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Thema: Dissoziales Verhalten

  1. #61
    Valrhona ist gerade online Poweruser

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von cosima Beitrag anzeigen
    vielleicht in Form von Zuwendung, Aufmerksamkeit, wichtig genommen werden
    Vielleicht auch als Absolution für "ich würde ja so gerne mein Leben ändern / arbeiten / umziehen... aber leider, leider, mein Kind..."
    Ja, die Ehe von den beiden war quasi nicht mehr existent. Aber da sie sich ja um die kranke Tochter kümmern mussten, hatten sie leider keine Zeit, sich damit auseinander zu setzen oder gar einen Schlussstrich zu ziehen. Die haben ihre Tochter nicht absichtlich krank gemacht und wollten auch nicht, dass die krank ist. Aber sie haben auch jeden Versuch, ihrer Tochter zu helfen, boykottiert.

  2. #62
    Avatar von gola
    gola ist offline ...

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Krankheitsgewinn durch die Krankheit der Tochter? Irgendwie bin ich phantasielos und kann mir grad gar nichts vorstellen.
    Ich erlebe es oft bei depressiven oder Alkoholkranken Eltern/Elternteile so, dass sie von der Krankheit des Kindes profitieren, um sich mit den eigenen Gefühlen nicht beschäftigen zu müssen- da wird das Kind zur Ergotherapie gefahren, da wird sich hier und da gekümmert, aber die eigene Problematik bleibt außen vor.

  3. #63
    Sepia ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Valrhona Beitrag anzeigen
    "F60.-
    Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter."
    Stimmt, was du markiert hast. Dennoch vergibt man diese Diagnose nur an Erwachsene, RÜCKWIRKEND basierend auf Anamnese, Fremdanamnese etc.

    Weil sich die Persönlichkeit des Kindes über die Zeit noch verändern kann und was mit 10 wie eine Störung aussieht durch verschiedene Faktoren mit 22-30 Jahren vielleicht entweder so stark abgemildert ist, das die Kriterien nicht mehr stimmen - oder die Kriterien dann immer noch stabil vorhanden sind und man sicher sein kann, dass sich nichts mehr ändert. Selbst bei Jungerwachsenen um die 20-25 ist man teilweise noch vorsichtig.

    Einerseits wegen der Veränderungsmöglichkeit, andererseits wegen der Stigmatisierung.


    Achso: Nach dem jetztigen Stand bei Erwachsenen würde man auch nicht eine Persönlichkeitsstörung therapieren. Was therapiert wird, sind die Auswirkungen (also impulsives Verhalten, fehlende soziale Kompetenz). Ist vielleicht auf den ersten Blick Haarspalterei, macht aber eigentlich Sinn, wenn die Persönlichkeit etwas ist, dass im Kern ab einem bestimmten Punkt gleich bleibt.
    Mehr kann ich leider nicht beitragen.
    gola gefällt dies
    Ein Tag nach dem anderen...

  4. #64
    Valrhona ist gerade online Poweruser

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Sepia Beitrag anzeigen
    Stimmt, was du markiert hast. Dennoch vergibt man diese Diagnose nur an Erwachsene, RÜCKWIRKEND basierend auf Anamnese, Fremdanamnese etc.

    Weil sich die Persönlichkeit des Kindes über die Zeit noch verändern kann und was mit 10 wie eine Störung aussieht durch verschiedene Faktoren mit 22-30 Jahren vielleicht entweder so stark abgemildert ist, das die Kriterien nicht mehr stimmen - oder die Kriterien dann immer noch stabil vorhanden sind und man sicher sein kann, dass sich nichts mehr ändert. Selbst bei Jungerwachsenen um die 20-25 ist man teilweise noch vorsichtig.

    Einerseits wegen der Veränderungsmöglichkeit, andererseits wegen der Stigmatisierung.


    Achso: Nach dem jetztigen Stand bei Erwachsenen würde man auch nicht eine Persönlichkeitsstörung therapieren. Was therapiert wird, sind die Auswirkungen (also impulsives Verhalten, fehlende soziale Kompetenz). Ist vielleicht auf den ersten Blick Haarspalterei, macht aber eigentlich Sinn, wenn die Persönlichkeit etwas ist, dass im Kern ab einem bestimmten Punkt gleich bleibt.
    Mehr kann ich leider nicht beitragen.
    Wie gesagt, die Therapeuten, die ich berufsbedingt kenne, vergeben die Diagnose auch schon früher, wenn die diagnostischen Leitlinien zutreffen. Dass die Störung im Erwachsenenalter weiter bestehen muss, gehört auch nicht zu den Kriterien zur Diagnosevergabe.
    Wie ebenfalls schon gesagt, finde ich gerade bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung die Stigmatisierung ohne Diagnose viel schlimmer, weil die Leute sonst gerne davon ausgehen, dass das Kind nur schlecht erzogen ist, man mal ordentlich durchgreifen müsste und was für Sprüche da halt so kommen.
    Und ja, bei den vielen (den meisten?) Störungen therapiert man hauptsächlich die Symptome.

  5. #65
    marielaurin ist offline Member

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von advena Beitrag anzeigen
    Aber in der Nachbarschaft kenne ich eine Familie, mit derem mittleren Sohn (so alt wie Nr. 1) gabs immer Probleme. Im KiGa hat er rumgeschlägert, in der GS auch, Empathie? Nicht vorhanden. Störte immer den Unterricht, war rotzfrech, aggressiv - natürlich begab man sich in Therapie.
    Aus dem Konfiunterricht flog er raus (er hat die Getränkekasse geklaut). Schulen hat er mehrere durchlaufen, flog aber immer wieder runter wegen Schlägerei, Diebstahl, Mobbing - such Dir was aus..
    So einen "Fall" hatten wir in unserem engeren Freundeskreis. Junge, konnte mit 8 Monaten laufen und hat nur Mist gebaut, mit 15 Monten waren sie bei der Erziehungsberatung, weil er nichts in einem Stück lies, die Sachen flogen durch die Gegend, er biss, er schrie, er war so schnell ...
    Bei der Erziehungsberatung nach mehreren Videoanalysen kam dann raus, dass die Eltern eigentlich nicht wirklich was "falsch" machen, also gab es Hausbesuche. Dann fing er an, auf andere Kinder loszugehen, unsere beiden waren da oft leider an erster Stelle. Das Ganze zog sich durch den Kindergarten, er wurde nachts festgebunden, weil er durch das Haus flog und alles zerstörte was ihm in die Quere kam.

    Er schlug und biss die Tagesmutter. Dann wollte die Ergotherapeutin einen Geburtsbericht haben. Ende vom Lied war, dass der Mutter unter der Geburt ein wehenförderndes Mittel gegeben wurde, das ein paar Monate nach seiner Geburt vom Markt genommen wurde weil es nachweislich in vielen Fällen zu Empfindungsstörungen beim Kind führte. Als gab es ab da Bürstenmassagen, um dieses Kind "spüren" zu lassen.

    Mit 5 dann die Diagnose ADHS, Eltern wollten kein Ritalin geben, das Problem wurde immer größer. Psychologen, Jugendamt, alle waren eingeschaltet, es wurde immer schlimmer. Ansonsten sei er gesund. Dann gab es doch Ritalin. Er ging nicht mehr zur Schule, er wurde depressiv, er weinter nur noch. dann Abbruch, wieder dieselben Probleme. Dann zwei Schulwechsel, ständig Probleme. Von der Grundschule auf die Realschule, dann Hauptschule. Er wurde aus der Schule "entfernt" weil er einen Stuhl aus dem Fenster geworfen hatte und diverse Scheiben an anderen Tagen zu Bruch gingen, Mädchen an den Haaren zog, Mitschüler Beinchen stellte. Er war respektlos, frech, aufmüpfig, gewaltbereit, gewalttätig, eine Gefahr für seine Mitschüler und alle um ihn rum. Mit 12, da war Ritalin wieder längere Zeit eingesetzt, weil sie sich nicht zu helfen wussten, dann stand seine Mutter beim Jugendamt und verlangte, das Kind sofort aus der Familie zu holen, sonst würde sie sich das Leben nehmen, sie könnte nicht mehr. Ich hab sowas noch nie erlebt, wie ein Kind eine Familie so zerstören kann, unglaublich.

    Das Jugendamt kam zwei Stunden später mit dem Psychologen und nahm ihn mit. Er war 5 Monate in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bei der ersten (!) Blutuntersuchung dort kam raus, dass seine Schilddrüsenwerte überhaupt nicht in Ordnung waren und die forderten die alten Untersuchungsergebnisse an. Auch da seien die Werte sehr auffällig gewesen so weit wie sie zurückverfolgen könnten, laut Endokrinologin aber für nichts verantwortlich. Sie schlichen Ritalin aus und zusätzliche SD-Hormone ein. Er ging nach ein paar Wochen auf ein Tagesinternat, so dass die Schulthemen komplett aus der Familie genommen wurden. Die hatten auch immer für Stress gesorgt. Am Wochenende war er zu Hause. Unseren ersten Besuch nach 4 Monaten bei ihnen werde ich nie vergessen. Dieses Kind war so anders, so "normal" ... ein ganz normaler 13jähriger. Ich saß mit meiner Freundin da und wir haben geweint, weil das so schön war. Sowas gab es in 13 Jahren nicht.
    Er ging weiterhin auf das Tagesinternat, als er aus der Klinik entlassen wurde, besuchte er es von zu Hause aus. Abends kam er nach Hause.

    Er fing an, sowas wie eine Geschwisterbeziehung zu seiner Schwester aufzubauen und ein aus meiner Sicht völlig normales Verhältnis zu seinen Eltern.

    Aus dem Tagesinternat wurde er in die Realschule integriert und im letzten Jahr wechselte er aufs Gymnasium. Er ist manchmal noch aufbrausend, aber eigentlich nicht mehr als ein anderer Jugendlicher mit 17 wäre. Völlig normaler Jugendlicher.

    Warum haben sie nun 13 Jahre verloren? Wegen "falscher" ADHS Diagnosen, wegen der Unfähigkeit zu spüren, wegen des Ritalins, wegen der Schilddrüse? Man weiß es nicht. Wichtig ist, es geht ihm gut, es geht der Familie gut als Familie. Aber es war ein sehr sehr langer furchtbarer Weg.

  6. #66
    Avatar von gola
    gola ist offline ...

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von marielaurin Beitrag anzeigen
    Das Jugendamt kam zwei Stunden später mit dem Psychologen und nahm ihn mit. Er war 5 Monate in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bei der ersten (!) Blutuntersuchung dort kam raus, dass seine Schilddrüsenwerte überhaupt nicht in Ordnung waren und die forderten die alten Untersuchungsergebnisse an.

    Warum haben sie nun 13 Jahre verloren? Wegen "falscher" ADHS Diagnosen, wegen der Unfähigkeit zu spüren, wegen des Ritalins, wegen der Schilddrüse? Man weiß es nicht. Wichtig ist, es geht ihm gut, es geht der Familie gut als Familie. Aber es war ein sehr sehr langer furchtbarer Weg.
    Dies meine ich die ganze Zeit. Ambulant wird oftmals zuviel Zeit vergeudet, manchmal sind es auch zu viele Helfer, die alle unterschiedliche Ideen haben. Die Zeit in der Klinik schien ihm und der Familie geholfen zu haben, vor allem auch die Perspektivenklärung. Wir sagen immer wieder, je früher das Kind behandelt wird, umso besser. Und manchmal können sich Familien dann eine jahrelange Qual ersparen.
    Wobei es natürlich auch Fälle gibt, da hilft auch die Klinik nicht. Aber bei dem Krankheitsbild und dem Alter ist es sicher hilfreich.
    Aber auch bei der Familie ist es wichtig nicht die Schulfrage zu stellen. Jeder ambulante Behandler wollte sicher helfen undspäter dann die Frage zu stellen, was haben wir oder Helfer falsch gemacht, dies zermürbt nur. Daher, klasse, dass es der Familie besser geht!

  7. #67
    WATERPROOF ist offline Renitent.

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Das ist Stand der Wissenschaft von heute. Solch Lehrmeinungen können sich schnell ändern. Dazu braucht es aber genügend Fälle, genügend Interesse und genügend Geld, um weiter zu forschen.
    Vielleicht hat man da in 50 Jahren schon ganz andere Erkenntnisse.
    Ok, ich gebe zu, dass man nur mit heutigen Erkenntnissen und nicht mit denen von in 50 Jahren arbeiten kann.
    Trotzdem wäre es schön, wenn Ärzte und Therapeuten da eine gewisse Offenheit bewahren und sich nicht auf "Erziehung ist Schuld" mit anderen Worten, diejenigen, die diese Erziehung betreiben, also zumeist die Eltern, zurückziehen.
    Das Wort "Schuld" kam in meinen Post nicht vor.

    Es handelt sich lediglich um die gängige Lehrmeinung.

    Wenn Eltern Fehler machen, sind sie daran auch nicht unbedingt schuld. Sie wissen es halt nicht besser. Ich bin mir sicher, dass alle Eltern das Beste für ihre Kinder wollen. Wenn sie anders handeln, dann liegt es an ihren eigenen ungelösten Problemen.

  8. #68
    WATERPROOF ist offline Renitent.

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von Sepia Beitrag anzeigen



    Achso: Nach dem jetztigen Stand bei Erwachsenen würde man auch nicht eine Persönlichkeitsstörung therapieren. Was therapiert wird, sind die Auswirkungen (also impulsives Verhalten, fehlende soziale Kompetenz). Ist vielleicht auf den ersten Blick Haarspalterei, macht aber eigentlich Sinn, wenn die Persönlichkeit etwas ist, dass im Kern ab einem bestimmten Punkt gleich bleibt.
    Mehr kann ich leider nicht beitragen.
    Das ist einfach falsch. Die behandelt natürlich die sie Persönlichkeitsstörung. Und es funktioniert sogar sehr gut, Beispiel DBT.

  9. #69
    Jimmy-Gold Gast

    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von marielaurin Beitrag anzeigen
    Warum haben sie nun 13 Jahre verloren? Wegen "falscher" ADHS Diagnosen, wegen der Unfähigkeit zu spüren, wegen des Ritalins, wegen der Schilddrüse? Man weiß es nicht. Wichtig ist, es geht ihm gut, es geht der Familie gut als Familie. Aber es war ein sehr sehr langer furchtbarer Weg.
    Ich habe Gänsehaut beim Lesen bekommen.

  10. #70
    --nyx-- ist offline Stranger

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    Standard Re: Dissoziales Verhalten

    Zitat Zitat von marielaurin Beitrag anzeigen
    So einen "Fall" hatten wir in unserem engeren Freundeskreis. Junge, konnte mit 8 Monaten laufen und hat nur Mist gebaut, mit 15 Monten waren sie bei der Erziehungsberatung, weil er nichts in einem Stück lies, die Sachen flogen durch die Gegend, er biss, er schrie, er war so schnell ...
    Bei der Erziehungsberatung nach mehreren Videoanalysen kam dann raus, dass die Eltern eigentlich nicht wirklich was "falsch" machen, also gab es Hausbesuche. Dann fing er an, auf andere Kinder loszugehen, unsere beiden waren da oft leider an erster Stelle. Das Ganze zog sich durch den Kindergarten, er wurde nachts festgebunden, weil er durch das Haus flog und alles zerstörte was ihm in die Quere kam.

    Er schlug und biss die Tagesmutter. Dann wollte die Ergotherapeutin einen Geburtsbericht haben. Ende vom Lied war, dass der Mutter unter der Geburt ein wehenförderndes Mittel gegeben wurde, das ein paar Monate nach seiner Geburt vom Markt genommen wurde weil es nachweislich in vielen Fällen zu Empfindungsstörungen beim Kind führte. Als gab es ab da Bürstenmassagen, um dieses Kind "spüren" zu lassen.

    Mit 5 dann die Diagnose ADHS, Eltern wollten kein Ritalin geben, das Problem wurde immer größer. Psychologen, Jugendamt, alle waren eingeschaltet, es wurde immer schlimmer. Ansonsten sei er gesund. Dann gab es doch Ritalin. Er ging nicht mehr zur Schule, er wurde depressiv, er weinter nur noch. dann Abbruch, wieder dieselben Probleme. Dann zwei Schulwechsel, ständig Probleme. Von der Grundschule auf die Realschule, dann Hauptschule. Er wurde aus der Schule "entfernt" weil er einen Stuhl aus dem Fenster geworfen hatte und diverse Scheiben an anderen Tagen zu Bruch gingen, Mädchen an den Haaren zog, Mitschüler Beinchen stellte. Er war respektlos, frech, aufmüpfig, gewaltbereit, gewalttätig, eine Gefahr für seine Mitschüler und alle um ihn rum. Mit 12, da war Ritalin wieder längere Zeit eingesetzt, weil sie sich nicht zu helfen wussten, dann stand seine Mutter beim Jugendamt und verlangte, das Kind sofort aus der Familie zu holen, sonst würde sie sich das Leben nehmen, sie könnte nicht mehr. Ich hab sowas noch nie erlebt, wie ein Kind eine Familie so zerstören kann, unglaublich.

    Das Jugendamt kam zwei Stunden später mit dem Psychologen und nahm ihn mit. Er war 5 Monate in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bei der ersten (!) Blutuntersuchung dort kam raus, dass seine Schilddrüsenwerte überhaupt nicht in Ordnung waren und die forderten die alten Untersuchungsergebnisse an. Auch da seien die Werte sehr auffällig gewesen so weit wie sie zurückverfolgen könnten, laut Endokrinologin aber für nichts verantwortlich. Sie schlichen Ritalin aus und zusätzliche SD-Hormone ein. Er ging nach ein paar Wochen auf ein Tagesinternat, so dass die Schulthemen komplett aus der Familie genommen wurden. Die hatten auch immer für Stress gesorgt. Am Wochenende war er zu Hause. Unseren ersten Besuch nach 4 Monaten bei ihnen werde ich nie vergessen. Dieses Kind war so anders, so "normal" ... ein ganz normaler 13jähriger. Ich saß mit meiner Freundin da und wir haben geweint, weil das so schön war. Sowas gab es in 13 Jahren nicht.
    Er ging weiterhin auf das Tagesinternat, als er aus der Klinik entlassen wurde, besuchte er es von zu Hause aus. Abends kam er nach Hause.

    Er fing an, sowas wie eine Geschwisterbeziehung zu seiner Schwester aufzubauen und ein aus meiner Sicht völlig normales Verhältnis zu seinen Eltern.

    Aus dem Tagesinternat wurde er in die Realschule integriert und im letzten Jahr wechselte er aufs Gymnasium. Er ist manchmal noch aufbrausend, aber eigentlich nicht mehr als ein anderer Jugendlicher mit 17 wäre. Völlig normaler Jugendlicher.

    Warum haben sie nun 13 Jahre verloren? Wegen "falscher" ADHS Diagnosen, wegen der Unfähigkeit zu spüren, wegen des Ritalins, wegen der Schilddrüse? Man weiß es nicht. Wichtig ist, es geht ihm gut, es geht der Familie gut als Familie. Aber es war ein sehr sehr langer furchtbarer Weg.
    Hallo! Heute ist für mich endlich der Tag gekommen, an dem ich mich wieder anmelden "muss". Ich lese schon lange öfters hier rein, hab mal in den Geburts-Monatsforen geschrieben, aber jetzt brauche ich aktiven Austausch.

    Wir haben eine ähnliche Situation zuhause mit K1. Er ist zwar erst sieben, aber die beschriebenen Tendenzen sind da. Wir stecken noch mitten in der Diagnostik, keiner weiß so richtig worauf es hinauslaufen wird. Bisher hat er nur Muskeltonusschwäche (seit Anfang an) und sensomotorische Integrationsstörung bescheinigt bekommen. Wegen dieser Empfindungsstörungen bekommt er Ergo, auch mit "sich selbst spüren" etc. Außerdem schaut auch ein SPZ jetzt nochmal drauf. Das Gespräch mit der dortigen Psychologin war schon, da heißt es emotionale Störung. Der Termin mit der kinderärztlichen Leitung des SPZ steht diesen Monat an. Von dort wurde uns eine VT empfohlen und wir stehen auf der Warteliste für einen Kinderpsychiater.

    marielaurin, weißt du vlt. den Namen des Wehenmittels (zeitlich passt das bei uns zwar nicht, aber er wurde im Ausland geboren, vlt. ist es anderswo noch am Markt?)? Und diese Verhaltensänderung des Jungen trat dann einfach so nach der Einstellung der SD ein? Oder wurde da noch mehr therapiert, in welcher Form auch immer?

    Ansonsten werde ich jetzt versuchen, die KiÄ zu einer Blutabnahme zu überreden. Weiß jemand hier, ob man auf eine Blutuntersuchung (TSH, (f)T3, (f)T4) bestehen kann? Oder sollten wir besser direkt einen Endokrinologen aufsuchen? Ich bin auch wg. Hypothyreose in Behandlung, da hätte ich also einen Arzt an der Hand. Ist ein auf Kinder spezialisierter Endo sinnvoller? Empfehlungen für Berlin lese ich gerne. Andere Tipps/Hinweise ebenfalls.

    Ich möchte nicht in euphorische Panikhandlungen verfallen, aber wenn die SD des Rätels Lösung wäre, würde ich Luftsprünge machen. Im Istzustand ist alles einfach nur sehr anstrengend und wirkt sich ziemlich negativ auf das Familienleben aus. Wir harren schon sieben Jahre mit diesem "schwierigen" Kind aus. Zum Glück sind die Geschwister zeitnah dazugekommen, jetzt würde ich kein Baby nebenbei im Arm haben wollen.

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