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Thema: Trennung - Vernunft - Gefühl

  1. #1
    rastamamma ist offline Urgestein
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    Standard Trennung - Vernunft - Gefühl

    Ja, ich bin auch noch in anderen Foren unterwegs

    Dort fragte letztens eine Userin an, ob sich jemand schon mal aus Vernunft getrennt hat, obwohl die Liebe noch da war.

    Soweit so gut, bloß habe ich jetzt was, wo ich mir den Kopf drüber zerbrechen kann: Die Beispiele, die angeführt wurden, waren unter anderem, dass der Partner den Kinderwunsch nicht teilte, dass die Vorstellungen vom Leben nicht zusammenpassten ....

    Und da sage ich mir (!) ja eher: wenn die Vorstellungen vom Leben nicht zusammenpassen, würde das meine Liebe schlicht kleiner werden lassen bzw. wenn die von Anfang an nicht zusammenpassen, dann würde ich erst gar nicht wirklich lieben (ich bin nicht der Typ Schmetterlinge-im-Bauch, ich bin auch nicht der Typ, der jemanden, mit dem er was hatte, weil er gerade sexuell reizvoll erschien, gleich als Lebenspartner sehen würde, ich brauchte mich da also nicht "trennen", weil ich noch gar keine innere Bindung eingegangen bin, wenn ich nicht weiß, ob wir zusammenpassen).

    Und bezüglich Kinderwunsch wäre es wohl ähnlich: ein Mann, der da meinen Wunsch nicht teilt bzw. andere Wünsche hat, bei dem würde ich halt annehmen, dass er keinen Wert auf gemeinsame Familie legt, dann allerdings lege ich eh keinen Wert auf Beziehung, insofern wäre die Trennung dann halt genauso vernünftig wie mein Kinderwunsch (nämlich gar nicht, denn da wären dann erst recht eine Menge Gefühle im Spiel).

    Wie seht ihr das? Kann man lieben, obwohl man weiß, dass da nix geht? Bzw: Findet man nicht einen Weg, wenn man wirklich liebt?

    Ich nehme jetzt Fälle aus, wo einer durch äußere Umstände gezwungen ist, sich vom Partner zu trennen (Kriegsflüchtlinge, ein Partner wird zum Pflegefall oder geisteskrank mit gewalttätigen Tendenzen, etc.).

  2. #2
    PerditaX. ist offline elferant
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Ich kenne einen Fall, wo sich im Laufe der Zeit eine Suchtproblematik beim Partner entwickelt/gezeigt hat, die auf lange Sicht nicht tragbar war. Die Frau hat sich aus "Vernunftgründen" getrennt, aber lange sehr gelitten.

  3. #3
    advena ist gerade online Legende
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    hmmm... Also der Küchentischpsychologe in mir sagt ja, wenn Frauen sich wiederholt in "unmögliche" Männer verlieben, also Männer wo die Probleme von vorneherein klar auf dem Tisch liegen, dann spielt da eine versteckte Bindungsangst mit. Man hat zwar einen Partner, ist nicht allein, ABER, man kann, ja darf eine gewisse Distanz halten, weil ja nicht alles passt.
    Ich kenne eine Frau, die war erst mit einem 15 Jahre älteren Mann zusammen, verheiratet, 4 Kinder. Von dem hat sie sich dann nach einem Jahr getrennt, um die Familie nicht zu zerstören (ja das hat sie wortwörtlich gesagt, wahrscheinlich ist der Mann aber aus freien Stücken wieder zurück, jedenfalls ist er nachwievor verheiratet und wohnt mit der Familie zusammen), danach war sie, ohne Witz, mit einem kath. Pfarrer zusammen. Also immer Beziehungen, die niemals offen gelebt werden können, immer Heimlichtuerei, nur die engeren Freundinnen waren eingeweiht - rumgesprochen hat sichs von alleine. Der Pfarrer ist mittlerweile woanders. Nicht wegen ihr, das war ein längst geplanter Wechsel.

    Zum Thema Kinderwunsch: Als ich geheiratet habe, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen Kinder zu haben. Kinder? Bloß nicht. Damals war ich mir noch ziemlich sicher niemals Kinder haben zu werden. Nach ein paar Jahren hat sich das Blatt plötzlich gewendet.

    Komisch, Kinder waren überhaupt kein Thema, als wir heirateten. War blauäugig, ja!

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Ich liebe meinen Mann noch.

    Und getrennt habe ich mich letztendlich aus Vernunftsgründen.
    Natürlich war zum Ende die Liebe nicht mehr so richtig spürbar, aber weg war und ist sie nicht.

  5. #5
    Avatar von antin
    antin ist offline Legende
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    ....

    Wie seht ihr das? Kann man lieben, obwohl man weiß, dass da nix geht? Bzw: Findet man nicht einen Weg, wenn man wirklich liebt?
    ...
    hm. im Gegensatz zu Dir neige ich durchaus zu Schmetterlingen im Bauch und rosaroter Brille... ich brauchte also eine Weile (ein paar Wochen) ehe ich merkte, dass der tolle Typ gar nicht zu mir passte. Und dann habe ich zwar die Verliebtheit genossen, aber letztlich einen Schlussstrich gezogen, weil es mir dann so ging wie Dir:

    Es hat sich keine haltbare Liebe entwickelt. Etwas Festes, Ernsthaftes, Tiefgehendes war/ ist in so einem Fall nicht möglich - also keine Hochzeit, keine gemeinsame Wohnung, keine Zukunftspläne.


    das hier finde ich übrigens skandalös:

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Ja, ich bin auch noch in anderen Foren unterwegs

  6. #6
    Registriert seit
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Wie seht ihr das? Kann man lieben, obwohl man weiß, dass da nix geht? Bzw: Findet man nicht einen Weg, wenn man wirklich liebt?
    Ja,man kann schon lieben, obwohl man weiß, dass einem die Beziehung nicht gut tut. Klar kann man nach einem Weg suchen, die Frage ist, wieviel man dafür bereit ist von sich aufzugeben. Ich hatte anno dazumals eine Beziehung zu einem Mann, der sehr dominant war. Die Beziehung bestand für mich irgendwann nur noch aus einem Kampf, meine Identität zu behalten und nicht ganz unterdrückt zu werden. Irgendwann habe ich mir dann die Frage gestellt, ob die Liebe diesen Kampf Wert ist und ich habe die Beziehung beendet, obwohl die Liebe noch da war. Auch wenn es damals sehr weh getan hat, es war die bessere Entscheidung.
    katjabw gefällt dies

  7. #7
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Manches ist zu Beginn einer Beziehung einfach kein Thema

    Als ich mit grade 18 mit meinem Ex zusammen kam, habe ich mir eher über Kinderverhütung Gedanken gemacht als über Kinderwunsch.

    keine Ahnung, was gewesen wäre, wenn bei mir ein dringender wunsch aufgkommen wäre und er gesagt hätte "Nee, danke, ich hab schon 2, das reicht."

    Theoretisch kann ich mir auch vorstellen, dass ein Partner dann -drauf angesprochen- sagt, er wisse noch nicht so genau, man werde sehen...um dann, wenn es hart auf hart geht vielleicht Abstand von der Idee zu nehmen.

    Ich stimme dir zu, dass es wahrscheinlich ist, dass die Liebe nach und nach abnimmt, wenn man die eigenen Lebensvorstellungen nicht verwirklichen kann, aber das muss eben nicht von Anfang an sein.
    Liebe Grüße

    Sofie

  8. #8
    advena ist gerade online Legende
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Zitat Zitat von FrauFeinrippRL Beitrag anzeigen
    Ich liebe meinen Mann noch.

    Und getrennt habe ich mich letztendlich aus Vernunftsgründen.
    Natürlich war zum Ende die Liebe nicht mehr so richtig spürbar, aber weg war und ist sie nicht.
    Ich sage über meinen Ex:
    Ein Teil von mir wird einen Teil von ihm ewig lieben - aber das reichte nicht mehr für ein dauerhaftes Zusammenleben.
    Aber dieser kleine Teil in mir ist wie ein Stachel der nagt und damit muss ich umgehen lernen.

    Trotzdem war es keine Trennung aus Vernunft sondern eine Trennung weil die Missachtung meiner selbst immer größer wurde, ich mich immer weiter verbiegen musste und meine eigenen emotionalen Bedürfnisse immer weniger Beachtung fanden.

  9. #9
    Avatar von Spatzeline
    Spatzeline ist offline glücklich
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Ich bin ja das Paradebeispiel für solche Sachen.
    Bei mir stehen oft Realität und Wunschdenken im krassen Gegensatz.
    Oft muss die Vernunft regieren, auch wenn es noch so weh tut.
    Was das psychisch anrichtet, darüber will ich nicht schreiben. Es ist einfach nur grausam.

    Ganz aktuell.
    Tollen Mann kennengelernt. Sehr viele gleiche Interessen. Absolute Sympathie, gleicher Humor, gleiche Wellenlänge.
    Aber es wird nicht mehr als eine Freundschaft werden. Darf nicht.
    Aber es tut wirklich weh. Denn mit ihm könnt ich mir viel mehr vorstellen.

  10. #10
    Avatar von Sturmauge79
    Sturmauge79 ist gerade online übersinnlose Fähigkeiten
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    Standard Re: Trennung - Vernunft - Gefühl

    Menschen entwickeln sich weiter, auch und gerade innerhalb von Beziehungen.
    Idealerweise in die selbe Richtung, Garantien gibt es dafür aber nicht.

    Manchmal sind es auch Lebensumstände, Erfahrungen, neue Realitäten, die ursprüngliche Vorhaben und Vorstellungen in neuem Licht erscheinen lassen.

    Es kann weh tun, dass das beim Partner passiert - aber kann ich ihm das wirklich vorwerfen?
    Vielleicht "entliebt" man sich dadurch, vielleicht sieht man aber auch die Liebe als höheres Gut an, für die man die ursprünglichen Wünsche zurücksteckt. Das hängt ja von ganz vielen Faktoren ab.
    One person's crazyness is another person's reality.

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