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Thema: Klischees und so...

  1. #1
    Avatar von Crix
    Crix ist offline Pooh-Bah
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    Standard Klischees und so...

    Nachdem ich gestern doch viele nette Antworten aus dem allseits gefürchteten ErE erhielt, versuche ich das heute nochmal...
    Wie intensiv erlebt Ihr die Geschlechterklischees bei Kindern? Und warum wird manches klischeehaftes Verhalten positiv bewertet, während man für ein anderes im besten Fall ein Augenrollen bekommt?
    Zur Hintergrundinfo: Meine Kinder zeigen in vielerlei Hinsicht ein sehr ausgeprägtes klischeehaftes Verhalten, nur sind eben die Rollen vertauscht: das Mädchen ist wild und tollkühn, mag Piraten und Dinosaurier, zieht sich dementsprechend an und wird - sobald man sie als Mädchen erkennt - von den meisten dafür bewundert. Mein Junge hat langsam kapiert, dass er komisch angeschaut wird, wenn er im Kleid im Kindergarten erscheint, er mag auch Piraten und Dinosaurier, aber eben auch Glitzerkram, die Farbe rosa, Schmuck und lackierte Fingernägel. Er ist dennoch nicht als Junge zu verkennen (Gesicht, Frisur, Statur), ich bekomme aber häufig bemitleidend-verständnisvolle Blicke, à la "das wird schon".
    Warum ist das so? Ich merke das auch bei mir selber: Für meine Tochter kaufe ich ohne zu zögern ein T-Shirt mit Totenkopf, mein Sohn muss sich mit den abgelegten Sachen seiner Schwester begnügen und im Tutu mit Schmetterlingsflügeln (allerliebst) darf er nur zu Hause herumlaufen.
    Ist die weibliche (tussige) Rolle dermaßen unpopulär? Verbindet man sie mit unerwünschten Eigenschaften? Eigentlich ist es doch recht mutig und selbstbewusst, wenn ein Junge Pailletten-T-Shirts trägt..? Ich fand die schwulen "Tussis" in der Oberstufe extrem cool und eloquent (wobei ich meinem Sohn jetzt auch nicht unterstelle schwul zu sein, er ist noch recht klein - nur so als Vergleich..)
    Liebe Grüße,

    Crix

    Mit zwei Großen ('06, '08), zwei Kleinen ('12, '14)
    Und einem Wicht '16

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Klischees und so...

    Zitat Zitat von Crix Beitrag anzeigen
    Nachdem ich gestern doch viele nette Antworten aus dem allseits gefürchteten ErE erhielt, versuche ich das heute nochmal...
    Wie intensiv erlebt Ihr die Geschlechterklischees bei Kindern? Und warum wird manches klischeehaftes Verhalten positiv bewertet, während man für ein anderes im besten Fall ein Augenrollen bekommt?
    Zur Hintergrundinfo: Meine Kinder zeigen in vielerlei Hinsicht ein sehr ausgeprägtes klischeehaftes Verhalten, nur sind eben die Rollen vertauscht: das Mädchen ist wild und tollkühn, mag Piraten und Dinosaurier, zieht sich dementsprechend an und wird - sobald man sie als Mädchen erkennt - von den meisten dafür bewundert. Mein Junge hat langsam kapiert, dass er komisch angeschaut wird, wenn er im Kleid im Kindergarten erscheint, er mag auch Piraten und Dinosaurier, aber eben auch Glitzerkram, die Farbe rosa, Schmuck und lackierte Fingernägel. Er ist dennoch nicht als Junge zu verkennen (Gesicht, Frisur, Statur), ich bekomme aber häufig bemitleidend-verständnisvolle Blicke, à la "das wird schon".
    Warum ist das so? Ich merke das auch bei mir selber: Für meine Tochter kaufe ich ohne zu zögern ein T-Shirt mit Totenkopf, mein Sohn muss sich mit den abgelegten Sachen seiner Schwester begnügen und im Tutu mit Schmetterlingsflügeln (allerliebst) darf er nur zu Hause herumlaufen.
    Ist die weibliche (tussige) Rolle dermaßen unpopulär? Verbindet man sie mit unerwünschten Eigenschaften? Eigentlich ist es doch recht mutig und selbstbewusst, wenn ein Junge Pailletten-T-Shirts trägt..? Ich fand die schwulen "Tussis" in der Oberstufe extrem cool und eloquent (wobei ich meinem Sohn jetzt auch nicht unterstelle schwul zu sein, er ist noch recht klein - nur so als Vergleich..)
    Mich stört es weniger...wenn ein Junge sich "weiblich" anzieht...schlimmer finde ich die (oft) bescheuerten Reaktionen mancher darauf.
    Als meine Tochter kleiner war hatte sie jedes Mal zum Auto gegriffen...auch wenn eine Puppe daneben saß. Sie war fasziniert von allem was Räder hatte.
    Die Dinophase hatten wir genauso wie die Pferde- und Barbiephase.

    Ich sehe es als ein Ausprobieren...neugierig darauf zu sein wie es ist mal für eine Zeit lang "Mädchen" zu sein.
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  3. #3
    Avatar von nightwish
    nightwish ist offline Ich bin schuld!
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    Standard Re: Klischees und so...

    Zitat Zitat von Crix Beitrag anzeigen
    Nachdem ich gestern doch viele nette Antworten aus dem allseits gefürchteten ErE erhielt, versuche ich das heute nochmal...
    Wie intensiv erlebt Ihr die Geschlechterklischees bei Kindern? Und warum wird manches klischeehaftes Verhalten positiv bewertet, während man für ein anderes im besten Fall ein Augenrollen bekommt?
    Zur Hintergrundinfo: Meine Kinder zeigen in vielerlei Hinsicht ein sehr ausgeprägtes klischeehaftes Verhalten, nur sind eben die Rollen vertauscht: das Mädchen ist wild und tollkühn, mag Piraten und Dinosaurier, zieht sich dementsprechend an und wird - sobald man sie als Mädchen erkennt - von den meisten dafür bewundert. Mein Junge hat langsam kapiert, dass er komisch angeschaut wird, wenn er im Kleid im Kindergarten erscheint, er mag auch Piraten und Dinosaurier, aber eben auch Glitzerkram, die Farbe rosa, Schmuck und lackierte Fingernägel. Er ist dennoch nicht als Junge zu verkennen (Gesicht, Frisur, Statur), ich bekomme aber häufig bemitleidend-verständnisvolle Blicke, à la "das wird schon".
    Warum ist das so? Ich merke das auch bei mir selber: Für meine Tochter kaufe ich ohne zu zögern ein T-Shirt mit Totenkopf, mein Sohn muss sich mit den abgelegten Sachen seiner Schwester begnügen und im Tutu mit Schmetterlingsflügeln (allerliebst) darf er nur zu Hause herumlaufen.
    Ist die weibliche (tussige) Rolle dermaßen unpopulär? Verbindet man sie mit unerwünschten Eigenschaften? Eigentlich ist es doch recht mutig und selbstbewusst, wenn ein Junge Pailletten-T-Shirts trägt..? Ich fand die schwulen "Tussis" in der Oberstufe extrem cool und eloquent (wobei ich meinem Sohn jetzt auch nicht unterstelle schwul zu sein, er ist noch recht klein - nur so als Vergleich..)
    ein ehemaliger Schulkamerad meiner Tochter war als Kindergartenkind genauso wie Dein Sohn. Er ist ab und zu in den KLamotten seiner älteren Schwester in den Kindergarten gekommen. (Da war durchaus rosa Glitzerzeug dabei). Hänseleien der anderen Jungs haben ihn überhaupt nicht gestört. Er hat auch lieber mit den Mädels gespielt als mit den Jungs. Nur wenn es um Eisenbahn und Lastwagen ging war er ein typischer Junge. Er trägt seit der ersten Klasse einen Ohrring. Vom Charakter her ist der Junge ein in sich ruhendes besonnenes Kind, der nie groß was mit den typischen Jungs anfangen kann.

    Seine Eltern haben ihn einfach gelassen.

    Mittlerweile ist er fast 11, ein Technikfreak, Mädchenklamotten trägt er schon lange nicht mehr. Nur Glitzersteine mag er heute noch.



    Viele Grüße
    Nightwish
    Nichts ist für immer, nur der Moment zählt ganz allein!unheilig

  4. #4
    Avatar von Raudi1976
    Raudi1976 ist offline ich bin ich ;o)
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    Standard Re: Klischees und so...

    Mhm, meine Tochter trägt zwar hin und wieder gerne mal ein Kleid und "putzt" sich heraus, aber das ist eher selten...weil unpraktisch für sie. Sie ist nämlich durch und durch ein Wildfang und - wie es hier heißt - ein Gassenwatz!!!! So klettert sie auch mit Kommunionskleid (an ihrer Kommunion) auf dem Klettergerüst herum. :D Im Sommer ist sie überwiegend draußen und tobt rum, kommt dann dreckverschmiert, mit Ästen und Blättern im Haar, aufgeschürften Knien, usw. nach Hause. Rosa mag sie gar nicht. Wobei, eine kurze Phase lang, fand sie es schön, so mit 2 Jahren oder so. Aber ansonsten: schwarz, Jeans, praktisch, fertig.

    Einen Jungen habe ich nicht...demnach kann ich da nichts zu sagen.
    LG N.

    *** Mini-Zicke 12/2002 ***
    ***** AE seit 2004 *****
    .

  5. #5
    Avatar von Crix
    Crix ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Klischees und so...

    Zitat Zitat von nightwish Beitrag anzeigen
    ein ehemaliger Schulkamerad meiner Tochter war als Kindergartenkind genauso wie Dein Sohn. Er ist ab und zu in den KLamotten seiner älteren Schwester in den Kindergarten gekommen. (Da war durchaus rosa Glitzerzeug dabei). Hänseleien der anderen Jungs haben ihn überhaupt nicht gestört. Er hat auch lieber mit den Mädels gespielt als mit den Jungs. Nur wenn es um Eisenbahn und Lastwagen ging war er ein typischer Junge. Er trägt seit der ersten Klasse einen Ohrring. Vom Charakter her ist der Junge ein in sich ruhendes besonnenes Kind, der nie groß was mit den typischen Jungs anfangen kann.

    Seine Eltern haben ihn einfach gelassen.

    Mittlerweile ist er fast 11, ein Technikfreak, Mädchenklamotten trägt er schon lange nicht mehr. Nur Glitzersteine mag er heute noch.
    Ich habe kein Problem mit den modischen Vorlieben meines Sohnes. Mir ist es auch egal, ob es sich verwächst oder nicht, darum geht es gar nicht. Ich frage mich bloß, warum es so unterschiedlich aufgefasst wird: Mädchen in Jungsklamotten: cool, Junge in Mädchenklamotten: schwul.

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Klischees und so...

    Zitat Zitat von Crix Beitrag anzeigen
    Mädchen in Jungsklamotten: cool, Junge in Mädchenklamotten: schwul.
    das reimt sich, und was sich reimt, ist gut
    SilentWater gefällt dies

  7. #7
    Avatar von Maumau
    Maumau ist offline *wichtiger Chefwichtel*
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    Standard Re: Klischees und so...

    Zitat Zitat von Crix Beitrag anzeigen
    Nachdem ich gestern doch viele nette Antworten aus dem allseits gefürchteten ErE erhielt, versuche ich das heute nochmal...
    Wie intensiv erlebt Ihr die Geschlechterklischees bei Kindern? Und warum wird manches klischeehaftes Verhalten positiv bewertet, während man für ein anderes im besten Fall ein Augenrollen bekommt?
    Zur Hintergrundinfo: Meine Kinder zeigen in vielerlei Hinsicht ein sehr ausgeprägtes klischeehaftes Verhalten, nur sind eben die Rollen vertauscht: das Mädchen ist wild und tollkühn, mag Piraten und Dinosaurier, zieht sich dementsprechend an und wird - sobald man sie als Mädchen erkennt - von den meisten dafür bewundert. Mein Junge hat langsam kapiert, dass er komisch angeschaut wird, wenn er im Kleid im Kindergarten erscheint, er mag auch Piraten und Dinosaurier, aber eben auch Glitzerkram, die Farbe rosa, Schmuck und lackierte Fingernägel. Er ist dennoch nicht als Junge zu verkennen (Gesicht, Frisur, Statur), ich bekomme aber häufig bemitleidend-verständnisvolle Blicke, à la "das wird schon".
    Warum ist das so? Ich merke das auch bei mir selber: Für meine Tochter kaufe ich ohne zu zögern ein T-Shirt mit Totenkopf, mein Sohn muss sich mit den abgelegten Sachen seiner Schwester begnügen und im Tutu mit Schmetterlingsflügeln (allerliebst) darf er nur zu Hause herumlaufen.
    Ist die weibliche (tussige) Rolle dermaßen unpopulär? Verbindet man sie mit unerwünschten Eigenschaften? Eigentlich ist es doch recht mutig und selbstbewusst, wenn ein Junge Pailletten-T-Shirts trägt..? Ich fand die schwulen "Tussis" in der Oberstufe extrem cool und eloquent (wobei ich meinem Sohn jetzt auch nicht unterstelle schwul zu sein, er ist noch recht klein - nur so als Vergleich..)
    Mal in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen gehört zur kindlichen Entwicklung dazu.
    Mal ist es ausgeprägter mal weniger ausgeprägt.

    Mein Bruder (über 40) würde mich heute wohl schagen wenn ich seinen Kindern verrate, dass er im Kindergartenalter mich immer angebettelt hat weil er mein rosa Nachthemd tragen wollte. Und von seinem ersten gesparten Geld hat er sich eine Puppe gekauft.
    Unsere Mutter hat uns später gesagt, dass sie das wohl gemerkt hat (auch wenn wir das mit dem Nachthemd immer heimlich gemacht haben) und sich schwere Gedanken gemacht hat ob der Junge nicht andersrum ist.

    Aber klar hatte mein Bruder auch eine Autorennbahn, Autos und so richtig typischen Jungenkram und er war ein verwegener Kletterer.

    Aber ich hatte die größere Autosammlung mit 32 Modellautos. Die Begeisterung hat sich auch glegt, heute schaffe ich es knapp einen Mercedes von Golf zu unterscheiden (aber nur ganz knapp wie meine Kinder behaupten).

    Im Verwandtenkreis hatten wir einen Jungen der eine große Barbiesammlung hatte und damit viele andere Jungen im Kindergarten angesteckt hat. Die wollten plötzlich alle mit Barbies spielen.
    Inzwischen sind die Herren über 20, studieren mehrheitlich in typischen Männersparten und finden ihre Barbiephase peinlich.

    Ich finde es ist auch viel auffälliger (und es irritiert auch mehr) wenn Jungen sich mädchenhaft kleiden und mit Mädchenkram abgeben als wenn Mädchen auf "Jungssachen" abfahren.

    Aus meiner Kindheit kenne ich noch den Spruch für besonders wilde Mädchen "an der ist ein echter Junge verloren gegangen".
    Umgekehrt habe ich so einen Spruch nie gehört.

  8. #8
    Avatar von Foxlady
    Foxlady ist offline Urgestein
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    Standard Re: Klischees und so...

    Zitat Zitat von Crix Beitrag anzeigen
    Wie intensiv erlebt Ihr die Geschlechterklischees bei Kindern? Und warum wird manches klischeehaftes Verhalten positiv bewertet, während man für ein anderes im besten Fall ein Augenrollen bekommt?

    Weil sich die Geschlechterrolle in der Gesellschaft nicht verbessert, sondern in den letzten Jahren eher wieder vertieft hat.




  9. #9
    Avatar von nightwish
    nightwish ist offline Ich bin schuld!
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    Standard Re: Klischees und so...

    weil man *DAS* als Junge eben nicht macht. Ist nicht cool/männlich genug (was weis ich) Es ist leider ein gesellschaftliches Problem. Wenn Du bedenkst wie lange es gedauert hat bis es gesellschaftlich akzeptiert wurde, dass eine Frau Hosen trägt (von Jeans rede ich jetzt gar nicht) wirst Du davon ausgehen können, dass es mindestens genauso lange wenn nicht noch länger dauert bis sich niemand mehr über Jungs in Mädchenkleidern moniert und in die *Homosexuelle Ecke* drängt



    Viele Grüße
    Nightwish
    Nichts ist für immer, nur der Moment zählt ganz allein!unheilig

  10. #10
    Avatar von ScHerzerl
    ScHerzerl ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Klischees und so...

    weil es auch bei erwachsenen durchaus eher üblich ist, dass frauen sich "wie männer kleiden" als das umgekehrt der fall ist. hosen, hosenanzüge gehören doch ins tägliche alltagsbild, bei beiden geschlechtern.
    röcke bei männern jedoch sind sehr, sehr selten, praktisch nicht vorhanden.

    aus rosa hemden hat man kurzfristig einen modetrend gemacht, trotzdem hat er sich irgendwie nicht so wirklich durchgesetzt...

    bei dieser vorbildhaltung ist doch logisch, dass kleine jungs in kleidern mehr auffallen als kleine mädchen in schwarzen batman-t-shirts.

    mein kleiner bruder hat sich vor fast 30 jahren schon rosarote hausschuhe ausgesucht (und durfte die auch tragen). er musste sich aber auch eine menge dafür anhören ... und meine mutter auch!
    de.wikipedia.org/wiki/Winter
    Der Winter (v. althochdeutsch: wintar; eigentl.: nasse Jahreszeit) ist die kälteste der vier Jahreszeiten in der gemäßigten und arktischen Klimazone der Erde.

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