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Thema: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

  1. #1
    pralinka ist offline minimal
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    Standard Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Gestern habe ich mich also mit Tochters Lehrerin und der Horterzieherin zusammen gesetzt. Nach der Einleitung "sie wird ihren Weg gehen" (unanständig früh, die Aussage *meineMeinung*) wenig überraschendes: innerhalb der Klasse kognitive Fähigkeiten der Superlative und überaus hohe Selbstständigkeit, im sozialen Bereich gibt es ein paar Auffälligkeiten - unter Gleichaltrigen ist sie starke Einzelgängerin.

    Auf die Frage welche Maßnahmen sie ergreifen werden um das Kind entsprechend zu fördern fing die Lehrerin an rumzustraucheln - da Tochter eine Schule mit flexibler Eingangsphase besucht, könnte sie im nächsten Jahr einfach in die dritte Klasse gehen, im Moment würde eine gezielte Förderung bei 25 Kindern in der Klasse aber den Rahmen sprengen. Sie will sie aber schon demnächst mal zur Seite nehmen und mit ihr z.B. Schreibschrift üben, die eigentlich erst für das zweite Schuljahr vorgesehen ist. Auf meinen entgeisterten Blick lenkte die Horterzieherin(!) ein, dass Schriftarten wohl nicht das Mittel der Wahl seien - Tochter hat schon die vorgedruckten Hefte in denen man große und kleine Druckbuchstaben bis zum Erbrechen nachfahren muss verweigert. Also wird die Horterzieherin jetzt mal ein paar nette Übungen raussuchen, um auf ihr hohes Allgemeinwissen einzusteigen.

    Es sind so ein paar Kleinigkeiten, die mich das ganze System in Frage stellen lassen: die Lehrerin hat es sicher nicht böse gemeint, aber mit der Aussage sie habe bald keine Hefte mehr, wenn Tochter in dem Tempo weiterarbeitet, hat sie das Kind regelrecht ausgebremst. Wie es bei ihr um den mathematischen Bereich bestellt ist, kann sie gar nicht sagen - bisher ist Tochter da einfach mitgelaufen.

    Wir sind übrigens vor kurzem (mit Bauchschmerzen) von einem Pisaspitzenland nach Berlin gezogen - der hiesige Bildungsplan besagt, die Schulen hätten den Auftrag besondere Begabungen zu fördern - für Hochbegabte ab einem IQ von 130 stehen ausgewählte Schulen offen, an denen zwei zusätzliche Wochenstunden abgehalten werden - alle sehr begehrt und ganz weit weg.
    Mein Kind ist zweifelsohne klug und hat auf einigen Gebieten besondere Begabungen, aber auf welcher Seite der 130 sie nun steht will ich ungern davon abhängig machen, ob sie entsprechend gefördert werden kann.

    Hier sind doch einige die Kinder mit ähnlichen Voraussetzungen auf der Regelschule haben, oder? Ich frage mich jetzt echt, ob ich das ganz große Fass aufmache mit IQ-Test, notfalls Umschulung (bedeutet Schulgebühr, mindestens aber einen langen Schulweg), ob ich mich selbst dafür einsetze, dass Tochter an ihrer Schule nicht untergeht (die Lehrerin schien da nicht sehr engagiert) oder ob ich erstmal abwarte - nach der Eingangsphase wechselt immerhin die Lehrkraft.

    Als PS-Hintergrund gibt es noch die Info, dass bei Tochters Vater wohl gegen Ende der Grundschulzeit eine Hochbegabung mit entsprechender Bildungsempfehlung für die weiterführende Schule festgestellt wurde, seine Eltern dieser aus organisatorischen Gründen aber nicht nachgehen konnten und sich im Ergebnis starke Vorwürfe machen. Jetzt ihr, bitte.
    Vorsicht, ich neige gelegentlich zur Übertreibung.

  2. #2
    Avatar von Stulle
    Stulle ist offline Legende
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    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Ich würde gar nichts machen, wenn es dem Kind in der Schule gut geht. Ich würde mich freuen, dass sie ohne größere Mühe den Schulstoff begreift, nicht über Tisch und Bänke geht.
    Und ich würde gucken, ob ich außerschulisch etwas für sie finde, Klavier, Chinesisch, was auch immer dem Kind Spaß macht, denn die Zeit nachmittags braucht es ja nicht zum Lernen.
    s.t-h, Maumau, Martha74 und 4 anderen gefällt dies.

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    wende dich an die dghk vor ort und lass dich dort beraten.
    meiner erfahrung nach ist einfordern von förderung meist für die katz. wenn man das weitere vorgehen innerhalt der schule beurteilen will, könntet ihr den schulpsychologischen dienst einschalten.
    aber erst mal schritt für schritt.

  4. #4
    pralinka ist offline minimal
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    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Zitat Zitat von Stulle Beitrag anzeigen
    Ich würde gar nichts machen, wenn es dem Kind in der Schule gut geht. Ich würde mich freuen, dass sie ohne größere Mühe den Schulstoff begreift, nicht über Tisch und Bänke geht.
    Und ich würde gucken, ob ich außerschulisch etwas für sie finde, Klavier, Chinesisch, was auch immer dem Kind Spaß macht, denn die Zeit nachmittags braucht es ja nicht zum Lernen.

    Die Zeit in der sie gern zur Schule ging, hat nur ganz kurz gehalten. Dass sie mit den Mitschülern so wenig anfangen kann ist das eine, aber abgesehen von den Heften zum Anfangslesen, die sie inzwischen fast alle durchgearbeitet hat, fehlt ihr augenscheinlich die richtige Herausforderung. Und mit den AGs ist das zwar so eine Sache - Klavierspielen findet sie super, die wollten wir aber, zumal sie täglich bis 16 Uhr in Betreuung ist und zusätzlich den Schulchor besucht, auf die Zeit legen, in der sie richtig in der Schule angekommen ist.
    Vorsicht, ich neige gelegentlich zur Übertreibung.

  5. #5
    pralinka ist offline minimal
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    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Zitat Zitat von sockenwolle Beitrag anzeigen
    wende dich an die dghk vor ort und lass dich dort beraten.
    meiner erfahrung nach ist einfordern von förderung meist für die katz. wenn man das weitere vorgehen innerhalt der schule beurteilen will, könntet ihr den schulpsychologischen dienst einschalten.
    aber erst mal schritt für schritt.
    Das ist dann der Hochbegabtenverein, ja? Eigentlich bin ich bisher nicht davon ausgegangen, dass mein Kind derartig den Rahmen sprengt - da denke ich an die Kanonen und die Spatzen. Ich werde wohl mal zur Erziehungsberatung gehen, die leiten dann ggf. sicher weiter.
    Vorsicht, ich neige gelegentlich zur Übertreibung.

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Zitat Zitat von pralinka Beitrag anzeigen
    Dass sie mit den Mitschülern so wenig anfangen kann
    Wieso?
    Da würde ich mal genau gucken, was man ändern kann.

    Ein Freund hat zwei HB-Kinder. Hat sich ausdrücklich gegen Klasse überspringen gewehrt. Der eine -besonders begabt im mathematischen Bereich - macht jetzt Sudoku und Rätsel, wenn die anderen noch an ihren Arbeitsblättern sitzen.
    Einmal die Woche gehen die beiden zur Kinder-Uni und machen was ganz anderes.
    SEin Argument, weshalb Klasse überspringen, das letzte Mittel sei: Dann sind die mit 16 fertig mit der Schule - und dann??!
    -smartie- gefällt dies

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Zitat Zitat von pralinka Beitrag anzeigen
    Das ist dann der Hochbegabtenverein, ja? Eigentlich bin ich bisher nicht davon ausgegangen, dass mein Kind derartig den Rahmen sprengt - da denke ich an die Kanonen und die Spatzen. Ich werde wohl mal zur Erziehungsberatung gehen, die leiten dann ggf. sicher weiter.
    da kannst du dich auch ohne test hinwenden. und weil du im ersten post die überlegung schreibst, das "fass" aufzumachen, habe ich dir das geraten. meist kennen die leute die schulen und bedingungen vor ort.

  8. #8
    pralinka ist offline minimal
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    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Zitat Zitat von chilanga Beitrag anzeigen
    Wieso?
    Da würde ich mal genau gucken, was man ändern kann.

    Ein Freund hat zwei HB-Kinder. Hat sich ausdrücklich gegen Klasse überspringen gewehrt. Der eine -besonders begabt im mathematischen Bereich - macht jetzt Sudoku und Rätsel, wenn die anderen noch an ihren Arbeitsblättern sitzen.
    Einmal die Woche gehen die beiden zur Kinder-Uni und machen was ganz anderes.
    SEin Argument, weshalb Klasse überspringen, das letzte Mittel sei: Dann sind die mit 16 fertig mit der Schule - und dann??!
    Ja genau, ich bin auch gegen den Sprung, zumal sie schon ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen eingeschult wurde.
    Was ihre Mitschüler anbelangt erwartet sie wohl zu viel: im Zentrum des Gesprächs stand auch ihr gutes Benehmen: Kinder die sich ohne Entschuldigung entfernen, wenn sie ihr versehentlich eine Schaufel über den Kopf ziehen oder sich nicht dafür bedanken, dass sie ihnen die Brandschutztür aufhält, sind bei ihr unten durch.
    Vorsicht, ich neige gelegentlich zur Übertreibung.

  9. #9
    Avatar von josefineundderbaer
    josefineundderbaer ist offline kreuz und quer
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    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Was genau wünscht du dir denn?

    ... dass Deine Tochter mit Gleichaltrigen in der Klasse verbleibt und besonders gefördert wird z.B. mit Zusatzaufgaben "in die Breite"?
    ... dass sie in ihrem eigenen Tempo lernen kann, unabhängig vom Lernstoff der gleichaltrigen Kinder und in der Konsequenz ggf. eine Klasse überspringt?

    Ist sie vom Typ her Einzelgängerin oder kommt sie mit älteren Kindern besser zurecht? Wünscht du dir
    dass sie ihre sozialen Schwierigkeiten (mit Hilfe der Lehrerin?) überwindet und Freundinnen in der Gruppe findet? Hat sie Freundinnen im Hort oder außerhalb von Schule und Betreuung?
    Liebe Grüße,
    Josefine

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Elterngespräch erste Klasse - mir ist nicht wohl

    Zitat Zitat von chilanga Beitrag anzeigen
    Wieso?
    Da würde ich mal genau gucken, was man ändern kann.

    Ein Freund hat zwei HB-Kinder. Hat sich ausdrücklich gegen Klasse überspringen gewehrt. Der eine -besonders begabt im mathematischen Bereich - macht jetzt Sudoku und Rätsel, wenn die anderen noch an ihren Arbeitsblättern sitzen.
    Einmal die Woche gehen die beiden zur Kinder-Uni und machen was ganz anderes.
    SEin Argument, weshalb Klasse überspringen, das letzte Mittel sei: Dann sind die mit 16 fertig mit der Schule - und dann??!
    Genau so. Meine macht auch viele Extraaufgaben, ist ein eher ruhiges Kind, was sich durchaus beschäftigen kann, auch wenn sie anderen noch länger brauchen. Ihre Klasse und Lehrerin würde sie nie aufgeben wollen und solange das alles so gut geht unterstütze ich das voll. Natürlich gibts auch Zeiten, wo sie sich zu Tode langweilt aber das ist dann eben so.

    Schwierig war es eher in der 1.Klasse, da war sie recht unterfordert und unzufrieden, aber inzwischen kriegt sie das selber gut hin, sich zu beschäftigen mit entsprechenden Aufgaben. Sie hat auch immer ein Buch dabei.

    Nachmittags geht sie zum Klavierspielen, Kinder-Uni machen wir auch und vergleichbare Angebote, Handball etc. Da ist sie voll ausgelastet, inzwischen ist es fast zu viel, da sie sich ja auch noch mit den Freundinnen verabreden will.

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