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  1. #1
    Ingrid3 ist offline Legende
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    Standard Sparkurs von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    bei uns wurden verschiedene Pfarreien zusammen gefasst und ab Jan. bekommen sie einen zugeteilten (errechneten) Finanzbedarf. Im Zuge dessen wurden die Arbeitsverträge der Angestellten überprüft und festgestellt, dass da einiges falsch läuft. (MA werden für Anzahlen an Messen bezahlt, z. B. der Organist), die es aber nicht mehr gibt). Das ist schon seit Jahrzehnten so.

    von den Mitgliedern des Verwaltungsrates (alle ehrenamtlich) wird jetzt erwartet, dass diese die Personalgespräche führen müssen. Alles Leute, die sich im Arbeitsrecht nicht auskennen und für einen Arbeitsrechtler ist natürlich kein Geld da.

    Ist das noch sonstwo so oder so ähnlich? Ich finde die Kirche macht es sich da etwas einfach.
    Geändert von Ingrid3 (16.09.2012 um 15:20 Uhr)
    Wanda hat gesagt, ich muss das ändern

  2. #2
    Avatar von Kelwitt
    Kelwitt ist offline Urlaubsministerin
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    Standard Re: Sparkus von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Ingrid3 Beitrag anzeigen
    bei uns wurden verschiedene Pfarreien zusammen gefasst und ab Jan. bekommen sie einen zugeteilten (errechneten) Finanzbedarf. Im Zuge dessen wurden die Arbeitsverträge der Angestellten überprüft und festgestellt, dass da einiges falsch läuft. (MA werden für Anzahlen an Messen bezahlt, z. B. der Organist), die es aber nicht mehr gibt). Das ist schon seit Jahrzehnten so.

    von den Mitgliedern des Verwaltungsrates (alle ehrenamtlich) wird jetzt erwartet, dass diese die Personalgespräche führen müssen. Alles Leute, die sich im Arbeitsrecht nicht auskennen und für einen Arbeitsrechtler ist natürlich kein Geld da.

    Ist das noch sonstwo so oder so ähnlich? Ich finde die Kirche macht es sich da etwas einfach.
    Was für ein Kuss?



    Ansonsten: ist hier seit JAHREN so. Uns haben sie im Laufe der letzten 10 Jahre trotz vergrößerter Gemeinde eine Pfarrersstelle, 2 Vikarsstellen und einen halbe Kantor gestrichen. Und die restlichen Leute muss die Gemeinde z.T. selber bezahlen.


    Auch die Katholiken von nebenan sparen (interessanterweise ist da seit Jahren kein deutscher Pfarrer mehr auf der Pfarrstelle, sondern erst ein Pole, dann ein Rumäne und jetzt zwei aus Schwarzafrika; nichts gegen diese Pfarrer, aber es wäre halt schön, wenn die Predigten auch mal wieder auf deutsch wären ... Und auch die Seelsorgegespräche sind wohl etwas schwierig. Gibt es bei den Katholiken keinen einheimischen Nachwuchs mehr?)
    Worauf willst Du warten?

  3. #3
    Ingrid3 ist offline Legende
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    Standard Re: Sparkus von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    Was für ein Kuss?



    Ansonsten: ist hier seit JAHREN so. Uns haben sie im Laufe der letzten 10 Jahre trotz vergrößerter Gemeinde eine Pfarrersstelle, 2 Vikarsstellen und einen halbe Kantor gestrichen. Und die restlichen Leute muss die Gemeinde z.T. selber bezahlen.


    Auch die Katholiken von nebenan sparen (interessanterweise ist da seit Jahren kein deutscher Pfarrer mehr auf der Pfarrstelle, sondern erst ein Pole, dann ein Rumäne und jetzt zwei aus Schwarzafrika; nichts gegen diese Pfarrer, aber es wäre halt schön, wenn die Predigten auch mal wieder auf deutsch wären ... Und auch die Seelsorgegespräche sind wohl etwas schwierig. Gibt es bei den Katholiken keinen einheimischen Nachwuchs mehr?)
    und ich dachte noch, das Wort sieht komisch aus *g*

    Die Pfarrstellen sind bei uns noch von "einheimischen" besetzt. Es geht da nur um die anderen MA. Die Kirche wird sich noch wundern, wenn die Leute zum Arbeitsgericht rennen, weil da einiges schief laufen wird.
    Wanda hat gesagt, ich muss das ändern

  4. #4
    Avatar von Andrea
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    Standard Re: Sparkurs von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Ingrid3 Beitrag anzeigen
    bei uns wurden verschiedene Pfarreien zusammen gefasst und ab Jan. bekommen sie einen zugeteilten (errechneten) Finanzbedarf. Im Zuge dessen wurden die Arbeitsverträge der Angestellten überprüft und festgestellt, dass da einiges falsch läuft. (MA werden für Anzahlen an Messen bezahlt, z. B. der Organist), die es aber nicht mehr gibt). Das ist schon seit Jahrzehnten so.

    von den Mitgliedern des Verwaltungsrates (alle ehrenamtlich) wird jetzt erwartet, dass diese die Personalgespräche führen müssen. Alles Leute, die sich im Arbeitsrecht nicht auskennen und für einen Arbeitsrechtler ist natürlich kein Geld da.

    Ist das noch sonstwo so oder so ähnlich? Ich finde die Kirche macht es sich da etwas einfach.
    Also das kommt jetzt auf das Kirchengesetz an.
    Generell sind die Verwaltungsräte (heißen auch Kirchenvorstände, Kirchengemeinderäte, Presbyterien) zuständig für alle Angelegenheiten der Gemeinde.
    Manchmal tun sich Gemeinden zusammen und gründen ein Verwaltungszentrum, das dann quasi Dienstleister der Gemeinden ist. D.h. die Gemeinden übertragen Aufgaben, behalten aber die Verantwortung.
    In Personalfragen kann das heißen, dass das Verwaltungszentrum die Verträge formuliert, aber der Kirchengemeinderart, usw. unterschreibt. So ist das hier bei "uns".
    Die meisten evangelischen Kieler Kirchengemeinden sind Teilhaber des Verwaltungszentrums und leisten sich dort eben die ganze Infrastruktur. Da kann man dann als Kirchengemeinderatsmitglied seine Fragen stellen und sich informieren.

    Aber Personalgespräche muss der Verwaltungsrat führen, klar.
    Dass das Ehrenamtler sind, ist egal. Sie sind verantwortlich für ihre Angestellten.
    Die Priester/Pastoren gehören dem Gremium ja meistens auch an und sie können Fortbildungen im Bereich Mitarbeiterführung machen. (In der Ausbildung ist das unterschiedlich gewichtet, je nach Kirche.)
    Und auch die Ehrenamtler können ja Fortbildungen machen.

    Bei Einstellungen führen die Gespräche auch die Ehrenamtler. Wie gesagt - sie sind die direkten Arbeitgeber.

    Sie können ja beim Bistum nachfragen, welche Hilfen sie bekommen können.

  5. #5
    Ingrid3 ist offline Legende
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    Standard Re: Sparkurs von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Also das kommt jetzt auf das Kirchengesetz an.
    Generell sind die Verwaltungsräte (heißen auch Kirchenvorstände, Kirchengemeinderäte, Presbyterien) zuständig für alle Angelegenheiten der Gemeinde.
    Manchmal tun sich Gemeinden zusammen und gründen ein Verwaltungszentrum, das dann quasi Dienstleister der Gemeinden ist. D.h. die Gemeinden übertragen Aufgaben, behalten aber die Verantwortung.
    In Personalfragen kann das heißen, dass das Verwaltungszentrum die Verträge formuliert, aber der Kirchengemeinderart, usw. unterschreibt. So ist das hier bei "uns".
    Die meisten evangelischen Kieler Kirchengemeinden sind Teilhaber des Verwaltungszentrums und leisten sich dort eben die ganze Infrastruktur. Da kann man dann als Kirchengemeinderatsmitglied seine Fragen stellen und sich informieren.

    Aber Personalgespräche muss der Verwaltungsrat führen, klar.
    Dass das Ehrenamtler sind, ist egal. Sie sind verantwortlich für ihre Angestellten.
    Die Priester/Pastoren gehören dem Gremium ja meistens auch an und sie können Fortbildungen im Bereich Mitarbeiterführung machen. (In der Ausbildung ist das unterschiedlich gewichtet, je nach Kirche.)
    Und auch die Ehrenamtler können ja Fortbildungen machen.

    Bei Einstellungen führen die Gespräche auch die Ehrenamtler. Wie gesagt - sie sind die direkten Arbeitgeber.

    Sie können ja beim Bistum nachfragen, welche Hilfen sie bekommen können.
    das Bistum lässt sie ziemlich im Regen stehen. Die sagen nur: soviel Geld habt ihr, guckt wie ihr klar kommt. Vielleicht sollten sie nochmal da anfragen.
    Wanda hat gesagt, ich muss das ändern

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Sparkurs von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Seid ihr Protestanten oder Katholiken?

    In unserer Gemeinde wurde auch einiges zusammengeworfen, wir sind jetzt (bzw. schon 2 Jahre) offziell eine Gemeinde mit der aus dem Nachbardorf, es gibt 1,5 Pfarrstellen dafür.

    Die von dir erwähnten Probleme (Organist, Kirchenchor - meiner ist im Zuge der Umstrukturierung ja "gestorben", bzw. der Chorleiter aus dem Nachbarort und ich haben fusioniert aus klangtechnischen Gründen, er leitet den Chor hauptsächlich, da er nicht so oft schwanger war wie ich ;-)) kenne ich.
    Ich habe das Gespräch aber mit der Pfarrerin geführt, nicht mit jemandem aus dem Presbyterium o.ä.

    An der Pfarrerin erkennst du bereits, dass ich zu einer evangelischen Gemeinde gehöre.

  7. #7
    Avatar von Maumau
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    Standard Re: Sparkus von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    Was für ein Kuss?



    Ansonsten: ist hier seit JAHREN so. Uns haben sie im Laufe der letzten 10 Jahre trotz vergrößerter Gemeinde eine Pfarrersstelle, 2 Vikarsstellen und einen halbe Kantor gestrichen. Und die restlichen Leute muss die Gemeinde z.T. selber bezahlen.


    Auch die Katholiken von nebenan sparen (interessanterweise ist da seit Jahren kein deutscher Pfarrer mehr auf der Pfarrstelle, sondern erst ein Pole, dann ein Rumäne und jetzt zwei aus Schwarzafrika; nichts gegen diese Pfarrer, aber es wäre halt schön, wenn die Predigten auch mal wieder auf deutsch wären ... Und auch die Seelsorgegespräche sind wohl etwas schwierig. Gibt es bei den Katholiken keinen einheimischen Nachwuchs mehr?)

    Die Katholen fahren ein krasses Sparprogramm. Da werden dann auch mal drei, vier oder fünf Gemeinden zusammengelegt.

    Und ansonsten haben katholische Kirchen und Krankenhäuser eins gemein - es gibt keinen deutschsprachigen Nachwuchs mehr.

    Wenn man den polnischen Pfarrer nicht versteht ist es wirklich schade, wenn der polnische Arzt den Patient nicht versteht ist es dramatischer....... am Ende schließt sich der Kreis und der polnische Pfarrer ist wieder dran :-(

  8. #8
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Sparkurs von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Ingrid3 Beitrag anzeigen
    das Bistum lässt sie ziemlich im Regen stehen. Die sagen nur: soviel Geld habt ihr, guckt wie ihr klar kommt. Vielleicht sollten sie nochmal da anfragen.
    Was heißt im Regen stehen?
    Das ist nun mal Kirchengesetz, da sind die Zuständigkeiten geregelt.
    Und gerade die Verwaltungsräte in den Gemeinden sind ja oft sauer, wenn sie von der "Zentrale" gegängelt werden.

    Diese Zusammenlegungen sind landauf, landab gang und gäbe und die Kirchengemeinden hindert keiner daran, ihre Erfahrungen auszutauschen.
    Hier in der katholischen Diaspora wurden 12 Kirchengemeinden zusammengelegt.

    Im übrigen ist die Frage, wann ein normales Arbeitsgericht zuständig ist.
    Kirchengesetz ist da speziell und aufgrund der Kirchenstaatsverträge auch gültig.

  9. #9
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Sparkus von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Maumau Beitrag anzeigen
    Wenn man den polnischen Pfarrer nicht versteht ist es wirklich schade, wenn der polnische Arzt den Patient nicht versteht ist es dramatischer....... am Ende schließt sich der Kreis und der polnische Pfarrer ist wieder dran :-(
    *prust*

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Sparkurs von/an Kirchengemeinden - normales vorgehen?

    Zitat Zitat von Ingrid3 Beitrag anzeigen
    bei uns wurden verschiedene Pfarreien zusammen gefasst und ab Jan. bekommen sie einen zugeteilten (errechneten) Finanzbedarf. Im Zuge dessen wurden die Arbeitsverträge der Angestellten überprüft und festgestellt, dass da einiges falsch läuft. (MA werden für Anzahlen an Messen bezahlt, z. B. der Organist), die es aber nicht mehr gibt). Das ist schon seit Jahrzehnten so.

    von den Mitgliedern des Verwaltungsrates (alle ehrenamtlich) wird jetzt erwartet, dass diese die Personalgespräche führen müssen. Alles Leute, die sich im Arbeitsrecht nicht auskennen und für einen Arbeitsrechtler ist natürlich kein Geld da.

    Ist das noch sonstwo so oder so ähnlich? Ich finde die Kirche macht es sich da etwas einfach.
    Ich kenne das bei kirchlichen AG leider auch, dass da so einige NULL Ahnung vom Arbeitsrecht haben und ich da so manch einem Geschäftsführer was beibringen musste... UNMÖGLICH aber häufig...

    Nunja, die Ehrenamtler sollten halt deutlich darauf hinweisen, dass sie in arbeitsrechtlichen Bereichen frei von Kenntnis und Ahnung sind.

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