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  • 1 Post By Clarissa

Thema: Endlose Diskussion mit Sohn

  1. #1
    Elfine ist offline enthusiast
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    Standard Endlose Diskussion mit Sohn

    Sohnemann (10J.) ist Aspergerautist, geht aber nun nach unserem Umzug in die 5. Klasse Gymnasium und hat auch dementsprechend 3mal pro Woche bis 16 Uhr Schule und muss teilweise noch HAs erledigen oder lernen.

    Aber es war SEIN Wunsch, er WOLLTE unbedingt aufs Gymnasium und kommt auch gut klar. HA müssen wir immer zusammen machen, und fast jeden Tag gehen wir den Stoff des Tages noch mal durch, um zu schauen, ob er alles richtig verstanden hat.
    Mit der Klasse und den Lehrern klappt es hier sogar besser, als in Berlin. Aber es gab auch schon 2 kleine Konflikte wegen seines Verhalten.

    Er besitzt einen SBA mit GdB 80 und Merkzeichen G, B und H (Hilfsbedürftig). Da es mit ihm zum Teil echt anstrengend ist, haben wir vor 2 Jahren Pflegegeld beantragt und auch Pflegestufe 1 zugestanden bekommen. Zu den Pflegeminuten zählt auch die Ergotherapie.
    Durch das Pflegegeld kann ich weniger arbeiten und bin nachmittags für ihn da, um ihm zu helfen und ihn zu unterstützen.

    Jetzt steht eine Überprüfung der Pflegestufe an und Sohnemann bockt rum, dass er nicht mehr zur Ergo will!
    Er hätte da keine Lust mehr drauf....will lieber spielen oder sonst was machen.
    Wenn er Ergo macht, bräuchte er nur noch 2mal pro Woche bis 16 Uhr zur Schule, aber er hat Angst, dass die anderen Kinder mitbekommen, dass er Ergo macht....(in Berlin haben anderen Kinder aus der Klasse ihn als behindert beschimpft!)

    Aber ohne die Ergo sieht es mit der Pflegestufe eher schlecht aus....und er braucht Hilfe! Aber das sieht er nicht...es ist für ihn ja normal, dass immer einer für ihn da ist und ihm hilft. Viele Sachen, die wir mit ihm machen und wo er Unterstützung braucht, zählen leider nicht als Pflegezeit...
    Und dafür brauchen wir eben die Kohle.

    Würdet ihr ihn zwingen? Ist es zu viel verlangt, dass er zur Ergo geht?

    Und im Idealfall bringt die Ergo auch was! Aber das ist ihm egal....

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Zitat Zitat von Elfine Beitrag anzeigen
    Sohnemann (10J.) ist Aspergerautist, geht aber nun nach unserem Umzug in die 5. Klasse Gymnasium und hat auch dementsprechend 3mal pro Woche bis 16 Uhr Schule und muss teilweise noch HAs erledigen oder lernen.

    Aber es war SEIN Wunsch, er WOLLTE unbedingt aufs Gymnasium und kommt auch gut klar. HA müssen wir immer zusammen machen, und fast jeden Tag gehen wir den Stoff des Tages noch mal durch, um zu schauen, ob er alles richtig verstanden hat.
    Mit der Klasse und den Lehrern klappt es hier sogar besser, als in Berlin. Aber es gab auch schon 2 kleine Konflikte wegen seines Verhalten.

    Er besitzt einen SBA mit GdB 80 und Merkzeichen G, B und H (Hilfsbedürftig). Da es mit ihm zum Teil echt anstrengend ist, haben wir vor 2 Jahren Pflegegeld beantragt und auch Pflegestufe 1 zugestanden bekommen. Zu den Pflegeminuten zählt auch die Ergotherapie.
    Durch das Pflegegeld kann ich weniger arbeiten und bin nachmittags für ihn da, um ihm zu helfen und ihn zu unterstützen.

    Jetzt steht eine Überprüfung der Pflegestufe an und Sohnemann bockt rum, dass er nicht mehr zur Ergo will!
    Er hätte da keine Lust mehr drauf....will lieber spielen oder sonst was machen.
    Wenn er Ergo macht, bräuchte er nur noch 2mal pro Woche bis 16 Uhr zur Schule, aber er hat Angst, dass die anderen Kinder mitbekommen, dass er Ergo macht....(in Berlin haben anderen Kinder aus der Klasse ihn als behindert beschimpft!)

    Aber ohne die Ergo sieht es mit der Pflegestufe eher schlecht aus....und er braucht Hilfe! Aber das sieht er nicht...es ist für ihn ja normal, dass immer einer für ihn da ist und ihm hilft. Viele Sachen, die wir mit ihm machen und wo er Unterstützung braucht, zählen leider nicht als Pflegezeit...
    Und dafür brauchen wir eben die Kohle.

    Würdet ihr ihn zwingen? Ist es zu viel verlangt, dass er zur Ergo geht?

    Und im Idealfall bringt die Ergo auch was! Aber das ist ihm egal....
    Druck bei einem Asperger-Autisten anzuwenden...erzeugt in der Regel so einiges an Gegendruck.
    Da brauchst du verdammt viel Überredungskünste und noch mehr sehr gute Argumente...weshalb er weiterhin zur Ergo soll.
    Ob das Argument Geld bei ihm zählen würde...weiß ich nicht.

    ABER ich weiß...dass gerade Aspies sich sehr viel Gedanken (ob berechtigt oder nicht) darum machen...was andere sagen oder auch nur denken (könnten).

    Hat er noch andere Therapien und Unterstützung die ganz spezifisch auf seine Probleme ausgerichtet sind?

    Wegen der Kohle...liest sich für mich verdammt herzlos.

    Ich denke...das wird er irgendwie spüren...

  3. #3
    Elfine ist offline enthusiast
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    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn


  4. #4
    Loussy ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Zitat Zitat von Elfine Beitrag anzeigen
    Aber wir unterstützen ihn, wo wir nur können! Und rein objektiv betrachtet braucht, er viiieeeel Hilfe. Er kann keine Brote schmieren, er kann nicht mit Messer und Gabel essen (ich muss alles kleinschneiden), er kann sein Zimmer nicht selber aufräumen, er braucht jeden Tag Anleitung beim Zähneputzen....usw.

    Und alleine für die Motorik wäre die Ergo sinnvoll!
    Ich kenne mich mit Autismus nicht aus, aber wäre da nicht vielleicht ein Ansatzpunkt? Die Ergo hilft ihm, zu verhindern dass ihn andere motorisch als behindert ansehen. So dass er sieht, wofür ausser der Pflegestufe die Ergo wichtig ist: um ihm im Alltag zu helfen, nicht (so sehr) behindert zu sein. Ergotherapie ist ja quasi eine Hilfe, den Alltag zu bewältigen. In seinem Fall eben den Alltag, in dem es darum geht, mit den Händen Dinge zu erledigen.

    Abgesehen davon gibt es soooooo viele Kinder und Jugendliche, die Ergotherapie machen, und davon sind die allerwenigsten behindert! Es sind einfach Leute, die etwas weniger gut können und durch die Ergotherapie die Möglichkeit haben, das zu bewältigen. Wenn man das mal losgelöst vom Autismus sieht. Ich kenne sehr viele Kinder, die Ergotherapie bekommen, ohne dass ich auf die Idee gekommen wäre. Und auch bei meinem Kind ist es so, dass es DANK der Ergotherapie klar kommt, ohne wäre es auf jeden Fall in der Schule extrem auffällig geworden. Und das wäre den anderen Kindern definitiv aufgefallen.

    Muss er denn den anderen überhaupt genauer sagen, was er macht? Lügen wäre nichts, klar, aber man könnte es vielleicht ja anders umschreiben, damit es für Unwissende nicht nach THERAPIE schrillt?

  5. #5
    Elfine ist offline enthusiast
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    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir eine "Sprachregelung" finden.
    Bei mir weiß auch (fast) keiner auf der Arbeit, dass ich ein Aspie bin.

    Wir werden heute Abend noch mal mit ihm reden...

    Die meisten merken irgendwann eh, dass er sich nicht normgerecht verhällt. Und die Ergo könnte ihm dabei helfen, sich etwas normaler zu verhalten und seine Motorik zu schulen.

    Klar, wir möchten ihn nicht "verbiegen"! Er ist nun mal Aspie und genauso lieben wir ihn! Aber er muss in dieser Welt zurechtkommen...

  6. #6
    Avatar von vanPelt
    vanPelt ist offline yippie-ya-yeah
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    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Zitat Zitat von Elfine Beitrag anzeigen
    Sohnemann (10J.) ist Aspergerautist, geht aber nun nach unserem Umzug in die 5. Klasse Gymnasium und hat auch dementsprechend 3mal pro Woche bis 16 Uhr Schule und muss teilweise noch HAs erledigen oder lernen.

    Aber es war SEIN Wunsch, er WOLLTE unbedingt aufs Gymnasium und kommt auch gut klar. HA müssen wir immer zusammen machen, und fast jeden Tag gehen wir den Stoff des Tages noch mal durch, um zu schauen, ob er alles richtig verstanden hat.
    Mit der Klasse und den Lehrern klappt es hier sogar besser, als in Berlin. Aber es gab auch schon 2 kleine Konflikte wegen seines Verhalten.

    Er besitzt einen SBA mit GdB 80 und Merkzeichen G, B und H (Hilfsbedürftig). Da es mit ihm zum Teil echt anstrengend ist, haben wir vor 2 Jahren Pflegegeld beantragt und auch Pflegestufe 1 zugestanden bekommen. Zu den Pflegeminuten zählt auch die Ergotherapie.
    Durch das Pflegegeld kann ich weniger arbeiten und bin nachmittags für ihn da, um ihm zu helfen und ihn zu unterstützen.

    Jetzt steht eine Überprüfung der Pflegestufe an und Sohnemann bockt rum, dass er nicht mehr zur Ergo will!
    Er hätte da keine Lust mehr drauf....will lieber spielen oder sonst was machen.
    Wenn er Ergo macht, bräuchte er nur noch 2mal pro Woche bis 16 Uhr zur Schule, aber er hat Angst, dass die anderen Kinder mitbekommen, dass er Ergo macht....(in Berlin haben anderen Kinder aus der Klasse ihn als behindert beschimpft!)

    Aber ohne die Ergo sieht es mit der Pflegestufe eher schlecht aus....und er braucht Hilfe! Aber das sieht er nicht...es ist für ihn ja normal, dass immer einer für ihn da ist und ihm hilft. Viele Sachen, die wir mit ihm machen und wo er Unterstützung braucht, zählen leider nicht als Pflegezeit...
    Und dafür brauchen wir eben die Kohle.

    Würdet ihr ihn zwingen? Ist es zu viel verlangt, dass er zur Ergo geht?

    Und im Idealfall bringt die Ergo auch was! Aber das ist ihm egal....
    Puh, wo soll ich anfangen?
    Mein Sohn (auch Aspie und 10 J) hat auch so seine eigene Vorstellung: Er will keine Schulbegleitung haben, braucht sie aber, sonst flippt er reihenweise aus. Das ist noch auffälliger als´ne Ergo.
    Er fängt jetzt eine Autismustherapie an, Ergo würde hier nicht reichen. Wir müssen versuchen, seine Grenzen zu verschieben ... also die Toleranzgrenze, Frustrationsgrenze etc. Ich denke, dann kommt der Rest "von allein".
    Seine Andersartigkeit macht ihm auch zu schaffen und auch daran wird zu arbeiten sein. Behinderung ist für ihn kein Schimpfwort und er weiß, dass nur dumme Leute sowas behaupten. Wir sprechen allerdings eher von Handicap.

    Ich arbeite deswegen auch noch nicht wieder, zumindest nicht in meinem Beruf. Allerdings haben wir keinen SBA und das Geld wäre mir persönlich schnuppe, es geht um mein Kind und das will ich nicht bezahlt haben. Soll kein Angriff auf Dich sein, so sehe ich es halt. Mein Sohn ist aber auch viel selbstständiger, da liegen die Baustellen halt woanders. Typisch Aspie, keiner gleicht dem anderen.
    Hat die Ergo denn schon was gebracht? Nur des Geldes wegen, wäre sicherlich der falsche Weg. Seid ihr noch anderweitig betreut, von Fachleuten ? Was sagen die dazu?

  7. #7
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    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Mit Aspis kenne ich mich nicht aus. Aber mit diskutierfreudigen Teenies.

    Man kann über alles reden aber nicht über medizinisch notwendige Behandlungen (und Ergo gehört dazu) und über das BGB, die Straßenverkehrsordung und das Strafgesetzbuch.

    Hier wäre ein ganz klares, "das ist so und das bleibt so und das muss sein" angesagt.
    Spielzeit oder etwas anderes was er sehr gern macht kann man im Gegenzug anbieten.
    Z.B. wenn du eine Stunde Ergo gemacht hast gehen wir dafür auch eine Stunde schwimmen/kletterpark/Mensch-ärger-dich-nicht spielen. Also du gibst ihm diese Ergo vor und machst im Gegenzug etwas mit ihm was er möchte und dir vorgibt.

  8. #8
    Elfine ist offline enthusiast
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    23.11.2011
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    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Ja, an der Frustationstoleranz soll in der Ergo auch gearbeitet werden.

    Eine Schulhelferin hatte er in Berlin, hier wollte er aber auf gar keinen Fall eine. Und da der Klassenlehrer der Schulpsychologie ist, haben wir mit ihm ausgehandelt, dass wir es ohne versuchen, und wenn es schiefgeht, müssen wir wieder eine beantragen!

    Durch die Schulhelferin haben ja wirklich alle mitbekommen, dass mit ihm was anders ist.

    Wir reden hier auch nicht von Behinderung, sondern auch von Handicap bzw. Aspies und dem Anderssein ;-)

    Das Geld ist wichtig, weil ich dann mehr arbeiten müsste und das würde ihm nicht gut tun...er braucht jemanden zu Hause, wenn er aus der Schule kommt!

    Wir sind zusätzlich auf der Warteliste im Autismuszentrum für eine Autismustherapie, aber das dauert!

    Sonst machen wir gerade nichts, weil er alles ablehnt!

    Ich verstehe ihn ja auch, er ist, wenn er aus der Schule kommt, einfach Platt... Reizüberflutung!
    Er will dann Freizeit haben.

    Aber die Ergo könnte ihm helfen, mit der Reizüberflutung umzugehen...

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Zitat Zitat von Weihnachts-Maumau Beitrag anzeigen
    Mit Aspis kenne ich mich nicht aus. Aber mit diskutierfreudigen Teenies.

    Man kann über alles reden aber nicht über medizinisch notwendige Behandlungen (und Ergo gehört dazu) und über das BGB, die Straßenverkehrsordung und das Strafgesetzbuch.

    Hier wäre ein ganz klares, "das ist so und das bleibt so und das muss sein" angesagt.
    Spielzeit oder etwas anderes was er sehr gern macht kann man im Gegenzug anbieten.
    Z.B. wenn du eine Stunde Ergo gemacht hast gehen wir dafür auch eine Stunde schwimmen/kletterpark/Mensch-ärger-dich-nicht spielen. Also du gibst ihm diese Ergo vor und machst im Gegenzug etwas mit ihm was er möchte und dir vorgibt.
    Der Aspie der TE ist in seiner "Hochzeit" (etwa im Alter von 3 bis 8,9,10, manchmal 11 Jahren). Dagegen ist der schlimmste Pubertistenteenie ein sanftes Blümchen, glaub mir.
    Und da kommt eben die SCHWERbehinderung deutlich zum Vorschein. Da iss nix mit Ansagen.
    Wat bin ich FROH und GLÜCKLICH, dass wir alle diese Jahre überlebt haben...

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Endlose Diskussion mit Sohn

    Zitat Zitat von Elfine Beitrag anzeigen
    Ja, an der Frustationstoleranz soll in der Ergo auch gearbeitet werden.

    Eine Schulhelferin hatte er in Berlin, hier wollte er aber auf gar keinen Fall eine. Und da der Klassenlehrer der Schulpsychologie ist, haben wir mit ihm ausgehandelt, dass wir es ohne versuchen, und wenn es schiefgeht, müssen wir wieder eine beantragen!

    Durch die Schulhelferin haben ja wirklich alle mitbekommen, dass mit ihm was anders ist.

    Wir reden hier auch nicht von Behinderung, sondern auch von Handicap bzw. Aspies und dem Anderssein ;-)

    Das Geld ist wichtig, weil ich dann mehr arbeiten müsste und das würde ihm nicht gut tun...er braucht jemanden zu Hause, wenn er aus der Schule kommt!

    Wir sind zusätzlich auf der Warteliste im Autismuszentrum für eine Autismustherapie, aber das dauert!

    Sonst machen wir gerade nichts, weil er alles ablehnt!

    Ich verstehe ihn ja auch, er ist, wenn er aus der Schule kommt, einfach Platt... Reizüberflutung!
    Er will dann Freizeit haben.

    Aber die Ergo könnte ihm helfen, mit der Reizüberflutung umzugehen...

    Ergo bei Aspies... Naja, bitte wenn ihr meint.
    Wobei ich gern zugebe, dass ich auch lange mit dem Großen zur Ergo bin. Aber ich wusste immer, dass es nicht DAS ist, was hilft, wirklich hilft. Wir haben die Diagnose erst recht spät bekommen und sind dann schon nach 4 Monaten in die Autismustherapie reingekommen. DIE hilft! Ergo ist nett aber hilft ihm nicht wirklich.
    Was er braucht ist nur die Autismustherapie. Da seid ihr ja brav angemeldet. Und erst DIE bringt es.

    Die Ergo hilft IHM nicht mit der Reizüberflutung umzugehen.

    Finanzielle Zwänge sind doof, das weiß ich.
    Aber, und das ist die gute Nachricht, man kann sie logisch verargumentieren. Also, erklär Deinem Sohn mal streng logisch und einfach nachvollziehbar, warum es gut wäre, wenn er die Ergo weitermacht: Nicht, weil es ihm guttut, nein, weil es schlichte Sachzwänge sind... Wenn ihr ihm ehrlich und vernünftig begegnet und ihm das mal erklärt, macht er sicher auch die Ergo weiter... und er darf die Ergo aufhören, sobald die Autismustherapie durch ist.

    Ganz was anderes:
    Ein Autist hat eine Schwerbehinderung.
    Warum kann man das nicht einfach so benennen?
    Er IST anders, iss halt so, mein Gott.
    Welches Selbst(verleugnungs)bild entwickeln Kinder, die nie lernen, sich selbst genau zu beschreiben und zu benennen?

    Mein Großer wusste sofort nach Diagnosestellung, was Autismus ist, dass es eine Schwerbehinderung ist und was ihn dabei im Alltag in unserer Gesellschaft behindert.
    Es war ganz selbstverständlich, einen SBA zu beantragen. Ich mein, er HAT doch die Defizite in Kommunikation etc. sie SIND vorhanden, er weiß darum und vor allem, er erlebt sie doch täglich selbst.

    Aber er hat sich nie mehr selbst verleugnet.
    Er weiß, was er hat, was das bedeutet, was er tun kann und zunehmend, wo die Grenzen seiner autistischen Fähigkeiten und Einschränkungen sind - und welche "Vorteile" es auch hat (er ist ein Ass in Naturwissenschaften, er "denkt" und begreift anders).
    Aber all das erkennt das Kind nur wenn nicht rumgeredet und schönbenannt und drumrumgedeutelt wird.

    Ein gesundes Selbstbild entwickelt nur wer GANZ offen mit sich in seiner GESAMTHEIT umgehen kann - und das kann man nur offen lernen.

    Die Diagnose bekamen wir als er 11 war. Wir waren von Anfang an einfach nur offen und klar in der Sprache.

    Heute ist der Große einfach nur *hammer* , offen, selbstbewusst, ehrgeizig, er lernt zunehmend, sich zu reflektieren usw. Er WEISS um seine Grenzen - wegen der Offenheit bei uns, er hadert nicht damit.
    Und DAS ist wichtig!
    Er kann sich selbst so akzeptieren wie er ist. Das ist nur mit "Ehrlichkeit" und Offenheit in allen, auch und vor allem den behinderungsspezifischen Punkten und Belangen, möglich.

    Also, find ich mal so.
    zwackl gefällt dies

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