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Thema: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

  1. #321021
    Avatar von Zickzackkind73
    Zickzackkind73 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Mt.Cook Beitrag anzeigen
    Ja ist es .

    Und wenn man dann noch anfängt, sich zu überlegen, was man wohl selbst so anrichtet mit dem, wie man (nicht) ist und was man (nicht) tut…
    Zitat Zitat von wenhei Beitrag anzeigen
    Ja, da denke ich schon länger drauf rum. Bisher gelingt es mir noch, das wegzuschieben, denn ich bin, wer ich bin, in anders gibt es mich nicht, also muss ich so handeln, wie es sich für mich richtig anfühlt. Aber es kommen immer wieder die Pahsen, wo ich mit mir hadere.
    Tja und wenn man dann einen Sohn hat, der Drogen genommen hat und eine unsichere, vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert bekommt

    Aber ich bin mir gegenüber mittlerweile milde gestimmt. Ich habe es immer so gut gemacht wie ich konnte und habe sehr, sehr viel reflektiert - ich denke ich habe sicher große Fehler, aber auch einiges richtig gut gemacht. Ich hätte es mit dem jeweiligen Wissen und der jeweiligen Umstände glaube ich nicht wirklich besser machen können, auch wenn ich heute natürlich vieles anders machen würde.

    Aber ich habe meinen Eltern ganz viel verziehen, weil ich durch meine eigenen Kinder einen ganz neuen Blickwinkel auf Erziehung im allgemeinem, ihre Fehler, auf die Umstände in denen sie aufgewachsen sind und unter denen sie uns großgezogen haben, gewonnen habe.
    99/02/07/13

  2. #321022
    Avatar von Zickzackkind73
    Zickzackkind73 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Mt.Cook Beitrag anzeigen
    Stellt Euch vor, Ihr seid ein unterdurchschnittlich belastbarer Mensch und merkt seit Monaten, dass Ihr - trotz absolut überschaubarem „Programm“ - an allen Fronten überfordert seid und im Grunde typische Burnout-Symptome entwickelt.

    Euer Job ist fordernd, macht Euch grundsätzlich aber Spaß. Für das Familienleben gilt das Gleiche *grins*. Aber zunehmend wirft Euch jede „Unregelmäßigkeit“ aus der Bahn und Ihr schafft es nicht mehr, die Reserven irgendwie aufzufüllen.

    Jetzt seid Ihr an dem Punkt, eingesehen zu haben, dass es gar nichts hilft, dass man objektiv echt das Problem suchen muss, sondern dass es subjektiv so einfach nicht mehr weitergehen kann.

    Wo setzt Ihr an?
    Ich würde erst einmal für mich überlegen, was mir wirklich helfen würde (Arbeitszeit reduzieren, gezielte Freiräume in denen man ganz allein zu Hause ist, Aufgaben klar aufteilen, z.B. wenn der Mann die Wäsche/Staubsaugen/Hausaufgabenbetreuung… macht, habe ich damit wirklich nichts mehr zu tun, oder klare Hausaufgaben- Instrumentenzeiten die nicht verhandelt werden, wenn Sonntags alle frei haben wird nichts erledigt,…)

    Und dann würde ich mit meinem Mann ( dann mit der Familie) sprechen, ganz offen, möglichst ohne dass es nach Vorwurf klingt, dass er zu wenig unterstützt (das wäre hier ein sehr schwieriger Punkt da mein Mann auch oft am Limit ist und wir uns schnell hochschaukeln, wer mehr macht. )Und dann gemeinsam überlegen was würde gehen und wäre umsetzbar.


    Mir hilft es z.B., wenn Verantwortung klar kommuniziert wurde. Mein Mann macht nämlich sehr viel, aber nicht zuverlässig, so dass ich es nicht einplanen und die Aufgaben aus meinen Kopf löschen kann.
    99/02/07/13

  3. #321023
    Avatar von Zickzackkind73
    Zickzackkind73 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Mt.Cook Beitrag anzeigen
    Die psychiatrisch nicht ganz unerfahrene Hausärztin denkt, dass es keine klassische Depression ist, sondern eine depressive Verstimmung durch anhaltende und verdrängte Überforderung. Medikamente werden im Moment eher nicht in Betracht gezogen.

    Der zweite Teil ist sicher richtig.
    Aber mit einer Persönlichkeitsstruktur, die mit „halbe Sachen machen“ einfach genau gar nicht zurecht kommt, brauchte dieses „gegen die eigene Natur“ leben so viel Kraft, dass jetzt, wo eigentlich wieder alles mehr oder minder normal ist, keine mehr da ist.
    Du könntest in Deinen Perfektionismus einbauen, dass es nicht perfekt sondern ein Fehler sein kann, alles perfekt zu machen. Mir hat das tatsächlich geholfen. Ich habe (auch auf Grund meines Berufes und den Erfahrungen meiner Kindheit) gerade in der Kindererziehung sehr hohe Ansprüche an mich (gehabt). Mir hat es tatsächlich geholfen zu erkennen, dass genau dieser Perfektionismus die größten Fehler verursacht und meine Erziehung alles andere als perfekt gemacht hat.

    Wirklich gelernt Sachen nur Halb zu machen, habe ich allerdings erst mit der Krankheit von K4 - plötzlich war alles so unwichtig.

    Natürlich ist es kräftezehrend gegen seine Natur zu arbeiten - aber Arbeit an sich selbst ist anstrengend und kostet Kraft. Langfristig kann es aber helfen und das Leben erleichtern. Denn gerade wenn man ungern etwas nur Halb macht und sich darin aufreibt kann es dazu kommen, dass irgendwann psychisch oder physisch gar nichts mehr geht (auch nicht mehr halb)
    silm und stpaula_75 gefällt dies.
    99/02/07/13

  4. #321024
    Avatar von stpaula_75
    stpaula_75 ist offline Legende

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Mt.Cook Beitrag anzeigen
    Die psychiatrisch nicht ganz unerfahrene Hausärztin denkt, dass es keine klassische Depression ist, sondern eine depressive Verstimmung durch anhaltende und verdrängte Überforderung. Medikamente werden im Moment eher nicht in Betracht gezogen.

    Der zweite Teil ist sicher richtig.
    Aber mit einer Persönlichkeitsstruktur, die mit „halbe Sachen machen“ einfach genau gar nicht zurecht kommt, brauchte dieses „gegen die eigene Natur“ leben so viel Kraft, dass jetzt, wo eigentlich wieder alles mehr oder minder normal ist, keine mehr da ist.
    Dann wäre eine Kur vielleicht doch eine bedenkenswerte Option.
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  5. #321025
    Avatar von stpaula_75
    stpaula_75 ist offline Legende

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Zickzackkind73 Beitrag anzeigen
    Du könntest in Deinen Perfektionismus einbauen, dass es nicht perfekt sondern ein Fehler sein kann, alles perfekt zu machen. Mir hat das tatsächlich geholfen. Ich habe (auch auf Grund meines Berufes und den Erfahrungen meiner Kindheit) gerade in der Kindererziehung sehr hohe Ansprüche an mich (gehabt). Mir hat es tatsächlich geholfen zu erkennen, dass genau dieser Perfektionismus die größten Fehler verursacht und meine Erziehung alles andere als perfekt gemacht hat.

    Wirklich gelernt Sachen nur Halb zu machen, habe ich allerdings erst mit der Krankheit von K4 - plötzlich war alles so unwichtig.

    Natürlich ist es kräftezehrend gegen seine Natur zu arbeiten - aber Arbeit an sich selbst ist anstrengend und kostet Kraft. Langfristig kann es aber helfen und das Leben erleichtern. Denn gerade wenn man ungern etwas nur Halb macht und sich darin aufreibt kann es dazu kommen, dass irgendwann psychisch oder physisch gar nichts mehr geht (auch nicht mehr halb)
    Das mag ich vollumfänglich unterschreiben.
    Zickzackkind73 gefällt dies

  6. #321026
    Strickli ist gerade online Legende

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Mt.Cook Beitrag anzeigen
    Stellt Euch vor, Ihr seid ein unterdurchschnittlich belastbarer Mensch und merkt seit Monaten, dass Ihr - trotz absolut überschaubarem „Programm“ - an allen Fronten überfordert seid und im Grunde typische Burnout-Symptome entwickelt.

    Euer Job ist fordernd, macht Euch grundsätzlich aber Spaß. Für das Familienleben gilt das Gleiche *grins*. Aber zunehmend wirft Euch jede „Unregelmäßigkeit“ aus der Bahn und Ihr schafft es nicht mehr, die Reserven irgendwie aufzufüllen.

    Jetzt seid Ihr an dem Punkt, eingesehen zu haben, dass es gar nichts hilft, dass man objektiv echt das Problem suchen muss, sondern dass es subjektiv so einfach nicht mehr weitergehen kann.

    Wo setzt Ihr an?
    Ich war in einer ähnlichen Lage, das ist gar nicht lange her. Mir hat geholfen, mit dem Chef zu sprechen und dabei festzustellen, dass er längst nicht so viel erwartet wie ich dachte. Plan B wäre gewesen, mich vom Hausarzt rausnehmen zu lassen und zu besprechen, welche Möglichkeiten es für mich gäbe.

    Und was bitte ist an Durchwurschteln schlecht? Ein Gutteil meines Lebens besteht daraus. ICH finde Zufriedenheit wichtiger als Perfektion, auch wenn ich gerne perfekt wäre.
    silm, Schiri, Sommersprosse80 und 2 anderen gefällt dies.

  7. #321027
    Avatar von JohnnyTrotz
    JohnnyTrotz ist offline Testet.

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Zitat Zitat von Mt.Cook Beitrag anzeigen
    Stellt Euch vor, Ihr seid ein unterdurchschnittlich belastbarer Mensch und merkt seit Monaten, dass Ihr - trotz absolut überschaubarem „Programm“ - an allen Fronten überfordert seid und im Grunde typische Burnout-Symptome entwickelt.

    Euer Job ist fordernd, macht Euch grundsätzlich aber Spaß. Für das Familienleben gilt das Gleiche *grins*. Aber zunehmend wirft Euch jede „Unregelmäßigkeit“ aus der Bahn und Ihr schafft es nicht mehr, die Reserven irgendwie aufzufüllen.

    Jetzt seid Ihr an dem Punkt, eingesehen zu haben, dass es gar nichts hilft, dass man objektiv echt das Problem suchen muss, sondern dass es subjektiv so einfach nicht mehr weitergehen kann.

    Wo setzt Ihr an?
    Bis auf das unterdurchschnittlich (ich habte mich für durchschnittlich belastbar) bin das ich.

    Ich kann dir sagen, was ich probiert habe:
    1) Hausarzt
    Ergebnis: Ich bin - bis auf ein paar bekannte Problemchen - kerngesund und er meinte, viele Leute seien im 2. Coronaherbst müde.

    2) Therapeut
    Ich habe derzeit keinen richtigen Therapeuten, bin aber zu jemandem gegangen, der bei einem caritativen Träger arbeitet und wo einem Coachings angeboten werden für 5 Termine.
    Ergebnis: Ich bin reflektiert, ich schaffe meinen Alltag, ich soll mal die Ansprüche an mich runterschrauben und früher ins Bett gehen.

    3) Arbeit
    Ich habe gesagt, dass ich am Limit bin.
    Ergebnis: "Schaffen Sie sich Freiräume".

    Ich wirke in solchen Gesprächen immer freundlich und kooperativ und humorvoll und optimistisch.
    Ich KANN nicht weinen, und sagen, dass ich das Gefühl habe, dass ich viel zu müde bin, um weiterhin zu wurschteln.


    Somit wurschtle ich weiter.
    Heute habe ich versucht, meinem Mann zu erklären, dass ich seit Freitag todmüde bin und dass ich, egal wie viel ich schlafe, müde bleibe.
    Er meinte, ich solle halt mal was Schönes machen. Nur rumhängen mache nicht munterer.
    Das stimmt, aber mir fehlt die Energie für was Schönes.


    Ich kann dir nichts raten.

    Lass uns gemeinsam wurschteln.
    "Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die Zelle anständig möbliert ist."
    Peter Ustinov

  8. #321028
    Avatar von JohnnyTrotz
    JohnnyTrotz ist offline Testet.

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Ach ja, wir haben ja derzeit bekanntlich frei.
    Ich glaube, ich sage am Tag 30x: "Lass(t) mir meine Ruhe, bitte."

    Ich habe sie, aber irgendwie bin ich immer noch erledigt.
    "Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die Zelle anständig möbliert ist."
    Peter Ustinov

  9. #321029
    Avatar von Mt.Cook
    Mt.Cook ist offline Aoraki reloaded 3.0

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Danke für Eure Rückmeldungen . Ich schaffe es gerade nicht, auf jede einzeln einzugehen.
    Nur ein Wort noch zum „Perfektionismus“. Es geht gar nicht darum, alles perfekt zu machen. Gar nicht.
    Es geht um das Gefühl, nie etwas fertig machen zu können. Für nichts genügend Zeit zu haben und in Ruhe fertig machen zu können, immer auf dem Sprung zu sein. Dauernd irgendwas auf unbestimmte Zeit verschieben zu müssen, weil anderes wichtiger ist.

  10. #321030
    Avatar von Mt.Cook
    Mt.Cook ist offline Aoraki reloaded 3.0

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    Standard Re: Stacheldraht Gemeinschaft -SLP-

    Ja. Genau so.

    Zitat Zitat von JohnnyTrotz Beitrag anzeigen
    Bis auf das unterdurchschnittlich (ich habte mich für durchschnittlich belastbar) bin das ich.

    Ich kann dir sagen, was ich probiert habe:
    1) Hausarzt
    Ergebnis: Ich bin - bis auf ein paar bekannte Problemchen - kerngesund und er meinte, viele Leute seien im 2. Coronaherbst müde.

    2) Therapeut
    Ich habe derzeit keinen richtigen Therapeuten, bin aber zu jemandem gegangen, der bei einem caritativen Träger arbeitet und wo einem Coachings angeboten werden für 5 Termine.
    Ergebnis: Ich bin reflektiert, ich schaffe meinen Alltag, ich soll mal die Ansprüche an mich runterschrauben und früher ins Bett gehen.

    3) Arbeit
    Ich habe gesagt, dass ich am Limit bin.
    Ergebnis: "Schaffen Sie sich Freiräume".

    Ich wirke in solchen Gesprächen immer freundlich und kooperativ und humorvoll und optimistisch.
    Ich KANN nicht weinen, und sagen, dass ich das Gefühl habe, dass ich viel zu müde bin, um weiterhin zu wurschteln.


    Somit wurschtle ich weiter.
    Heute habe ich versucht, meinem Mann zu erklären, dass ich seit Freitag todmüde bin und dass ich, egal wie viel ich schlafe, müde bleibe.
    Er meinte, ich solle halt mal was Schönes machen. Nur rumhängen mache nicht munterer.
    Das stimmt, aber mir fehlt die Energie für was Schönes.


    Ich kann dir nichts raten.

    Lass uns gemeinsam wurschteln.

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