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Thema: Dissoziales Verhalten

  1. #11
    anna0481 ist offline Member
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Hallo,
    Ich habe einen Sohn mit Asperger Autismus. Seine Verhaltensweisen würden auch in die Beschreibung passen. Allerdings ist uns klar woher dieses Verhalten kommt und durch dieses Verständnis kann dem Kind viel geholfen werden. Es gibt Medikamente die auch bei Kindern mit aggressiven Verhalten eingesetzt werden. Man setzt dann wohl auf den Lerneffekt und dass die positiven Verhaltensweisen verinnerlicht werden.
    Ich weiß nicht in wie weit Autismus und dissoziale Persönlichkeitsstörung etwas miteinander zu tun haben. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Kinder an ähnlichen Überlastungen leiden und selbst ihre Emotionen schlecht steuern können. Dafür bedarf es viel Geduld und Hilfe. Heilbar ist Autismus beispielsweise nicht, aber es lässt sich mal besser und mal schlechter damit leben. Derzeit befinden wir uns in einer guten Phase und niemand würde den Unterschied merken.
    Alles gute den Eltern und dem Kind!

  2. #12
    Avatar von Distelfalter
    Distelfalter ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Teilzeithippie Beitrag anzeigen
    Ich kann mit dieser "Diagnose" nix anfangen. Ist in meinen Augen eher Symptomebeschreibung. Und nach 2 Sitzungen eh...
    Es gab wohl schon eine Menge Tests und Fragebögen, auch zuvor keim KIA (mit Zusatzausbildung), der das Kind schon etwas länger kennt.
    Ich habe mich ein wenig eingelesen und es trifft wirklich so viel zu. Die "Einschläge" nehmen in Frequenz und Heftigkeit deutlich zu.

  3. #13
    Avatar von gola
    gola ist offline ...
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    "F60.-

    Spezifische Persönlichkeitsstörungen

    Info:


    Es handelt sich um schwere Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens der betroffenen Person, die nicht direkt auf eine Hirnschädigung oder -krankheit oder auf eine andere psychiatrische Störung zurückzuführen sind. Sie erfassen verschiedene Persönlichkeitsbereiche und gehen beinahe immer mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher. Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter."

    Auch Kinder können definitv Persönlichkeitsstörungen nach F 6 haben. In F 9 sind weitergehend, ergänzende Kriterien genannt, weil sich manche Störungen bei Kindern und Jugendlichen durch andere oder spezifische Symptome äußern. Das heißt aber nicht, dass, wenn alle Kriterien für ne Persönlichkeitsstörung vorliegen, die nicht diagnostiziert werden kann, weil sie in nem anderen Kapitel steht.
    Ja, Kinder können eine Persönlichkeitsstörung haben bzw. Symptome zeigen, dennoch besteht auch die Möglichkeit, dass sich bei Kindern noch etwas verändert, daher stellt unsere Klinik diese Diagnose nicht, wenn dann: Verdacht auf...

  4. #14
    Avatar von gola
    gola ist offline ...
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Wie behandelt man ein solches Verhalten mit Medikamenten?
    Jemanden, der keinerlei Empathie oder Mitgefühl zeigt und nur auf die Erfüllung eigener Interessen ausgerichtet ist?
    Ich würde diesen Jungen gar nicht ambulant mit Medikamenten einstellen wollen, sondern wirklich stationär aufnehmen um sein Verhalten in den verschiedenen Situationen durch Fachleute beobachten/beurteilen zu können.
    Dann muss geschaut werden, bekommt er durch seine Aufmerksamkeitsstörung vielleicht seine Umwelt nicht wirklich mit bzw. die Gefühle der Mitmenschen? Dann könnte Methylphenidat (wie in Ritalin und Co) helfen ihn besser zu fokussieren.
    Um die eigenen Gefühlswelt zu regulieren und um Aggressionen einzudämmen könnte auch Risperidon eine Möglichkeit sein. Also um seine Impulskontrolle zu regulieren...

    Aber! Medikamente sind ja nie der einzige Weg und nur mit einer Medikation wird sich wenig ändern. Er benötigt sicherlich eine Therapie, vielleicht ist er auch schulisch überfordert (dies sollte durch eine Leistungsdiagnostik festgestellt werden). Sprich: Eine ausschließlich ambulante Therapie/Behandlung fände ich bei dem Jungen sehr wahrscheinlich nicht ausreichend.
    Außerdem würde in die Behandlung auch die Familie miteinbezogen, sprich Elterngespräche etc. Die Eltern müssen ja auch aufgeklärt/beraten werden wie sie am Besten mit ihrem Sohn umgehen...

    Ich finde so Ferneinschätzungen sehr schwierig, aber wenn deine Freundin unsicher ist würde ich mir auf jeden Fall eine Zweitmeinung einholen!

  5. #15
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von silm Beitrag anzeigen
    Wie behandelt man ein solches Verhalten mit Medikamenten?
    Jemanden, der keinerlei Empathie oder Mitgefühl zeigt und nur auf die Erfüllung eigener Interessen ausgerichtet ist?
    vielleicht bezieht sich der Vorschlag mit der Medikation eher auf ADS ?
    Laut TE hat das Kind ja auch ADS, da kann man sehr wohl mit Medikamenten ansetzen und möglicherweise verbessert das auch das Sozialverhalten

  6. #16
    spice30 ist offline addict
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Meines Wissens stellt man zwar bei Kindern die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht, gerade bei der dissozialen sind aber Auffälligkeiten in Kindheit und Jugend häufig. Darum wird das ja bei der Diagnostik ( bei Erwachsenen) abgefragt. Ohne jetzt Bezug auf den aktuellen Fall nehmen zu wollen, finde ich diesen Artikel interessant und dabei v.a. die Sache mit dem Augenkontakt
    DER SPIEGEL*48/2012 - Kindheit ohne Gewissen

  7. #17
    Valrhona ist offline Poweruser
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von gola Beitrag anzeigen
    Ja, Kinder können eine Persönlichkeitsstörung haben bzw. Symptome zeigen, dennoch besteht auch die Möglichkeit, dass sich bei Kindern noch etwas verändert, daher stellt unsere Klinik diese Diagnose nicht, wenn dann: Verdacht auf...
    Da die Diagnose in diesem Fall gestellt wurde, gehe ich davon aus, dass der/die DiagnostikerIn genug Anzeichen dafür gefunden hat, dass in diesem Fall eine vorliegt. Hilft ja auch keinem, so zu tun, als gäbe es das bei Kindern nicht, dann könnte man es auch nicht dementsprechend behandeln. Und wenn ich das lese, besteht da schon ein ordentlicher Leidensdruck, so dass ne Behandlung unbedingt angesagt ist.

  8. #18
    Valrhona ist offline Poweruser
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von gola Beitrag anzeigen
    Ich würde diesen Jungen gar nicht ambulant mit Medikamenten einstellen wollen, sondern wirklich stationär aufnehmen um sein Verhalten in den verschiedenen Situationen durch Fachleute beobachten/beurteilen zu können.
    Dann muss geschaut werden, bekommt er durch seine Aufmerksamkeitsstörung vielleicht seine Umwelt nicht wirklich mit bzw. die Gefühle der Mitmenschen? Dann könnte Methylphenidat (wie in Ritalin und Co) helfen ihn besser zu fokussieren.
    Um die eigenen Gefühlswelt zu regulieren und um Aggressionen einzudämmen könnte auch Risperidon eine Möglichkeit sein. Also um seine Impulskontrolle zu regulieren...

    Aber! Medikamente sind ja nie der einzige Weg und nur mit einer Medikation wird sich wenig ändern. Er benötigt sicherlich eine Therapie, vielleicht ist er auch schulisch überfordert (dies sollte durch eine Leistungsdiagnostik festgestellt werden). Sprich: Eine ausschließlich ambulante Therapie/Behandlung fände ich bei dem Jungen sehr wahrscheinlich nicht ausreichend.
    Außerdem würde in die Behandlung auch die Familie miteinbezogen, sprich Elterngespräche etc. Die Eltern müssen ja auch aufgeklärt/beraten werden wie sie am Besten mit ihrem Sohn umgehen...

    Ich finde so Ferneinschätzungen sehr schwierig, aber wenn deine Freundin unsicher ist würde ich mir auf jeden Fall eine Zweitmeinung einholen!
    Kinder verhalten sich in einem stationären Setting oft ganz anders als im Alltag, ich weiß nciht, ob das dann unbedingt Aussagekraft hätte. Letztlich geht es ja auch darum, dass das Kind lernen muss, sein Verhalten im Alltag zu ändern und anzupassen, von daher halte ich eine stationäre Therapie bei dieser Störung nicht unbedingt für passend.

  9. #19
    Valrhona ist offline Poweruser
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von spice30 Beitrag anzeigen
    Meines Wissens stellt man zwar bei Kindern die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht, gerade bei der dissozialen sind aber Auffälligkeiten in Kindheit und Jugend häufig. Darum wird das ja bei der Diagnostik ( bei Erwachsenen) abgefragt. Ohne jetzt Bezug auf den aktuellen Fall nehmen zu wollen, finde ich diesen Artikel interessant und dabei v.a. die Sache mit dem Augenkontakt
    DER SPIEGEL*48/2012 - Kindheit ohne Gewissen
    Hat man früher nicht gemacht, da findet aber gerade ein Umdenken statt. Wenn man wartet, bis die Kinder erwachsen sind, kann sich schon einiges manifestiert haben.

  10. #20
    Avatar von gola
    gola ist offline ...
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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    Da die Diagnose in diesem Fall gestellt wurde, gehe ich davon aus, dass der/die DiagnostikerIn genug Anzeichen dafür gefunden hat, dass in diesem Fall eine vorliegt. Hilft ja auch keinem, so zu tun, als gäbe es das bei Kindern nicht, dann könnte man es auch nicht dementsprechend behandeln. Und wenn ich das lese, besteht da schon ein ordentlicher Leidensdruck, so dass ne Behandlung unbedingt angesagt ist.
    Eine Behandlung kann auch mit einer Verdacht auf...Diagnose erfolgen.

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