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  1. #1
    Gast

    Standard Hausunterricht bei Schulphobie

    Ich werde voraussichtlich ab Dezember einem Jungen (7. Klasse) mit Schulangst Hausunterricht erteilen.

    Momentan befindet er sich noch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

    Ich bekomme nicht viele Informationen über ihn (Schweigepflicht der KJP, die Eltern wollen diese auch nicht aufheben), ich weiß nur, dass er ab der 3. Klasse angefangen hat zu schwänzen und diverse Ängste (nicht nur Schulangst) hat.
    Ab der 5. Klasse ging er gar nicht mehr zur Schule.

    Ich soll den Jungen mit 6 Wochenstunden insgesamt unterrichten, in Deutsch und Mathe v.a.
    Nach und nach soll er in die Regelschule eingegliedert werden, aber nicht auf volle Stundenzahl, die Stunden bei mir zählen doppelt, wegen der 1:1-Betreuung.

    Ich habe noch nie einen Schüler mit diesem Problem gehabt.

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gibt es hier Eltern, die ähnliche Geschichten erlebt haben.
    Habt ihr generelle Tipps? Wie sieht es bspw. mit HA auf? Von Anfang an welche aufgeben? Wenn ja: Was tun, wenn sie nicht gemacht wurden?

    Danke.

  2. #2
    Avatar von Dr. Quinn
    Dr. Quinn ist offline 8 Richtige beim DoRä! :-)
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    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von freesie Beitrag anzeigen
    Ich werde voraussichtlich ab Dezember einem Jungen (7. Klasse) mit Schulangst Hausunterricht erteilen.

    Momentan befindet er sich noch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

    Ich bekomme nicht viele Informationen über ihn (Schweigepflicht der KJP, die Eltern wollen diese auch nicht aufheben), ich weiß nur, dass er ab der 3. Klasse angefangen hat zu schwänzen und diverse Ängste (nicht nur Schulangst) hat.
    Ab der 5. Klasse ging er gar nicht mehr zur Schule.

    Ich soll den Jungen mit 6 Wochenstunden insgesamt unterrichten, in Deutsch und Mathe v.a.
    Nach und nach soll er in die Regelschule eingegliedert werden, aber nicht auf volle Stundenzahl, die Stunden bei mir zählen doppelt, wegen der 1:1-Betreuung.

    Ich habe noch nie einen Schüler mit diesem Problem gehabt.

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gibt es hier Eltern, die ähnliche Geschichten erlebt haben.
    Habt ihr generelle Tipps? Wie sieht es bspw. mit HA auf? Von Anfang an welche aufgeben? Wenn ja: Was tun, wenn sie nicht gemacht wurden?

    Danke.
    Tipps geben kann ich Dir nicht - ich denke mal, wenn Du den Jungen unterrichtest, wirst Du ja in irgendeiner Weise qualifiziert dafür sein. Daher müsstest Du ja auch auf der pädagogischen Schiene entsprechend bewandert sein. Natürlich würde ich Hausaufgaben aufgeben - genau wie im normalen Unterricht.

    Mein Sohn war auch so ein Kind - er ist ein halbes Jahr nicht zur Schule gegangen. Allerdings mussten wir ihn zu Hause selber unterrichten, damit er den Anschluss nicht verliert. Bis der Antrag auf Heimbeschulung durch war, war er schon lange in der KJP. Dort war eine kleine Schule angegliedert, in der er in den Hauptfächern unterrichtet wurde (in Absprache mit der Heimschule). Anschließend ist er wieder zur Schule gegangen.

    Was mich daher interessieren würde - über welche Schiene wurdest Du beauftragt, den Jungen zu unterrichten? Das ist jetzt wirklich reines Interesse meinerseits, da für uns diese Möglichkeit damals zwar theoretisch existent war, praktisch aber kaum zu realisieren war.
    LG
    Dr. Quinn







  3. #3
    Gast

    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Das ist blöd gelaufen bei euch.

    Hier ist es so, dass der Hausunterricht hauptsächlich von Lehrern (Schulform egal) in Elternzeit, Rente oder nebenher neben dem normalen Unterricht gegeben wird.

    Insofern habe ich keine besondere Qualifikation.
    Bisher hatte ich mit Schülern zu tun, die zu gefährlich waren, um in E-Schulen unterrichtet zu werden.
    Das war aber eine ganz andere Sache als ein ängstlicher Schüler.

    Mit den gewaltbereiten Schülern hatte ich keine Probleme, die lagen mir gut.


    Edit: Meine Aufträge erhalte ich so:
    Ich gebe beim Referat für Krankenhaus- und Hausunterricht an, dass ich zur Verfügung stehe momentan, und dann ruft mich der Chef des Referats an oder schickt mir einen Brief, wer mit welcher Stundenzahl zu beschulen wäre.
    Ich sage zu oder nicht, je nachdem, wie es mir passt.

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Tipps geben kann ich Dir nicht - ich denke mal, wenn Du den Jungen unterrichtest, wirst Du ja in irgendeiner Weise qualifiziert dafür sein. Daher müsstest Du ja auch auf der pädagogischen Schiene entsprechend bewandert sein. Natürlich würde ich Hausaufgaben aufgeben - genau wie im normalen Unterricht.

    Mein Sohn war auch so ein Kind - er ist ein halbes Jahr nicht zur Schule gegangen. Allerdings mussten wir ihn zu Hause selber unterrichten, damit er den Anschluss nicht verliert. Bis der Antrag auf Heimbeschulung durch war, war er schon lange in der KJP. Dort war eine kleine Schule angegliedert, in der er in den Hauptfächern unterrichtet wurde (in Absprache mit der Heimschule). Anschließend ist er wieder zur Schule gegangen.

    Was mich daher interessieren würde - über welche Schiene wurdest Du beauftragt, den Jungen zu unterrichten? Das ist jetzt wirklich reines Interesse meinerseits, da für uns diese Möglichkeit damals zwar theoretisch existent war, praktisch aber kaum zu realisieren war.
    Geändert von freesie (05.11.2012 um 21:18 Uhr)

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von freesie Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    Wird denn von dort keine Wiedereingliederung in die Schule gestartet?

    Mein Sohn war auch in einer KJP und dort wurde uns erzählt, dass gerade bei Schulangst oder -verweigerung von dort begonnen wird, wieder in die Schule zu gehen. Einen Hauslehrer hatten wir nur zwei, drei Mal während der gut vier Monate, die mein Sohn damals zu Hause rumsaß. Zuerst hat es etwas gedauert, bis ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, danach zu fragen und dann ist der Lehrer in Rente gegangen. Der Lehrer hat Aufgaben aus der Schule von den jeweiligen Fachlehrern (Mathe, Deutsch, Englisch) mitgebracht und mein Sohn sollte da auch HA machen.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    ..... Was mich daher interessieren würde - über welche Schiene wurdest Du beauftragt, den Jungen zu unterrichten? Das ist jetzt wirklich reines Interesse meinerseits, da für uns diese Möglichkeit damals zwar theoretisch existent war, praktisch aber kaum zu realisieren war.
    Bei uns kam der Lehrer auch von der Schule, die mein Sohn besucht.
    Ich wusste zuerst gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt und ich weiß auch nicht mehr genau, was nun letztendlich den Ausschlag gegeben hat, dass ich danach gefragt habe. Die Schule brauchte dazu nur eine Bescheinigung, dass das Kind auf jeden Fall länger als sechs Wochen krank ist und dann kam auch relativ schnell dieser Lehrer.
    Die Schule oder jemand anderes (Arzt, Psychologe, ...) hat das uns aber auch nicht von sich aus vorgeschlagen. Im Grunde hatte mein Kind gut vier Monate so gut wie gar keinen Unterricht und in der KJP gab es auch nur "Schmalspurunterricht", da dort nur eine Stunde am Tag Unterricht war.

  6. #6
    Avatar von steffi-bensch
    steffi-bensch ist offline Poweruser
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    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    puhh..Schulangst... ich kann mir das gar nicht vorstellen..
    Eltern gehen zur Arbeit, Kinder eben zur Schule das ist so selbstverständlich...
    was kann denn da passieren, dass Kinder Schulphobie kriegen??? also schlimmstes Mobbing fiel mir grad so ein, aber sonst???
    Der arme Kerl :(

  7. #7
    Avatar von Dr. Quinn
    Dr. Quinn ist offline 8 Richtige beim DoRä! :-)
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    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von _phantomias_ Beitrag anzeigen
    Wird denn von dort keine Wiedereingliederung in die Schule gestartet?

    Mein Sohn war auch in einer KJP und dort wurde uns erzählt, dass gerade bei Schulangst oder -verweigerung von dort begonnen wird, wieder in die Schule zu gehen. Einen Hauslehrer hatten wir nur zwei, drei Mal während der gut vier Monate, die mein Sohn damals zu Hause rumsaß. Zuerst hat es etwas gedauert, bis ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, danach zu fragen und dann ist der Lehrer in Rente gegangen. Der Lehrer hat Aufgaben aus der Schule von den jeweiligen Fachlehrern (Mathe, Deutsch, Englisch) mitgebracht und mein Sohn sollte da auch HA machen.
    So war es bei meinem Sohn auch. Wir haben dann aus eigener Tasche eine Nachhilfelehrerin bezahlt, die mit ihm den Wochenplan, den er aus der Schule bekam, durchgegangen ist. Am Anfang klappte das mit dem Wochenplan noch ganz gut, aber je länger es dauerte, um so mehr mussten wir hinterherlaufen.

    Bei meinem Sohn war es übrigens auch so, dass die Wiedereingliederung direkt aus der KJP gestartet und begleitet wird.
    LG
    Dr. Quinn







  8. #8
    Avatar von Dr. Quinn
    Dr. Quinn ist offline 8 Richtige beim DoRä! :-)
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    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von steffi-bensch Beitrag anzeigen
    puhh..Schulangst... ich kann mir das gar nicht vorstellen..
    Eltern gehen zur Arbeit, Kinder eben zur Schule das ist so selbstverständlich...
    was kann denn da passieren, dass Kinder Schulphobie kriegen??? also schlimmstes Mobbing fiel mir grad so ein, aber sonst???
    Der arme Kerl :(
    Ein Trauma in Verbindung mit starken Verlustängsten zum Beispiel. Bei meinem Sohn war der Auslöser die Krankheit meines Mannes, an der er auch hätte sterben können.

    Aber es ist damit wie bei allen Angsterkrankungen - du kannst Dir bestimmt auch nicht vorstellen, dass Du im Auto dermaßen Angst bekommst, dass Du nicht mehr Autofahren kannst. Oder nicht mehr das Haus verlassen. Aber auch das kann jedem von uns passieren.
    LG
    Dr. Quinn







  9. #9
    Gast

    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von _phantomias_ Beitrag anzeigen
    Wird denn von dort keine Wiedereingliederung in die Schule gestartet?

    Mein Sohn war auch in einer KJP und dort wurde uns erzählt, dass gerade bei Schulangst oder -verweigerung von dort begonnen wird, wieder in die Schule zu gehen. Einen Hauslehrer hatten wir nur zwei, drei Mal während der gut vier Monate, die mein Sohn damals zu Hause rumsaß. Zuerst hat es etwas gedauert, bis ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, danach zu fragen und dann ist der Lehrer in Rente gegangen. Der Lehrer hat Aufgaben aus der Schule von den jeweiligen Fachlehrern (Mathe, Deutsch, Englisch) mitgebracht und mein Sohn sollte da auch HA machen.
    Von der KJP aus wird die Eingliederung schon begleitet, aber erst muss er nicht gehen, sondern soll sich mit mir treffen bzw. bei mir lernen.

    Ich komme weder von der Schule des Jungen noch arbeite ich in der KJP.

    Ich bin Regelschullehrerin in Elternzeit und die Schüler werden mir von einem Schulrat vermittelt.
    Ich werde auch nicht regulär bezahlt, ich werde stundenweise bezahlt; das hat mehr den Touch des Freiberuflers.

    Ansonsten habe ich Dr. Quinn eben schon einiges geschrieben, wie es organisatorisch läuft.

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Hausunterricht bei Schulphobie

    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    So war es bei meinem Sohn auch. Wir haben dann aus eigener Tasche eine Nachhilfelehrerin bezahlt, die mit ihm den Wochenplan, den er aus der Schule bekam, durchgegangen ist .....
    Am Anfang haben wir selber noch versucht etwas zu machen, aber das war so gut wie nichts. Je länger der Zustand so andauerte, desto schwieriger wurde das. Im Grunde hat mein Kind vier Monate nur zu Hause rumgesessen, bis er dann den Platz in der KJP bekommen hat.
    Zitat Zitat von Dr. Quinn Beitrag anzeigen
    Bei meinem Sohn war es übrigens auch so, dass die Wiedereingliederung direkt aus der KJP gestartet und begleitet wird.
    Das war hier auch so und hat zum Glück auch sehr gut funktioniert. Er konnte wieder in seine alte Klasse und es war glücklicherweise auch kein Problem, dass er da soviel Unterrichtsstoff verpasst hat.

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