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Thema: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

  1. #1
    Gast

    Unglücklich Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Natürlich ist so eine Entscheidung nicht davon abhängig zu machen, was eine Forumsgemeinde dazu sagt, aber so ein paar Denkanstöße sind ggf. hilfreich- jedenfalls um die eigenen Gedanken zu ordnen....

    Bald 14 Jahre sind wir zusammen, davon im nächsten Monat 10 Jahre verheiratet.
    Eigenes Haus, Wunschkind, soweit alle gesund und munter.

    Jedenfalls physisch- psychisch sieht es leider ganz anders aus....

    Mein Mann ist depressiv- zum Großteil bedingt durch berufliche Probleme. Die aber (so meine Einschätzung) immer wieder als Teufelskreis genau durch diese Depression mit verursacht werden.

    In den letzten 5-6 Jahren hat er jetzt den 4. Arbeitsplatz und im Mai wechselt er erneut. Glücklicherweise bedeutet das für ihn als Beamten "nur" ein anderes Arbeitsgebiet bzw. einen anderen Arbeitsort- existenzielle Sorgen sind damit für uns alle gsd nicht verbunden (ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das wäre, wenn er in einer "normalen" Firma arbeiten würde.... )

    Sicherlich bin auch ich nicht als "Fels in der Brandung" zu bezeichnen- auch ich habe Depressionen, die ich aber eigentlich durch Therapien/Medikamente soweit im Griff habe. Ich fühle mich grundsätzlich schon dem Alltag gewachsen- ich weiß, dass nach den Stimmungstiefs auch wieder sonnige Tage kommen werden.

    Allerdings leide ich immer mehr mit meinem Mann mit- und vermisse bei ihm irgendwie die Bereitschaft/Einsicht, mit aller Kraft gegen das Übel der Depression vorzugehen.
    Er war zwar vor knapp 3 Jahren einige Wochen in einer entsprechenden Kur und besucht seither auch einen Therapeuten- das aber nur ca. alle 4 Wochen....
    Medikamente nimmt er nicht- Rezepte löst er nicht ein.
    Auch wenn ich ihm immer wieder vorbete, dass diese leichten Antidepressiva ja nur temporär zu nehmen wären.
    Und man also weder völlig gaga wird noch die Pillen bis zum Lebensende schlucken muss.
    Sie sollen einfach erstmal helfen, nicht alles ganz so "schlimm" zu finden....

    Will er nicht, macht er nicht.
    Unser gemeinsamer Hausarzt, der die Situation seit Jahren auch kennt (er ist nicht der involvierte Facharzt), sieht es auch so, dass mein Mann eigentlich immer nur flüchtet, aber grundsätzlich kaum etwas dafür tut, gesund zu werden bzw. damit einigermaßen leben zu können.

    Ich bin die, die inzwischen physisch immer weiter abbaut- beginnender Tinitus, Rückenprobleme, wieder stärker werdende depressive Phasen (ich kenn' halt die Anzeichen....).....

    Irgendwie halte ich zwar durch, aber wir haben ja auch noch ein Kind.... Das immer mehr auch darunter leidet, dass sein Vater einen extrem kurzen Geduldsfaden hat....Mein Mann ist total überempfindlich- fasst quasi jedes annähernd negative Wort als massive Kritik auf etc.pp...

    Dass durch die Gesamtsituation das ganze Familienleben leidet, dürfte klar sein. Von der Partnerschaft rede ich schon gar nicht mehr....

    Ich weiß, dass ich SO die nächsten 30 Jahre nicht leben möchte, nicht leben KANN.

    Nur, "darf" ich das? Darf ich einen Menschen, mit dem ich eigentlich durch "dick&dünn" gehen wollte, in seinem Elend allein lassen?!

    Oder "muss" ich das aushalten?
    Unser Sohn, dem ich unlängst vorsichtig angedeutet habe, ggf. (mit ihm zusammen) eine eigene Wohnung zu suchen, lehnt das (natürlich) total ab... Ich habe das Gespräch dann nicht weiter vertieft- mit knapp 8 Jahren würde er das nicht verstehen können....

    Es gibt Tage, da bin ich zuversichtlich und ausgeglichen....Aber die sind in der Minderheit....


    So, wer bis jetzt gelesen und verstanden hat, was ich meine, kriegt einen Kaffee und einen Keks

  2. #2
    Avatar von NellGwyn
    NellGwyn ist offline Mit Schweinehund!
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    12.03.2013
    Beiträge
    2.878

    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen


    So, wer bis jetzt gelesen und verstanden hat, was ich meine, kriegt einen Kaffee und einen Keks
    Ich nehm Dich erstmal in den Arm.... So, und jetzt meine unpopuläre Meinung: Ja, ich würde ihn verlassen, ich gehe nicht daran zugrunde, weil jemand keinerlei Krankheitseinsicht hat
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  3. #3
    Gast

    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen

    Ich weiß, dass ich SO die nächsten 30 Jahre nicht leben möchte, nicht leben KANN.

    Nur, "darf" ich das? Darf ich einen Menschen, mit dem ich eigentlich durch "dick&dünn" gehen wollte, in seinem Elend allein lassen?!




    So, wer bis jetzt gelesen und verstanden hat, was ich meine, kriegt einen Kaffee und einen Keks
    Danke für den Keks, Kaffee hab auch schon zur Genüge und MEINEN Segen hast du, du darfst, wenn du willst

  4. #4
    Sascha ist offline Urgestein
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    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Sabine2001, Tonks77, Mimi5 und 3 anderen gefällt dies.
    Sascha
    das war ja wohl individualtaktischer Nonsens

    Most important decisions in life are made between two people in bed
    Billy Bragg

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!


  6. #6
    Avatar von Vinea
    Vinea ist offline Icke
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    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

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  7. #7
    Avatar von Sire
    Sire ist offline ErElerin im Hintergrund
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    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Zitat Zitat von Wintersonne2011 Beitrag anzeigen
    Natürlich ist so eine Entscheidung nicht davon abhängig zu machen, was eine Forumsgemeinde dazu sagt, aber so ein paar Denkanstöße sind ggf. hilfreich- jedenfalls um die eigenen Gedanken zu ordnen..
    So, wer bis jetzt gelesen und verstanden hat, was ich meine, kriegt einen Kaffee und einen Keks
    Ich kenne mich mit Depressionen nicht aus und habe auch keine Erfahrungen.
    Aber wieso sollst du unglücklich sein nur weil dein Mann krank ist und nichts dagegen tut?

    Wenn da keine Gefühle mehr sind und du einfach ohne ihn glücklicher bist, dann hast du auch das recht zu gehen und dein Leben zu leben. Wäre dein Mann Alkoholiker, dann würde dir auch jeder raten zu gehen, wenn er keine Einsicht hat.

    Ich verstehe dich.
    Gruß Sire

    Lieblingsspruch vom großen Sohn:
    "Wenn das die Lösung ist, da hätte ich gerne das Problem zurück!"

    http://www.animaatjes.de/mini-bilder/mini-bilder/verkehr/TR10Car03.gif
    ...und momentaner Lieblingsspruch vom kleinen Sohn:
    Leben: geile Grafik, Scheixx-Inhalt




  8. #8
    Gast

    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Zitat Zitat von NellGwyn Beitrag anzeigen
    Ich nehm Dich erstmal in den Arm.... So, und jetzt meine unpopuläre Meinung: Ja, ich würde ihn verlassen, ich gehe nicht daran zugrunde, weil jemand keinerlei Krankheitseinsicht hat
    Frau Schratt?!

    Ich bin ja nicht mehr so oft hier und habe nicht mehr so ganz den Durchblick, wer wer ist/war....

    Danke erstmal für Deine Antwort.

    Rational weiß ich, dass Trennung der richtig Weg ist. Würde ich als Außenstehende ebenfalls raten, wenn mir jemand die Geschichte erzählen würde...
    Emotional sieht das halt leider ganz anders aus...

    Auch wenn ich in den Augen meines Mannes durch meine "Art" dafür verantwortlich bin, dass er so (geworden) ist...
    Nur, den Schuh zieh' ich mir nicht an. So selbstbewusst bin ich wenigstens.
    Oft genug kommt er ja auch an und bedankt sich für mein offenes Ohr, meine Umarmung und auch meine klaren Worte, wenn ich ihm quasi das sage, was ich eingangs geschrieben habe- also dass ich erwarte, dass er mehr tun muss, um wieder zufriedener zu werden...

    Manchmal denke ich, dass eine Trennung vielleicht genau der Tritt in den A.sch wäre, den er braucht, um ENDLICH was zu bewegen.
    Ich fühle mich quasi "co-abhängig", weil ich immer und immer wieder durchhalte....

    Aber unerschöpflich sind meine Kräfte auch nicht....
    Kraehenfuss gefällt dies

  9. #9
    Abbi ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    07.09.2008
    Beiträge
    4.598

    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Durch dick und dünn gehen - ja. Aber dann auch bitte beide. Nicht immer gleichzeitig vielleicht, aber mit dem Willen, es grundsätzlich zu tun.
    Wenn einer sich verweigert, muss der andere dann für ihn mitleiden? Nein!
    Von daher: ja. So jemand darf verlassen werden.
    Soraya78 gefällt dies

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Den depressiven Partner verlassen- "darf" frau das?!

    Zitat Zitat von Sire Beitrag anzeigen
    Ich kenne mich mit Depressionen nicht aus und habe auch keine Erfahrungen.
    Aber wieso sollst du unglücklich sein nur weil dein Mann krank ist und nichts dagegen tut?

    Wenn da keine Gefühle mehr sind und du einfach ohne ihn glücklicher bist, dann hast du auch das recht zu gehen und dein Leben zu leben. Wäre dein Mann Alkoholiker, dann würde dir auch jeder raten zu gehen, wenn er keine Einsicht hat.

    Ich verstehe dich.
    Jepp- nennt sich ja im Fall von Suchtkranken Co-Abhängigkeit...

    Nur, Gefühle habe ich noch. Momentan versuche ich zu sortieren, welcher Art diese sind.

    Reine Liebe? Oder doch eher Mitleid?

    Ich bin hin- und hergerissen...

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