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Thema: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

  1. #1
    trio08 ist offline Pooh-Bah
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    03.08.2008
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    Beitrag Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Es geht um 4-jährige Kinder: Ich weiß nicht, vielleicht ist es zu sehr durch meine Brille gesehen, aber ich habe das Gefühl, dass heute sehr viele Eltern ihre Kinder "laissez-faire" erziehen. Da unser Umfeld überwiegend aus Akademikern besteht, kann ich nur für diese Gruppe sprechen. Insgesamt wird immer sehr süßlich mit den Kindern gesprochen, etwas überspitzt: "Malte-Thorben, das Hauen mit der Schippe könnte der Marissa-Sahara wehtun, möchtest Du vielleicht damit aufhören?"
    Oder konkrete Begebenheiten: Dass bspw.wenn ein 4-jähriges Kind zu Besuch ist und zur Toilette geht, der betreffende Elternteil nicht nachschaut, ob die Toilette ordentlich verlassen wurde. Überhaupt wird kaum geschaut, was die Kinder so machen, wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Oder andere Begebenheit: Kind wirft das Zeug von einem Lehmhaufen neben dem Kindergarten auf eine öffentliche Treppe. Die Mutter sagt dem Kind zwar, dass es aufhören soll, schaut dann aber überhaupt nicht, ob es wirklich aufhört und fegt den Sand auch nicht gemeinsam mit dem Kind weg,obwohl Besen und Co zur Hand gewesen wären. Mutter und ihre beiden Kinder gehen einfach.

    Da frage ich mich: Ist es manchmal die Erschöpfung, dass man nicht so genau sehen will, was das eigene Kind anstellt (und ja, das kenne ich auch, manchmal möchte man eben einfach mal sitzen bleiben, besonders wenn man mehrere Kinder hat) oder sollen die Kinder sich total frei entfalten?

    Außerdem fällt mir auf, dass viele Eltern fremde Kinder eher maßregeln und betonen was dieses und jenes Kind angestellt hat, beim eigenen Kind aber völlig blind sind/ sein wollen.

    Ich finde das bei Freundschaften sehr anstrengend. Eigentlich passt alles, aber der Blick aufs Kind ist ziemlich unterschiedlich, so dass Besuche anstrengend sind und auch die Beziehung der Erwachsenen zueinander belasten.


    Kennt ihr das auch?
    Eine unserer Hauptaufgaben ist es, einen Sinn zu erfinden, der stabil genug ist, um einem Leben als Fundament zu dienen, und dann anschließend das knifflige Manöver zu vollziehen, unsere eigene Urheberschaft an diesem Sinn zu leugnen.(Irvin D. Yalom)

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von trio08 Beitrag anzeigen



    Kennt ihr das auch?
    Nein

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von trio08 Beitrag anzeigen
    Es geht um 4-jährige Kinder: Ich weiß nicht, vielleicht ist es zu sehr durch meine Brille gesehen, aber ich habe das Gefühl, dass heute sehr viele Eltern ihre Kinder "laissez-faire" erziehen. Da unser Umfeld überwiegend aus Akademikern besteht, kann ich nur für diese Gruppe sprechen. Insgesamt wird immer sehr süßlich mit den Kindern gesprochen, etwas überspitzt: "Malte-Thorben, das Hauen mit der Schippe könnte der Marissa-Sahara wehtun, möchtest Du vielleicht damit aufhören?"
    Oder konkrete Begebenheiten: Dass bspw.wenn ein 4-jähriges Kind zu Besuch ist und zur Toilette geht, der betreffende Elternteil nicht nachschaut, ob die Toilette ordentlich verlassen wurde. Überhaupt wird kaum geschaut, was die Kinder so machen, wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Oder andere Begebenheit: Kind wirft das Zeug von einem Lehmhaufen neben dem Kindergarten auf eine öffentliche Treppe. Die Mutter sagt dem Kind zwar, dass es aufhören soll, schaut dann aber überhaupt nicht, ob es wirklich aufhört und fegt den Sand auch nicht gemeinsam mit dem Kind weg,obwohl Besen und Co zur Hand gewesen wären. Mutter und ihre beiden Kinder gehen einfach.

    Da frage ich mich: Ist es manchmal die Erschöpfung, dass man nicht so genau sehen will, was das eigene Kind anstellt (und ja, das kenne ich auch, manchmal möchte man eben einfach mal sitzen bleiben, besonders wenn man mehrere Kinder hat) oder sollen die Kinder sich total frei entfalten?

    Außerdem fällt mir auf, dass viele Eltern fremde Kinder eher maßregeln und betonen was dieses und jenes Kind angestellt hat, beim eigenen Kind aber völlig blind sind/ sein wollen.

    Ich finde das bei Freundschaften sehr anstrengend. Eigentlich passt alles, aber der Blick aufs Kind ist ziemlich unterschiedlich, so dass Besuche anstrengend sind und auch die Beziehung der Erwachsenen zueinander belasten.


    Kennt ihr das auch?
    Hm, so pauschal kann ich das gar nicht sagen. Richtig befreundet bin ich nur mit sehr wenigen Eltern und mit denen schwimme ich erziehungsmäßig entweder auf einer Wellenlänge oder ich mag sie so gern, dass ich kleinere, wenig dramatische Abweichungen von meinem Erziehungsstil tolerieren kann . Ich bin aber auch schon Eltern begegnet, deren Umgang mit ihren Kindern mir sehr unangenehm war. Daraus entwickelt sich dann aber keine Freundschaft.

    Generell kenne ich wenige Laissz-faire-Eltern.

  4. #4
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von trio08 Beitrag anzeigen

    Ich finde das bei Freundschaften sehr anstrengend. Eigentlich passt alles, aber der Blick aufs Kind ist ziemlich unterschiedlich, so dass Besuche anstrengend sind und auch die Beziehung der Erwachsenen zueinander belasten.


    Kennt ihr das auch?
    Unterschiedliches Familienleben: Ja, kenne ich.
    Belastung der Freundschaft: Nö.
    leben und leben lassen. Funktioniert hier.
    Wobei das nicht heißt, dass man das, was der andere macht, nicht kommentiert, nicht drüber redet.
    Aber man kann ja so oder so miteinander reden.

  5. #5
    Avatar von Sarah29
    Sarah29 ist offline Legende
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    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von trio08 Beitrag anzeigen
    Ich finde das bei Freundschaften sehr anstrengend. Eigentlich passt alles, aber der Blick aufs Kind ist ziemlich unterschiedlich, so dass Besuche anstrengend sind und auch die Beziehung der Erwachsenen zueinander belasten.


    Kennt ihr das auch?
    Nö, ich habe einen Mund zum Reden. Wenn mir nicht passt, was Mike-Eike gerade auf meiner Toilette veranstaltet, dann sage ich das seinen Eltern mit der expliziten Bitte, ihn an seinem Tun zu hindern. Wie sie das dann machen, ob sie ihn ins Koma diskutieren oder einfach dort wegtragen, ist mir wurscht.
    Neckname und asali gefällt dies.
    Vertrauen ist der Wille, sich verletzlich zu zeigen. (Osterloh/Weibel)

  6. #6
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Die Ruhe selbst
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    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Solche nervigen Säuseleltern erlebe ich hier nur beim Einkaufen.

    Wenn mir sowas nach Besuchen öfter passiert, würde ich ganz konkret das Kind ansprechen.

  7. #7
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Die Ruhe selbst
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    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von Sarah29 Beitrag anzeigen
    Nö, ich habe einen Mund zum Reden. Wenn mir nicht passt, was Mike-Eike gerade auf meiner Toilette veranstaltet, dann sage ich das seinen Eltern mit der expliziten Bitte, ihn an seinem Tun zu hindern. Wie sie das dann machen, ob sie ihn ins Koma diskutieren oder einfach dort wegtragen, ist mir wurscht.
    Wieso kann man ein 4jähriges Kind nicht selbst ansprechen?

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von trio08 Beitrag anzeigen
    Ich finde das bei Freundschaften sehr anstrengend. Eigentlich passt alles, aber der Blick aufs Kind ist ziemlich unterschiedlich, so dass Besuche anstrengend sind und auch die Beziehung der Erwachsenen zueinander belasten.
    Ich erlebe das gerade bei einer Freundin. Sie ist allerdings die Oma Sie ist räumlich sehr nah am Enkelkind und somit wird dieses auch in die Freundschaft einbezogen. Ich kann das "Gesäusel" oftmals nicht ertragen. Im Moment liegt die Freundschaft deshalb etwas im Kühlschrank. Klingt vielleicht komisch, aber die Art und Weise wie mit dem Kind umgegangen wird, kann ich nicht ertragen, vor allem nicht in meinen eigenen vier Wänden oder bei gemeinsamen Ausflügen. Es macht mich kirre, wenn z. B. zehn Leute auf ein zweijähriges Kind warten müssen, dass gerade nicht laufen möcht und Großmutter stundenlang redet, statt das Kind auf die Schulter zu nehmen.
    Ja, klingt blöd und hart und überhaupt aber es ist halt so.

  9. #9
    Avatar von Martha74
    Martha74 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    nein, das kenne ich so nicht.

    Aber ich kenne es durchaus, dass man im Freundeskreis / Verwandtschaft unterschiedliche Erziehungsvorstellungen hat.
    Mein Fazit: beim Freundeskreis geht das auf Dauer nicht gut, da muss ich halt mit der Mutter abends ohne Kinder was trinken gehen.
    Innerhalb der Verwandtschaft: nie mehr Urlaub gemeinsam, nie mehr direkt vor dem 4-Gänge-Menü jemanden haben, der meine Kinder heimlich mit Süßem abfüllt.

    So einfach ist das
    Joni66 gefällt dies

  10. #10
    musterfrau11 ist offline Gesperrt
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    Standard Re: Befreundet sein - aber unterschiedliche Erziehungsvorstellungen

    Zitat Zitat von trio08 Beitrag anzeigen
    Es geht um 4-jährige Kinder: Ich weiß nicht, vielleicht ist es zu sehr durch meine Brille gesehen, aber ich habe das Gefühl, dass heute sehr viele Eltern ihre Kinder "laissez-faire" erziehen. Da unser Umfeld überwiegend aus Akademikern besteht, kann ich nur für diese Gruppe sprechen. Insgesamt wird immer sehr süßlich mit den Kindern gesprochen, etwas überspitzt: "Malte-Thorben, das Hauen mit der Schippe könnte der Marissa-Sahara wehtun, möchtest Du vielleicht damit aufhören?"
    Oder konkrete Begebenheiten: Dass bspw.wenn ein 4-jähriges Kind zu Besuch ist und zur Toilette geht, der betreffende Elternteil nicht nachschaut, ob die Toilette ordentlich verlassen wurde. Überhaupt wird kaum geschaut, was die Kinder so machen, wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Oder andere Begebenheit: Kind wirft das Zeug von einem Lehmhaufen neben dem Kindergarten auf eine öffentliche Treppe. Die Mutter sagt dem Kind zwar, dass es aufhören soll, schaut dann aber überhaupt nicht, ob es wirklich aufhört und fegt den Sand auch nicht gemeinsam mit dem Kind weg,obwohl Besen und Co zur Hand gewesen wären. Mutter und ihre beiden Kinder gehen einfach.

    Da frage ich mich: Ist es manchmal die Erschöpfung, dass man nicht so genau sehen will, was das eigene Kind anstellt (und ja, das kenne ich auch, manchmal möchte man eben einfach mal sitzen bleiben, besonders wenn man mehrere Kinder hat) oder sollen die Kinder sich total frei entfalten?

    Außerdem fällt mir auf, dass viele Eltern fremde Kinder eher maßregeln und betonen was dieses und jenes Kind angestellt hat, beim eigenen Kind aber völlig blind sind/ sein wollen.

    Ich finde das bei Freundschaften sehr anstrengend. Eigentlich passt alles, aber der Blick aufs Kind ist ziemlich unterschiedlich, so dass Besuche anstrengend sind und auch die Beziehung der Erwachsenen zueinander belasten.


    Kennt ihr das auch?
    Mit solchen Eltern habe ich keinen Kontakt, kenne ich nicht.
    Und so wie du es berichtest kenne ich auch nur einen Jungen. Der reagiert aber nur so, wenn seine Mutter dabei ist.
    Wenn sein Papa dabei ist pariert er

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