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Thema: Sportgymnasium - ja oder nein?

  1. #1
    marply ist offline Stranger
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    Standard Sportgymnasium - ja oder nein?

    Hallo ihr lieben!

    Ich habe mich extra hier angemeldet, denn seit Wochen grüble ich über ein ganz bestimmtes Thema und bräuchte mal etwas Input, am besten von Familien, die bereits Erfahrungen damit haben:
    Die Wahl der weiterführenden Schule steht beim kleinen Sohn derzeit an. Ein Gymi ist relativ schnell von zu Hause zu erreichen und würde sich normalerweise anbieten.
    Nun betreibt unser Sohn jetzt aber seit etwa 5 Jahren Schwimmen als Leistungssport. Jedenfalls nennt es sich so, trotzdem sind die Trainer sehr locker und die Atmosphäre freundschaftlich/nett. Eine Freundin, die auch dort trainiert, wird ab kommendem Schuljahr auf ein Sportgymnasium gehen. Und natürlich ist der Kleine davon nun auch ganz angefixt.
    Er liebt den Sport wirklich sehr, lässt nie ein Training einfach so ausfallen und ist unglaublich ehrgeizig. In Wettbewerben war er auch durchaus erfolgreich, aber er ist auch zufrieden, wenn er keine Medaille bekommt. Nach den Trainingseinheiten (mittlerweile 3x die Woche) ist er jedoch immer ausgepowert bis zum geht nicht mehr und fällt fast immer direkt ins Bett.
    Wir waren vor kurzem zum Tag der offenen Tür im Sportgymnasium und wie das so ist, stellen sich natürlich alle nur im besten Licht dar Wir haben mit einer Schülerin gesprochen, die allerdings meinte, dass sie bis auf ein Mal die Woche nie vor 18 Uhr zuhause ist (ein Blick auf den Tagesablaufsplan bestätigt das) und die Trainer dort äußerst auf Disziplin und auch Leistung achten.
    Nun ist unsere Befürchtung, dass wir dem Kleinen damit keinen Gefallen tun würden. Das "normale" Gymi hat immer zwischen 12 und 14 Uhr Schluss. Das halte ich für eine 5. Klasse für angemessen. Ich befürchte, dass er dann keine Zeit mehr für seine anderen Aktivitäten hat, die er bisher neben dem Schwimmen macht, hat und letztlich den Spaß am Schwimmen verliert.
    Für ihn steht die Sache eigentlich schon fest, er will dort hin. Ich tendiere aber dazu, es beim Vereinstraining zu belassen, um eine gesunde Mischung zu haben.

    Was meint ihr? Wir haben beide nie Leistungssport betrieben und stehen deshalb etwas im Regen. Wer hat Kids auf Sportschulen oder kann uns Tipps geben?

    Vielen lieben Dank schonmal :)

  2. #2
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    wie werden an der schule kinder behandelt, die egal aus welchen gründen aus dem (leistungs)sport aussteigen? wenn die gleichberechtigt behandelt werden, würde ich es ihn probieren lassen, wenn das probleme nach sich zieht, dann eher nicht.
    das schlimme an klugscheißern ist, manchmal haben sie recht.

  3. #3
    Alberta_Zweistein ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Wir haben u.a. wegen des langen Tages für die Kinder davon Abstand genommen (hier wäre es noch der Ganztagsbetrieb mit Mittagessen und HA- Zeit). Gerade der Wechsel ist für die Kinder sehr anstrengend und ich möchte mein Kind begleiten, d.h. mit ihm Mittag essen, seine Hausaufgaben "überwachen" und wegen der neuen Lernanforderungen bei ihm sein. Wenn der ganze Stress dann abends erst losgeht, würde das den Familienfrieden sicher irgendwann belasten.

    Ihr müsst halt gucken, inwiefern das für euch vertretbar ist, wie selbstständig das Kind beim Hausaufgaben machen und Lernen ist und wie leicht ihm Schule an sich fällt.
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  4. #4
    marply ist offline Stranger
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Zitat Zitat von maiglöckchen Beitrag anzeigen
    wie werden an der schule kinder behandelt, die egal aus welchen gründen aus dem (leistungs)sport aussteigen? wenn die gleichberechtigt behandelt werden, würde ich es ihn probieren lassen, wenn das probleme nach sich zieht, dann eher nicht.
    Die Trainingseinheiten sind fest im Tagesablauf verankert und es gibt neben dem regulären Schulsport zusätzliche Sportstunden, die auch mit Schulnoten bewertet werden. Kinder, die sich später gegen den Sport entscheiden (z.B. um sich auf den Abschluss zu konzentrieren) wechseln auf die normalen Gymis. So kenne ich es von hier. Also ganz oder gar nicht :(

    Alberta, danke für deine Eindrücke! Da wir beide arbeiten, wäre das nicht einmal die größte Herausforderung. Hausaufgaben erledigt er selbständig vor dem Training oder im Hort.

    Die größte Angst habe ich wirklich davor, dass die Leidenschaft verloren geht, er dann aber auch ohne seinen Freundeskreis und Klassenverbund da steht.

  5. #5
    Avatar von majathebookworm
    majathebookworm ist offline frohsinnig
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Wir standen vor einem Jahr vor derselben Entscheidung. Sohn spielt Fußball und macht Laufsport.

    In diesem Alter ist ein Sportgymnasium hier ein "allgemeines" Sportgymnasium, das alle Sportarten bedient. Z.B. in der Fünften 2 Std. Schwimmen, 2 Std. Geräteturnen / Akrobatik, 2 Std. Ballsport und eine Stunde Kondition / Leichtathletik.

    Das bringt dem Kind zwar sicherlich viel, bedeutet aber zusammen mit dem Vereinstraining eine enorme Belastung. Sohn spielt im Leistungszentrum Fußball und kommt auf 3 bis 4 Trainingseinheiten á 1,5 Stunden pro Woche. Dazu im Frühling und Herbst Spiele und Laufbewerbe am WoE. Da fanden wir die 7 Stunden Schulsport obendrauf zu viel.

    Außerdem, wie von Alberta Z. angemerkt, findet der Schulsport viel am Nachmittag statt und die Vereinbarkeit mit dem Vereinssport wird damit ev. sehr schwierig (v.a. bei Mannschaftssportarten, wenn man nicht mal eben in einer anderen Gruppe mittrainieren kann).

    In diesem Alter sind hier die Vereine und Schulen noch nicht vernetzt. Sportartenbezogene Sportgymnasien beginnen hier erst mit Klasse 9.

    Wir haben uns deshalb für ein Gym entschieden, das dem Sport offen gegenübersteht (merkt man, wenn die Schule an einigen Sportbewerben teilnimmt, es Schülerliga-Mannschaften und diverde Sport AGs gibt).

    Für uns war es die richtige Entscheidung.
    Wenn er in 4 Jahren immer noch in Richtung Leistungssport geht, werden wir versuchen, ihn an einer Leistungssport-Oberstufe unterzubringen.
    Maja mit Mann und Mäusen: Technikerin (02/01), Künstlerin (12/02), Sportler (03/05)
    Learn as if you were to live forever, live as if you were to die tomorrow.
    M.Gandhi.

  6. #6
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Zitat Zitat von marply Beitrag anzeigen
    Die Trainingseinheiten sind fest im Tagesablauf verankert und es gibt neben dem regulären Schulsport zusätzliche Sportstunden, die auch mit Schulnoten bewertet werden. Kinder, die sich später gegen den Sport entscheiden (z.B. um sich auf den Abschluss zu konzentrieren) wechseln auf die normalen Gymis. So kenne ich es von hier. Also ganz oder gar nicht :(
    dann würde ich mein kind nicht auf diese schule geben. dein sohn brennt nicht für seinen sport, also ist die chance groß, daß er in der pubertät den bettel hinschmeißt. und dann verliert er seine peer group aus dem sport und die schulfreunde. und wer fängt ihn dann auf?
    Foxlady, K.Fee und LaOchenta gefällt dies.
    das schlimme an klugscheißern ist, manchmal haben sie recht.

  7. #7
    Alberta_Zweistein ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Zitat Zitat von maiglöckchen Beitrag anzeigen
    dein sohn brennt nicht für seinen sport,
    Das lese ich nicht aus ihrem Post....mir wäre die Umstellung fürs Kind zu groß, fast täglich bis 18 Uhr zu lang.... Das Lernen und die Hausaufgaben an Gymnasien ist außerdem eine andere Hausnummer als an der Grundschule.

  8. #8
    hemi ist offline old hand
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Mein Sohn wechselt i Sommer auch auf ein Gymnasium oben Sport Schwerpunkt. Da bin ich auch froh drum. Wir wissen alle nicht, wie der Sohn auf den erhöhten Schulstress (mehr Unterricht, mehr Fächer, längerer weg, usw) reagiere. Da will ich nicht zusätzlich noch mehr Sport dazu geben, was ja an der Sportschule der Fall wäre...

  9. #9
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Zitat Zitat von Alberta_Zweistein Beitrag anzeigen
    Das lese ich nicht aus ihrem Post...
    Er liebt den Sport wirklich sehr, lässt nie ein Training einfach so ausfallen und ist unglaublich ehrgeizig. In Wettbewerben war er auch durchaus erfolgreich, aber er ist auch zufrieden, wenn er keine Medaille bekommt.
    wer brennt, für den ist dabeisein nicht alles

    Nach den Trainingseinheiten (mittlerweile 3x die Woche) ist er jedoch immer ausgepowert bis zum geht nicht mehr und fällt fast immer direkt ins Bett.
    und das zeigt mir, daß er jetzt mit knapp 10 schon mit dem training an seinen grenzen ist. aber die trainingsintensität, wenn es wirklich leistungssport ist, wird bald ganz drastisch ansteigen, dann ist es it 3 mal die woche nicht mehr getan. und wenn er dann jedesmal danach sofort erschöpft ins bett fällt ....

    wäre es mein sohn, würde ich das ganze sicher nicht mehr forcieren.
    das schlimme an klugscheißern ist, manchmal haben sie recht.

  10. #10
    sachensucher ist gerade online Legende
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    Standard Re: Sportgymnasium - ja oder nein?

    Zitat Zitat von majathebookworm Beitrag anzeigen
    Wir standen vor einem Jahr vor derselben Entscheidung. Sohn spielt Fußball und macht Laufsport.

    In diesem Alter ist ein Sportgymnasium hier ein "allgemeines" Sportgymnasium, das alle Sportarten bedient. Z.B. in der Fünften 2 Std. Schwimmen, 2 Std. Geräteturnen / Akrobatik, 2 Std. Ballsport und eine Stunde Kondition / Leichtathletik.

    Das bringt dem Kind zwar sicherlich viel, bedeutet aber zusammen mit dem Vereinstraining eine enorme Belastung. Sohn spielt im Leistungszentrum Fußball und kommt auf 3 bis 4 Trainingseinheiten á 1,5 Stunden pro Woche. Dazu im Frühling und Herbst Spiele und Laufbewerbe am WoE. Da fanden wir die 7 Stunden Schulsport obendrauf zu viel.

    Außerdem, wie von Alberta Z. angemerkt, findet der Schulsport viel am Nachmittag statt und die Vereinbarkeit mit dem Vereinssport wird damit ev. sehr schwierig (v.a. bei Mannschaftssportarten, wenn man nicht mal eben in einer anderen Gruppe mittrainieren kann).

    In diesem Alter sind hier die Vereine und Schulen noch nicht vernetzt. Sportartenbezogene Sportgymnasien beginnen hier erst mit Klasse 9.

    Wir haben uns deshalb für ein Gym entschieden, das dem Sport offen gegenübersteht (merkt man, wenn die Schule an einigen Sportbewerben teilnimmt, es Schülerliga-Mannschaften und diverde Sport AGs gibt).

    Für uns war es die richtige Entscheidung.
    Wenn er in 4 Jahren immer noch in Richtung Leistungssport geht, werden wir versuchen, ihn an einer Leistungssport-Oberstufe unterzubringen.
    Ein ziemlich seltsames Konzept scheint das bei euch zu sein. Ich habe zwar noch keine persönliche Erfahrung, aber die Sportschulen hier zeichnen sich gerade dadurch aus, dass die Kinder für ihren Vereinssport freigestellt werden etc. Die sportlichen Kinder in dem Alter sind doch fast alle in Vereinen aktiv.

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