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Thema: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

  1. #21
    Davina ist offline Legende

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Golfi Beitrag anzeigen
    Hier sind ja einige, die das bereits "durch" haben.....

    Tochter ist fast 14 und mittendrin....alles ist ihr zuviel, auf nichts Lust, fast jede Frage oder Ansage wird pampig kommentiert....

    Nun haben wir in den letzten 4 Wochen bereits 2 Anrufe von unterschiedlichen Lehrern erhalten, dass es in der Schule genauso ist, sie macht nicht wirklich mit im Unterricht, führt kein Heft mehr ordentlich, ist in fast allen Fächern um 1 bis 2 Noten runter. Latein und Powi steht sie auf 5. Die Lehrer bestätigen, dass sie nicht mit dem Stoff überfordert ist sondern einfach nur nichts tut...

    Zuerst haben wir versucht an ihr Verständnis zu appelieren....völliger Fehlschlag, auch wenn das Gespräch mit ihr gut war, sie das eingesehen hat, hat es nicht gefruchtet....bzw. hat sie nichts davon umgesetzt. Nun haben wir "härter" durchgegriffen, haben Handy und Netbook einkassiert, somit hat sie keinen Zugang mehr zum Internet. War natürlich mit viel gemotze verbunden, keine Ahnung ob es was bringt, aber somit hat sie erstmal mehr Ruhe, das Handy ist ja quasi mit ihr verwachsen gewesen....

    Wir wollen ja gar kein "Mustervorzeigetöchterchen" aber ein bisschen mehr Einsatz sollte sie schon zeigen.

    Habt ihr vielleicht noch Tipps für mich....ich will sie ja unterstützen...schließlich waren wir alle ja mal in der Pubertät, aber wie? Es kann doch nicht sein, dass sie alles den "Bach runter gehen lässt" und nur noch die Scheißegaleinstellung hat.....Dinge die sie interessieren, werden natürlich nicht vernachlässigt, alles andere dafür umso mehr....

    Mit Weggehen oder Alkohol hat sie noch nichts am Hut, der Kelch ist bis jetzt an uns vorbeigegangen...da wir hier sehr ländlich wohnen und ihre Freundinnen aus der Klasse ziemlich verteilt wohnen, wurde abends gechattet oder in Facebook geschrieben.

    Los, her mit Euren Tipps.....
    Meine Tochter ist auch so, gaaanz anstrengend momentan. Irgendwie bin ich auch sehr froh darüber, dass bei meinem Sohn die Aussetzer weniger werden, wo ihre jetzt anfangen, beide zusammen würden mich fertig machen.
    Sie war immer zuverlässig und organisiert, das läuft jetzt gar nicht mehr. Laptop und Handy abnehmen mache ich nicht, aber zumindest an den Tagen wo ich tagsüber da bin, frage ich zuerst ab, ob sie alles für die Schule erledigt UND eingepackt hat, dann darf sie an den Laptop. Schulisch sackt sie ab, im Unterricht muss sie selber aufpassen, aber ich helfe ihr jetzt bei den Rahmenbedingungen. Mal sehen, das hat sich jetzt alles erst seit den Herbstferien rauskristallisiert.
    Den schulischen Absacker im 8. Schuljahr kenne ich von vielen, wenn das geschafft wurde, geht es wieder. Toll ist es natürlich nicht.

    Ihr Stimmungen sind fürchterlich, aber ich sehe auch, dass sie selber darunter leidet und später reflektiert, wie sie sich verhielt. Ändert in Akutsituationen natürlich nicht, dass man sie am liebsten auf den Mond schießen würde. Ich lasse mir nicht alles gefallen, nehme es aber auch nicht persönlich.
    Die Interessenlosigkeit nervt genauso, aber ich bleibe dran, mache keine großes Theater daraus, sondern frage immer mal wieder nach, ob wir was machen wollen, sie mit will einkaufen o.ä. Wichtig ist einfach, dass sie merkt man bleibt an ihr dran und bietet ihr die Möglichkeit zu einem Gespräch, Nähe, Gemeinsamkeiten. Wann und ob sie die annimmt, kann sie entscheiden.
    josefineundderbaer gefällt dies

  2. #22
    Avatar von Golfi
    Golfi ist offline Reif f. die Insel

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Was hätte sie umsetzen sollen und wo siehst du die Gründe, dass sie es nicht getan hat? Ich würde genau an der Stelle wieder ansetzen und das mit ihr analysieren. Und zwar mit der Haltung: Es geht um deine Zukunft, nicht um meine. Schule ist deine Sache - ich kann dich zu nichts zwingen, wenn du es selbst nicht peilst. Ich kann dich nur darin unterstützen, was du dir vornimmst.


    Lustlosigkeit ist übrigens kein Argument, keiner verlangt von ihr, Lust auf Schule zu haben. Die Frage wäre: Wie kann sie es schaffen, trotzdem was zu tun, obwohl sie keine Lust hat.

    Das mit dem handy/netbook finde ich keine gute Idee, das entmündigt sie. Und es wird nach hinten losgehen. Ich würde ihr das Zeug zurückgeben, auch mit der Erklärung, dass ich mir nicht anders zu elfen wusste.
    Bei dem Gespräch vor 4 Wochen haben wir ganz ruhig miteinander geredet mit dem Ziel ihr klar zu machen, dass sie nicht für uns lernt, sondern für sich, dass es nicht in Ordnung ist, Sachen und Dinge vergammeln zu lassen, die Geld gekostet haben, dass ihr Anteil hier am Haushalt nicht hoch ist....ihre Aufgaben sind, ihr Zimmer in Ordnung zu halten, Spülmaschine ausräumen und am WE mal den Tisch decken, ich finde das nicht zu viel. Aber selbst das ist anscheinend zuviel verlangt. Hinzu kommt, dass sie mit ihrer Laune und ihrer Patzigkeit die ganze Familienlaune im Griff hat.

    Wir versuchen immer wieder Dinge mit ihr alleine zu machen, da unsere Kinder einen sehr großen Altersunterschied haben (14 J., 7 J. und 4 J.), die Interessen gehen da einfach auseinander. Mamataxi spiele ich eh täglich, aufgrund der ländlichen Gegend hier. Konferunterricht, Sport und auch von der Schule abholen, wenn Nachmittagsunterricht ist, da sie ansonsten fast eine Stunde auf den Bus warten muss.....

    Das wir Handy und Netbbok einkassiert haben, liegt daran, dass sie schon sehr viel damit macht, wenn sie hier zu Hause ist, eigentlich kaum was anderes. Und wenn das Handy ständig in Aktion ist und Nachrichten kommen, lenkt das ab. Meine Vorstellung wäre, abzuwarten wie sie die nächsten Tage drauf ist, natürlich würde ich entgegenkommen zeigen, wenn ich sehe, dass sie bereit ist, erstmal ihren "Job" zu erledigen, nämlich die Schule und lernen und dann mit ihr Zeiten für Internet z.B. vereinbaren. Ich will sie ja nicht strafen....sehe aber, wie sehr sie sich von Facebook und Co ablenken lässt und ihre Prioritäten festlegt, wie gesagt, die letzten 4 Wochen haben wir es versucht, sie hatte Internet und Handy zur Verfügung, das gestrige Gespräch mit ihrem Lehrer hat uns gezeigt, dass sie nichts geändert hat, sondern hat genau das wiedergespiegelt, wo wir vor 4 Wochen drüber geredet haben und nach Lösungen geschaut haben. Ich weiß, dass sie nicht von heute auf morgen Mrs. Perfekt sein wird....soll sie auch gar nicht, aber Ansätze sollten sich schon langsam mal zeigen...die Bereitschaft etwas zu ändern...
    viele Grüße von
    Frau golfi
    mit 2 Mädels und dem kleinen Halloweenprinzen
    2008






  3. #23
    Avatar von Golfi
    Golfi ist offline Reif f. die Insel

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Danke.....ja so in der Art versuche ich es auch. Das wir jetzt erstmal Handy und Netbook einkassiert haben, liegt daran, dass sie eben nicht erst ihre Aufgaben erledigt, sondern sich ständig ablenkt mit Facebook, Whats App....wie soll sie lernen, wenn es ständig "pling" macht.....dann ist ihr Zimmer im oberen Geschoss, durch die beiden jüngeren Geschwister bekomme ich dann oft nicht mit, was sie oben macht....meine Vorstellung wäre...sie peilt, dass Schule ihr Job ist, investiert wieder und erledigt ihre Aufgaben, natürlich hat sie dann auch wieder Zugang zu Handy und Netbook....nur wenn ich das Zeug hier unten hab, ist erstmal ein "Störfaktor" aus dem Verkehr gezogen.
    viele Grüße von
    Frau golfi
    mit 2 Mädels und dem kleinen Halloweenprinzen
    2008






  4. #24
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Golfi Beitrag anzeigen
    Bei dem Gespräch vor 4 Wochen haben wir ganz ruhig miteinander geredet mit dem Ziel ihr klar zu machen, dass sie nicht für uns lernt, sondern für sich, dass es nicht in Ordnung ist, Sachen und Dinge vergammeln zu lassen, die Geld gekostet haben, dass ihr Anteil hier am Haushalt nicht hoch ist....ihre Aufgaben sind, ihr Zimmer in Ordnung zu halten, Spülmaschine ausräumen und am WE mal den Tisch decken, ich finde das nicht zu viel. Aber selbst das ist anscheinend zuviel verlangt. Hinzu kommt, dass sie mit ihrer Laune und ihrer Patzigkeit die ganze Familienlaune im Griff hat.

    Wir versuchen immer wieder Dinge mit ihr alleine zu machen, da unsere Kinder einen sehr großen Altersunterschied haben (14 J., 7 J. und 4 J.), die Interessen gehen da einfach auseinander. Mamataxi spiele ich eh täglich, aufgrund der ländlichen Gegend hier. Konferunterricht, Sport und auch von der Schule abholen, wenn Nachmittagsunterricht ist, da sie ansonsten fast eine Stunde auf den Bus warten muss.....

    Das wir Handy und Netbbok einkassiert haben, liegt daran, dass sie schon sehr viel damit macht, wenn sie hier zu Hause ist, eigentlich kaum was anderes. Und wenn das Handy ständig in Aktion ist und Nachrichten kommen, lenkt das ab. Meine Vorstellung wäre, abzuwarten wie sie die nächsten Tage drauf ist, natürlich würde ich entgegenkommen zeigen, wenn ich sehe, dass sie bereit ist, erstmal ihren "Job" zu erledigen, nämlich die Schule und lernen und dann mit ihr Zeiten für Internet z.B. vereinbaren. Ich will sie ja nicht strafen....sehe aber, wie sehr sie sich von Facebook und Co ablenken lässt und ihre Prioritäten festlegt, wie gesagt, die letzten 4 Wochen haben wir es versucht, sie hatte Internet und Handy zur Verfügung, das gestrige Gespräch mit ihrem Lehrer hat uns gezeigt, dass sie nichts geändert hat, sondern hat genau das wiedergespiegelt, wo wir vor 4 Wochen drüber geredet haben und nach Lösungen geschaut haben. Ich weiß, dass sie nicht von heute auf morgen Mrs. Perfekt sein wird....soll sie auch gar nicht, aber Ansätze sollten sich schon langsam mal zeigen...die Bereitschaft etwas zu ändern...
    Hm, das ist mir alles zu von oben herab auf den Jugendlichen eingeredet.
    Da hockt eine 14jährige in der Pampa mit zwei kleinen Geschwistern.

    Und ist nicht mehr Kind, aber auch noch nicht Erwachsene.

    Außerdem wird der Berg von Tag zu Tag größer, den sie zu bewältigen hat.
    Die schulischen Lücken werden größer.
    Vielleicht hat sie mit ihrer "LMAA"-Haltung in der Schule auch eine Nische besetzt, in der es ihr besser geht.

    Sie hat zum Beispiel auch keine wirkliche Verantwortung. Sie soll ihr Zimmer sauber halten - aber wer bestimmt, was sauber ist?
    Sie?
    Sie hat keine wirkllich Verantwortung über ihren Umgang mit Schule.
    Sie kann machen was sie will - so lange euch das Ergebnis paßt.

    Meine Kinder hatten früh die komplette Verantwortung für ihre Zimmer. Also nicht nur "Ihr macht selber sauber." sondern auch "Und ihr bestimmt, was sauber ist." Es gab nur eine Ausnahme "Bei den Fenstern bestimmt das nicht ihr, wegen der Holzfenster, die kaputt gehen. Da bestimme ich, aber ich kümmer mich auch drum."

    Dass ihr euch von ihrer schlechten Laune anstecken laßt, ist nicht ihre Schuld.
    Da müßt ihr unabhängiger werden.

    Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, unseren Kinder die Verantwortung für die Schule komplett zu geben.
    Das heißt nicht, dass wir interesselos waren (ich war sogar ehrenamtlich sehr engagiert), dass wir nicht über Schule gesprochen haben. Und das wir nicht geholfen haben.
    Aber wenn sie mit einer schlechten Note kamen, dann war die erste Frage immer "Okay, wie geht es dir damit?"
    Entweder fanden sie es okay, oder total ungerecht. Mal war ihre Schlussfolgerung "Da lern ich eh nichts mehr, bringt ja nix." oder sie hängten sich mehr rein.

    Manchmal haben Jugendliche auch sehr feine Antennen, wenn was in der Familie nicht stimmt.
    Eine Freundin von Tochter drehte von jetzt auf nachher ab und wir wunderten uns alle.
    Tja es kam dann später raus: Das war genau zu der Zeit, als ihre Mutter sich in einen anderen Mann verliebte und erst sehr viel später damit rausrückte und auch ihre Familie verließ.

    Es ist nicht einfach:
    Denn einen Tag sind sie die großen, die sich nichts sagen lassen wollen, alles besser wissen. Und die Eltern sind die zurückgebliebenen Nixblicker.
    Am nächsten Tag hoffen sie, dass man nicht merkt, dass die heiße Tasse Schokolade zusammen mit Mutti ihnen Halt und Geborgenheit gibt.
    Sie lehnen sich beim gemeinsamen Fernsehen an, aber wehe man legt dann den Arm um sie.

    Ich denke, Offenheit hilft:
    Seit euch im Klaren darüber, wo ihr eurer Tochter eben keine Wahlmöglichkeiten laßt.
    Wo ihr eure Maßstäbe setzt, zum Beispiel beii der Mithilfe im Haushalt:
    "Das wollen wir, das verlangen wir von dir."
    Spart euch das allgemeine "Das ist nicht zu viel verlangt."
    Stellt euch hin und sagt "Hier in unserer Familie sind das die Regeln. Die bestimmen Papa und ich.
    Und wir erwarten von dir: ..."
    Aber erwartet nicht, dass irgendjemand anders - ob Tochter oder sonstwer - das auch so sieht.

    Und dann laßt eure Tochter nicht noch zusätzlich schwimmen.
    Also was heißt jetzt genau "Die Ansätzen sollten sich langsam mal zeigen, die Bereitschaft etwas zu ändern?"
    Was heißt das konkrekt in Zeiten und Aktionen und welche Sanktionen stehen dahinter.

    Im Übrigen kann es auch sein, dass wenn sie schon unglücklich ist, ihr auch nicht glücklich sein sollt.
    Dass es ihr grimmige Lust verschafft, wenn ihr euch an ihr abarbeitet und wegen ihr schlechte Laune habt.
    "Da sehen die mal, wie das ist."

    Sie muss aus einer Welt raus, in der ihre Geschwister noch fröhlich vor sich hin leben.
    Aber gleichberechtigt in der Welt ihrer Eltern lebt sie auch nicht.

    Ich würde versuchen, mit ihr im Gespräch zu bleiben über Dinge, die sie interessieren. Mich für sie zu interessieren.
    Um dann meine Themen anbringen zu können.
    In der Phase war auch klar, dass meine Kinder meine Schwächen schonungslos aufdecken.
    Und da auch mal ihren Frust ablassen, in dem sie in den Wunden rühren.
    Das ist jetzt nicht so, dass ich da immer lächelnd drüber stand. Ab und zu tat das weh.
    Aber es war schon auch hilfreich für meine Persönlichkeit.
    Noch mal zu schauen: Was von deinen Macken ist denn nun etwas zu viel?
    Wo solltest du dir selber mal Einhalt gebieten?
    Abgesehen davon war ich auch stolz auf den genauen Blick meiner Kinder.

  5. #25
    tanja73 ist offline Urgestein

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Golfi Beitrag anzeigen
    Genau das ist es....sie lässt sich total davon ablenken....nix geht ohne Handy, selbst am Frühstückstisch ist das Ding dabei und wird nur weggelegt wenn mein Mann oder ich was sagen.
    Okay, DAS wäre ein Punkt bei dem wir hier ziemlich deutlich werden würden.
    Ich finde das auch bei manchen Erwachsenen einfach mittlerweile eine fürchterliche Unsitte.
    Tanja
    http://foto.arcor-online.net/palb/alben/47/792647/120_6165633137633961.jpg

  6. #26
    Avatar von Golfi
    Golfi ist offline Reif f. die Insel

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Hm, das ist mir alles zu von oben herab auf den Jugendlichen eingeredet.
    Da hockt eine 14jährige in der Pampa mit zwei kleinen Geschwistern.

    Und ist nicht mehr Kind, aber auch noch nicht Erwachsene.

    Außerdem wird der Berg von Tag zu Tag größer, den sie zu bewältigen hat.
    Die schulischen Lücken werden größer.
    Vielleicht hat sie mit ihrer "LMAA"-Haltung in der Schule auch eine Nische besetzt, in der es ihr besser geht.

    Sie hat zum Beispiel auch keine wirkliche Verantwortung. Sie soll ihr Zimmer sauber halten - aber wer bestimmt, was sauber ist?
    Sie?
    Sie hat keine wirkllich Verantwortung über ihren Umgang mit Schule.
    Sie kann machen was sie will - so lange euch das Ergebnis paßt.

    Meine Kinder hatten früh die komplette Verantwortung für ihre Zimmer. Also nicht nur "Ihr macht selber sauber." sondern auch "Und ihr bestimmt, was sauber ist." Es gab nur eine Ausnahme "Bei den Fenstern bestimmt das nicht ihr, wegen der Holzfenster, die kaputt gehen. Da bestimme ich, aber ich kümmer mich auch drum."

    Dass ihr euch von ihrer schlechten Laune anstecken laßt, ist nicht ihre Schuld.
    Da müßt ihr unabhängiger werden.

    Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, unseren Kinder die Verantwortung für die Schule komplett zu geben.
    Das heißt nicht, dass wir interesselos waren (ich war sogar ehrenamtlich sehr engagiert), dass wir nicht über Schule gesprochen haben. Und das wir nicht geholfen haben.
    Aber wenn sie mit einer schlechten Note kamen, dann war die erste Frage immer "Okay, wie geht es dir damit?"
    Entweder fanden sie es okay, oder total ungerecht. Mal war ihre Schlussfolgerung "Da lern ich eh nichts mehr, bringt ja nix." oder sie hängten sich mehr rein.

    Manchmal haben Jugendliche auch sehr feine Antennen, wenn was in der Familie nicht stimmt.
    Eine Freundin von Tochter drehte von jetzt auf nachher ab und wir wunderten uns alle.
    Tja es kam dann später raus: Das war genau zu der Zeit, als ihre Mutter sich in einen anderen Mann verliebte und erst sehr viel später damit rausrückte und auch ihre Familie verließ.

    Es ist nicht einfach:
    Denn einen Tag sind sie die großen, die sich nichts sagen lassen wollen, alles besser wissen. Und die Eltern sind die zurückgebliebenen Nixblicker.
    Am nächsten Tag hoffen sie, dass man nicht merkt, dass die heiße Tasse Schokolade zusammen mit Mutti ihnen Halt und Geborgenheit gibt.
    Sie lehnen sich beim gemeinsamen Fernsehen an, aber wehe man legt dann den Arm um sie.

    Ich denke, Offenheit hilft:
    Seit euch im Klaren darüber, wo ihr eurer Tochter eben keine Wahlmöglichkeiten laßt.
    Wo ihr eure Maßstäbe setzt, zum Beispiel beii der Mithilfe im Haushalt:
    "Das wollen wir, das verlangen wir von dir."
    Spart euch das allgemeine "Das ist nicht zu viel verlangt."
    Stellt euch hin und sagt "Hier in unserer Familie sind das die Regeln. Die bestimmen Papa und ich.
    Und wir erwarten von dir: ..."
    Aber erwartet nicht, dass irgendjemand anders - ob Tochter oder sonstwer - das auch so sieht.

    Und dann laßt eure Tochter nicht noch zusätzlich schwimmen.
    Also was heißt jetzt genau "Die Ansätzen sollten sich langsam mal zeigen, die Bereitschaft etwas zu ändern?"
    Was heißt das konkrekt in Zeiten und Aktionen und welche Sanktionen stehen dahinter.

    Im Übrigen kann es auch sein, dass wenn sie schon unglücklich ist, ihr auch nicht glücklich sein sollt.
    Dass es ihr grimmige Lust verschafft, wenn ihr euch an ihr abarbeitet und wegen ihr schlechte Laune habt.
    "Da sehen die mal, wie das ist."

    Sie muss aus einer Welt raus, in der ihre Geschwister noch fröhlich vor sich hin leben.
    Aber gleichberechtigt in der Welt ihrer Eltern lebt sie auch nicht.

    Ich würde versuchen, mit ihr im Gespräch zu bleiben über Dinge, die sie interessieren. Mich für sie zu interessieren.
    Um dann meine Themen anbringen zu können.
    In der Phase war auch klar, dass meine Kinder meine Schwächen schonungslos aufdecken.
    Und da auch mal ihren Frust ablassen, in dem sie in den Wunden rühren.
    Das ist jetzt nicht so, dass ich da immer lächelnd drüber stand. Ab und zu tat das weh.
    Aber es war schon auch hilfreich für meine Persönlichkeit.
    Noch mal zu schauen: Was von deinen Macken ist denn nun etwas zu viel?
    Wo solltest du dir selber mal Einhalt gebieten?
    Abgesehen davon war ich auch stolz auf den genauen Blick meiner Kinder.
    Deine Ansätze finde ich gut und werde da auch mal bei mir schauen.
    So von oben herab wie es klingt, ist es hier aber nicht, wir schliessen sie nirgends aus, fragen immer wieder nach usw. Versuchen sie immer mit einzubeziehen in das Familienleben, was aber teilweise geblockt wird. es ist nicht so, dass wir sie mit Gewalt durchs Gymnasium prügeln wollen, wir geben ihr immer zu verstehen, dass sie uns sagen soll, wenn es ihr zuviel wird, wenn wir sie unterstützen sollen, dass weiß sie auch, hat sie die Tage noch gesagt, dass sie froh ist darüber. Es geht uns eher um ihr Verhalten und ihre Einstellung. Was ihre Aufgaben und ihren Job Schule betrifft werde ich mal übernehmen und vielleicht müssen wir das wirklich ganz klar und neu definieren..... Danke..... :-)
    viele Grüße von
    Frau golfi
    mit 2 Mädels und dem kleinen Halloweenprinzen
    2008






  7. #27
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Golfi Beitrag anzeigen
    Genau das ist es....sie lässt sich total davon ablenken....nix geht ohne Handy, selbst am Frühstückstisch ist das Ding dabei und wird nur weggelegt wenn mein Mann oder ich was sagen.
    Dafür gibt es hier eine klare Regel, die für alle Familienmitglieder gilt: Mobiltelefone haben im Esszimmer nichts zu suchen.

    Interessanterweise muss man daran den Pubi der Familie eher nicht erinnern, was nicht heißt, dass unser Kaktus nicht auch alle Grenzen auslotet.
    Geändert von WhiseWoman (08.12.2012 um 12:54 Uhr)
    tanja73 gefällt dies
    Нет худа без добра.

  8. #28
    Avatar von Pietje
    Pietje ist offline Trümmerlotte

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    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Golfi Beitrag anzeigen
    Los, her mit Euren Tipps.....
    Keine Ahnung - noch sind wir nicht so weit...

    ABER: ich liiiiiiiebe Deinen Thread-Titel!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    http://www.smiliemania.de/smilie132/00001934.gif "Mama, wenn Leute A-A zu Kacke sagen, finde ich das Scheiße!"

  9. #29
    Frau_in_Blau Gast

    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von Golfi Beitrag anzeigen
    Bei dem Gespräch vor 4 Wochen haben wir ganz ruhig miteinander geredet mit dem Ziel ihr klar zu machen, dass sie nicht für uns lernt, sondern für sich, dass es nicht in Ordnung ist, Sachen und Dinge vergammeln zu lassen, die Geld gekostet haben, dass ihr Anteil hier am Haushalt nicht hoch ist....ihre Aufgaben sind, ihr Zimmer in Ordnung zu halten, Spülmaschine ausräumen und am WE mal den Tisch decken, ich finde das nicht zu viel. Aber selbst das ist anscheinend zuviel verlangt. Hinzu kommt, dass sie mit ihrer Laune und ihrer Patzigkeit die ganze Familienlaune im Griff hat.
    Alles in einem Gespräch? Ich als Teenager hätte verstanden: Die lassen kein gutes Haar an mir, die mögen überhaupt nichts an mir. Alles mach ich falsch, und die meckern nur. Und ich hätte mir wahnsinnig Leid getan. Übrigens hätte ich auch als Erwachsene Probleme, so eine Generalabrechnung wegzustecken.

    Ich würde versuchen, erst mal überhaupt wieder mit ihr ins Gespräch zu kommen. Wahrscheinlich würde ich es auch an diesem überquellenden Gespräch neulich festmachen, also sagen, dass das je scheinbar nicht funktioniert hat und sie fragen, wie es ihr damit geht und ging und was sie jetzt drüber denkt. ICH würde zuhören und den Mund halten und nichts bewerten, sondern hoffen, dass SIE redet. Und ich würde versuchen, mich einzufühlen und das, was sie zu sagen hat, ernst nehmen.

    Das wäre das erste.

    Und danach kann man sehen, das man die Dinge auf eine einzige Baustelle reduziert. Und da halt so konkret wie möglich werden: Wann machst du was? Wie kann ich dich unterstützen? Was erwartest du von mir? Was kann ich leisten? Wann fangen wir an?


    Wir versuchen immer wieder Dinge mit ihr alleine zu machen, da unsere Kinder einen sehr großen Altersunterschied haben (14 J., 7 J. und 4 J.), die Interessen gehen da einfach auseinander. Mamataxi spiele ich eh täglich, aufgrund der ländlichen Gegend hier. Konferunterricht, Sport und auch von der Schule abholen, wenn Nachmittagsunterricht ist, da sie ansonsten fast eine Stunde auf den Bus warten muss.....

    Das wir Handy und Netbbok einkassiert haben, liegt daran, dass sie schon sehr viel damit macht, wenn sie hier zu Hause ist, eigentlich kaum was anderes. Und wenn das Handy ständig in Aktion ist und Nachrichten kommen, lenkt das ab. Meine Vorstellung wäre, abzuwarten wie sie die nächsten Tage drauf ist, natürlich würde ich entgegenkommen zeigen, wenn ich sehe, dass sie bereit ist, erstmal ihren "Job" zu erledigen, nämlich die Schule und lernen und dann mit ihr Zeiten für Internet z.B. vereinbaren. Ich will sie ja nicht strafen....sehe aber, wie sehr sie sich von Facebook und Co ablenken lässt und ihre Prioritäten festlegt, wie gesagt, die letzten 4 Wochen haben wir es versucht, sie hatte Internet und Handy zur Verfügung, das gestrige Gespräch mit ihrem Lehrer hat uns gezeigt, dass sie nichts geändert hat, sondern hat genau das wiedergespiegelt, wo wir vor 4 Wochen drüber geredet haben und nach Lösungen geschaut haben. Ich weiß, dass sie nicht von heute auf morgen Mrs. Perfekt sein wird....soll sie auch gar nicht, aber Ansätze sollten sich schon langsam mal zeigen...die Bereitschaft etwas zu ändern...
    Geh nicht mit dem Anspruch in das Gespräch, dass SIE was ändern soll, sondern versucht, gemeinsam zu erarbeiten, was IHR ändern könnt.

    Ich weiß, dass das schwierig ist, weil du ja auch eine Menge Groll und Frust über ihr Verhalten mit rumschleppst. Aber vielleicht kannst du dich davon einen Moment lösen? Wenn du zum Beispiel sagst, dass sie die Familienstimmung verdirbt: Ist es nicht eher so, dass ihr das Spiel mitspielt, also es ihr auch erlaubt und ermöglicht, die Stimmung zu verderben? Sorgt ihr da gut für euch selbst? (nur als Gedankenanstoß, um aus diesem Gegeneinander rauszukommen und die Perspektive mal zu wechseln)

  10. #30
    Frau_in_Blau Gast

    Standard Re: Pubertät...oder wie umarme ich einen Kaktus?

    Zitat Zitat von WhiseWoman Beitrag anzeigen
    Dafür gibt es hier eine klare Regel, die für alle Familienmitglieder gilt: Mobiltelefone haben im Esszimmer nichts zu suchen.

    Interessanterweise muss man daran den Pubi der Familie eher nicht erinnern, was nicht heißt, dass unser Kaktus nicht auch alle Grenzen auslotet.
    Ach, bei uns kommt es schon auch vor, dass das handy trötet, während wir essen. Meines auch. Aber hier gilt, wer mit mir/uns am Tisch sitzt, telefoniert und simst nicht. Und wer wirklich superdringend telefonieren/simsen muss, steht auch und geht raus. Und entschuldigt sich bei der Rückkehr.

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