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Thema: Nachtschreck bei älteren Kindern

  1. #21
    Gast

    Standard Re: Nachtschreck bei älteren Kindern

    Hallo, bei Schlafwandeln (Somnambulismus) und Nachtschreck (Pavor nocturnus) handelt es sich um sog. Parasomnien, frei übersetzt 'Dinge die im Schlaf passieren und dort nicht hingehören'. Also typische Verhaltensweisen, die normalerweise in Wachheit auftreten und nicht in den Schlaf gehören. Beides kommt klassischerweise zwischen Kleinkindalter und Pubertät und verwächst sich dann. Kann aber auch schon früher auftauchen (bei uns mit gut 1 Jahr) und auch bis ins Erwachsenenalter anhalten. Man geht davon aus, dass es mit Hirnreifungsprozessen zusammenhängt und daher auch phasenweise in Entwicklungsphasen auftreten kann. Man könnte sagen, dass das Gehirn nicht richtig zwischen Schlaf und Wach hin-und-herschaltet und dabei Wachphänomene in den Schlaf eindringen.
    Beides tritt ausschließlich aus dem Tiefschlaf heraus auf. Der Tiefschlafanteil dominiert in der 1. Nachthälfte und daher kommen Pavor & Co vor allem vor Mitternacht vor. Bei Erwachsenen ist ein typischer Schlafzyklus 90min lang, bei Kindern kürzer. Alles, was den Tiefschlafanteil erhöht, erhöht die Auftretenswahrscheinlichkeit für Parasomnien: Fieber, Wachstumsschübe, aber auch besondere emotionale Erfahrungen, die nachts verarbeitet werden.

    Grundsätzlich sind Parasomnien harmlos (und entgegen einiger anderer Behauptungen bei Kindern kein Marker für spätere psychische Erkrankungen). Handlungsbedarf besteht bei Leidensdruck (Kind bekommt nicht genügend Schlaf oder Eltern/Geschwister leiden). Dann sollte eine Abklärung in einen pädiatrischen Schlaflabor zur Diagnosestellung erfolgen. Dann kann man auch gleich (die sehr seltenen) nächtlichen Epilepsien abklären, das sieht man im Polysomnogramm.
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  2. #22
    Gast

    Standard Re: Nachtschreck bei älteren Kindern

    Noch etwas: am besten Kind nicht wecken. Sie befindet sich ja in der tiefsten Schlafphase, erstens ist da das Wecken sehr schwierig, da die Aufwachschwelle am höchsten ist und zweitens ist es für die Betroffenen ziemlich unangenehm, aus dem Tiefschlaf herausgerissen zu werden. Sie sind dann oft verwirrt, teilweise aggressiv. Wichtig: Umgebung sichern (Fenster abschließen, Haustür abschließen und Schlüssel nicht stecken lassen, Treppen sichern usw.).
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