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Thema: Gymnasium vs IGS

  1. #1

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    Standard Gymnasium vs IGS

    Das Thema gibt es zuhauf und die Entscheidung nimmt uns keiner ab, dennoch hoffe ich auf viele Meinungen.

    Mein Kind wechselt im Sommer auf die weiterführende Schule. In den letzten Monaten gab es für ihn nur eine Schule - das Gymnasium. Unsere Stadt hat ein Gymnasium, eine Realschule und eine IGS.

    Die IGS - sechszügig - formiert sich gerade neu und der Jahrgang 5 wird neu angelegt. Die Lehrer durften neue Konzepte einbringen.
    Allerdings gibt es einen hohen Hauptschüleranteil. Das Gymnasium und die Realschule haben beide einen sehr guten Ruf, die IGS hatte ein paar Imageprobleme. Was mir und auch meinem Sohn sehr sehr gut gefällt: Die IGS arbeitet intensiv an dem Gemeinschaftsgefühl. Es gibt in den ersten beiden Jahrgängen sogenannte Gemeinschaftsstunden, in denen ein Verbund aus drei Klassen spielerisch pädagogisch das Wir-Gefühl und den sozialen Umgang untereinander fördert. Unterricht findet am Dienstag und Donnerstag allerdings bis 15:45 Uhr statt und montags wären AGs. Hausaufgaben können fast vollständig in den sogenannten Übungsstunden erledigt werden.

    Das Gymnasium ist das größte vom ganzen Bundesland - achtzügig. Es hat eine enorme Auswahl an Fächern (wird erst in Sek II relevant) und an Arbeitsgemeinschaften. In den ersten beiden Jahren findet Unterricht nur bis 13:00 Uhr statt. Danach geht es nach Hause oder zu AGs. Es gibt die Möglichkeit, Hausaufgabenhilfe in Anspruch zu nehmen.

    Mein Sohn wollte, wie bereits erwähnt, von Anfang an zum Gymnasium. Er ist kein Genie, aber doch ganz helle. Er gehört du den 3 besten seiner Klasse ohne jemals gelernt zu haben und zu den 6 besten seiner Schule. Bei uns gibt es keine Schulempfehlungen mehr, aber der Lehrer hat zur Information der Eltern doch eine ausgesprochen, bei uns die uneingeschränkte Gymnasialempfehlung. Mit dem Informationstag der IGS hat sich die Meinung meines Sohnes vorübergehend gewandelt. Er fand die IGS klasse - aufgrund des Gemeinschaftsunterrichts, weil sie dort in einer Gruppe ohne zu sprechen nur durch Handzeichen Aufgaben gemeinsam lösen mussten. Und weil sein Freund (und dessen Mutter) die IGS bevorzugen. Anfangs wollte mein Sohn selbst dann zum Gym, wenn sein bester Freund zur IGS geht. Dann wollte er vorübergehend zur IGS - weil es erst ab JG8 Noten gibt und er da ohne lernen zu den besten gehört. Nun möchte er doch lieber zum Gymnasium, aber nicht ohne seinen Freund.

    Am Gymnasium wird nicht so sehr an dem sozialen Miteinander gearbeitet. Wichtig ist der Punkt dort dennoch. So gibt es viele Projekte, in denen groß und klein zusammenarbeiten und es gibt "Schüler helfen Schüler". Teil des Unterrichts ist es auch, dass die Schüler ihren Lerntyp herausfinden, Arbeitsstruktur lernen und eben auch das Lernen lernen.

    Mein Sohn wäre da nicht mehr Klassenbester und müsste die Welt auch einmal aus einem anderen Winkel betrachten. Das finde ich garnicht so verkehrt. Und ihn schreckt das auch nicht ab. Das ABER liegt im Freund.

    Wir sind vor gut 2 Jahren umgezogen. Neues Bundesland, neue Stadt, neue Schule, alle Freunde 350 km weit weg. Nun hat er endlich wieder einen besten Freund. Beide haben gemeinsame Interessen. Der Freund, der anfänglich auch aufs Gymnasium wollte und dadurch meinen Sohn erst darauf gebracht hat, will nun zur IGS und lässt sich in der Wahl seiner Schule nicht mehr umstimmen.

    Was mache ich nun?

    Lasse ich ihn entscheiden? - Bestärke ich ihn in seiner Wahl? - Rate ich ihn zur IGS? - Rate ich ihn zum Gymnasium?


    Welche Erfahrungen habt ihr in dieser Situation gemacht? Zieht die Freundschaft mehr als die vermeintlich richtige Schule?

    Die IGS würde eine stressfreie Zeit bis zur 8. Klasse bedeuten. Das Gymnasium bietet dafür tolle Fachräume und eben auch einzelnen Fachunterricht (an der IGS ist Bio, Geo, Physik und Chemie in einem Fach - Naturwissenschaften - zusammengewürfelt).
    Das Gymnasium bedeutet schon mehr Arbeit. Eltern mit älteren Kindern haben aber berichtet, dass sich die Hausaufgaben auch sehr in Grenzen halten.

    Achja... eines noch: Die IGS wird in naher Zukunft komplett neu gebaut. Die Gebäudeteile werden nach und nach abgerissen und neu errichtet. Das ganze dürfte locker über 3 Jahre stattfinden. Containerunterricht wird es jedoch nicht geben, da das Gelände weitläufig genug ist, so dass erst ein neues Gebäude errichtet wird, einige Jahrgänge umziehen, und dann ein alter Gebäudeteil abgerissen wird. Dennoch ist es eine Dauerbaustelle.

    Für eure Hilfe vielen Dank!

  2. #2
    Avatar von weberin1971
    weberin1971 ist offline Legende

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Hier könntest du um diese Zeit gar nicht mehr umschulen bzw. nur mit Ortsbonus - - -

    In NRW kommt noch hinzu, dass die Gesamtschulen das Abitur in 9 Jahren anbieten - die Gymnasien haben immer noch das unseelige G8 am Hacken. Wir sind da hin- und hergerissen, weil ich dem Kind gerne ein Jahr mehr Zeit geben würde - ich weiß nicht, wo ihr wohnt und ob euch das noch umtreib

    Freundschaften finde ich wichtig - ebenso eine "gute Schule" und dazu gehört für mich unbedingt soziales Lernen in einem überschaubareren Rahmen und bei euch finde ich dann - vom Lesen her, ohne die Schule, die Leitung, das soziale Gefüge etc. pp. zu kennen - die IGS attraktiver.

    Naturwissenschaften fächerübergreifend zu unterrichten finde ich eigentlich sehr sinnvoll.


    Wir waren VIER Jahre lang Reboarder - nu guckt er nach vorn...

  3. #3
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von Nebellicht Beitrag anzeigen
    Dann wollte er vorübergehend zur IGS - weil es erst ab JG8 Noten gibt und er da ohne lernen zu den besten gehört.
    das wäre für mich ein grund, die schule gleich mal auszusortieren. der aufprall, wenn ihn das echte leben erwischt, wird sonst grandios.

    und "beste freunde" dürfen nienienie ein entscheidungskriterium für oder gegen eine schule/schulart, studium, berufsausbildung, job sein. wenn die freundschaft verschiedene schulen nicht übersteht, dann war sie es nicht wert.
    cafetante gefällt dies
    das schlimme an klugscheißern ist, manchmal haben sie recht.

  4. #4

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von weberin1971 Beitrag anzeigen
    In NRW kommt noch hinzu, dass die Gesamtschulen das Abitur in 9 Jahren anbieten - die Gymnasien haben immer noch das unseelige G8 am Hacken. Wir sind da hin- und hergerissen, weil ich dem Kind gerne ein Jahr mehr Zeit geben würde.
    Hier ist beides G9 (und war beides vorher G8).

    Danke!

  5. #5

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von maigloeckchen Beitrag anzeigen
    das wäre für mich ein grund, die schule gleich mal auszusortieren. der aufprall, wenn ihn das echte leben erwischt, wird sonst grandios.
    Das sind auch meine Befürchtungen, aber ich bin keine Pädagogin. Vielleicht entdeckt er den Fleiß trotzdem noch für sich - aus einer Eigenmotivation heraus.

    Danke!

  6. #6
    Avatar von weberin1971
    weberin1971 ist offline Legende

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von Nebellicht Beitrag anzeigen
    Hier ist beides G9 (und war beides vorher G8).

    Danke!
    Dann ist die Entscheidung wieder offen... Und ich finde schon, dass es angeblich "müheloses" Lernen ohne lernen gibt es nicht, was soll das denn sein? Wer in der Grundschule schon pauken muss wird es auf jeder weiterführenden Schule schwer haben. Und ob es auf der IGS dann genauso weitergeht, weißt du doch gar nicht. Da gibt es ja schon Förderkurse/angepaßte Lerninhalte für die leistungsstärkeren Schüler_innen.


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  7. #7
    Avatar von maigloeckchen
    maigloeckchen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von Nebellicht Beitrag anzeigen
    Das sind auch meine Befürchtungen, aber ich bin keine Pädagogin. Vielleicht entdeckt er den Fleiß trotzdem noch für sich - aus einer Eigenmotivation heraus.

    Danke!


    du machst wohl witze? warum soll ein schüler, der gut mitschwimmt, sich plötzlich völlig unnötigerweise auf den hosenboden setzen? wozu auch? die notwendigkeit besteht nur, wenn er für den schulischen erfolg genötigt wird, mehr zu tun als nur aufmerksam den umterricht zu folgen.

    und ich kann dir aus erfahrung flüstern: an der uni wird er sich vorkommen wie mit tempo 150 ungebremst an die betonwand geknallt

    und noch etwas würde für mich ganz klar gegen igs sprechen: keine noten bis zur 8. klasse. und dann, wenn es pubertätsbedingt sowieso leistungsmäßig nach unten geht, kommt der notenhammer, so aus dem blanken nichts. hallelujah.
    das schlimme an klugscheißern ist, manchmal haben sie recht.

  8. #8
    Avatar von weberin1971
    weberin1971 ist offline Legende

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von Nebellicht Beitrag anzeigen
    Das sind auch meine Befürchtungen, aber ich bin keine Pädagogin. Vielleicht entdeckt er den Fleiß trotzdem noch für sich - aus einer Eigenmotivation heraus.

    Danke!
    Ohne intrinsische Motivation läuft nix - und die kann schon ein Kind entwickeln - aber eher durch Freude am Lernen, nicht durch das Gefühl: ich muss ochsen, um was zu bringen. Wenn er in der Grundschule in der Lernfreude bestärkt wurde, wird er auch in den weiterführenden Schulen daran anknüpfen können und von sich aus was tun. WENN die Eltern ihm dabei helfen und im Alltag eine ähnliche Arbeitsfreude/Motivation vorleben.

    Mich nervt dieses Leistungsgebolze abgrundtief. Lasst die Kinder doch in Ruhe lernen und hört auf EURE Leistungsdenke schon Kindern aufzudiktieren.


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  9. #9

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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von weberin1971 Beitrag anzeigen
    Da gibt es ja schon Förderkurse/angepaßte Lerninhalte für die leistungsstärkeren Schüler_innen.
    Es bleibt alles klassenintern. Die Leistungsstärkeren bekommen andere Aufgabenblätter - ausführlicher oder komplizierter - und für Überflieger hat der Lehrer immer Extraaufgaben bereit. Außerdem erklären leistungsstärkere Schüler den leistungsschwächeren die Aufgaben. Davon kann man jetzt sehr genervt sein, als Schüler. Und als Mutter kann man denken, dabei lernt mein Kind doch nichts. Aber man kann auch die enorme soziale Entwicklung dabei wertschätzen und die Chance, dass sich das Kind zu einem hilfsbereiten Mitmenschen entwickelt.

    Die Extraaufgaben gab es in der Grundschule schon und mein Sohn hat jedesmal hinterfragt, ob er diese Extraaufgaben denn überhaupt erledigen müsse, denn sie stünden ja außerhalb der Wertung.

    O-Ton Lehrer: "Frau Nebellicht, ihr Sohn arbeitet nicht ökonomisch, ihr Sohn ist schlichtweg faul!"

  10. #10
    Avatar von maigloeckchen
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    Standard Re: Gymnasium vs IGS

    Zitat Zitat von weberin1971 Beitrag anzeigen
    Ohne intrinsische Motivation läuft nix - und die kann schon ein Kind entwickeln - aber eher durch Freude am Lernen, nicht durch das Gefühl: ich muss ochsen, um was zu bringen. Wenn er in der Grundschule in der Lernfreude bestärkt wurde, wird er auch in den weiterführenden Schulen daran anknüpfen können und von sich aus was tun. WENN die Eltern ihm dabei helfen und im Alltag eine ähnliche Arbeitsfreude/Motivation vorleben.

    Mich nervt dieses Leistungsgebolze abgrundtief. Lasst die Kinder doch in Ruhe lernen und hört auf EURE Leistungsdenke schon Kindern aufzudiktieren.
    herzelchen, ich habe ein superschlaues kerlchen hier zuhause sitzen, der in der schule keinen stecken gemacht hat. weder in der grundschule noch im gymnasium. der war aufmerksam im unterricht, hat die lehrer totgequatscht, die waren glücklich über einen gesprächspartner im unterricht angesichts schlafender schülermassen und somit hatte er weitgehend narrenfreiheit. hausaufgaben? fehlanzeige. lernen? was ist das. ab und zu war dann doch der eine oder andere lehrer etwas angepißt und so durfte er mindestens ein mal pro halbjahr zur freitäglichen nacharbeit in der 7. stunde antanzen. war für ihn ne stunde chillen unter lehreraufsicht, ohne irgendwelche konsequenzen auszulösen.

    wenn er auch nur in winziges bißchen fürs abi gelernt hätte, hätte er nicht um einen einzigen punkt die 1 vor dem komma verpaßt.

    das erwachen an der uni war bitterhart. da sitzt jetzt ein student und weiß nicht, wie man lernt. und dann kommst du schwallerst sch**** von kindern, die man in ruhe lernen lassen soll und denen man keine leistungsgedanken aufoktroyieren soll? wenn das berufziel maurer oder müllkutscher ist, kannst du das so sehen, wenn das bildungsziel ein studienabschluß ist, sicher nicht.
    El-Rey und Firsa gefällt dies.
    das schlimme an klugscheißern ist, manchmal haben sie recht.

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