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Thema: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

  1. #151
    Actiniaria ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Hallo,

    ohne diesen langen Thread weitergelesen zu haben antworte ich jetzt mal nur auf die Anfangsfrage.
    Ich teile Dein Gefühl nicht. Ich habe drei Kinder, die die Grundschule bereits abgeschlossen haben. Soweit ich mich erinnere, gab es in der Klasse von Sohn 1 2 Kinder, die in die Klasse gesprungen sind, bei Sohn 2 ein Kind, dass von "oben" kam, also wiederholt hatte und bei der Jüngsten 1 Kind, dass nach Schulwechsel die erste Klasse wiederholt hat.

    Das macht 2 Sitzenbleiber in 12 Schuljahren, was mir wenig erscheint. Wir haben hier mit der Grundschule bestimmt Glück, weil wir jenseits jedes Problembezirks sind. Ich kann auch nicht für alle Schulen sprechen, aber insgesamt habe ich den Eindruck die Grundschule ist heute "Kindgerechter" als zu meiner Grundschulzeit.

    LG

    Feli

  2. #152
    sachensucher ist gerade online Legende
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von josefineundderbaer Beitrag anzeigen
    Wurde denn überhaupt schon geklärt, ob tatsächlich mehr wiederholt wird?

    Gerade die gemischten Klassen sollen den Kindern ja ermöglichen, den Stoff der ersten beiden Schuljahre in einem, zwei oder drei Jahren zu bewältigen und eben nicht sitzen zu bleiben. Oder ist das bei euch ein anderes Konzept?

    Ich glaube nicht, dass Frontalunterricht ein Sitzen bleiben verhindert.

    Und ja: ich glaube, dass ein Lernen, das sich am Lerntempo und am Lernstand des einzelnen Kindes orientiert sinnvoll ist. Ebenso dass auch Erst- und Zweitklässler nach "eigenen Lernplänen" lernen können. Allerdings erfordert das auch, dass jedes Kind soviel oder so wenig Betreuung bekommt, wie es benötigt. Letzteres ist bei einem Personalschlüssel von 1:25/28 nur sehr begrenzt möglich. Die "moderne Methode" steht und fällt (wie alle anderen Methoden auch) mit ihrer Umsetzung.

    Problem ist, dass dieses Lernen nach eigenem Tempo meist eigenständiges Lernen erfordert, nach Arbeitsplänen o.ä. Was ist mit Kindern, die sich schnell ablenken lassen? Was ist mit Kindern, denen das ganz einfach zu langweilig ist? Was war meine Tochter glücklich in der einen Stunde Reliunterricht pro Woche, weil es dort endlich mal ein Unterrichtsgespräch gab (Frontalunterricht geschimpft!). Im übrigen Unterricht hat sie wochenlang nichts getan, zumindest nicht das, was sie sollte. Sie hat den Mitschülern die Aufgaben erklärt und bei den älteren die Gespäche belauscht. Lösung der Klassenlehrerin war natürlich: 2. KLasse wiederholen. Die Lehrerin der nächsten Schule stellte fest, dass Tochter den Stoff der 3. Klasse schon drauf hatte (bis auf die Rechtschreibung, die war auf Sonderschulniveau).

    Sorry, aber dass Arbeitstempo spiegelt nicht immer das Leistungsvermögen der Kinder wieder. "Mehr Zeit" ist nicht das, was jedes "langsame" Kind braucht. Ich bin eher für einen Unterricht, der möglichst alle mitnimmt und in der Tiefe differnziert.


    Wieviele Schülerinnen frontal unterrichtet wurden und dabei "den Anschluss verloren" haben, wäre festzustellen. Ebenso, ob vermehrtes Sitzenbleiben bedeutet, dass mehr Kinder den Anschluss verlierenoder ob das Wiederholen nicht vielmehr der Versuch ist, den Anschluss wieder herzustellen.

    Einfacher wäre in jedem Fall, die Klassen 1-4 altersgemischt zu unterrichten und individuell zu entscheiden, wann das Kind in eine weiterführende Schule wechselt.
    Uah, in der Theorie fand ich die Idee auch ganz toll.
    knuffi1981 gefällt dies

  3. #153
    Gast

    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von salvadora Beitrag anzeigen
    Lesen lehren und üben ist mE eine Schulkernaufgabe. Die sollte erfolgen, ohne dass es nötig ist, die Eltern als Hilfslehrer zu bemühen. Wenn mein Kind Schwierigkeiten hätte, dann würde ich es natürlich nach besten Möglichkeiten unterstützen, ist ja letztlich mein Kind, das den Schäden trägt. Aber wenn ein normal intelligentes, gesundes Kind nur mit Unterstützung der Eltern lesen lernt, dann macht die Schule ihren Job schlecht.
    Also beim Vorlesen zuhören, Vokabeln oder Gedichte abfragen, da finde ich es schon ok, wenn die Eltern mit einbezogen werden. Wenn in einer Klasse mit 28 Kindern jedes Kind eine Minute vorliest, sind 30 Minuten Unterrichtszeit rum. Das dürfte für die meisten Erstleser nicht reichen. Viele Schulen nutzen ja auch Lesepaten, um den Kindern Lesezeit zu ermöglichen.

    Problematisch wird's, wenn es nicht mehr ums vertiefen und wiederholen geht, sondern elementare Fähigkeiten mit den Elteren erlernt werden müssen. Gefährlich wird's - wie schon weiter oben geschrieben - wenn man zunächst als Eltern außen vor bleibt ('das wird schon werden', 'korrigieren Sie bitte Ihr Kind nicht') und man dann in Klasse 3 erfährt, dass das Kind elementare Defizite hat und man dann Bildungsfeuerwehr spielen darf.

  4. #154
    Avatar von salvadora
    salvadora ist offline Claqueuse
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von gurkentruppe Beitrag anzeigen
    Also beim Vorlesen zuhören, Vokabeln oder Gedichte abfragen, da finde ich es schon ok, wenn die Eltern mit einbezogen werden. Wenn in einer Klasse mit 28 Kindern jedes Kind eine Minute vorliest, sind 30 Minuten Unterrichtszeit rum. Das dürfte für die meisten Erstleser nicht reichen. Viele Schulen nutzen ja auch Lesepaten, um den Kindern Lesezeit zu ermöglichen.

    Problematisch wird's, wenn es nicht mehr ums vertiefen und wiederholen geht, sondern elementare Fähigkeiten mit den Elteren erlernt werden müssen. Gefährlich wird's - wie schon weiter oben geschrieben - wenn man zunächst als Eltern außen vor bleibt ('das wird schon werden', 'korrigieren Sie bitte Ihr Kind nicht') und man dann in Klasse 3 erfährt, dass das Kind elementare Defizite hat und man dann Bildungsfeuerwehr spielen darf.
    Letzteres ist noch schlimmer, ja.
    Und beim Lesen zuhören finde ich im Prinzip schon in Ordnung, solange nicht 30 min täglich erwartet werden (bei einem normal entwickelten und normal intelligentem Kind.)

  5. #155
    Avatar von s.t-h
    s.t-h ist offline Legende
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von janniez Beitrag anzeigen
    Du wohnst doch in NRW, da gibt es schlicht keine bindenden Schulempfehlungen mehr. Solange das Kind versetzt wird, muss ein Gymnasium es auch mit einem Notenschnitt von 4,0 (z.B.) und einer eigentlichen Hauptschulempfehlung aufnehmen.

    Das was du da beschreibst ist somit völliger Quark und aus Tochters Klasse ging nur ein Mädchen ohne Gymempfehlung dann auch aufs Gym.
    Die Gymnasien haben schon Möglichkeiten,solche Kinder gar nicht zu nehmen. Hier konnte man in den letzten Jahren froh sein, einen Platz an seinem Wunschgymnasium zu bekommen.

  6. #156
    Avatar von DasUpfel
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von elocin2310 Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    Ganz ohne Eltern will ich auch nicht. Aber momentan tendiert es stark in Richtung 'ganz ohne Schule'.
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  7. #157
    Avatar von DasUpfel
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von elocin2310 Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    Noch so'n Witz. Wenn die Hausaufgaben in der Schule nicht kontrolliert oder wenigstens nachbesprochen werden, sind sie für den Allerwertesten.
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  8. #158
    Avatar von josefineundderbaer
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    Standard Re: Grundschule und Klassenwiederholung heute mehr als früher????

    Zitat Zitat von sachensucher Beitrag anzeigen
    Problem ist, dass dieses Lernen nach eigenem Tempo meist eigenständiges Lernen erfordert, nach Arbeitsplänen o.ä. Was ist mit Kindern, die sich schnell ablenken lassen? Was ist mit Kindern, denen das ganz einfach zu langweilig ist? Was war meine Tochter glücklich in der einen Stunde Reliunterricht pro Woche, weil es dort endlich mal ein Unterrichtsgespräch gab (Frontalunterricht geschimpft!). Im übrigen Unterricht hat sie wochenlang nichts getan, zumindest nicht das, was sie sollte. Sie hat den Mitschülern die Aufgaben erklärt und bei den älteren die Gespäche belauscht. Lösung der Klassenlehrerin war natürlich: 2. KLasse wiederholen. Die Lehrerin der nächsten Schule stellte fest, dass Tochter den Stoff der 3. Klasse schon drauf hatte (bis auf die Rechtschreibung, die war auf Sonderschulniveau).

    Sorry, aber dass Arbeitstempo spiegelt nicht immer das Leistungsvermögen der Kinder wieder. "Mehr Zeit" ist nicht das, was jedes "langsame" Kind braucht. Ich bin eher für einen Unterricht, der möglichst alle mitnimmt und in der Tiefe differnziert.


    Das stimmt natürlich. "Eigenes Tempo" wäre zu ergänzen um "Lernen auf eine dem Kind angemessene Weise". Das Kind, das sich ablenken lässt, braucht eine andere Lernsituation als eines, das konzentriert arbeitet.

    Eigenständiges Lernen ist für mich ein Lernziel. Allerdings sollte das Kind da abgeholt werden, wo es gerade steht.

    Und sicher soll der Unterricht an sich letztlich alle mitnehmen.

    Wenn deine Tochter den Stoff beherrscht hat, war ihr Modell des Lernens durch erklären und durch zuhören doch ok für sie. In der Rechtschreibung hätte sie vielleicht ein anderes Angebot benötigt? Lediglich die Sicht der ersten Lehrerin scheint seltsam.

    Unterrichtsgespräche sind übrigens auch eine legitime Methode. Nach Lernplan lernen heißt ja nicht unbedingt isoliert zu lernen oder ohne Ansprache/ Gesprächsmöglichkeit in der Gruppe.

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    Uah, in der Theorie fand ich die Idee auch ganz toll.
    An der Schule der Grossen ist es auch in der Praxis toll. Vielleicht liegt es schlicht daran, wie etwas umgesetzt wird?

    Kommentare mit Rot in den Text zu schreiben sieht nett aus, ist aber gruselig zu zitieren - besonders auf dem Handy, wo Copy und Paste ein halber Blindflug ist.
    Geändert von josefineundderbaer (22.10.2013 um 19:30 Uhr)
    Liebe Grüße,
    Josefine

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