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Thema: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

  1. #101
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    sag ich doch.
    Selbstmord ist eh ein schwachsinniger Begriff, eben weil er nicht verboten ist.
    Der stammt halt aus einer Zeit, wo Selbstmord (bzw. der Versuch, weils bei Erfolg ja keinen Sinn mehr gemacht hätte) strafbar war.

    Mittlerweile spricht man eher von Selbsttötung.

  2. #102
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Andrea B Beitrag anzeigen
    Hä? Wenn ich warum auch immer z.B. nicht mehr aus dem Bett aufstehen kann bin ich auch hilflos. Sprechen kann ich trotzdem noch. Wenn ich in der Situation alles ablehne ist das meine Entscheidung, die der Rest der Welt zu akzeptieren hat.
    Andrea
    Nein, du bist nach juristischer Definition in dem Fall NICHT hilflos.

    Und NUR hilflosen Menschen MUSS der Arzt helfen - bei den anderen muss er sich dran orientieren, ob sie Hilfe möchten (bei den hilflosen muss er einfach annehmen, dass sie welche wünschen).
    Pistazia gefällt dies

  3. #103
    Frau_in_Blau Gast

    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Nein, das war ganz und gar nicht "so eine" Situation - das war eine, wo du als gesetzliche Vertreterin klar gesagt hast, dass du diese Form der Hilfe nicht wünscht. Es geht aber um Situationen, wo nicht klar ist, ob der Patient wirklich noch weiß, was er sagt.
    Das hätte bei mir auch sein können Das kann ja der Notarzt nicht beurteilen.

    Das entscheidende Kriterium ist die Einwilligungsfähigkeit - und in dem wiki-Zitat wird getan, als wäre die nur gegeben, wenn vorher bereits eine Willenserklärung vorlag. Das ist der Kern - und der ist rechtlich falsch.

    Wie man damit umgeht, ist eine ganz andere Diskussion.

  4. #104
    Frau_in_Blau Gast

    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Nein, du bist nach juristischer Definition in dem Fall NICHT hilflos.

    Und NUR hilflosen Menschen MUSS der Arzt helfen - bei den anderen muss er sich dran orientieren, ob sie Hilfe möchten (bei den hilflosen muss er einfach annehmen, dass sie welche wünschen).
    "Hilflos" ist imho in diesem Kontext bei uns kein Rechtsbegriff. Bei euch schon?

  5. #105
    Avatar von amanda_beate
    amanda_beate ist offline utopist

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    War ja gestern und heute Thema - geht das überhaupt? Wo beginnt da für Euch die Grenze?

    Auch und gerade nicht nur bei manifesten körperlichen Erkrankungen, sondern auch bei psychischen Dingen (wo man als Nicht-Betroffener ja auch meistens nicht einschätzen kann, wie schlimm es gerade wieder ist)?

    Umgekehrt: wie würdet Ihr damit umgehen, wenn Euch dringend nahegelegt wird, Ihr solltet zum Arzt / zum Therapeuten, aber Ihr wollt nicht (warum auch immer)?


    Ich denke, viele von uns haben solche Situationen schon erlebt .
    ich denke nicht, dass man jemanden zwingen kann, der partout nicht will. man kann eigene konsequenzen ziehen.

    ich würde im grunde nur dann freiwillig zum arzt marschieren, wenn es mir so mies geht, dass ich mich krankschreiben lassen muss oder bei akuten starken schmerzen etc. oder zur vorsorge, da bin ich recht pingelig.
    mein mann würde mich manches mal schon eher zum arzt schicken. manchmal gehe ich dann nur ihm zuliebe eher.
    umgedreht musste ich ihm noch nie nahelegen zum arzt zu gehen, er kann das immer recht gut einschätzen.
    mfg amanda_beate

  6. #106
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Das hätte bei mir auch sein können Das kann ja der Notarzt nicht beurteilen.
    Du warst nicht der Patient. Darum geht es.

    Dass der gesetzliche Vertreter sich in einer psychischen Ausnahmesituation befindet, darf ein Arzt ja gar nicht annehmen, wenn es drum geht, gegen den Patientenwillen (den in dem Fall der gesetzliche Vertreter äußert) zu umgehen.

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Das entscheidende Kriterium ist die Einwilligungsfähigkeit - und in dem wiki-Zitat wird getan, als wäre die nur gegeben, wenn vorher bereits eine Willenserklärung vorlag. Das ist der Kern - und der ist rechtlich falsch.
    Du meinst, wenn jetzt jemand immer wollte, dass man den Arzt ruft, bei einer akuten Verschlechterung aber dann keinen Arzt möchte - und man den dann nicht ruft, dann ist man auf der sicheren Seite, wenns drum geht, dass man die Hilfeleistung nicht unterlassen hat?

    In dem Wiki-Zitat geht es um die Feststellung der psychischen Ausnahmesituation. Nur wenn die gegeben ist, dann kann man davon ausgehen, dass der Patient nicht mehr fähig ist, einzuwilligen.

  7. #107
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    "Hilflos" ist imho in diesem Kontext bei uns kein Rechtsbegriff. Bei euch schon?
    Wenn es ums Strafrecht geht, ist das bei euch kein Rechtsbegriff?


    Die juristische (!) Definition von "Hilflosigkeit" i.S.d. § 243 (1) Zif. 6 (Fall des Diebstahles) lautet zum Beispiel:


    hilflos iSd. §243 I Nr.6 ist,
    wer zur Zeit der Tat, verschuldet oder nicht, außerstande ist, sich ohne Hilfe anderer
    gegen eine sein Leben oder seine Gesundheit bedrohende Gefahr zu schützen. (Bei §234
    I Nr.6 muss der Hilflose nicht Gewahrsamsinhaber sein.)

    http://www.muenster.de/~lucas/jura/s...finitionen.pdf
    Für den Fall der Unterlassenen Hilfeleistung wird es ähnliches geben - bloß heißt das halt nicht Hilflosigkeit, sondern Erfoderlichkeit der Hilfe.


    Hilflos ist die Person, wenn Hilfe erforderlich ist. Nicht erforderlich ist die Hilfe, wenn sie diese ablehnt. Also ist die Person in dem Fall nicht mehr hilflos im Sinn des Gesetzes.

    In Österreich (du hast gefragt) spielt der Begriff der "Hilflosigkeit" unter anderem beim Tatbestand der Aussetzung eine Rolle.

    Je nach Tatbestand definiert sich "Hilflosigkeit" durchaus unterschiedlich.

  8. #108
    Mumpitz ist offline Legende

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Kelwitt Beitrag anzeigen
    War ja gestern und heute Thema - geht das überhaupt? Wo beginnt da für Euch die Grenze?

    Auch und gerade nicht nur bei manifesten körperlichen Erkrankungen, sondern auch bei psychischen Dingen (wo man als Nicht-Betroffener ja auch meistens nicht einschätzen kann, wie schlimm es gerade wieder ist)?

    Umgekehrt: wie würdet Ihr damit umgehen, wenn Euch dringend nahegelegt wird, Ihr solltet zum Arzt / zum Therapeuten, aber Ihr wollt nicht (warum auch immer)?


    Ich denke, viele von uns haben solche Situationen schon erlebt .
    Ich habe das ja mit meiner Tante durchgemacht. Meine Tante (psychisch völlig klar) hatte den unumstößlichen Willen: Keine invasive Diagnostik (noch nicht mal Blutuntersuchung), nicht ins Krankenhaus, will zu Hause sterben. Der Hausarzt (von uns zum Hausbesuch beordert) durfte gucken, Urin untersuchen, Medikamente (überwiegend Schmerzmittel) verschreiben- und sonst nichts. Sie hatte auch eine Patientenverfügung und wir haben ihren Willen respektiert. Es war schwer, weil sie immer weniger wurde; sie hatte eine Darmerkrankung, Morbus Crohn oder Krebs....niemand hat es je erfahren. Dass ein Pflegedienst kommen darf, haben wir quasi mit Erpressung erreicht (sonst musst du doch ins Krankenhaus)- das ging nicht anders, da sie zuletzt monatelang das Bett nicht verlassen konnte und immer Durchfall hatte. Es war auch für uns schwierig, ihren Willen gegenüber dem Pflegedienst oder den Nachbarn durchzusetzen, besonders zum Ende hin, als sie eben nicht mehr so klar war. Die meisten Leute hätten sie da am liebsten noch ins Krankenhaus geschafft. Eine Pflegerin hat sogar noch gesagt: "Ja,ja, zu Hause sterben, das wollen ja viele- aber das werden wir doch erst noch mal sehen...". Diese Situation fanden wir sehr belastend. Erst zuletzt wurde es besser, als wir ein Palliativteam gefunden hatten, das unser Handeln vollkommen akzeptiert hat. Der Arzt hat uns sogar gelobt, weil wir der Tante ermöglicht haben, zu Hause zu sterben.
    Gast, atakrem und Makaria. gefällt dies.

  9. #109
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Schon rechtlich gesehen kannst du fast niemandem zwingen zum Arzt zu gehen. Eine Zwangseinweisung ist aus gutem Grund nur sehr selten möglich. Gerade bei seelischen Krankheiten ist die Situation für die Angehörigen aber manchmal viel früher unerträglich. Dann bleibt nur den Kranken vor die Alternative Trennung oder Therapie zu stellen. Niemand muss sich sien Leben oder das seiner Kinder kaputt machen lassen, wenn z.B. ein Mensch mit einer Manie nicht einsehen kann, dass er Hilfe braucht.

    Bei körperlichen Problemen ist das im Ernstfall ganz unmöglich. Bei einem engen Angehörigen würde ich mich in Extremfällen über den Willen des Kranken hinwegsetzen, wenn ich glaube, dass er die Situation nicht mehr erfassen kann. Das wäre z.B. in der Geschichte mit der Hirnblutung der Fall - aber auch wenn es einen sinnvollen Verdacht auf einen Infarkt oder einen Schlaganfall gibt. Wenn der Kranke des Arzt dann hinauswirft ist das sein gutes Recht.

    Esther

  10. #110
    Tinkerle Gast

    Standard Re: Einen geliebten Menschen zum Arzt "zwingen"

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Von wem akzeptiert? Und in welcher Situation?

    Allgemein gesprochen: Suizid ist kein Strattatbestand. Auch Beihilfe zum Suizid ist (bisher) legal.
    Vom Arzt. Von mir aus Überdosis Tabletten. Wird es auch da akzeptiert wenn der patient dann Hilfe ablehnt?

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