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Thema: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

  1. #1
    Avatar von silm
    silm ist offline Huhn
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    Standard Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Schaut mal hier:Chemnitz: Aus der Traum vom Pflegekind - Freie Presse

    Was meint ihr dazu??
    Silm

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Ich habe den Artikel jetzt nur überflogen, kenne aber einen solchen Fall aus der Verwandtschaft.

    Meine ungewollt kinderlose Schwägerin+Gatte hatte vor Jahren auch ein Pflegekind. Der war sechs Jahre alt und stammte auch aus üblen Verhältnissen.

    Das Seelenleben des Jungen war derart kaputt, dass es letztendlich zu Situationen kam, die nur die eine Entscheidung zu gelassen haben.

    Er hat die Schwägerin ggü. dem Schwager verleumdet- sie beschuldigt, ihn "anzufassen" und sie sogar dann mit einem Messer bedroht.

    Schwägerin und Schwager waren dann an dem Punkt angekommen, an dem sie sich entscheiden mussten- ob sie als Paar zusammen bleiben oder ob alles zusammen brechen wird (wobei die Pflegschaft sich ja dann wohl eh' erledigt hätte...).

    Es war eine verdammt harte Zeit. Und keinesfalls leicht.

  3. #3
    Avatar von silm
    silm ist offline Huhn
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    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen
    Ich habe den Artikel jetzt nur überflogen, kenne aber einen solchen Fall aus der Verwandtschaft.

    Meine ungewollt kinderlose Schwägerin+Gatte hatte vor Jahren auch ein Pflegekind. Der war sechs Jahre alt und stammte auch aus üblen Verhältnissen.

    Das Seelenleben des Jungen war derart kaputt, dass es letztendlich zu Situationen kam, die nur die eine Entscheidung zu gelassen haben.

    Er hat die Schwägerin ggü. dem Schwager verleumdet- sie beschuldigt, ihn "anzufassen" und sie sogar dann mit einem Messer bedroht.

    Schwägerin und Schwager waren dann an dem Punkt angekommen, an dem sie sich entscheiden mussten- ob sie als Paar zusammen bleiben oder ob alles zusammen brechen wird (wobei die Pflegschaft sich ja dann wohl eh' erledigt hätte...).

    Es war eine verdammt harte Zeit. Und keinesfalls leicht.
    So war der Fall hier nicht!! Das Kind sollte aller 14 Tage die Mutter sehen, dass bringt Unruhe in das Leben des Jungen (und noch mehr bei den Pflegeeltern)- das war der Grund der Rückgabe.
    Silm

  4. #4
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Gendermainstreamerin
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    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Schaut mal hier:Chemnitz: Aus der Traum vom Pflegekind - Freie Presse

    Was meint ihr dazu??
    Scheitern ist menschlich. Einer Familie, die mit einem schwierigen Kind überfordert ist und für die dann letztlich der Schutz der leiblichen Familie Priorität hat, kann ich keinen Vorwurf machen.
    Problematisch finde ich aber, dass die Familie aus dem Artikel das Verhältnis zur leiblichen Mutter vorschiebt. Pflegeeltern muss bewusst sein, dass sie mit den leiblichen Eltern des Pflegekinders in der Regel zusammenarbeiten müssen.
    Wer das nicht will, egal aus welchen Gründen, sollte sich um die Adoption eines Kindes bemühen. (Und wer kein Baby will, sondern bewusst ein Kind wählt, "das keinen optimalen Start ins Leben hatte", hat auch keine Schwierigkeiten ein Kind zur Adoption zu finden)
    BRachial, Klopferline, Stulle und 7 anderen gefällt dies.

  5. #5
    Avatar von Martha74
    Martha74 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    traumatisch und furchtbar für das Kind, einen weiteren Beziehungsabbruch zu erleben.
    Leider ist in Deutschland das Elternrecht höher angesiedelt als das Recht des betreffenden Kindes. Ich erlebe auch Dauerpflege mit wöchentlichen Besuchskontakten à 6 Stunden.
    Oder Dauerpflege mit regelmäßigen Wochenenden bei den leiblichen Eltern. So kommen die Kinder nie zur Ruhe, von daher verstehe ich die Pflegeeltern.

    schön wäre es eben, wenn der Vormund wirklich das Interesse des Kindes vertritt. das ist oft nicht der Fall.

    und dann wird es für die Pflegefamilien eben schwer zu agieren.
    Und so ganz allgemein würde ich immer sagen: die Herkunftsfamilie hat Vorrang. Die Kinder, die in Pflegefamilien kommen, haben alle ihre oft traumatische Geschichte. Das aufzufangen ist oftmals nur in professionellem Kontext möglich, Pflegefamilien sind da in der Regel nicht ausgebildet.

    das ist ein weites Feld, ich könnte da so viel dazu schreiben, aber ich muss das Kind gleich zum reiten fahren

  6. #6
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Schaut mal hier:Chemnitz: Aus der Traum vom Pflegekind - Freie Presse

    Was meint ihr dazu??
    Meine Nachbarin ist Pflegemutter von inzwischen vier Pflegekindern.
    Der Kontakt zu den leiblichen Eltern war und ist Bestandteil des Lebens dieser Kinder und der Pflegeeltern.

    Ja, die Kinder kamen oft verstört von den Wochenenden zurück.
    Meine Nachbarin hatte die Kinder gerade wieder stabil (einnässen hatte aufgehört, Immunsystem war okay. u.ä.), da kam wieder ein Besuch und es ging von vorne los.
    Natürlich war die Pflegemutter mit dem Jugendamt im Gespräch darüber.
    Der Knaller war dann, als eines ihrer Pflegekinder wieder dauerhaft zur Mutter sollte, entgegen des Rates meiner Nachbarin.
    Nach einem halben Jahr stand das Jugendamt leise weinend vor ihr: Ob sie den Jungen wieder nimmt.
    "Ja, aber diesmal zu meinen Bedingungen."

    Bei den anderen drei Kindern klappt es auch mehr schlecht als recht.
    Aber nach Jahren sind auch diese Besuche bei den leiblichen Eltern inzwischen nicht mehr so verstörend für die Kinder.
    Die werden ja auch älter. Und meine Nachbarin erfahrener und gelassener.

    Mich wundert, dass das Jugendamt diese Pflegeeltern nicht besser aufgeklärt hat darüber, was Pflege heißt und dass der Kontakt zu den leiblichen Eltern einen ganz, ganz hohen Stellenwert einnimmt.
    Aber ich kann es auch verstehen: Hier werden permanent Pflegeeltern gesucht, die Alternative Heimplatz oder Wohngruppe gibt es nicht und da probiert man es halt auch mal mit Pflegeeltern, die bei einem Überangebot nicht zum Zuge kämen.
    Aber bevor die Kinder gar keine Chance bekommen, versucht das JA eben auch so einen Strohhalm.
    glorfindel gefällt dies

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    So war der Fall hier nicht!! Das Kind sollte aller 14 Tage die Mutter sehen, dass bringt Unruhe in das Leben des Jungen (und noch mehr bei den Pflegeeltern)- das war der Grund der Rückgabe.
    Ich schrieb ja, dass ich mich nicht unbedingt auf den Artikel beziehe

  8. #8
    Avatar von silm
    silm ist offline Huhn
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    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Zitat Zitat von Martha74 Beitrag anzeigen
    traumatisch und furchtbar für das Kind, einen weiteren Beziehungsabbruch zu erleben.
    Leider ist in Deutschland das Elternrecht höher angesiedelt als das Recht des betreffenden Kindes. Ich erlebe auch Dauerpflege mit wöchentlichen Besuchskontakten à 6 Stunden.
    Oder Dauerpflege mit regelmäßigen Wochenenden bei den leiblichen Eltern. So kommen die Kinder nie zur Ruhe, von daher verstehe ich die Pflegeeltern.schön wäre es eben, wenn der Vormund wirklich das Interesse des Kindes vertritt. das ist oft nicht der Fall.

    und dann wird es für die Pflegefamilien eben schwer zu agieren.
    Und so ganz allgemein würde ich immer sagen: die Herkunftsfamilie hat Vorrang. Die Kinder, die in Pflegefamilien kommen, haben alle ihre oft traumatische Geschichte. Das aufzufangen ist oftmals nur in professionellem Kontext möglich, Pflegefamilien sind da in der Regel nicht ausgebildet.

    das ist ein weites Feld, ich könnte da so viel dazu schreiben, aber ich muss das Kind gleich zum reiten fahren
    Weiß man das nicht, wenn man sich bewusst für ein Pflegekind entscheidet??
    Man kann doch da nicht erwarten: Ich nehme das Kind und dann wird alles Friede, Freude Eierkuchen...
    Silm

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Ich staune ein wenig drüber, dass die Pflegeeltern scheinbar nicht wussten/aufgeklärt wurden, dass der Kontakt eines Pflegekindes zum leibl. Elternteil besteht, dass die Häufigkeit der Kontakte zu- und abnehmen kann, und dass die Pflegeeltern mehr als Dienstleister denn als Eltern gesehen werden.

    Ich kann auf der menschlichen Seite gut nachvollziehen, worin das Problem der Pflegeeltern besteht.
    alles_ist_alles gefällt dies

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Pflegekind zurückgeben - wie seht ihr den Fall?

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Weiß man das nicht, wenn man sich bewusst für ein Pflegekind entscheidet??
    Man kann doch da nicht erwarten: Ich nehme das Kind und dann wird alles Friede, Freude Eierkuchen...
    Das ist der Punkt, den ich gar nicht verstehen kann.

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