1. #121
    Gast

    Standard Re: Keine Konfirmation


  2. #122
    Cooper ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    14.05.2008
    Beiträge
    4.974

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    Nr.1 hatte letztes Jahr Konfirmation, Nr.2 hat damals schon angedeutet, dass sie sich NICHT konfirmieren lassen will.

    Nun war das wohl am Wochenende beim Papa Thema und anscheinend ist das Verständnis dort gleich NULL.

    Argumente:

    - Du gehörst nicht zur Gemeinde, wenn Du Dich nicht konfirmieren lässt (Nr.2: will ich auch nicht, ich geh da eh nie hin)

    - Du findest neue Freunde im Konfirmandenunterricht (Nr.2: ich habe schon Freunde und finde im Sport und bei meinen anderen Hobbies auch welche)

    - ALLE lassen sich konfirmieren (Nr.2: aber ich nicht, weil ich nicht dahinterstehe und es unehrlich fände, es nur zu machen, weil ich Geschenke bekomme)

    - Der Papa und die Großeltern (Pfarrersfamilie...) wären SO enttäuscht.


    Puh, darauf konnte sie dann nicht mehr kontern.


    ICH stehe ja zu 100% hinter dem Kind. Die Konfirmation ist die Bestätigung dessen, was die Eltern in der Taufe für das Kind entschieden haben. Wenn das Kind das aber nicht bestätigen will, eben WEIL es mit Kirche nix am Hut hat - warum soll es dann zur Konfirmation gehen ? Christ kann sie ja trotzdem sein. Oder eben nicht, das ist doch IHRE Entscheidung!

    Und wenn man die Konfirmation als eine Art Ritus fürs Erwachsenenleben nimmt, dann gibt es wohl kaum eine erwachsenere Entscheidung, als sich bewusst dagegen zu entscheiden, denn das ist viel schwieriger, als der Herde zu folgen und das zu tun, was "man" halt so macht.

    Wie seht Ihr das? Hat sich eines Eurer Kinder auch gegen Konfirmation / Firmung entschieden bzw. wie hättet Ihr da reagiert? Oder umgekehrt: wollte sich ein Kind taufen und konfirmieren lassen, obwohl IHR eigentlich dagegen wart? Wie habt Ihr reagiert?


    Ich fürchte, wir werde da noch einige Kämpfe ausstehen müssen . (Zum Glück bin ich aus der Schusslinie, denn dass ICH ihr das eingeredet haben könnte, das glaubt noch nicht mal mein Ex-SV...)
    Nr. 1 hat entschieden, dass sie sich konfirmieren lassen möchte. Ich finde das auch gut, aber:
    Wenn sie nicht gewollt hätte, wäre es auch okay gewesen. Denn ich habe keine Lust, das Kind andauernd zum Unterricht und zur Kirche zu zwingen.

    Weil "man" das so macht und sich "das" so gehört wären für mich jedenfalls ebenso wenig zwingende Argumente dafür wie die Enttäuschung in der Verwandtschaft.

  3. #123
    Avatar von chell
    chell ist offline einfallslos
    Registriert seit
    14.05.2007
    Beiträge
    3.113

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    Nr.1 hatte letztes Jahr Konfirmation, Nr.2 hat damals schon angedeutet, dass sie sich NICHT konfirmieren lassen will.

    Nun war das wohl am Wochenende beim Papa Thema und anscheinend ist das Verständnis dort gleich NULL.

    Argumente:

    - Du gehörst nicht zur Gemeinde, wenn Du Dich nicht konfirmieren lässt (Nr.2: will ich auch nicht, ich geh da eh nie hin)

    - Du findest neue Freunde im Konfirmandenunterricht (Nr.2: ich habe schon Freunde und finde im Sport und bei meinen anderen Hobbies auch welche)

    - ALLE lassen sich konfirmieren (Nr.2: aber ich nicht, weil ich nicht dahinterstehe und es unehrlich fände, es nur zu machen, weil ich Geschenke bekomme)

    - Der Papa und die Großeltern (Pfarrersfamilie...) wären SO enttäuscht.


    Puh, darauf konnte sie dann nicht mehr kontern.


    ICH stehe ja zu 100% hinter dem Kind. Die Konfirmation ist die Bestätigung dessen, was die Eltern in der Taufe für das Kind entschieden haben. Wenn das Kind das aber nicht bestätigen will, eben WEIL es mit Kirche nix am Hut hat - warum soll es dann zur Konfirmation gehen ? Christ kann sie ja trotzdem sein. Oder eben nicht, das ist doch IHRE Entscheidung!

    Und wenn man die Konfirmation als eine Art Ritus fürs Erwachsenenleben nimmt, dann gibt es wohl kaum eine erwachsenere Entscheidung, als sich bewusst dagegen zu entscheiden, denn das ist viel schwieriger, als der Herde zu folgen und das zu tun, was "man" halt so macht.

    Wie seht Ihr das? Hat sich eines Eurer Kinder auch gegen Konfirmation / Firmung entschieden bzw. wie hättet Ihr da reagiert? Oder umgekehrt: wollte sich ein Kind taufen und konfirmieren lassen, obwohl IHR eigentlich dagegen wart? Wie habt Ihr reagiert?


    Ich fürchte, wir werde da noch einige Kämpfe ausstehen müssen . (Zum Glück bin ich aus der Schusslinie, denn dass ICH ihr das eingeredet haben könnte, das glaubt noch nicht mal mein Ex-SV...)
    Ich frage regelmäßig meine Achtklässler, warum sie sich konfirmieren lassen: die meisten sagen geradeheraus, dass es ihnen um die Kohle geht (und da gehts um Summen, das kann ich teilweise kaum glauben...) und dass der ganze Christenkram ihnen danach gestohlen bleiben kann.

    Die Einstellung Deines Kindes finde ich dagegen erfrischend erwachsen und durchdacht. Hut ab! So wie Du das schilderst, schafft sie es bestimmt, sich gegen den bigotten Vater durchzusetzen. Ich drück jedenfalls die Daumen!
    grüßle
    chell

    'I never met a chocolate I didn't like.'(Troi to Riker, TNG/"The Game")

  4. #124
    Gast

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Leona68 Beitrag anzeigen
    Wir wohnten schon viel früher hier, lange bevor eine Konfirmation anstand.

    Nein, so eine Haltung vermitteln wir ganz sicher nicht. Die Konfirmation stand nie zur Debatte. Hätte sie zur Diskussion gestanden, wäre das eine andere Sache. Ich hätte versucht, meine Kinder zu überzeugen, sich konfirmieren zu lassen. Das musste ich aber nicht und ich kann auch schwer abschätzen, wie sehr wir uns dafür ins Zeug gelegt hätten.

    Ich hab hier nur ganz ehrlich dargelegt, dass meine Kinder konfirmiert wurden, weil das hier so üblich ist.
    Ja, ich habe das verstanden, und du hattest sicher Deine Gründe.

    Allerdings wärest Du auch zu einem Überredungsversuch bereit. Mit welchem Argument? Weil 'man' es hier so macht?

    Ich sehe solches 'weil es üblich ist' einfach sehr kritisch, auch wenn ich verstehen kann, wenn es jemand nicht auf sich nimmt sich dagegenzustellen. Gut finden kann ich es nicht.

  5. #125
    Gast

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Buntnessel Beitrag anzeigen
    Sie hat doch geschrieben, dass sie die Kindre nicht gezwungen hätte, wenn die sich gegen eine Konfirmation entschieden hätten.

    .
    Aber sie wäre breit gewesen sie zu überreden, zumindest es zu versuchen. Und hier wird es aus meiner Sicht noch schwieriger, denn wie begründe ich das?

  6. #126
    Avatar von .Persephone.
    .Persephone. ist offline Auf Achse
    Registriert seit
    19.02.2010
    Beiträge
    4.690

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Leona68 Beitrag anzeigen
    Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich anders entschieden hätten. Nicht aus Glaubensgründen, sondern weil ihnen der Stress (1,5 Jahre Konfirmandenstunde) zu viel war.

    Im Nachbardorf, in dem wir all unsere Freunde und Kontakte haben, ist es völlig anders. Da ist eine ganz andere Atmosphäre. Ich bin selbst in einem 100 Einwohnerdorf aufgewachsen. Dort findet jeder Anschluss, dort sind die Leute nicht so engstirnig. Aber hier, das ist ein schrecklicher Ort. Würden wir das Haus hier verkauft bekommen, nichts würde uns hier halten.

    Kannst du es dir vorstellen, dass Kinder von Zugezogenen nie Freundschaften zu Kindern von "richtigen" Einheimischen pflegen? Kannst Du es dir vorstellen, dass es in der heutigen Zeit noch ein richtiger Makel ist, geschieden zu sein? Ich hatte mir das auch nicht so vorgestellt, bevor wir hier in diesen Ort gezogen sind.
    Das hört sich wirklich sehr unfreundlich an. Kein schöner Ort, um sch wohlzufühlen.
    Hier geht es zwar auch oft sehr konservativ zu, aber ausgegrenzt wird niemand.

  7. #127
    Gast

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen

    ICH stehe ja zu 100% hinter dem Kind.


    (...) Oder umgekehrt: wollte sich ein Kind taufen und konfirmieren lassen, obwohl IHR eigentlich dagegen wart? Wie habt Ihr reagiert?
    Meine Tochter hat sich die Entscheidung zur Firmung auch nicht leicht gemacht, wir hatten das Thema ja letztes Jahr.
    Ich hätte ein Nein natürlich auch akzeptiert, aber ich wäre nicht begeistert gewesen. Andererseits war ich unsicher, wie viel ich dazu sagen sollte und wollte, dass erst mal sie ihren eigenen gedanklichen Prozess führt. Hab also nur zugehört, aber nicht argumentiert. Als wir dann mal bei den Eltern einer Freundin von ihr eingeladen waren, kam dann das Thema auch drauf. Auch diese Freundin war zögerlich.

    In dem Kreis entwickelte sich dann auch ein längeres Gespräch dazu und da fragte mich meine Tochter auch zum ersten Mal explizit, was ich dazu meinte. Und das habe ich dann gesagt, nämlich, dass ich, wenn auch selbst nicht mehr christlich, den Formenreichtum der christlichen Kirchen sehr schätze und wichtig finde. Damit meine ich die vielen Bilder und Metaphern, die die christliche Religion zu Lebensfragen des Menschen geschaffen hat. Diesen Menschheitsthemen muss sich jeder Mensch irgendwann unweigerlich stellen und seine Antworten drauf finden. Und da finde ich es hilfreich, etwas detaillierter kennenzulernen, wie eine der Weisheitstraditionen sie beantwortet - sozusagen als Geländer, an dem man sich auf der eigenen Suche entlang tasten kann. Da kann man für sich prüfen und akzeptieren oder verwerfen, aber man muss nicht das Rad völlig neu erfinden, sondern kennt schon mal EINEN Weg, sich den Themen anzunähern.

    Tochters Antwort war: Wenn du das so siehst, dann lasse ich mich firmen.

    Leider hat der Firmunterricht (wie auch der Religionsunterricht in der Schule) all das nicht gehalten, was ich mir so vorgestellt hatte. Tja...
    Man könnte meinen, die kriegen Geld dafür, den jungen Leuten das Thema Religiosität auszutreiben.

  8. #128
    Avatar von jennyhase
    jennyhase ist offline Legende
    Registriert seit
    19.01.2009
    Beiträge
    20.336

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von catweazle Beitrag anzeigen
    Ohne Konfirmation normalerweise kein Patenamt.

    Ob eine kirchliche Hochzeit möglich ist , ist ebenfalls abhängig vom Pastor.
    Meine Schwester ist nicht konfirmiert, trotzdem ist sie die Patentante unseres Sohnes. Nur der andere Pate der nicht getauft ist wurde vom Pfarrer nicht eingetragen. Er durfte aber trotzdem an der Zeremonie teilnehmen. Also in der Kirche mit nach vorne gehen usw.

  9. #129
    Gast

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Medusa Beitrag anzeigen
    Der Grund bei vielen Jugendlichen sich dagegen zu entscheiden ist die Vorbereitungszeit, die sich ja länger hinzieht. Im Kinderheim war es so geregelt, dass sie am Unterricht teilnehmen und sich dann dafür oder dagegen entscheiden. Dies führte in der Regel dazu, dass sie am Ende doch konfirmiert werden wollten und heute noch schöne Erinnerungen daran haben.
    Viele Rituale sind out und für Jugendliche uncool und doch sind es genau diese Dinge, die später durchaus würdigen.

    Ob sich mein Sohn einmal firmen lässt weiß ich nicht, aber ich würde es mir wünschen.
    Er wurde zwangsgetauft und ging zur Kommunion (in dem Alter wehren sie sich ja noch nicht :)).
    boh ihr habt Kindern echt die Religion im Kinderheim aufgezwungen ?

    Finde ich unmöglich und ich hoffe das sowas in staatlichen Heimen nicht mehr passiert.

  10. #130
    Avatar von MeineRasselbande
    MeineRasselbande ist offline Einfach kann doch jeder!
    Registriert seit
    26.10.2008
    Beiträge
    50.736

    Standard Re: Keine Konfirmation

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    V.a. in der evangelischen Kirche.

    Katholischer Pate kann sie ja eh nicht werden, die böse Protestantin .
    Ich bin evangelisch und bekomme bald ein katholisches Patenkind. Meine Kinder sind evangelisch und haben teilweise katholische Paten.
    Ist alles möglich, hängt aber stark vom Pastor ab.


Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •