein anderes.

    Und dann übst du halt mit deiner Tochter ein anderes Verhalten.
    Wenn sie sich wieder eingekriegt hat, dann muss sie zum Gespräch. Dann werden Argumente ausgetauscht, dann kommen Enttäuschungen auf den Tisch. Dann muss sie selber "aushalten" lernen, aushalten mit einem Gegenüber.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von rosenblüte Beitrag anzeigen
    Wie geht ihr damit um? Irgendwie muss ich lernen, damit anders umzugehen, sonst steht uns eine anstrengende Zeit ins Haus
    Ich versuch das Motzgesicht meiner Tochter nicht persönlich zu nehmen, das klappt immer besser. Se braucht in der Pubertät jemanden an dem sie sich reiben kann, also biete ich ihr diese Fläche und dazu gehört eben auch "Nein"-sagen, sie ist meine Tochter, nicht meine Freundin.

  6. #6
    tanja73 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von Anna21 Beitrag anzeigen
    Ich versuch das Motzgesicht meiner Tochter nicht persönlich zu nehmen, das klappt immer besser. Se braucht in der Pubertät jemanden an dem sie sich reiben kann, also biete ich ihr diese Fläche und dazu gehört eben auch "Nein"-sagen, sie ist meine Tochter, nicht meine Freundin.
    So ist es hier auch.

    Ganz auffällig hier bisher: sie macht das NUR mit/bei mir.
    Tanja
    http://foto.arcor-online.net/palb/alben/47/792647/120_6165633137633961.jpg

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von tanja73 Beitrag anzeigen
    Ganz auffällig hier bisher: sie macht das NUR mit/bei mir.
    Bei uns ist es ganz klassisch, die Tochter reibt sich an der Mutter, der Sohn am Vater. Und da ich das Ganze schon mit meiner Stieftochter durch habe, bin ich ganz gelassen, denn Stieftöchterchen ist ja auch wieder zu einem fröhlichen, netten, sogar ordentlichen Menschen mutiert. Also es gibt Hoffnung!

  8. #8
    tanja73 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von Anna21 Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    Bisher ist es hier vergleichsweise (was ich aus anderen Familien höre, hier zum Teil lese etc.) bisher sowieso SEHR harmlos, allerdings ist sie auch "erst" 12,5, kann sich also noch steigern, bisher kann ich es jedenfalls gut aushalten, darf gern so bleiben .

    Ab und zu "geknallt" hat es zwischen uns immer schon, das kann ich jetzt nicht nur auf die Pubertät schieben.
    Tanja
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  9. #9
    Gast

    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von Anna21 Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    Da hab ich ja Hoffnung das der Kelch an mir vorbeigeht... soll sich Muddi mit der Göre plagen..

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Disharmonien in der Pubertät aushalten

    Zitat Zitat von rosenblüte Beitrag anzeigen
    Wie kann ich lernen, ihr Geschmolle/ ihre Nichtbeachtung/ ihren Rückzug besser auszuhalten? Leider ist das die Methode, mit der mich meine Vater selbst als Kind immer "betraft" hat. Ich bin davon jedesmal tief getroffen.
    Das mit deinem Mann hab ich nicht verstanden. Er verbietet ihr was, sie schmollt, und du bist davon gekränkt? Schmollt sie euch dann beide an?

    Andrea schrieb ja schon: Versuche, das bei deinem Vater zu lassen, in deiner Kindheit. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir klar machst, was diese blöde Schmollerei eigentlich bedeutet hat: Es ist ein totaler Kontaktabbruch, nicht auf die Sache bezogen, sondern es wendete sich gegen dich als ganzen Menschen. Das halten Kinder sehr schlecht aus, je nach Alter ist es ja auch wirklich bedrohlich. Kinder können nun mal nicht ohne ihre Eltern überleben.

    Dein Vater (der es nicht besser konnte - so ein Verhalten ist ja die blanke Konfliktunfähigkeit) hat damit versucht, deinen Willen zu brechen: Liebe gegen Bravsein und damit zwei Grundbedürfnisse von dir gegeneinander ausgespielt: Das Angewiesensein des Kindes auf die Liebe seiner Eltern und das physiologische Bedürfnis des Kindes, größer zu werden, sein Ich zu entwickeln, eigene Positionen einzunehmen.

    So ein Verhalten ist in höchstem Maße unfair und wirklich mies.

    Wenn deine Tochter sich jetzt so benimmt, dann erwacht in dir das Kind von damals und hat Angst vor dem Liebesentzug. Mach dir in so einem Moment klar, dass deine Gefühle in die Vergangenheit gehören: Deine Tochter hört nicht auf dich zu lieben. Es passiert dir gar nichts, wenn sie schmollt. Sie hört irgendwann wieder auf und fertig.
    Und du hast heute nicht nur das Recht auf eine eigene Position, du hast sogar die erzieherische Aufgabe, sie deine Tochter gegenüber zu vertreten.

    Zu ihr kannst du sagen: "Es fällt mir schwer, dein Schmollen auszuhalten, aber wenn du grad nicht anders kannst, dann musst du das halt machen. Davon ändert sich aber meine Position nicht. Besser wärs, wir könnten miteinander reden."

    Und natürlich: Vorbild, Konfliktbereitschaft.

    Schmollst du auch, wenn es Konflikte gibt? Oder dein Mann?

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