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Thema: Kommunion ja, Kirche nein

  1. #1
    Avatar von Beerenfisch
    Beerenfisch ist offline Poweruser
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    Standard Kommunion ja, Kirche nein

    Weil's grad passt (ich wollt das eh schon vorige Woche fragen, jetzt ist mir Zwackl dazwischengerutscht)

    Meint ihr, die "soziale Verpflichtung" zur Erstkommunion ändert sich demnächst? Oder ist das schon der Fall?

    Vor 2 Wochen war in unserer Pfarre Vorstellungsmesse für die Erstkommunionkinder, 24 waren es diesmal. Zwei Sonntage später - in jeder Sonntagsmesse maximal 3-4 Kinder davon. Meine Tochter war im Vorjahr, ich erinnere mich noch, dass es doch erwünscht war, dass die Kinder öfter am Gottesdienst teilnehmen als bloß "alle heiligen Zeiten mal". Sie waren auch immer eingebunden, es gibt ein Vorbereitungsthema, das sich z.B. durch die ganze Fastenzeit zieht, man darf je nach Interesse Fürbitte vorlesen, am Altar mithelfen (Kerzen beim Evangelium bringen/halten und solche Sachen halt). Insgesamt gibt sich das Vorbereitungsteam sehr viel Mühe, die Messen interessant zu gestalten. Nicht falsch verstehen, wir sind nicht jeden Sonntag in der Kirche, verlangt auch nur der Pfarrer der Nachbarpfarre, wo es Kommunion nur gegen gestempelte Gottesdienstbesuchskärtchen gibt (kann man ja auswärts auch abstempeln lassen). Aber dass so wenige sind, fiel mir gerade heuer im Vergleich zu den Vorjahren extrem auch. Da waren auch nicht immer alle, aber doch die Hälfte, halt immer abwechselnd.

    Hatte dann vor einigen Tagen ein Gespräch mit einer Mutter eines Erstkommunionkindes, die - sinngemäß - meinte, ihretwegen würde einfach der Erstkommunionstag genügen, den ganzen Chi-Chi vorher braucht weder sie noch ihr Kind. Ich war nicht auf Diskussion eingestellt, aber ich frag mich doch, warum man dann mitmacht. Oder auch, dass ein Kind erst mit Schulbeginn getauft wurde und vom weiteren Bekanntenkreis ein Taufpate gesucht werden musste, der zum Kind nicht so viel Bezug hat, weil auch die Eltern und näheren Verwandten aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten waren.

    Warum sind da wirklich so viele noch mit dabei, obwohl - zumindest meinem Empfinden nach - schon so viele nichts mehr mit Kirche als Institution oder gar Kirchgang am Hut haben? Wie gesagt, Ausgangsfrage: ob sich das wohl in den nächsten Jahren / Jahrzehnten ändert oder macht noch die nächste Generation mit, weil das Fest so schön ist?
    Babette267 gefällt dies

  2. #2
    Avatar von MajaMayer
    MajaMayer ist offline willyseine
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Zitat Zitat von Beerenfisch Beitrag anzeigen
    Warum sind da wirklich so viele noch mit dabei, obwohl - zumindest meinem Empfinden nach - schon so viele nichts mehr mit Kirche als Institution oder gar Kirchgang am Hut haben? Wie gesagt, Ausgangsfrage: ob sich das wohl in den nächsten Jahren / Jahrzehnten ändert oder macht noch die nächste Generation mit, weil das Fest so schön ist?
    Weil die Leute einfach zu wenig Selbstbewusstsein haben, auf etwas zu verzichten, "was sich gehört", "was einfach dazugehört", "was immer schon so war".

    Weil sie Angst haben, ihr Kind könnte Nachteile haben, wenn es nicht getauft wird.

    Ich finde das ziemlich verlogen, diese Haltung begegnet mir aber oft.
    antin, blubberin und Stolluba gefällt dies.
    LG
    Maja



    Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
    und der Himmel ein Opal
    weiss ich, dass das meine Zeit ist,
    weil die Welt dann wie ein Weib ist,
    und die Lust schmeckt nicht mehr schal.
    (Konstantin Wecker)


    http://www.youtube.com/watch?v=HNKvRIRBdy4&NR=1


    http://www.youtube.com/watch?v=FRLBS...eature=related

  3. #3
    Avatar von rocksteady
    rocksteady ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Wir wohnen in einer Großstadt in einer katholischen Gegend. In der Klasse meines Sohnes gehen von 22 nur 8 Kinder zur Kommunion, die meisten davon sieht man auch in den regelmäßigen Familienmessen, einige sind darüber hinaus im kichlichen Umfeld aktiv. Die Kinder und deren Eltern, die nichts mit Kirche am Hut haben, gehen auch nicht zur Kommunion bei uns. Bei uns hat somit die Zukunft angefangen. ;-)

    Zitat Zitat von Beerenfisch Beitrag anzeigen
    Weil's grad passt (ich wollt das eh schon vorige Woche fragen, jetzt ist mir Zwackl dazwischengerutscht)

    Meint ihr, die "soziale Verpflichtung" zur Erstkommunion ändert sich demnächst? Oder ist das schon der Fall?

    Vor 2 Wochen war in unserer Pfarre Vorstellungsmesse für die Erstkommunionkinder, 24 waren es diesmal. Zwei Sonntage später - in jeder Sonntagsmesse maximal 3-4 Kinder davon. Meine Tochter war im Vorjahr, ich erinnere mich noch, dass es doch erwünscht war, dass die Kinder öfter am Gottesdienst teilnehmen als bloß "alle heiligen Zeiten mal". Sie waren auch immer eingebunden, es gibt ein Vorbereitungsthema, das sich z.B. durch die ganze Fastenzeit zieht, man darf je nach Interesse Fürbitte vorlesen, am Altar mithelfen (Kerzen beim Evangelium bringen/halten und solche Sachen halt). Insgesamt gibt sich das Vorbereitungsteam sehr viel Mühe, die Messen interessant zu gestalten. Nicht falsch verstehen, wir sind nicht jeden Sonntag in der Kirche, verlangt auch nur der Pfarrer der Nachbarpfarre, wo es Kommunion nur gegen gestempelte Gottesdienstbesuchskärtchen gibt (kann man ja auswärts auch abstempeln lassen). Aber dass so wenige sind, fiel mir gerade heuer im Vergleich zu den Vorjahren extrem auch. Da waren auch nicht immer alle, aber doch die Hälfte, halt immer abwechselnd.

    Hatte dann vor einigen Tagen ein Gespräch mit einer Mutter eines Erstkommunionkindes, die - sinngemäß - meinte, ihretwegen würde einfach der Erstkommunionstag genügen, den ganzen Chi-Chi vorher braucht weder sie noch ihr Kind. Ich war nicht auf Diskussion eingestellt, aber ich frag mich doch, warum man dann mitmacht. Oder auch, dass ein Kind erst mit Schulbeginn getauft wurde und vom weiteren Bekanntenkreis ein Taufpate gesucht werden musste, der zum Kind nicht so viel Bezug hat, weil auch die Eltern und näheren Verwandten aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten waren.

    Warum sind da wirklich so viele noch mit dabei, obwohl - zumindest meinem Empfinden nach - schon so viele nichts mehr mit Kirche als Institution oder gar Kirchgang am Hut haben? Wie gesagt, Ausgangsfrage: ob sich das wohl in den nächsten Jahren / Jahrzehnten ändert oder macht noch die nächste Generation mit, weil das Fest so schön ist?

  4. #4
    Avatar von Mairegen
    Mairegen ist offline Legende
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Die soziale Verpflichtung, also dieses "weil man es halt so macht", existiert selbst hier in ländlichen Gebieten nicht mehr.

    Trotzdem "schicken" einige Eltern ihre Kinder zur Erstkommunion, obwohl man ihnen anmerkt, dass sie mit der ganzen Sache nichts am Hut haben und alles was dazugehört nur lästig finden.

    Für manche ist es wohl einfach ein willkommener Anlass nochmal ein großes Fest zu feiern. Bis zur Hochzeit dauert es ja noch etwas länger.

  5. #5
    Avatar von WhiseWoman
    WhiseWoman ist offline Es werde Licht.
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Zitat Zitat von MajaMayer Beitrag anzeigen
    ... Weil sie Angst haben, ihr Kind könnte Nachteile haben, wenn es nicht getauft wird. ...
    Och, gelegentlich wird einem sogar empfohlen, das Kind taufen zu lassen, um Konflikte zu vermeiden. Wir sind dem Rat nicht gefolgt und haben die Konflikte ausgetragen.
    MikeLodeon gefällt dies
    Нет худа без добра.

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Ich habe Sohn zur Kommunion gehen lassen, weil er es so wollte. Dass da das Motiv eher war, dass alle anderen auch gehen, war mir bewusst. Ich habe aber auch darauf bestanden, dass er dann vorher zum Gottesdienst geht, das gehört für mich dazu.
    Alex1961 gefällt dies

  7. #7
    Avatar von tweety
    tweety ist offline Poweruser
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Zitat Zitat von Beerenfisch Beitrag anzeigen
    Weil's grad passt (ich wollt das eh schon vorige Woche fragen, jetzt ist mir Zwackl dazwischengerutscht)

    Meint ihr, die "soziale Verpflichtung" zur Erstkommunion ändert sich demnächst? Oder ist das schon der Fall?

    Vor 2 Wochen war in unserer Pfarre Vorstellungsmesse für die Erstkommunionkinder, 24 waren es diesmal. Zwei Sonntage später - in jeder Sonntagsmesse maximal 3-4 Kinder davon. Meine Tochter war im Vorjahr, ich erinnere mich noch, dass es doch erwünscht war, dass die Kinder öfter am Gottesdienst teilnehmen als bloß "alle heiligen Zeiten mal". Sie waren auch immer eingebunden, es gibt ein Vorbereitungsthema, das sich z.B. durch die ganze Fastenzeit zieht, man darf je nach Interesse Fürbitte vorlesen, am Altar mithelfen (Kerzen beim Evangelium bringen/halten und solche Sachen halt). Insgesamt gibt sich das Vorbereitungsteam sehr viel Mühe, die Messen interessant zu gestalten. Nicht falsch verstehen, wir sind nicht jeden Sonntag in der Kirche, verlangt auch nur der Pfarrer der Nachbarpfarre, wo es Kommunion nur gegen gestempelte Gottesdienstbesuchskärtchen gibt (kann man ja auswärts auch abstempeln lassen). Aber dass so wenige sind, fiel mir gerade heuer im Vergleich zu den Vorjahren extrem auch. Da waren auch nicht immer alle, aber doch die Hälfte, halt immer abwechselnd.

    Hatte dann vor einigen Tagen ein Gespräch mit einer Mutter eines Erstkommunionkindes, die - sinngemäß - meinte, ihretwegen würde einfach der Erstkommunionstag genügen, den ganzen Chi-Chi vorher braucht weder sie noch ihr Kind. Ich war nicht auf Diskussion eingestellt, aber ich frag mich doch, warum man dann mitmacht. Oder auch, dass ein Kind erst mit Schulbeginn getauft wurde und vom weiteren Bekanntenkreis ein Taufpate gesucht werden musste, der zum Kind nicht so viel Bezug hat, weil auch die Eltern und näheren Verwandten aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten waren.

    Warum sind da wirklich so viele noch mit dabei, obwohl - zumindest meinem Empfinden nach - schon so viele nichts mehr mit Kirche als Institution oder gar Kirchgang am Hut haben? Wie gesagt, Ausgangsfrage: ob sich das wohl in den nächsten Jahren / Jahrzehnten ändert oder macht noch die nächste Generation mit, weil das Fest so schön ist?
    meine beiden großen gingen noch zur kommunion. war in der vorbereitung auch sehr entspannt. lag wohl am pfarrer.

    nr. 3 und 4 waren nicht. unser jetziger pfarrer ist von der sorte: nix ist wichtiger- weder hausaufgaben noch sport noch freunde- als die kirche. die vorbereitung zieht sich über ein ganzes jahr. und dahinter stand weder mein mann noch ich. wir haben den kindern die entscheidung überlassen, und sie wollten beide nicht( sie kennen den pfarrer, da er in der dritten klasse den religionsunterricht übernimmt). für uns ist das o.k. so.

    ich lass mir nicht vorschreiben, wie, wo und wann ich an gott glauben soll. und wenn ein pfarrer in ein haus kommt und sagt: hier hängt kein kreuz, hier gibts kein erstgespräche!!! ist die entscheidung umso einfacher

  8. #8
    Avatar von sannimanni
    sannimanni ist offline trekkie
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Zitat Zitat von Mairegen Beitrag anzeigen
    Die soziale Verpflichtung, also dieses "weil man es halt so macht", existiert selbst hier in ländlichen Gebieten nicht mehr.

    Trotzdem "schicken" einige Eltern ihre Kinder zur Erstkommunion, obwohl man ihnen anmerkt, dass sie mit der ganzen Sache nichts am Hut haben und alles was dazugehört nur lästig finden.

    Für manche ist es wohl einfach ein willkommener Anlass nochmal ein großes Fest zu feiern. Bis zur Hochzeit dauert es ja noch etwas länger.


    genau so sehe ich es auch. Wir wohnen ländlich in einer katholischen Gegend. Kind besuchte einen AWO-Kindergarten, nichtkonfessionell, aber der evangelischen Kirche nahestehend. Es gab eine Diskussion mit der Kiga-Leitung, weil diese zu kirchlichen Festen Kleinkindgottesdienste ansetzte, ohne das je mit den Eltern abzusprechen - ihre Begründung 'wir sind hier auf dem Land, da ist das eben so ::

    Daraufhin wurde durchgezählt - von 24 Kindern im (eingruppigen) Kindergarten waren bereits 7, also > 1/4 konfessionslos (muslimische gab es keines, die sind also nicht etwa mit dabei).

    Ich habe NIEMALS eine soziale Verpflichtung gespürt, mein Kind taufen zu lassen, absolut nie. Eher verspürten die Eltern von Kommunionkindern die Verpflichtung, unserer Tochter auch was zu schenken, wenn es von uns für die Nachbarn/Klassenkameraden kleine Aufmerksamkeiten gab ::

    Als zahlendes Mitglied ohne Glauben ein Kind zur Kommunion zu schicken, ist für mich nur eines - verlogen.
    Captain, es gibt eine grundlegende und sehr wertvolle Aussage in der Wissenschaft, sie ist ein Zeichen von Weisheit und lautet: Ich weiß es nicht. (Data)

  9. #9
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Wir sind ja evangelisch und deshalb konnten meine Söhne vor der Konfirmation immer Sonntags alleine zur Kirche gehen. Ich möchte gern, dass sie in die Gemeinde aufgenommen werden und ich glaube auch an Gott- aber ich muss gestehen, Gottesdienste mag ich (außer an Festtagen) nicht so gern und schon gar nicht am Sonntag um 10 Uhr, da schlafe ich im Normalfall noch. Aber natürlich ist es sinnvoll, wenn Kommunionskinder mal ein paar Gottesdienste mitgemacht haben- jeder Sonntag muss für mein Empfinden nicht sein.

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Kommunion ja, Kirche nein

    Zitat Zitat von MajaMayer Beitrag anzeigen
    Weil die Leute einfach zu wenig Selbstbewusstsein haben, auf etwas zu verzichten, "was sich gehört", "was einfach dazugehört", "was immer schon so war".

    Weil sie Angst haben, ihr Kind könnte Nachteile haben, wenn es nicht getauft wird.

    Ich finde das ziemlich verlogen, diese Haltung begegnet mir aber oft.
    Dann habe ich kein Selbstbewusstsein und bin verlogen.
    Ich habe mein Kind taufen und an der Kommunion teilnehmen lassen, weil es sonst massive Nachteile gehabt hätte. Ich hätte es einfach grausam gefunden, meinem Kind das anzutun wegen meiner Überzeugung, die ja im Übrigen nicht die meines Kindes sein muss.
    Was das mit mangelndem Selbstbewusstsein und Unehrlichkeit zu tun hat, erschließt sich mir nicht.
    zwackl gefällt dies

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