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Thema: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

  1. #1
    Avatar von hermine123
    hermine123 ist offline enthusiast
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    Standard Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Hallo,

    mein Freund und ich hatten gestern nach dem Spielplatzbesuch mit unserer Tochter (20 Monate) eine längere Grundsatzdiskussion, die mich wirklich nachdenklich gemacht hat. Vielleicht könnt Ihr mir auch noch ein bischen input geben.

    Tochterkind ist grds ein total friedliches Kind. Wenn wir auf dem Spielplatz sind, lässt sie sich ohne Widerworte von anderen Kindern ihr Spielzeug wegnehmen. Manchmal bietet sie es sogar aktiv an. Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass sie darunter leidet. Wenn sie allerdings mit dem Spielzeug von anderen spielt und diese das dann lautstärk zurückfordern (oder ihr, wie letztens geschehen, sogar aus den Händen reißen), bricht für sie eine Welt zusammen und sie fängt untröstlich an zu weinen. Ich tröste sie dann ausgiebig, bis wir etwas anderes zum Spielen finden und sie irgendwann wieder abgelenkt ist.

    Gestern auf dem Spielplatz dann folgende 2 Situationen:

    1. Tochter sitzt auf einem Schaukeltier. Ein anderes, etwa gleichaltriges Kind nähert sich und fasst das Schaukeltier an. Tochter springt sofort runter und macht Platz. Sie geht weg und setzt sich auf das nächste Tier.

    2. Es gibt 2 Schaukeln auf dem Spielplatz, die sehr begehrt sind. Zufällig sehen wir, dass eine frei ist und wir laufen gemeinsam (so schnell es mit einem 20-monatigen Kind eben geht) los. Parallel rennt ein etwa 4-jähriger los. Er ist vor uns da und setzt sich drauf. Tochter möchte aber schaukeln und wir warten, bis die nächste Schaukel frei wird.

    Bei Situation 1 hatte ich den Eindruck, dass das völlig ok für Tochter war. Und bei 2. sehe ich es eben als Pech an, dass wir nicht schnell genug waren. Wir hatten ja vorher nicht in einer Schlange gewartet, so dass sich der Junge auch nicht vorgedrängelt hat.

    Mein Freund hingegen war ziemlich geschockt von beiden Situtationen und meinte, dass ich Tochter stärker darin unterstützen müsste sich zu wehren. Wir hätten sie z.B. in Situtation 1 darin bestärken können, sitzen zu bleiben. So würde sie erfahren, dass es durchaus legitim ist, nein zu sagen. Ich muss sagen, dass mich das sehr zum Nachdenken gebracht hat. Bislang war ich eigentlich ganz froh, dass Tochter nicht so krawallig unterwegs ist und rechnete damit, dass die "Meins"- und "Nein"-Phase schon von alleine in der Kita kommt. Außerdem finde ich Mütter ziemlich anstrengend, die sich ständig in die Konflikte ihrer Kinder einmischen. Allerdings bin ich nicht sicher, dass sie nicht vielleicht doch Angst hat, nein zu sagen. Tochter ist jetzt seit ca 1,5 Monaten in der Kita und ihr Verhalten hat sich bislang nicht wirklich verändert.

    Eure Meinungen? Sollte ich stärker in Erscheinung treten, um sie zu unterstützen? Sollte ich vielleicht mal die Erzieherinnen in der Kita nach ihrer Einschätzugn fragen?

  2. #2
    Avatar von Stulle
    Stulle ist offline Legende
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Ich denke da eher wie du. Abwarten und Tee trinken.
    Ich finde das Verhalten deines Kindes nicht "ändernswert".
    Wenn es deine Tochter irgendwann stört, wird sie es entweder ändern oder signalisieren, dass sie Hilfe braucht.
    zwackl gefällt dies

  3. #3
    Avatar von BigMama
    BigMama ist offline Urgestein
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    In DEM Alter würde ich sie lassen, solange sie nicht leidet.

    Meine Mutter hatte lange Sorge ich könnte zu gutmütig sein, weil ich mir auch alles wegnehmen ließ. Bis mein Bruder (knapp16 Monate jünger) ins Sandkastenalter kam und ich die Sandform mit den Worten "Das gehört meinem Bruder!" zurückholte.

    Heikel wird sowas - meiner Meinung nach - erst wenn das Kind Dinge, die ihm WICHTIG sind, nicht durchzusetzen versucht.
    zwackl und Stulle gefällt dies.

  4. #4
    Avatar von vanPelt
    vanPelt ist offline yippie-ya-yeah
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Zitat Zitat von hermine123 Beitrag anzeigen
    Eure Meinungen? Sollte ich stärker in Erscheinung treten, um sie zu unterstützen? Sollte ich vielleicht mal die Erzieherinnen in der Kita nach ihrer Einschätzugn fragen?
    Ich denke, dass Du ganz richtig liegst. Eure Maus ist ja noch klein, das kommt meistens alles von selbst, wenn sie älter wird. Ich würde mir da überhaupt keine Gedanken drum machen.

  5. #5
    Avatar von fancy
    fancy ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Nein, ich wuerde es genauso machen wie du. Deine (oder ist es eure?)Tochter ist erst 20 Monate und hat wenig Erfahrung wie es auf dem Spielplatz 'funktioniert'. Diese Erfahrungen macht sie nun. Irgendwann wird sie selbst soweit sein, dass sie Nein sagt. Lass sie ihren eigenen Lernweg gehen. Dein Partner proijeziert vielleicht seine eigenen Gefuehle benachteiligt zu werden auf die Tochter.
    Geändert von fancy (17.09.2012 um 14:15 Uhr)
    "Ich begriff nicht, dass Kinder manchmal deshalb so laut schreien, dass die Nachbarn kurz davor sind, das Jugendamt zu rufen, weil man die falsche Sorte Nudeln zum Abendessen gekocht hat. Mir war nicht klar, dass sich die Atemuebungen, die Frauen bei Kursen zum Thema natuerliche Geburt lernen, erst dann wirklich auszahlen, wenn das Kind schon lange auf der Welt ist." aus Alfie Kohn: Liebe und Eigenstaendigkeit - Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung

  6. #6
    Avatar von Mairegen
    Mairegen ist offline Legende
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Zitat Zitat von hermine123 Beitrag anzeigen
    Außerdem finde ich Mütter ziemlich anstrengend, die sich ständig in die Konflikte ihrer Kinder einmischen.
    Diese Aussage kann ich so unterschreiben.

    Solange deine Tochter nicht leidet, ist es doch kein Problem, wenn sie Spielgeräte freiwillig räumt.
    20 Monate ist auch noch sooo klein ... ihr Durchsetzungswille und -vermögen wird sich sicherlich noch ausbauen.

  7. #7
    Avatar von Diamant
    Diamant ist offline Sächsisches Angelhuhn
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Zitat Zitat von hermine123 Beitrag anzeigen
    Eure Meinungen? Sollte ich stärker in Erscheinung treten, um sie zu unterstützen? Sollte ich vielleicht mal die Erzieherinnen in der Kita nach ihrer Einschätzugn fragen?
    Unterstützen würde ich dann, wenn ich merke, dass mein Kind darunter leidet. Nicht, dass mal heulen wenn was weggenommen wurde. Sondern, wenn es nachgibt aber dabei signalisiert, dass es eigentlich z.B. lieber weiter geschaukelt hätte.

    Dieses Meins-Denken kommt noch.
    LG STEINLINDA WHISKAS LIKORIA HUHN


  8. #8
    Gast

    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Zitat Zitat von Mairegen Beitrag anzeigen
    Diese Aussage kann ich so unterschreiben.

    Solange deine Tochter nicht leidet, ist es doch kein Problem, wenn sie Spielgeräte freiwillig räumt.
    20 Monate ist auch noch sooo klein ... ihr Durchsetzungswille und -vermögen wird sich sicherlich noch ausbauen.
    Genau, und dann denkt man später, ach wäre sie doch noch kleiner
    Lore2009 gefällt dies

  9. #9
    Avatar von schokolina
    schokolina ist offline Zauberhaft
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Zitat Zitat von hermine123 Beitrag anzeigen
    Eure Meinungen? Sollte ich stärker in Erscheinung treten, um sie zu unterstützen? Sollte ich vielleicht mal die Erzieherinnen in der Kita nach ihrer Einschätzugn fragen?

    Ich denke, das Wehren und Behaupten kommt von alleine. Unser Sohn war auch lange sehr friedlich. Ließ sich Spielzeug wegnehmen usw. Irgendwann schien es ihm aber zu reichen und er wehrte sich. Also in seinem Fall eher mit Worten bzw. mit Schreien als mit Hauen, aber er ließ sich nicht mehr alles gefallen. Jetzt mit 5 kann er sich, glaube ich, ganz gut behaupten. Und unsere Tochter ist jetzt 18 Monate und lässt sich von Gleichaltrigen auch noch relativ leicht unterbuttern. Gegen Große wehrt sie sich komischerweise.

    Daher denke ich, dass Ihr die Kleine einfach lassen solltet, solange sie nicht drunter leidet. Was anderes ist, wenn ein Kind sie z. B. irgendwo wegdrängt oder ihr eigenes Spielzeug wegreißt. Dann solltet Ihr sie schon unterstützen, wenn sie es halt selbst noch nicht kann.

  10. #10
    Avatar von Mairegen
    Mairegen ist offline Legende
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    Standard Re: Wie helfe ich meinem Kind, sich zu wehren? bzw. muss ich das überhaupt?

    Zitat Zitat von zwackl Beitrag anzeigen
    Genau, und dann denkt man später, ach wäre sie doch noch kleiner
    Oh ja

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