Seite 1 von 55 1231151 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 541
Like Tree212gefällt dies

Thema: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

  1. #1
    Avatar von theCat
    theCat ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    06.07.2002
    Beiträge
    4.290

    Böse Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Bin gerade so richtig auf 180!

    Meine Mutter ist demenzkrank und lebt im Heim. Sie geht gerne mit ihrem Rollator spazieren oder eine Kleinigkeit einkaufen. Und trinkt gerne mal einen Eierlikör. Leider vergißt sie in letzter Zeit immer häufiger, dass sie schon einen getrunken hat und trinkt dann noch einen. Mit Rollator und Medikamenten eine ganz schlechte Kombination. Sie pitschert sich so eine große Flasche in gut 7-10 Tagen rein.

    Meine Geschwister und ich haben daher abgesprochen, dass sie von uns nur noch eine kleine Dessertflasche mit 100ml pro Woche bekommt. Meine Cousine wußte das nicht, hat sich nichts dabei gedacht und ihr vor zwei Wochen eine große Flasche mitgebracht. Diese hat meine Mutter innerhalb von 2 Tagen getrunken. Die Pflegerinnen haben mich informiert, weil meiner Mutter so schlecht war und sie Probleme mit ihrem zu hohen Blutdruck bekam. Da ich ein sehr gespanntes Verhältnis zu meiner Cousine habe, wollte meine Schwester sie anrufen, damit sie ihr keinen Eierlikör mehr mitbringt.

    Am Donnerstag dann hat meine Cousine ihr erneut eine große Flasche mitgebracht. Bis heute nachmittag hat meine Mutter davon 3/4 getrunken. Als ich sie heute zum Kaffee abholen wollte, war sie betrunken, hochrot im Kopf, konnte kaum laufen, hat lauthals Karnevalslieder gesungen. Den restlichen Eierlikör habe ich weggeschüttet, als sie auf der Toilette war.

    Ich weiss nicht, ob meine Schwester nicht angerufen hat, oder ob es meiner Cousine egal war. Jedenfalls habe ich sie angerufen und sehr höflich gebeten, ihr keinen Alkohol mehr mitzubringen, ihr geschildert, was los war. Sie war total angepißt, im Hintergrund hörte man ihre erwachsenen Kinder rumschimpfen, was mir einfallen würde. Ich schreibe ihr jetzt vor, was sie zu tun hat und das paßt ihr nicht.

    Wahhhhh ich raff es nicht. Sie arbeitet selber im medizinischen Bereich! Wie kann man nicht kapieren, dass man einer 84jährigen demenzkranken Frau keinen Alkohol mitbringen kann? Meine Mutter vergißt, wieviel sie getrunken hat und trinkt noch einen und noch einen, bis die Flasche leer und ihr schlecht ist. Auch wenn meine Cousine ein Problem mit mir hat, es geht nicht um mich oder sie, sondern um meine Mutter! Kann man da seine persönlichen Gefühle nicht hintenanstellen, sein Gehirn einschalten und mitdenken????

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Das Heimpersonal bzw die Stationsmitarbeiter/Innen sollten direkten Kontakt mit Deiner Cousine aufnehmen. Das könntest Du noch veranlassen. Darüber hinaus: Halt Du Dich da jetzt zurück. Du hast getan, was ging. Sie!!! hat das Problem verbockt.
    sockenwolle, Aeessa und Sonnennebel gefällt dies.

  3. #3
    rastamamma ist offline Urgestein
    Registriert seit
    10.05.2003
    Beiträge
    96.497

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Sascha, Skippy !, Fimbrethil und 8 anderen gefällt dies.

  4. #4
    inselwinter ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    23.01.2011
    Beiträge
    4.060

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen

    Wahrscheinlich stelle ich mir das naiverweise so vor wie bei meinem Opa, der jahrelang ca. einen Liter Wein vom Mittagessen an in sich reingetrunken hat, der war oft ziemlich gaga am Abend. Da meinte die Ärztin, als meine Oma nachfragte, auch nur, der Alkohol kann nichts mehr kaputtmachen, und es wäre eh so ziemich das einzige, was er noch hat an Spaß am Leben.
    Bei meinem Opa waren es die Zigarren..

    Von meiner Oma kenne ich es nur so, dass das Heim die Getränke "verwaltet" , die Wechselwirkungen mit Medikamenten habe. Ich meine, auf ihren Zimmern wäre gar nichts. Aber die sind auch alle schon ziemlich tief in der Demenz.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    man könnte einen kompromiss finden.
    ok, die dame braucht ihr likörchen, aber kriegt es krankheitsbedingt mit der tgl dosierung nicht mehr hin.
    meine idee: 2 flasche kaufen und einen trichter.
    die kleine flasche kriegt sie in ihr zimmer, griffbereit. da kriegt sie ihre tagesration mittels trichter abgefüllt rein. die große vorratsflasche bewahren die schwestern außerhalb ihres zimmers auf.

    der alk wird auf die demenz vermutlich keinen großen einfluss mehr haben. eher auf die leber und auf das medikamenten-coctail, deren wirkungen sich verstärken oder verzögern wird, weil die leber erstmal mit dem abbau des likörchens beschäftigt ist, bevor es sich mit dem medikamentenabbau bschäftigt. die warnung alk& medis stehen ja nicht umsonst im kleingedruckten auf dem beipackzettel..andererseits, manche körper gewöhnen sich an eine tgl mindestmenge alk (das ist auch die ursache, dass profisäufer mehr promille schaffen bis ihnen schlecht wird als gelgenheitscoctailschlürfer usw), so dass das tgl likörchen nichts ausmacht.
    erst wenn sie eine gewisse tagesmenge überschritten hat, macht die leber usw probleme...aber letzlich sollten das die schwestern und ärzte im heim abklären, sie haben ja die krankenakte mit den betreffenden medikamenten vor sich und können das am besten beurteilen.

    man kommt also um das gespräch nicht drum herum.
    Aeessa gefällt dies

  6. #6
    knuffi1981 ist offline Legende
    Registriert seit
    13.02.2009
    Beiträge
    13.485

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Wäre am gescheitesten.

    Wobei ich echt überfordert bin mit der Entscheidung, ob man einen Liter Likör in der Woche jetzt für gefährlich halten muss oder nicht (das müssten Mediziner entscheiden, eh klar), obs schlimm ist, wenn die Frau mit über 80 mal betrunken ist und Lieder singt etc.

    Auch wenns jetzt vielleicht sarkastisch rüberkommt, ist es nicht so gemeint: Kann Alkohol denn bei Demenz noch was anrichten? Verkürzt der das Leben? Oder besteht die Gefahr, dass die Medikamente eine lebensgefährliche Wechselwirkung mit dem Alkohol eingehen?

    Wahrscheinlich stelle ich mir das naiverweise so vor wie bei meinem Opa, der jahrelang ca. einen Liter Wein vom Mittagessen an in sich reingetrunken hat, der war oft ziemlich gaga am Abend. Da meinte die Ärztin, als meine Oma nachfragte, auch nur, der Alkohol kann nichts mehr kaputtmachen, und es wäre eh so ziemich das einzige, was er noch hat an Spaß am Leben.
    Ich wollte gerade was ähnliches schreiben. Nein. Der Alkohol kann nichts mehr kaputt machen. ( das sage ich aus Erfahrung mit 2 dementen in der Familie).
    Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht mehr schlimm. Diese Menschen bekommen so gut wie nichts mehr mit. Meine Güte, gönne man ihnen doch mal den rausch. Mehr haben sie nicht.
    Tina290875, Kelwitt, Ritto und 3 anderen gefällt dies.
    lg Sonja

  7. #7
    knuffi1981 ist offline Legende
    Registriert seit
    13.02.2009
    Beiträge
    13.485

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Zitat Zitat von baobab69 Beitrag anzeigen
    man könnte einen kompromiss finden.
    ok, die dame braucht ihr likörchen, aber kriegt es krankheitsbedingt mit der tgl dosierung nicht mehr hin.
    meine idee: 2 flasche kaufen und einen trichter.
    die kleine flasche kriegt sie in ihr zimmer, griffbereit. da kriegt sie ihre tagesration mittels trichter abgefüllt rein. die große vorratsflasche bewahren die schwestern außerhalb ihres zimmers auf.

    der alk wird auf die demenz vermutlich keinen großen einfluss mehr haben. eher auf die leber und auf das medikamenten-coctail, deren wirkungen sich verstärken oder verzögern wird, weil die leber erstmal mit dem abbau des likörchens beschäftigt ist, bevor es sich mit dem medikamentenabbau bschäftigt. die warnung alk& medis stehen ja nicht umsonst im kleingedruckten auf dem beipackzettel..andererseits, manche körper gewöhnen sich an eine tgl mindestmenge alk (das ist auch die ursache, dass profisäufer mehr promille schaffen bis ihnen schlecht wird als gelgenheitscoctailschlürfer usw), so dass das tgl likörchen nichts ausmacht.
    erst wenn sie eine gewisse tagesmenge überschritten hat, macht die leber usw probleme...aber letzlich sollten das die schwestern und ärzte im heim abklären, sie haben ja die krankenakte mit den betreffenden medikamenten vor sich und können das am besten beurteilen.

    man kommt also um das gespräch nicht drum herum.
    Sei es drum, Demenz ist schlimm. Für die Betroffenen umso mehr. Wenn da die Leber versagt... Besser früher als später. Klingt hart, ist aber so.
    lg Sonja

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    wenn die dame öfters einen über den durst trinkt, wäre ja noch die haftungsfrage zu klären - seitens der schwestern, ob die für irgentwas verantwortlich gemacht werden können, weil sie auf sie aufpassen sollen- quasi mißachtung der aufsichtspflicht oder so.

    gesetz der fall, aufgrund des alkpegels bzw aufgrund des coctails medi+ zuviel alk richtet die dame etwas schlimmes an oder es passiert ihr was aus dem arbeitsbereich haftpflicht oder unfall- da wäre die rechtlage interessant, ganz besonders, wenn dritte daran beteildigt sind.

    vollgekotztes zimmer ist nicht gemeint.

    wie verhält sich das?

  9. #9
    Ritto ist offline Poweruser
    Registriert seit
    18.09.2008
    Beiträge
    7.343

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Ich würde das sehr locker sehen.

    Und hoffe, dass meine Tochter das auch so sehen wird, wenn ich mal im Heim demenzkrank bin.

  10. #10
    Ritto ist offline Poweruser
    Registriert seit
    18.09.2008
    Beiträge
    7.343

    Standard Re: Auf 180 - demenzkranker Mutter Alkohol geben.....

    Zitat Zitat von knuffi1981 Beitrag anzeigen
    Ich wollte gerade was ähnliches schreiben. Nein. Der Alkohol kann nichts mehr kaputt machen. ( das sage ich aus Erfahrung mit 2 dementen in der Familie).
    Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht mehr schlimm. Diese Menschen bekommen so gut wie nichts mehr mit. Meine Güte, gönne man ihnen doch mal den rausch. Mehr haben sie nicht.

    Ich habe mal im Pflegeheim ein Praktikum gemacht und fand es schon erstaunlich, wie sich die Rollen verschieben.
    Da kam ein 70jähriger Sohn und wollte, dass wir seinem fast 100jährigen Vater die Zigarren wegnehmen.

    Da habe ich mich gefragt, was das soll. Oder ist das späte Rache?

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •