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Thema: Kaufen statt Mieten

  1. #1
    Gast

    Standard Kaufen statt Mieten

    Wieder einmal kam in einem Mietfred die bekloppte Aussage, man könne ab einer gewissen Miethöhe für diesen Preis auch gleich eine Immobilie kaufen.

    Das ist völliger Quatsch !

    Dort, wo die Mieten hoch sind, kosten auch die Immobilien mehr als im Outback.

    Beim jetzigen Zinsniveau lässt sich die monatliche Belastung lässig schönrechnen. Die Bank interessiert sich nicht dafür, ob die Käufer die Immobilie (egal ob Haus oder ETW) in zehn, fünfzehn Jahren noch bezahlen können. Die Bank interessiert sich auch nicht dafür, ob und wie die potentiellen Käufer die Kosten für nötige Instandhaltungen ansparen. Die Bank klärt oft genug nicht darüber auf, dass eine Immobilie SEHR viel höhere Nebenkosten verursacht als das, was Mieter gewöhnt sind. Die Bank lebt davon, Kredite zu verkaufen.

    Natürlich gibt es sehr viele Finanzierungen, bei denen die Rate ungefähr der früheren Miete entspricht. In den allermeisten Fällen war da aber ein vernünftiger Betrag als Eigenkapital vorhanden, ansonsten ist das Risiko, dass das Haus irgendwann hier zvg.com Immobilien-Zwangsversteigerungen deutscher Amtsgerichte zu finden ist, sehr hoch.

    Bei einem Nettoeinkommen von € 1.700,00 müsste das Eigenkapital schon sehr, sehr hoch sein, damit ein Immobilienkauf überhaupt angedacht werden kann. Denn auch hier gilt: Wenn diese Klientel ein altes, scheinbar günstiges Haus mit einem gewissen Sanierungsbedarf kauft, bleibt einfach nicht genug Luft dafür, diese Maßnahmen anzusparen. Es freut sich nur wieder jemand, seinen alten Bauschrott einem Dummen angedreht zu haben.

    Vielleicht wäre es sinnvoll, einmal mehr nachzudenken, als derart unsinnige "Tipps" zu geben.

  2. #2
    Avatar von Medusa
    Medusa ist offline Legende
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten


  3. #3
    Gast

    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    Zitat Zitat von Medusa Beitrag anzeigen
    Bei uns ist es so. Was wir an Monatsraten abzahlen liegt unter dem, was wir an Miete vorher für weniger qm und ohne Garten bezahlt haben.
    Ganz ohne Eigenkapital geht es natürlich nicht, aber bei uns war es nicht sehr viel.
    Der Slogna "Kaufen statt Mieten" spricht in der Regel genau die Klientel an, die KEIN Eigenkapital hat. Ist ein Erfahrungswert . Da wird Menschen, die in finanziellen Dingen extrem naiv sind, eine Baufinanzierung schöngerechnet, gleich noch ein Bausparvertrag mit verkauft (gibt zusätzlich noch Provision), und keiner sagt ihnen deutlichst, dass die fünfzehn Jahre Festschreibung schneller vorbeigehen, als es sich mit Mitte dreißig (oder noch jünger) anfühlt, und dass die Restschuld dann noch immer so hoch ist, dass einem schlecht wird und eine neue Rate bei einem höheren Zinssatz die Leute in echte Schwierigkeiten bringt. Ganz zu schweigen von den Investitionen, die IMMER anfallen - auch bei einem Neubau ist die Heizung eventuell schon nach 15 Jahren hinüber, ein Dach hält auch "nur" 30 - 40 Jahre (nicht jeder baut ja neu), und so weiter....

  4. #4
    Malopafime ist offline Legende
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    Komisch, ich habe heute gerade mit meinem Ehemann am Frühstückstisch darüber diskutiert.
    Freunde von uns haben sich sehr günstig ein Haus gekauft, haben aber kaum handwerkliches Geschick, so weit ich weiß nur wenig finanzielle Rücklagen und auch in Familie und Freundeskreis nicht allzuviele Handwerker.
    Mein Mann ist in solchen Gesprächen immer ein wenig unrealistisch und meint, das können wir ja auch irgendwann einmal tun.
    Ich bin der Meinung, das ginge für meine Geschwister (Zimmerer, Heizungsbauer...), aber nicht für uns.
    Natürlich kann ich immer auf die Hilfe meiner Familie zählen, wenn man aber selber nix kann und dann alles an den anderen hängen bleibt, führt das in meinen Augen unweigerlich zu Zerwürfnissen.
    Da es meine Familie sein wird, mit der wir uns überwerfen (seine lebt im Ausland), möchte ich das nicht riskieren.
    Ich brauche keine Luxusimmobilie, wichtig wäre, dass Dach, Heizung, Sanitäranlagen und Substanz in Ordnung wären. Einen Fußbodenbelag für mich zu verlegen, eine Küche einzubauen oder Wände mit mir zu streichen, da könnte ich auf meine Familie zählen.
    Außerdem haben sie im Gegensatz zu mir das nötige KnowHow, um Mängel an der Immobilie zu erkennen.
    http://www.fotos-hochladen.net/thumbnail/onyinyewaxptib5s3_thumb.jpg

  5. #5
    Avatar von Medusa
    Medusa ist offline Legende
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten


  6. #6
    Avatar von FrauTischbein
    FrauTischbein ist offline freesie!
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    Kommt drauf an.


    Wir haben bspw. mit wenig Eigenkapital gekauft, abzahlen tun wir etwa das, was uns vorher Miete+Bausparvertrag gekostet haben.
    Und wir haben deswegen gekauft, weil Mietshäuser/-wohnungen in der benötigten Größe uns eben mtl. teurer gekommen wären.
    Allerdings haben nur relativ wenige Menschen eine so große Familie wie wir.

    Aber - und das ist ein großes ABER - was nicht vergessen werden darf:
    Mit dem Kauf ist es nicht rum. Da kommen ja ein Jahr lang diverse Rechnungen, permanent werden Steuern gefordert und irgendwelche Abschläge und Zahlungen für Sachen, an die man nicht so ohne weiteres denkt.

    Und - für mich das noch viel größere ABER:
    Ich hätte nie gekauft, wenn ich keinen Partner hätte, der viel selbst machen kann.
    Ich bin handwerklich nicht versiert. Ich kann zuarbeiten und streichen, aber ich kann keine Fenster setzen, keine Fliesen verlegen, keinen Estrich verteilen usw.
    Auch im kleineren Rahmen (Rollladen reparieren, Türschloss austauschen, Lichtschalter austauschen) bin ich nicht in der Lage, eine Reparatur im angemessenen Zeitrahmen durchzuführen.

    Mein Mann kann das, dem macht das sogar gerne.
    Insofern passt es, er ist quasi mein privater Hausmeister.

    Insgesamt stimmt ich dir aber zu.
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    Seien wir ehrlich:
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  7. #7
    Avatar von Sturmauge79
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    One person's crazyness is another person's reality.

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    Zitat Zitat von FrauTischbein Beitrag anzeigen
    Aber - und das ist ein großes ABER - was nicht vergessen werden darf:
    Mit dem Kauf ist es nicht rum. Da kommen ja ein Jahr lang diverse Rechnungen, permanent werden Steuern gefordert und irgendwelche Abschläge und Zahlungen für Sachen, an die man nicht so ohne weiteres denkt.
    Eben. Dazu kommt noch, dass auch die Reparaturen, die man selbst macht, Geld für das Material kosten. Wir haben auch mit relativ wenig Eigenkapital ein älteres Haus gekauft und nach und nach saniert. Die "großen" Gewerke (neues Dach, neues Bad usw.) waren natürlich von Anfang an mit einkalkuliert und wurden teilweise noch vor dem Einzug gemacht. Die ganzen "kleinen" Sachen wie neue Fliesen in der Küche, neuer Putz am Kellerabgang, die neue Haustür, die Neuanlage des Gartens, und so weiter und so fort, all das summiert sich im Laufe der Jahre. Baumarktprospekte waren meine Lieblingslektüre ;-).

    Als wir fast fertig waren, haben wir das sanierte Haus verkauft und ein neuwertiges gekauft. Da wurde mir dann plötzlich bewusst, wie viel Geld über Jahre nebenbei im Baumarkt gelandet ist, denn jetzt bin ich nur noch alle paar Wochen dort .

    Bei einem eher niedrigen Familieneinkommen ist das aber einfach nicht drin. Genau diese Klientel aber fällt auf solche Slogans herein, bzw. soll damit angesprochen werden .

  9. #9
    Moorhuhn ist offline Legende
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    Ich weiß schon, warum wir zur Miete wohnen. Mit Null Eigenkapital, keinerlei Ahnung von Finanzen (da fehlt uns einfach die gesonderte Hirnwindung dafür) und wenig Geschick meinerseits für Handwerkliches, bzw null Geschick meines Mannes für Handwerkliches (ich sag immer, der hat nicht nur zwei linke Hände, sondern an jeder auch noch 5 Daumen), wäre Eigentum unser Ko-Kriterium.
    Und wenn ich so manche Hausbesitzer in Familie und Freundeskreis sehe, dann bin ich unendlich froh, nichts zu besitzen.
    Mich irritiert vor allem immer, dass man so mit Herz und Seele dran hängt, egal, ob die Umstände stimmen oder sich das Leben geändert hat, dass man in dem Haus bleibt. Kinder alle ausgezogen, aber man bleibt im riesigen Haus, Trennung, aber einer bleibt mit einem Kind im riesigen Haus, man wird langsam alt, aber man bleibt................Die Nebenkosten sinken doch nicht wirklich. Auch unbewohnte Zimmer müssen mal geheizt werden usw.
    Nö, ich hab meine schöne Wohnung, und wenn die Kinder mal raus sind, suchen wir was passendes Kleineres. Und wenn der Wasserhahn tropft, sag ich beim Vermieter Bescheid. Wenn das Fenster verrottet ist, sag ich beim Vermieter Bescheid. Zur Zeit ist das Gartentürchen kaputt, also gab es ne Meil an den Vermieter. WANN er es dann machen lässt, ist zwar ne andere Frage, aber irgendwann kommt halt mal ein Handwerker und macht. In 17 Jahren hab ich den dritten oder vierten Herd. Die Billigteile halten nicht und werden auch nicht repariert. Wenn's mal wieder so weit ist, bekomme ich einen neuen.
    Das hat auch seine Vorteile.
    CatBalou, Dohlie, Perla und 2 anderen gefällt dies.

  10. #10
    Indiana ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Kaufen statt Mieten

    Zitat Zitat von Medusa Beitrag anzeigen
    Bei uns ist es so. Was wir an Monatsraten abzahlen liegt unter dem, was wir an Miete vorher für weniger qm und ohne Garten bezahlt haben.
    Ganz ohne Eigenkapital geht es natürlich nicht, aber bei uns war es nicht sehr viel.
    So lief es bei uns auch ab. Der monatliche Abtrag blieb auch gleich, während die Mieten stiegen. Wir sind inzwischen Schuldenfrei und legen das was wir bisher zahlten nach wie vor als Sicherheit zurück.

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