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Thema: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

  1. #71
    Sommerschnee Gast

    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    rastamama: Wie seht ihr das?
    Meine Mutter ist fast 80. Es kann gut sein, dass man zu ihren Zeiten die Schule nicht so ernst genommen hat und das eine willkommene Abwechslung zur Arbeit auf dem Feld war.

    Insofern verstehe ich diese Aussagen.

    Mit den heutigen Schülern und deren Leistungsdruck wollte ich allerdings nicht tauschen.

  2. #72
    Sascha ist offline Urgestein

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von Sommerschnee Beitrag anzeigen
    Meine Mutter ist fast 80. Es kann gut sein, dass man zu ihren Zeiten die Schule nicht so ernst genommen hat und das eine willkommene Abwechslung zur Arbeit auf dem Feld war.

    Insofern verstehe ich diese Aussagen.

    Mit den heutigen Schülern und deren Leistungsdruck wollte ich allerdings nicht tauschen.
    Mhm, ich weiß nicht, mit dem Drill, den meine Mutter in der Schule hatte, möcht ich auch nicht tauschen. Ganz ehrlich.
    Sascha
    Most important decisions in life are made between two people in bed
    Billy Bragg

    https://ibb.co/mJ4NTL4

  3. #73
    Sommerschnee Gast

    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Sascha: Mhm, ich weiß nicht, mit dem Drill, den meine Mutter in der Schule hatte, möcht ich auch nicht tauschen. Ganz ehrlich.
    Der Drill hatte lt. meiner Mutter mit der Schule weniger zu tun sondern mit den Erwachsenen jener Zeit. Egal ob es die Kirche war, die Eltern oder der alte Nachbar - was Erwachsene sagten, das zählte und dem wurde nicht widersprochen. Schläge musste man damals überall einstecken. Nicht nur in der Schule.

    Das Lernen an sich sah man viel entspannter und der Leistungsdruck war definitiv nicht so hoch wie heute.

  4. #74
    Sascha ist offline Urgestein

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von Sommerschnee Beitrag anzeigen
    Der Drill hatte lt. meiner Mutter mit der Schule weniger zu tun sondern mit den Erwachsenen jener Zeit. Egal ob es die Kirche war, die Eltern oder der alte Nachbar - was Erwachsene sagten, das zählte und dem wurde nicht widersprochen. Schläge musste man damals überall einstecken. Nicht nur in der Schule.

    Das Lernen an sich sah man viel entspannter und der Leistungsdruck war definitiv nicht so hoch wie heute.
    Okay, war bei meiner Mutter halt anders. Die hatte Leistungsdruck und Drill in der Schule und zusätzlich Drill und Druck daheim.
    Sascha
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    Billy Bragg

    https://ibb.co/mJ4NTL4

  5. #75
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von Josie2013 Beitrag anzeigen
    Mir ist grad kurzfristig flau geworden, als ich den Absatz zu lesen anfing. Jetzt wird mir auch klar, warum ich mich in vielen Deiner Beiträge so gut wiedererkennen kann.
    Schwester im Geiste?

    Ich war mit 20 echt erstaunt, in wie vielen Schilderungen von Ex-ZJ ich mich wiedererkannt habe. Vorher dachte ich, ich hätte einfach die komischsten Eltern weltweit abbbekommen.

  6. #76
    Avatar von Josie2013
    Josie2013 ist offline old hand

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Schwester im Geiste?

    Ich war mit 20 echt erstaunt, in wie vielen Schilderungen von Ex-ZJ ich mich wiedererkannt habe. Vorher dachte ich, ich hätte einfach die komischsten Eltern weltweit abbbekommen.
    Allerdings, genau so ging es mir auch. Wobei ich sagen muss, dass meine selbst für ZJ extrem schräg waren.
    Dann hast Du ja auch relativ spät den Absprung geschafft? Ich wurde "hineingeboren" und habe es erst nach meinem Auszug und Heirat (innerhalb des Vereins) geschafft, mich abzulösen. Da war ich 22.

    Ich habe kürzlich erfahren, dass ein Musiker, dessen Texte ich schon immer genial fand, auch bei ZJ aufgewachsen ist. Da wurde mir dann auch einiges klar.
    Kleiner Professor *2009
    Der Kosmonaut *2014
    ??? *2016

  7. #77
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von Josie2013 Beitrag anzeigen
    Allerdings, genau so ging es mir auch. Wobei ich sagen muss, dass meine selbst für ZJ extrem schräg waren.
    Dann hast Du ja auch relativ spät den Absprung geschafft? Ich wurde "hineingeboren" und habe es erst nach meinem Auszug und Heirat (innerhalb des Vereins) geschafft, mich abzulösen. Da war ich 22.

    Ich habe kürzlich erfahren, dass ein Musiker, dessen Texte ich schon immer genial fand, auch bei ZJ aufgewachsen ist. Da wurde mir dann auch einiges klar.
    Ich bin einen Tag vor Volljährigkeit einfach aus dem Elternhaus ausgezogen. Getauft war ich nie, das habe ich schlicht nicht mitgemacht.

    Ich bin ja der Überzeugung, dass Fanatiker aller Religionen sehr viel gemeinsam haben, soll heißen, ich würde da nichts speziell an den ZJ festmachen. Vermutlich ziehen gewisse Gruppen halt auch Leute an, deren Persönlichkeitsstörung sich in den Regeln der Gruppe erfolgreich spiegelt.

    Mich hat zum Beispiel als Kind immer irritiert, wenn jemand gesagt hat (kennst du ja sicher): "Wenn ich nicht an Jehova glauben würde, hätte ich ja gar keine Hoffnung". Da denke ich mir heute noch: Aha, Glaube als Krücke, wurst an was.

  8. #78
    Avatar von Josie2013
    Josie2013 ist offline old hand

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Ich bin ja der Überzeugung, dass Fanatiker aller Religionen sehr viel gemeinsam haben, soll heißen, ich würde da nichts speziell an den ZJ festmachen. Vermutlich ziehen gewisse Gruppen halt auch Leute an, deren Persönlichkeitsstörung sich in den Regeln der Gruppe erfolgreich spiegelt.
    Das sehe ich genau so und würde ergänzen: Fanatiker aller möglichen Gruppen.
    Ich hab damals lange in einem Aussteigerforum mitgeschrieben und lustigerweise erkenne ich gewisse Denk- und Argumentationsmuster immer mal wieder - in religiösen Gruppen, aber auch in politischen, teilweise im Gesundheitsbereich (Impfgegner) u.v.m.

    Mich hat zum Beispiel als Kind immer irritiert, wenn jemand gesagt hat (kennst du ja sicher): "Wenn ich nicht an Jehova glauben würde, hätte ich ja gar keine Hoffnung". Da denke ich mir heute noch: Aha, Glaube als Krücke, wurst an was.
    Ich war vermutlich zu früh und zuviel der kruden Denke und dem Jargon ausgesetzt, um so frühzeitig kritisch zu denken.
    Ich habe mich als Kind mit der schrägen ZJ-Denke zwar sehr unwohl gefühlt, aber mich nie getraut, das auf die Religion oder meine Eltern zu beziehen, sondern immer gedacht, mit mir wäre was falsch. Man musste ja glücklich sein, schließlich war man doch auserwählt.
    Ich weiß noch, wie ich meine Mutter mal mit dem Satz schockiert habe "Nachher fühle ich mich auch im Paradies unglücklich, und dann kann ich mich da nicht mal umbringen!"

    Wir haben sehr abgeschottet gelebt, Kontakt außerhalb des Vereins wurde von meinen Eltern nicht geduldet, Kindergarten usw. durften wir nicht hin, wer weiß, welch schädlichen Einflüssen wir da erlegen wären.
    Die Mitschüler kannten uns Kinder nur vom Missionieren.
    Hinzu kam, dass wir aus NRW zugezogen waren, das wird in eingeschworenen norddeutschen Dörfern verächtlich betrachtet. Außerdem waren wir Kinder (also mein Bruder und ich) die einzigen aus unserem Dorf, die später aufs Gymnasium gegangen sind und ich war lange Zeit nach einem Unfall körperlich eingeschränkt und durfte deshalb zusätzlich nicht am Sportunterricht teilnehmen, Religionsunterricht ja eh nicht. Muss ich sagen, wie wunderschön meine Schulzeit war, um mal den Rückbezug zum Thread anzusprechen?

    Da wollte uns einfach keiner, der einzige Input kam also tatsächlich von Eltern und Vereinsmitgliedern. Hat ne Weile gebraucht, um zu akzeptieren, das nicht mit mir etwas falsch war.
    Kleiner Professor *2009
    Der Kosmonaut *2014
    ??? *2016

  9. #79
    Avatar von Pippi27
    Pippi27 ist offline Bibbi siemazwanzich

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Verständlich.

    Meine Mutter hat aber die Schulzeit schon als beste Zeit ihres Lebens genannt, als ich zur Schule ging (vor über 40 Jahren) und tut es heute noch.

    Da frage ich mich: Das konnte nichts toppen, was bisher noch passiert ist?

    Wobei meine Mutter 1943 geboren ist, also eher in Aufschwungzeiten jung war, einen Beruf erlernt und zehn Jahre ausgeübt hat und sich dann auf eigenen Wunsch ausschließlich um zwei Kinder und den Haushalt gekümmert hat (klar hatte sie eigene Interessen, ich meine jetzt von der Arbeit her, also keine Schwiegereltern oder Eltern zu pflegen, keine Landwirtschaft etc.) und mein Vater sicher keiner ist, der meint, für ihn muss extra gekocht werden etc. (der war ja meine Oma gewöhnt, die schon damals Hemden nur am Kragen oder nur vorne gebügelt hat, weil man sich von hinten eh nicht sieht ).
    wobei das meine Mutter nie so sagt. Dazu ist sie viel zu bodenständig. Würde man sie fragen, würde sie das vielleicht sagen. Und das wäre dann verständlich

  10. #80
    Avatar von chell
    chell ist offline einfallslos

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    Standard Re: "Die Schulzeit war die schönste Zeit in meinem Leben"

    Ich fand jetzt die Schulzeit schon nicht schlecht, kann mich Dir aber vollinhaltlich anschließen. Vielleicht ist da Deine Mutter wie mein Vater: je älter der wird, desto mehr lebt er in der Vergangenheit. Momentan ist er so schwerpunktmäßig im Alter der weiterführenden Schule gelandet. So wie er erzählt fand er das schon auch bombig. Hat auch nichts mit Demenz zu tun (hoff ich jedenfalls), vielleicht eher damit, dass er damals dann "angekommen" war in seinem Leben (Flüchtlingskind).

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    sagte meine Mutter immer zu mir - und sagt sie auch zu meinen Töchtern.

    Wir wundern uns gemeinsam drüber.

    Wobei die Töchter durchaus sagen, dass sie so gerne Kind waren - ich würde ja nicht mal das unterschreiben, ich war froh, als ich erwachsen war.

    Aber grundsätzlich: Das kommt bei mir so an, als wäre nach der Schulzeit (die bei meiner Mutter mit Hauptschulabschluß mit 14 vorbei war, die Berufsschulzeit meint sie damit nämlich nicht) nur noch Unschönes gekommen. Kann ich nicht nachvollziehen.

    Ich war deutlich lieber an der Uni als in der Schule (wegen der freien Zeiteinteilung, vermute ich mal, und auch weil man anonymer ist an der Uni, einen die Lehrernden nicht persönlich kennenlernen wollen). Ich könnte aber auch nicht sagen, dass die Jahre x bis y die schönsten in meinem Leben waren. Bis jetzt hat mir das, was ich getan habe, gefallen, wenn ich es getan habe (schwanger werden, Kind bekommen, Kind großziehen, arbeiten, studieren etc. - von den Zeiten, wo ich im Spital gelegen bin oder daheim rumlag, reden wir ja eh nicht, da erwartet keiner, dass man das als schöne Zeit sieht) - und ich hoffe doch stark, die schönsten Jahre kommen noch. Nach oben offen.

    Wie seht ihr das?
    grüßle
    chell

    'I never met a chocolate I didn't like.'(Troi to Riker, TNG/"The Game")

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