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Thema: Lebenslang zur Miete wohnen

  1. #1
    Anna__Blume ist offline Veteran
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    10.08.2014
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    1.280

    Standard Lebenslang zur Miete wohnen

    ....hättet ihr damit ein Problem?

    Bei uns sieht es derzeit nicht so aus, als ob Wohneigentum irgendwann einmal eine Option sein könnte. Jedenfalls nicht hier in unserem Ballungsraum, nicht in einer Ecke der Stadt, in der wir gerne leben wollen. Außerdem ist Eigenkapital (von Erspartem für Urlaube, Rücklagen etc. abgesehen) kaum bis nicht vorhanden, kein (und zwar wirklich: kein) Erbe in Aussicht, weswegen auch etwaige Vorgriffe etc. wegfallen. Allein der Gedanke an eine Null-Prozent-Finanzierung löst Panik bei mir aus, obwohl wir dank einigermaßen ordentlichem monatlichem Haushaltseinkommen wahrscheinlich einen solchen Kredit bekämen. Mit Ende 30 sind wir allerdings etwas zu alt, um uns mittelhohe sechsstellige Summen zu leihen. Wird also nichts.

    Für mich eigentlich kein Problem, ich bin glücklich in einer schönen Mietwohnung aufgewachsen, in der meine Eltern bis heute leben und die ich vom Gefühl her absolut als "mein Elternhaus" ansehe. Ich verbinde mit Eigentum keine emotionale Sehnsucht, ich habe mich in jeder der vielen Mietwohnungen, die ich seit meinem Auszug mit 19 bewohnt habe, ausgesprochen zuhause gefühlt, ich empfinde sogar Ferienhäuser für die Zeit des Urlaubs als "meins". Meine Eltern hätten sich eigentlich locker was Eigenes leisten können, aus verschiedenen etwas verschrobenen Gründen wollten sie aber nie, auch hat meine Mutter erlebt, wie in den 60er Jahren die Ehe ihrer Eltern am mühsam gekauften Häuschen zerbrach, später dann die Beziehung zu ihren Geschwistern an der Aufteilung des Erbes. Das Thema Immobilienbesitz sei für sie ab da abgehakt gewesen, betonte sie immer. Ich finde es auch nicht schlimm, aus diesem Grund nichts zu erben, die Wohnform der Eltern hängt ja durchaus unmittelbar mit der zusammen, die den Kindern später möglich sein wird - die wenigsten bestreiten das Eigenkapital schließlich allein vom eigenen Zusammengesparten (okay, manche schon, davor habe ich einen Heidenrespekt).

    So, jetzt haben wir eine wundervolle große Mietwohnung in einem tollen Stadtteil gefunden, die zwar nicht billig ist, aber so ungefähr alles vereint, was wir uns wünschen (kleinere Abstriche gibt es, klar). Große Euphorie in der Familie, die Kinder sind begeistert, wir total glücklich. Bloß jeder, wirklich jeder unserer Freunde und Bekannten, die das neue Domizil erstmal sehen, kommentieren: Ja, ganz schön, aber ja leider nur gemietet, wollt ihr hier wirklich alt werden? Das ist doch sicher nur eine Zwischenlösung?

    Äh nein, ist es nicht. Und ja, wir wollen hier alt werden, zumindest mittelalt.

    Sind wir wirklich so komisch? Lieber zur Miete in der Stadt, die wir lieben, als mit Kamikaze-Finanzierung im Neubauviertel einer JWD-Gemeinde? Sind wir Rabeneltern, weil wir unseren Kindern keine Immobilien vererben werden? Denken und leben wir zu sehr in der Gegenwart (wird uns manchmal vorgeworfen)?

  2. #2
    Avatar von Sockendings
    Sockendings ist offline Legende
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    23.06.2014
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    32.770

    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Ich finde es eigentlich völlig ok zur Miete zu wohnen.
    Schlecht ist nur das die Mieten immer mehr und mehr steigen. Hier eine bezahlbare Wohnung zu finden die nicht grade im 15. Stock eines Hochhauses liegt ist nahezu unmöglich.

    Da macht man sich dann durchaus den Kopf ob kaufen nicht Sinn macht.

    Wir haben immer alle nur zur Miete gelebt. Also die komplette Familie. Urgroßeltern Oma Tanten Eltern....

  3. #3
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    19.08.2004
    Beiträge
    64.388

    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Ich hätte absolut überhaupt kein Problem damit, lebenslang zur Miete zu wohnen. Warum auch? Bevor ich mir eine WOHNUNG kaufen würde, würde ich im übrigen 10x eher eine mieten.

    Andererseits haben wir mit Mitte 30/Mitte 40 durchaus eine 100%-Finanzierung getätigt um uns ein Schnäppchen hier zu kaufen. Bei entsprechendem Einkommen hat das mit Kamikaze genau gar nichts zu tun.

    Zitat Zitat von Anna__Blume Beitrag anzeigen
    ....hättet ihr damit ein Problem?

    Bei uns sieht es derzeit nicht so aus, als ob Wohneigentum irgendwann einmal eine Option sein könnte. Jedenfalls nicht hier in unserem Ballungsraum, nicht in einer Ecke der Stadt, in der wir gerne leben wollen. Außerdem ist Eigenkapital (von Erspartem für Urlaube, Rücklagen etc. abgesehen) kaum bis nicht vorhanden, kein (und zwar wirklich: kein) Erbe in Aussicht, weswegen auch etwaige Vorgriffe etc. wegfallen. Allein der Gedanke an eine Null-Prozent-Finanzierung löst Panik bei mir aus, obwohl wir dank einigermaßen ordentlichem monatlichem Haushaltseinkommen wahrscheinlich einen solchen Kredit bekämen. Mit Ende 30 sind wir allerdings etwas zu alt, um uns mittelhohe sechsstellige Summen zu leihen. Wird also nichts.

    Für mich eigentlich kein Problem, ich bin glücklich in einer schönen Mietwohnung aufgewachsen, in der meine Eltern bis heute leben und die ich vom Gefühl her absolut als "mein Elternhaus" ansehe. Ich verbinde mit Eigentum keine emotionale Sehnsucht, ich habe mich in jeder der vielen Mietwohnungen, die ich seit meinem Auszug mit 19 bewohnt habe, ausgesprochen zuhause gefühlt, ich empfinde sogar Ferienhäuser für die Zeit des Urlaubs als "meins". Meine Eltern hätten sich eigentlich locker was Eigenes leisten können, aus verschiedenen etwas verschrobenen Gründen wollten sie aber nie, auch hat meine Mutter erlebt, wie in den 60er Jahren die Ehe ihrer Eltern am mühsam gekauften Häuschen zerbrach, später dann die Beziehung zu ihren Geschwistern an der Aufteilung des Erbes. Das Thema Immobilienbesitz sei für sie ab da abgehakt gewesen, betonte sie immer. Ich finde es auch nicht schlimm, aus diesem Grund nichts zu erben, die Wohnform der Eltern hängt ja durchaus unmittelbar mit der zusammen, die den Kindern später möglich sein wird - die wenigsten bestreiten das Eigenkapital schließlich allein vom eigenen Zusammengesparten (okay, manche schon, davor habe ich einen Heidenrespekt).

    So, jetzt haben wir eine wundervolle große Mietwohnung in einem tollen Stadtteil gefunden, die zwar nicht billig ist, aber so ungefähr alles vereint, was wir uns wünschen (kleinere Abstriche gibt es, klar). Große Euphorie in der Familie, die Kinder sind begeistert, wir total glücklich. Bloß jeder, wirklich jeder unserer Freunde und Bekannten, die das neue Domizil erstmal sehen, kommentieren: Ja, ganz schön, aber ja leider nur gemietet, wollt ihr hier wirklich alt werden? Das ist doch sicher nur eine Zwischenlösung?

    Äh nein, ist es nicht. Und ja, wir wollen hier alt werden, zumindest mittelalt.

    Sind wir wirklich so komisch? Lieber zur Miete in der Stadt, die wir lieben, als mit Kamikaze-Finanzierung im Neubauviertel einer JWD-Gemeinde? Sind wir Rabeneltern, weil wir unseren Kindern keine Immobilien vererben werden? Denken und leben wir zu sehr in der Gegenwart (wird uns manchmal vorgeworfen)?
    Liebe Grüße

    Sofie

  4. #4
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    22.09.2014
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    897

    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    wir haben zwar Eigentum aber ich hätte auch kein Problem damit gehabt auf ewig zur Miete zu wohnen.
    Wenn es denn passt. Und manchmal wünsche ich mir die sorglosen Mieterzeiten zurück. Egal was war, ein Anruf beim Vermieter und er hatte das Problem mit den undichten Fenstern, der nicht funktionierenden Heizung und dem Rohrbruch an der Backe.

    Und Immobilie vererben ............ wir gehen ehr davon aus, dass die Immobilie irgendwann mal dafür herhalten muss uns den Pflegeheimplatz zu finanzieren.

  5. #5
    Avatar von Cajaa
    Cajaa ist offline Crashhuhn
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    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Zitat Zitat von Anna__Blume Beitrag anzeigen
    ....hättet ihr damit ein Problem?

    ....
    Nein, habe ich nicht. Im Gegenteil. Ich lebe bewusst zur Miete. Bei einer Mietwohnung fällt es mir leichter Kompromisse einzugehen, ein Eigenheim müsste perfekt sein und dazu fehlt mir schlicht das Geld. Und mich für einen Kompromiss verschulden, täte meiner Gesundheit gar nicht gut.
    Friesenstern und Anna__Blume gefällt dies.
    Vorfreude!


  6. #6
    Friesenstern ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Ich hätte absolut überhaupt kein Problem damit, lebenslang zur Miete zu wohnen. Warum auch? Bevor ich mir eine WOHNUNG kaufen würde, würde ich im übrigen 10x eher eine mieten.

    Andererseits haben wir mit Mitte 30/Mitte 40 durchaus eine 100%-Finanzierung getätigt um uns ein Schnäppchen hier zu kaufen. Bei entsprechendem Einkommen hat das mit Kamikaze genau gar nichts zu tun.
    Sophie, was ist aus deinem (Ferien- ?) Haus- Traum geworden?

  7. #7
    Registriert seit
    01.05.2005
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    26.355

    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    zu meinen Träumen gehörte ein eigenes Haus eigentlich nie, obwohl das in unseren Familien "so üblich" war und in Miete wohnen immer als was Negatives gesehen wurde. Ich war zumindest nicht bereit, Kompromisse zu machen dafür. Ich wollte nicht in ein Neubaugebiet, ich wollte nicht aufs Land und nicht zu weit vom Stadtzentrum weg, ich wollte kein Haus, das mir nicht richtig gefallen hätte.
    Wir hatten Glück. Wir haben DAS Haus gefunden und gekauft. Klar ist es mir unter diesen Voraussetzungen lieber, es ist unseres. Aber irgendeins hätte ich nicht haben wollen. Auf viele andere Dinge verzichten hätte ich dafür auch nicht wollen.
    Entweder mit dem eigenen Haus stimmt für mich alles Wesentliche oder ich hätte Miete bevorzugt.

    Was die Kinder mal damit machen weiß doch eh keiner .
    Anna__Blume gefällt dies
    LG
    Schlüsselsucherin



  8. #8
    Anna__Blume ist offline Veteran
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    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Ich hätte absolut überhaupt kein Problem damit, lebenslang zur Miete zu wohnen. Warum auch? Bevor ich mir eine WOHNUNG kaufen würde, würde ich im übrigen 10x eher eine mieten.

    Andererseits haben wir mit Mitte 30/Mitte 40 durchaus eine 100%-Finanzierung getätigt um uns ein Schnäppchen hier zu kaufen. Bei entsprechendem Einkommen hat das mit Kamikaze genau gar nichts zu tun.
    Hier bedeutet Schnäppchen 350.000 aufwärts, egal ob Eigentumswohnung oder Haus. Also in der Größe, die wir brauchen und wollen (5 Zimmer). Das würden wir bis zur Rente schwer abbezahlt bekommen. Die jetzige Wohnung ist vom Gefühl her quasi ein Haus, Maisonette im Erdgeschoss mit direktem Gartenzugang. Total perfekt für uns, zum Kauf wär so etwas aber nur mit viel Eigenkapital erschwinglich.

  9. #9
    Davina ist offline Legende
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    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Ich bin kein Hausbesitzer. Ich hätte gerne sicherlich eins, aber nicht auf Biegen und Brechen, ich möchte zB nicht auf Urlaub verzichten. Und wenn ich mir die Hausbesitzer im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis anschaue, da stehen sie doch so vor einigen Problemen.
    Lebensumstände ändern sich, das Haus nicht, es dann zu verkaufen ist auch nicht einfach usw.

  10. #10
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Lebenslang zur Miete wohnen

    Zitat Zitat von Friesenstern Beitrag anzeigen
    Sophie, was ist aus deinem (Ferien- ?) Haus- Traum geworden?
    Der liegt noch auf Eis
    Liebe Grüße

    Sofie

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