Ergebnis 1 bis 10 von 10
Like Tree1gefällt dies
  • 1 Post By Amalia

Thema: Steuerauskenner hier?

  1. #1
    Gast

    Standard Steuerauskenner hier?

    Hi,

    folgende Problematik, meine Freundin hat 3(!!! ) unterschiedliche Aussagen von Steuerberatern bekommen, daher frage ich mal hier nach:

    Frau A hat zum vorletzten Jahresende ein Geschäft eröffnet. Hat im ersten Jahr investiert, sagen wir mal 2o 000.-Euro. Macht dann Gewinn von ca 5000.- Euro, es bleiben -15 000 Euro Verlust stehen.

    Das Finanzamt erkennt für dieses Jahr das Einkommen von 0.- an. Aber keinen Verlust.

    Im darauffolgenden Jahr macht sie aufgrund einer schweren Erkrankung nur 4 Monate Umsatz und schließt das Geschäft dann wieder. Der Gewinn beläuft sich auf 7000.- Euro.

    Nun sagt ihr Steuerberater, sie muss diese 7000 Euro Gewinn als Einkommen angeben. Würde dem gemeinsamen Einkommen mit dem Noch-Ehemann zugeschlagen, da beide noch gemeinsam veranlagt werden.

    Der Steuerberater des Noch-Mannes sagt, das sind keine 7000 Euro Einkommen, da der Verlust ja noch nicht ausgeglichen wurde. -12 000 Euro + 7000 Euro sind immer noch - 5000 Euro, also in der Steuererklärung 0.- Euro Einkommen angeben.

    Der 3 Steuerberater, den man verwirrt zu Rate zog sagt nun, immer den Verlust angeben, das ist dann negatives Einkommen.

    Ja was denn nun?

  2. #2
    Avatar von keklik
    keklik ist offline frühvergreist + ramschig
    Registriert seit
    29.04.2003
    Beiträge
    70.606

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von monsoon05 Beitrag anzeigen
    Hi,

    folgende Problematik, meine Freundin hat 3(!!! ) unterschiedliche Aussagen von Steuerberatern bekommen, daher frage ich mal hier nach:

    Frau A hat zum vorletzten Jahresende ein Geschäft eröffnet. Hat im ersten Jahr investiert, sagen wir mal 2o 000.-Euro. Macht dann Gewinn von ca 5000.- Euro, es bleiben -15 000 Euro Verlust stehen.

    Das Finanzamt erkennt für dieses Jahr das Einkommen von 0.- an. Aber keinen Verlust.

    Im darauffolgenden Jahr macht sie aufgrund einer schweren Erkrankung nur 4 Monate Umsatz und schließt das Geschäft dann wieder. Der Gewinn beläuft sich auf 7000.- Euro.

    Nun sagt ihr Steuerberater, sie muss diese 7000 Euro Gewinn als Einkommen angeben. Würde dem gemeinsamen Einkommen mit dem Noch-Ehemann zugeschlagen, da beide noch gemeinsam veranlagt werden.

    Der Steuerberater des Noch-Mannes sagt, das sind keine 7000 Euro Einkommen, da der Verlust ja noch nicht ausgeglichen wurde. -12 000 Euro + 7000 Euro sind immer noch - 5000 Euro, also in der Steuererklärung 0.- Euro Einkommen angeben.

    Der 3 Steuerberater, den man verwirrt zu Rate zog sagt nun, immer den Verlust angeben, das ist dann negatives Einkommen.

    Ja was denn nun?
    Was für Investitionen sind das denn?
    Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs-/Herstellkosten > 410 € müssen eh über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden, bzw. 150-1000 € über 5 Jahre (Wahlrecht)
    Geändert von keklik (17.12.2012 um 15:50 Uhr)

  3. #3
    Avatar von sannimanni
    sannimanni ist offline trekkie
    Registriert seit
    12.12.2009
    Beiträge
    4.694

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Ich vermute mal, dass du nur die Hälfte erzählt bekommen hast.

    Du sagst, sie hat 'investiert'. Wie Keklik bereits schrieb, kann ich nicht alle Kosten sofort geltend machen. Ladeneinrichtungen, auch die Herrichtung des Verkaufsraums müssen evtl. abgeschrieben werden. Weitere Stichworte sind hier Liebhaberei, Verlustvortrag, Aufgabebilanz, was ist mit den 'Investitionen' passiert (wurden die weiterverkauft oder entnommen)..., wenn sie erwerbsunfähig ist, kann ein Freibetrag bei der Betriebsaufgabe geltend gemacht werden etc.

    Wenn Deine Freundin wirklich nur das weiß, was Du hier wiedergibst, ist sie, fürchte ich, sehr blauäugig in die Selbständigkeit gegangen (und wurde natürlich von der Erkrankung eiskalt erwischt). Wieso 'sagen' die Steuerberater, was sie angeben sollen - das muss der Steuerberater doch selbst tun oder wurden hier nur ein paar Fragen gestellt und der Rest selbst gemacht? Das werden sie nicht so ohne weiteres hinbekommen...
    Captain, es gibt eine grundlegende und sehr wertvolle Aussage in der Wissenschaft, sie ist ein Zeichen von Weisheit und lautet: Ich weiß es nicht. (Data)

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von sannimanni Beitrag anzeigen
    Ich vermute mal, dass du nur die Hälfte erzählt bekommen hast.

    Du sagst, sie hat 'investiert'. Wie Keklik bereits schrieb, kann ich nicht alle Kosten sofort geltend machen. Ladeneinrichtungen, auch die Herrichtung des Verkaufsraums müssen evtl. abgeschrieben werden. Weitere Stichworte sind hier Liebhaberei, Verlustvortrag, Aufgabebilanz, was ist mit den 'Investitionen' passiert (wurden die weiterverkauft oder entnommen)..., wenn sie erwerbsunfähig ist, kann ein Freibetrag bei der Betriebsaufgabe geltend gemacht werden etc.

    Wenn Deine Freundin wirklich nur das weiß, was Du hier wiedergibst, ist sie, fürchte ich, sehr blauäugig in die Selbständigkeit gegangen (und wurde natürlich von der Erkrankung eiskalt erwischt). Wieso 'sagen' die Steuerberater, was sie angeben sollen - das muss der Steuerberater doch selbst tun oder wurden hier nur ein paar Fragen gestellt und der Rest selbst gemacht? Das werden sie nicht so ohne weiteres hinbekommen...
    Oje. Blauäugig kann sein... Die Steuererklärung will der Ex- Gatte selber machen, da sie ja noch gemeinsam veranlagt sind. Auch so was Intelligentes....

    Investiert, naja es wurde Ladeneinrichtung gekauft, dann die ganzen Waren usw. Warenbestand wurde natürlich verkauft, wieder eingekauft etc.
    Geändert von monsoon05 (17.12.2012 um 17:36 Uhr)

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von keklik Beitrag anzeigen
    Was für Investitionen sind das denn?
    Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs-/Herstellkosten > 410 € müssen eh über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden, bzw. 150-1000 € über 5 Jahre (Wahlrecht)
    Ladeneinrichtung für ca 2000 Euro, sie hat antike Möbel preiswert gekauft und dann selbst hergerichtet, sah cool aus ;-) Kasse usw. Und dann natürlich der Warenbestand. Die ganzen Steuersachen hat sie immer von einem Steuerberater machen lassen, das lief eigentlich sehr gut, also die ganzen Monatsabschlüsse. Und dann ging das dort bergab, manche Unterlagen hat sie bis heute nicht zurück, daher hat sie sich dann an 2 andere gewandt. Das ist echt verfahren... man denkt immer, man kann sich auf so ein Büro verlassen aber wenn dann dort der Wurm drin ist steht man richtig schxxx im Regen.

  6. #6
    Avatar von Jessi77
    Jessi77 ist offline Legende
    Registriert seit
    04.03.2003
    Beiträge
    14.422

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von monsoon05 Beitrag anzeigen
    Hi,

    folgende Problematik, meine Freundin hat 3(!!! ) unterschiedliche Aussagen von Steuerberatern bekommen, daher frage ich mal hier nach:

    Frau A hat zum vorletzten Jahresende ein Geschäft eröffnet. Hat im ersten Jahr investiert, sagen wir mal 2o 000.-Euro. Macht dann Gewinn von ca 5000.- Euro, es bleiben -15 000 Euro Verlust stehen.

    Das Finanzamt erkennt für dieses Jahr das Einkommen von 0.- an. Aber keinen Verlust.

    Im darauffolgenden Jahr macht sie aufgrund einer schweren Erkrankung nur 4 Monate Umsatz und schließt das Geschäft dann wieder. Der Gewinn beläuft sich auf 7000.- Euro.

    Nun sagt ihr Steuerberater, sie muss diese 7000 Euro Gewinn als Einkommen angeben. Würde dem gemeinsamen Einkommen mit dem Noch-Ehemann zugeschlagen, da beide noch gemeinsam veranlagt werden.

    Der Steuerberater des Noch-Mannes sagt, das sind keine 7000 Euro Einkommen, da der Verlust ja noch nicht ausgeglichen wurde. -12 000 Euro + 7000 Euro sind immer noch - 5000 Euro, also in der Steuererklärung 0.- Euro Einkommen angeben.

    Der 3 Steuerberater, den man verwirrt zu Rate zog sagt nun, immer den Verlust angeben, das ist dann negatives Einkommen.

    Ja was denn nun?
    Wie wurde sie denn beim Finanzamt aufgenommen? Hat sie eine gewerbliche Tätigkeit mit Ausweisung von Umsatzsteuer und dementsprechend Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgegeben? Oder war sie als Kleinunternehmerin tätig ohne Umsatzsteuer?

    Normalerweise stellt sie eine Einnahmen/Überschuss-Rechnung auf und das wird dann als Einnahme gerechnet. Zur Einkommensteuer-Erklärung muss sie dann die Anlage S oder G mit abgeben.



  7. #7
    Avatar von keklik
    keklik ist offline frühvergreist + ramschig
    Registriert seit
    29.04.2003
    Beiträge
    70.606

    Standard Re: Steuerauskenner hier?


  8. #8
    Avatar von Amalia
    Amalia ist offline heute hier - morgen dort
    Registriert seit
    31.12.2002
    Beiträge
    1.461

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von monsoon05 Beitrag anzeigen
    Hi,

    folgende Problematik, meine Freundin hat 3(!!! ) unterschiedliche Aussagen von Steuerberatern bekommen, daher frage ich mal hier nach:

    Frau A hat zum vorletzten Jahresende ein Geschäft eröffnet. Hat im ersten Jahr investiert, sagen wir mal 2o 000.-Euro. Macht dann Gewinn von ca 5000.- Euro, es bleiben -15 000 Euro Verlust stehen.

    Das Finanzamt erkennt für dieses Jahr das Einkommen von 0.- an. Aber keinen Verlust.

    Im darauffolgenden Jahr macht sie aufgrund einer schweren Erkrankung nur 4 Monate Umsatz und schließt das Geschäft dann wieder. Der Gewinn beläuft sich auf 7000.- Euro.

    Nun sagt ihr Steuerberater, sie muss diese 7000 Euro Gewinn als Einkommen angeben. Würde dem gemeinsamen Einkommen mit dem Noch-Ehemann zugeschlagen, da beide noch gemeinsam veranlagt werden.

    Der Steuerberater des Noch-Mannes sagt, das sind keine 7000 Euro Einkommen, da der Verlust ja noch nicht ausgeglichen wurde. -12 000 Euro + 7000 Euro sind immer noch - 5000 Euro, also in der Steuererklärung 0.- Euro Einkommen angeben.

    Der 3 Steuerberater, den man verwirrt zu Rate zog sagt nun, immer den Verlust angeben, das ist dann negatives Einkommen.

    Ja was denn nun?
    Das Finanzamt wird im ersten Jahr der Selbständigkeit den Einkommensteuerbescheid bezüglich der Einkünfte aus Gewerbebetrieb vorläufig gehalten haben, um im Laufe der nächsten Jahre zu sehen, ob das Gewerbe vielleicht als Liebhaberei durchgeht.
    Grundsätzlich muss immer erst mal ein Gewinn oder Verlust des laufenden Jahres ermittelt werden, danach stellt das Finanzamt VON AMTS WEGEN den verbleibenden Verlustvortrag zum 31.12. jeden Jahres fest.

    So wie Du schreibst, widersprechen sich die Aussagen der Steuerberater auch nicht.
    1. Der Gewinn des laufenden Jahres muss angegeben werden, wie nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelt (da Deine Freundin bestimmt nicht bilanziert).
    2. Das Finanzamt verrechnet die positiven Einkünfte aus Gewerbebetrieb mit einem entsprechenden Verlustvortrag. Dieser Verlustvortrag wird auch nachgeholt für das vorherige Jahr, wenn das Finanzamt sich überzeugen kann, dass der Gewerbebetrieb keine Liebhaberei ist/war.
    3. Bei Zusammenveranlagung mit dem Ehemann werden auch dessen Einkünfte mit dazu gerechnet. Aber Achtung: wenn Deine Freundin dann insgesamt einen Verlust hat, profitiert vor allem der Noch-Ehemann davon!

    Ich denke, dass alle 3 Steuerberater das gleiche gesagt haben, aber nur mit anderen Worten, und dass Deine Freundin das nur einfach nicht richtig verstanden hat. Voraussetzung für eine gute Steuerberatung ist, dass der Mandant mithilft, d.h. von sich aus evtl. wichtige Sachverhalte erzählt (man kann nicht nach allen möglichen Gegebenheiten fragen) und die Belege fristgerecht bringt.

    Wenn der Noch-Ehemann nicht wirklich viel Ahnung von Steuern hat, soll er bloß die Finger von so einer Steuererklärung lassen, da kann viel schief gehen! Nach dazu, wenn in diesem Jahr ein Gewerbebetrieb aufgegeben wurde.

    Wenn Du noch mehr wissen willst, schick mir eine PN mit genauen Infos
    sannimanni gefällt dies
    Humor - welch wunderbares Mittel, die Realität zu entschärfen, wenn sie unerträglich wird! (M.Levy)

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von Amalia Beitrag anzeigen
    Das Finanzamt wird im ersten Jahr der Selbständigkeit den Einkommensteuerbescheid bezüglich der Einkünfte aus Gewerbebetrieb vorläufig gehalten haben, um im Laufe der nächsten Jahre zu sehen, ob das Gewerbe vielleicht als Liebhaberei durchgeht.
    Grundsätzlich muss immer erst mal ein Gewinn oder Verlust des laufenden Jahres ermittelt werden, danach stellt das Finanzamt VON AMTS WEGEN den verbleibenden Verlustvortrag zum 31.12. jeden Jahres fest.

    So wie Du schreibst, widersprechen sich die Aussagen der Steuerberater auch nicht.
    1. Der Gewinn des laufenden Jahres muss angegeben werden, wie nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelt (da Deine Freundin bestimmt nicht bilanziert).
    2. Das Finanzamt verrechnet die positiven Einkünfte aus Gewerbebetrieb mit einem entsprechenden Verlustvortrag. Dieser Verlustvortrag wird auch nachgeholt für das vorherige Jahr, wenn das Finanzamt sich überzeugen kann, dass der Gewerbebetrieb keine Liebhaberei ist/war.
    3. Bei Zusammenveranlagung mit dem Ehemann werden auch dessen Einkünfte mit dazu gerechnet. Aber Achtung: wenn Deine Freundin dann insgesamt einen Verlust hat, profitiert vor allem der Noch-Ehemann davon!

    Ich denke, dass alle 3 Steuerberater das gleiche gesagt haben, aber nur mit anderen Worten, und dass Deine Freundin das nur einfach nicht richtig verstanden hat. Voraussetzung für eine gute Steuerberatung ist, dass der Mandant mithilft, d.h. von sich aus evtl. wichtige Sachverhalte erzählt (man kann nicht nach allen möglichen Gegebenheiten fragen) und die Belege fristgerecht bringt.

    Wenn der Noch-Ehemann nicht wirklich viel Ahnung von Steuern hat, soll er bloß die Finger von so einer Steuererklärung lassen, da kann viel schief gehen! Nach dazu, wenn in diesem Jahr ein Gewerbebetrieb aufgegeben wurde.

    Wenn Du noch mehr wissen willst, schick mir eine PN mit genauen Infos
    Vielen Dank, das liest sich sogar für mich schlüssig und ich hab von sowas gar keine Ahnung, lasse das alles machen. Ich melde mich morgen wieder, gern per PN, hab erstmal vielen Dank für diese ausführliche Info! :-)

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Steuerauskenner hier?

    Zitat Zitat von Jessi77 Beitrag anzeigen
    Wie wurde sie denn beim Finanzamt aufgenommen? Hat sie eine gewerbliche Tätigkeit mit Ausweisung von Umsatzsteuer und dementsprechend Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgegeben? Oder war sie als Kleinunternehmerin tätig ohne Umsatzsteuer?

    Normalerweise stellt sie eine Einnahmen/Überschuss-Rechnung auf und das wird dann als Einnahme gerechnet. Zur Einkommensteuer-Erklärung muss sie dann die Anlage S oder G mit abgeben.
    Das war mit Umsatzsteuervoranmeldung. Danke erstmal für die Infos, ich frage da morgen nochmal genauer nach :-)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •