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  • 2 Post By Stadtmusikantin
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Thema: Hättet ihr ein Problem damit?

  1. #1
    Avatar von rocksteady
    rocksteady ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Hättet ihr ein Problem damit?

    Die Institution, für die ich arbeite, wird umstrukturiert. Vorausgegangen ist den Umstrukturierungsüberlegungen eine mehrjährige Phase, in der der bisherige Geschäftsführer massiv gemobbt wurde. Als ultima ratio hat der Vorstand dann den Umstrukturierungsprozess eingeläutet. Der bisherige Geschäftsführer hat daraufhin angekündigt, für Führungsaufgaben nicht mehr zur Verfügung zu stehen, ihm wurde zugesichert, dass er gemäß seiner sehr ausgeprägten Kernkompetenzen einen angemessenen Aufgabenbereich erhalten werde.

    Nun wurde den Mitarbeitern die neue Struktur vorgestellt. Es wir zukünftig vier Abteilungen mit jeweils einem Abteilungsleiter geben. Die Abteilung, für die ich arbeiten werden, wird die größte sein und ist ihrerseits noch einmal in drei Arbeitsbereiche unterteilt. Zwei dieser Arbeitsbereiche werden von zwei bzw. drei Mitarbeitern in einer kooperativen Ausprägung besetzt. Mein zukünftiger Arbeitsbereich wird insg. vier Mitarbeiter haben, einer davon der bisherige Geschäftsführer. Diesem Arbeitsbereich soll ein Bereichskoordinator vorgesetzt werden mit der Begründung, dass es mit ings. vier Mitarbeitern der größte Bereich sei und der Abteilungsleiter dadurch Unterstützung erhalten soll. Der vorgesehene Bereichskoordinator ist eine Mitarbeiterin, die von den vier Mitarbeitern des Bereichs zuletzt zur Institution hinzugekommen ist, bisher ein sehr kleines, überschaubares, eher spezielles Arbeitsgebiet hatte, sich dort schon nicht übermäßig kompetent gezeigt hat und in wenigen Situationen, in denen sie hätte Durchblick haben müssen, deutlich gezeigt hat, dass ihr genau dieser fehlt.

    Nach der Vorstellung der neuen Struktur war ich zunächst nur verblüfft, dass diese Mitarbeiterin eine - wenn auch kleine - Funktion im neuen Gebilde erhalten sollte. Ein Problem, dass für mich dadurch entstehen würde, sah ich zunächst gar nicht. Eigenes Interesse an der Funktion besteht aus verschiedenen Gründen gar nicht (ich habe innerhalb der Institution einen ganz eigenen Status, meine Stelle ist befristet, ich bin sozusagen von einer anderen Institution für bestimmte Aufgaben längerfristig entliehen). Jetzt habe ich mir aber Konsequenzen vorgestellt, die mir Bauchschmerzen verursachen: Wenn ich hier Dinge erarbeite, habe ich das bisher immer mit meinem Vorgesetzten besprochen. Mein Vorgesetzter (=bisheriger Geschäftsführer) war kritischer Berater, Mentor und Verantwortlicher zugleich. In den vier Jahren habe ich unglaublich viel durch die Zusammenarbeit gelernt. Zukünftig soll ich mich nun in solchen Situationen an die Bereichskoordinatorin wenden. Ihr spreche ich aber einfach nicht die Kompetenz zu. In unserer bisherigen Zusammenarbeit war der Informations- und Beratungsweg grundsätzlich andersherum, sprich sie erhielt weiterbringenden Input in sehr großem Maße durch mich. Die Welt hat sich in meinen Augen total verkehrt. Dieses Kompetenzproblem, das ich jetzt offenbar habe, macht sich schon jetzt in meinem Umgang mit ihr bemerkbar: Ich habe keine Lust, ihr Informationen zu geben. Meine Motivation zur Zusammenarbeit ist arg angekratzt, und ich bin hier als absoluter Teamplayer angesehen. Auch meinem bisherigen Vorgesetzten gegenüber fühlt sich das unrichtig an.

    Was denkt ihr? Muss ich das jetzt so hinnehmen und an mir selbst arbeiten, um mich in diesem neuen Gefüge irgendwann wieder wohlfühlen zu können? Oder würdet ihr das Problem ansprechen beim Vorstand oder den Abteilungsleitern?

  2. #2
    Avatar von Stadtmusikantin
    Stadtmusikantin ist offline Die Ruhe selbst
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    Standard Re: Hättet ihr ein Problem damit?

    Zitat Zitat von rocksteady Beitrag anzeigen
    Was denkt ihr? Muss ich das jetzt so hinnehmen und an mir selbst arbeiten, um mich in diesem neuen Gefüge irgendwann wieder wohlfühlen zu können? Oder würdet ihr das Problem ansprechen beim Vorstand oder den Abteilungsleitern?
    Ich würde es ansprechen.
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  3. #3
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline besser is
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    Standard Re: Hättet ihr ein Problem damit?

    Zitat Zitat von rocksteady Beitrag anzeigen
    Was denkt ihr? Muss ich das jetzt so hinnehmen und an mir selbst arbeiten, um mich in diesem neuen Gefüge irgendwann wieder wohlfühlen zu können? Oder würdet ihr das Problem ansprechen beim Vorstand oder den Abteilungsleitern?
    Nu ja, erst mal würde ich dennoch weiter Informationen teilen.
    Ich selber würde mich einfach in die Position bringen, dass man mir nichts, aber auch nichts vorwerfen kann.
    Und ich würde schauen, ob ich sie zu meinem Werkzeug machen kann.

    Wenn es dann dauerhaft Probleme gibt, würde ich das einfach sachlich versuchen zu lösen.
    Die persönliche Komponente rein zu bringen halte ich für gefährlich.
    Was soll da auch ein Abteilungsleiter machen?
    So was mache ich mit mir selber aus. Und dann sehe ich, ob ich damit leben kann oder nicht.

    Und ich würde auch abwarten.
    Ich kenne das ja so, dass Organisationsänderungen an der Tagesordnung sind.

    Abgesehen davon hatte ich allerdings im Beruf nie das Gefühl, dass ich es besser kann und einem anderen so überlegen bin, dass ich mich quasi moralisch im Recht sah, ihn nicht der Hierarchie gemäß zu behandeln. Ich bin auch Fan von Hierarchien und deren Beachtung im Berufsleben.
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    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

  4. #4
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Hättet ihr ein Problem damit?

    ich finde es ganz wichtig sich nicht von vorneherein aus Prinzip oder irgendwelchen persönlichen Annahmen vor Veränderungen zu versperren.

    Und ich finde es wichtig der Frau, die die Aufgabe übertragen bekommen hat eine Chance zu geben.

    Ich kann es auch nicht sonderlich leiden wenn MItarbeiter sich für einzig kompetent und schlau halten.

    Ja, manchmal ist so eine Besetzung wenig durchdacht oder sogar fehlerhaft.
    Das stellt sich dann schon raus, aber sicher nicht dadurch dass irgendjemand schon von vorneherein boykottiert.
    salvadora und MarieBrowning gefällt dies.

  5. #5
    Avatar von Aoraki
    Aoraki ist gerade online Vogel Gottes
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    Standard Re: Hättet ihr ein Problem damit?

    Mit dem, was Du hier formulierst, würde ich keinesfalls das Gespräch mit der Abteilungsleitung suchen!

    Die Quintessenz ist: "Ich mag die nicht, ich bin doch viel besser als sie und kann/will sie als Vorgesetzte nicht akzeptieren." Ja, das ist sehr persönliches Empfinden und ist etwas, was Du in erster Linie mit Dir ausmachen musst.

    Was soll ein Abteilungsleiter denn davon halten? Und noch viel mehr: was soll er darauf antworten? Er wird sich diese Umstrukturierung auch nicht (allein) ausgedacht haben... Zudem bist Du ja, so wie ich das verstehe, gar keine 'richtige' Mitarbeiterin der Firma bist, so dass (mit Verlaub) Dein Befinden möglicherweise nicht soo relevant sein wird.

    Jetzt warte doch erst mal ab, wie es sich entwickelt. Und dann wirst Du sehen müssen, ob Du unter diesen neuen Bedingungen weiterhin dort arbeiten willst/kannst.

  6. #6
    sachensucher ist gerade online Legende
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    Standard Re: Hättet ihr ein Problem damit?

    Zitat Zitat von rocksteady Beitrag anzeigen
    Die Institution, für die ich arbeite, wird umstrukturiert. Vorausgegangen ist den Umstrukturierungsüberlegungen eine mehrjährige Phase, in der der bisherige Geschäftsführer massiv gemobbt wurde. Als ultima ratio hat der Vorstand dann den Umstrukturierungsprozess eingeläutet. Der bisherige Geschäftsführer hat daraufhin angekündigt, für Führungsaufgaben nicht mehr zur Verfügung zu stehen, ihm wurde zugesichert, dass er gemäß seiner sehr ausgeprägten Kernkompetenzen einen angemessenen Aufgabenbereich erhalten werde.

    Nun wurde den Mitarbeitern die neue Struktur vorgestellt. Es wir zukünftig vier Abteilungen mit jeweils einem Abteilungsleiter geben. Die Abteilung, für die ich arbeiten werden, wird die größte sein und ist ihrerseits noch einmal in drei Arbeitsbereiche unterteilt. Zwei dieser Arbeitsbereiche werden von zwei bzw. drei Mitarbeitern in einer kooperativen Ausprägung besetzt. Mein zukünftiger Arbeitsbereich wird insg. vier Mitarbeiter haben, einer davon der bisherige Geschäftsführer. Diesem Arbeitsbereich soll ein Bereichskoordinator vorgesetzt werden mit der Begründung, dass es mit ings. vier Mitarbeitern der größte Bereich sei und der Abteilungsleiter dadurch Unterstützung erhalten soll. Der vorgesehene Bereichskoordinator ist eine Mitarbeiterin, die von den vier Mitarbeitern des Bereichs zuletzt zur Institution hinzugekommen ist, bisher ein sehr kleines, überschaubares, eher spezielles Arbeitsgebiet hatte, sich dort schon nicht übermäßig kompetent gezeigt hat und in wenigen Situationen, in denen sie hätte Durchblick haben müssen, deutlich gezeigt hat, dass ihr genau dieser fehlt.

    Nach der Vorstellung der neuen Struktur war ich zunächst nur verblüfft, dass diese Mitarbeiterin eine - wenn auch kleine - Funktion im neuen Gebilde erhalten sollte. Ein Problem, dass für mich dadurch entstehen würde, sah ich zunächst gar nicht. Eigenes Interesse an der Funktion besteht aus verschiedenen Gründen gar nicht (ich habe innerhalb der Institution einen ganz eigenen Status, meine Stelle ist befristet, ich bin sozusagen von einer anderen Institution für bestimmte Aufgaben längerfristig entliehen). Jetzt habe ich mir aber Konsequenzen vorgestellt, die mir Bauchschmerzen verursachen: Wenn ich hier Dinge erarbeite, habe ich das bisher immer mit meinem Vorgesetzten besprochen. Mein Vorgesetzter (=bisheriger Geschäftsführer) war kritischer Berater, Mentor und Verantwortlicher zugleich. In den vier Jahren habe ich unglaublich viel durch die Zusammenarbeit gelernt. Zukünftig soll ich mich nun in solchen Situationen an die Bereichskoordinatorin wenden. Ihr spreche ich aber einfach nicht die Kompetenz zu. In unserer bisherigen Zusammenarbeit war der Informations- und Beratungsweg grundsätzlich andersherum, sprich sie erhielt weiterbringenden Input in sehr großem Maße durch mich. Die Welt hat sich in meinen Augen total verkehrt. Dieses Kompetenzproblem, das ich jetzt offenbar habe, macht sich schon jetzt in meinem Umgang mit ihr bemerkbar: Ich habe keine Lust, ihr Informationen zu geben. Meine Motivation zur Zusammenarbeit ist arg angekratzt, und ich bin hier als absoluter Teamplayer angesehen. Auch meinem bisherigen Vorgesetzten gegenüber fühlt sich das unrichtig an.

    Was denkt ihr? Muss ich das jetzt so hinnehmen und an mir selbst arbeiten, um mich in diesem neuen Gefüge irgendwann wieder wohlfühlen zu können? Oder würdet ihr das Problem ansprechen beim Vorstand oder den Abteilungsleitern?
    Fällt dir was auf? Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

    Was willst du mit diesem Gespräch erreichen? Die fachliche Kompetenz deines ehemaligen Vorgesetzen dürfte bekannt sein, sonst wäre er ja nicht so hoch gestiegen. Auf der sozialen Ebene hat es halt nicht gepasst, warum auch immer. Ich glaube ja kaum, dass der jetzt auf einer mittleren Führungsposition glücklich würde. Und zu der Kollegin: seit wann werden immer die kompetentesten Personen Vorgesetzte?

    Die Abteilungsleiter würde ich nur bei gefährlichen Fehlern oder Fahrlässigkeit ansprechen.
    rocksteady gefällt dies

  7. #7
    Avatar von rocksteady
    rocksteady ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Hättet ihr ein Problem damit?

    Danke erst einmal für euren Input. Hilft mitunter echt beim Gedankensortieren.

    @Andrea:
    Ich selber würde mich einfach in die Position bringen, dass man mir nichts, aber auch nichts vorwerfen kann.
    Eine schlichte Formel! Die nehme ich als "Monitor" mit in die weitere Arbeit.
    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Nu ja, erst mal würde ich dennoch weiter Informationen teilen.
    Ich selber würde mich einfach in die Position bringen, dass man mir nichts, aber auch nichts vorwerfen kann.
    Und ich würde schauen, ob ich sie zu meinem Werkzeug machen kann.

    Wenn es dann dauerhaft Probleme gibt, würde ich das einfach sachlich versuchen zu lösen.
    Die persönliche Komponente rein zu bringen halte ich für gefährlich.
    Was soll da auch ein Abteilungsleiter machen?
    So was mache ich mit mir selber aus. Und dann sehe ich, ob ich damit leben kann oder nicht.

    Und ich würde auch abwarten.
    Ich kenne das ja so, dass Organisationsänderungen an der Tagesordnung sind.

    Abgesehen davon hatte ich allerdings im Beruf nie das Gefühl, dass ich es besser kann und einem anderen so überlegen bin, dass ich mich quasi moralisch im Recht sah, ihn nicht der Hierarchie gemäß zu behandeln. Ich bin auch Fan von Hierarchien und deren Beachtung im Berufsleben.

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